be quiet! Pure Base 500 FX im Test: Maximale Beleuchtung ab Werk

Veröffentlicht am: von

be quiet pure base 500 fx logo

Das Pure Base 500 FX ist eine neue Variante des erfolgreichen Einsteigermodells von be quiet! - und zwar eine, die konsequent auf RGB-Beleuchtung setzt. Der Midi-Tower kombiniert die leuchtenden Frontstreifen mit gleich vier A-RGB-Lüftern. Auch ein A-RGB-Controller und PWM-Hub wird direkt integriert. 

Das ursprüngliche Pure Base 500 wurde 2019 als preisgünstiges Silent-Gehäuse auf den Markt gebracht. Auf den Trend zu luftigen Airflow-Gehäusen reagierte be quiet! ein Jahr später mit dem Pure Base 500DX. Es erhielt eine Meshfront, einen offen gestalteten Deckel und gleich drei 140-mm-Lüfter. Durch zwei vertikale Leuchtstreifen im Zentrum der Front wurde es optisch auffälliger - und zudem auch mit einem USB-Typ-C-Anschluss aufgewertet. Als Lüfter nutzte be quiet! unbeleuchtete Pure Wings 2 140 mm. RGB-Lüfter hatte der Hersteller seinerzeit schlicht nicht im Angebot.

Das hat sich in der Zwischenzeit geändert. Mit den Light Wings bietet be quiet! RGB-Lüfter sowohl im 120- als auch im 140-mm-Format an. Und genau diese Lüfter prägen nun eine neue Variante des Pure Base 500: Das Pure Base 500 FX. Das neue Modell basiert weitgehend auf dem Pure Base 500DX. Es erhält nun aber drei 120-mm-Light-Wings als Frontlüfter und einen 140-mm-Light-Wings als Hecklüfter. Damit die Beleuchtung der vier Lüfter und die der Frontstreifen einfach gesteuert werden können, wird zudem ein A-RGB-Controller integriert. Er dient gleichzeitig auch als PWM-Hub. 

be quiet! Pure Base 500 FX
be quiet! Pure Base 500 FX
be quiet! Pure Base 500 FX
be quiet! Pure Base 500 FX
be quiet! Pure Base 500 FX
be quiet! Pure Base 500 FX
be quiet! Pure Base 500 FX
be quiet! Pure Base 500 FX
be quiet! Pure Base 500 FX

Die neue FX-Serie startet neben dem Pure Base 500 FX mit dem Pure Rock 2 FX und der Pure Loop 2 FX. Auf diesen Luftkühler und die AiO-Kühlung gehen wir in einem separaten Doppeltest näher ein. Auch diese Kühllösungen basieren auf bereits bekannten Produkten, zeigen sich nun aber auffällig beleuchtet. 

Es dürfte nicht überraschen, dass das Pure Base 500 FX etwas teurer als die bisherigen Pure-Base-500-Modelle wird. Während die UVP für das Pure Base 500DX noch bei 99,90 Euro lag, wird sie beim Pure Base 500 FX auf 149,90 Euro angehoben. Das ist aber immerhin günstiger, als wenn man ein Pure Base 500DX mit Light Wings nachrüsten würde: Schon ein einzelner Light Wings 140mm kostet im Handel rund 22 Euro, ein 3er-Pack Light Wings 120mm sogar knapp 60 Euro. Zwischen 01.08. und 30.09. soll das Pure Base 500 FX bei einigen Händlern zudem zu einem deutlich günstigeren Sonderpreis von 119,90 Euro angeboten werden. 

Bevor wir mit dem eigentlichen Kurztest beginnen, hier die Eckdaten des Gehäuses in tabellarischer Form:

Eckdaten: 
Bezeichnung: be quiet! Pure Base 500 FX
Material: Stahl (SGCC), ABS-Plastik, gehärtetes Glas
Maße: 232 x 463 x 450 mm (B x H x T)  
Formfaktor: ATX, Micro-ATX, Mini-ITX
Laufwerke: 2x 3,5/2,5 Zoll (intern), 4x 2,5 Zoll (intern)
Lüfter: 3x 120/2x 140 mm (Front, 3x 120 mm vorinstalliert), 1x 120/140 mm (Rückwand, 1x 140 mm vorinstalliert), 2x 120/140 mm (Deckel, optional)
Radiatoren (maximal laut Hersteller): Front: 360/280 mm, Deckel: 240 mm, Rückwand: 120/140 mm
Kühlerhöhe (maximal laut Hersteller): 19 cm
Grafikkartenlänge (maximal laut Hersteller): 36,9 cm
Gewicht: etwa 8 kg
Preis: 149,90 Euro (UVP, vorübergehender Sonderpreis bei ausgewählten Partnern: 119,90 Euro)

be quiet! Pure Base 500 FX

Schon äußerlich wird klar, wie ähnlich das Pure Base 500 FX dem Pure Base 500DX ist. Für Gemeinsamkeiten verweisen wir deshalb auf unseren Test zum Pure Base 500DX. In diesem Kurztest wollen wir vor allem die Unterschiede zwischen beiden Modellen herausarbeiten. 

be quiet! Pure Base 500 FX

Den entscheidenden Unterschied zwischen Pure Base 500DX und 500 FX gibt es wie gesagt bei der Lüfterbestückung. Anstelle des einzelnen 140-mm-Frontlüfters des Pure Base 500DX gibt es beim FX-Modell gleich ein Trio aus Light Wings 120mm PWM. be quiet! belässt es bei den Basismodellen mit maximal 1.700 U/min und verzichtet auf die Light Wings 120mm PWM high-speed mit bis zu 2.500 U/min. Der milchig-weiße Ring an den Lüftern wird von je 18 A-RGB-LEDs beleuchtet. 

be quiet! Pure Base 500 FX

Mit einer LED-Taste im Deckel kann einfach zwischen zahlreichen Effekten durchgeschaltet werden. Alternativ erlaubt der integrierte Controller aber auch die Beleuchtungssynchronisation über ein Mainboard mit A-RGB-Anschluss. Wie beim Pure Base 500DX stellt das I/O-Panel zudem je einmal USB Typ-C und USB 3.0 sowie Audiobuchsen für Kopfhörer und Mikrofon bereit.


be quiet! Pure Base 500 FX

Den Innenraum kennt man so schon von den beiden bisherigen Pure-Base-500-Modellen. Beim Pure Base 500 FX sitzt nun aber an der Rückwand ein Light Wings 140mm PWM mit 20 A-RGB-LEDs und bis zu 1.500 U/min. 

be quiet! Pure Base 500 FX

Neu gegenüber dem Pure Base 500DX ist die große A-RGB- und Lüfterplatine, die einen der 2,5-Zoll-Laufwerksplätze am modularen Laufwerksträger belegt. An ihr können bis zu sechs A-RGB-Produkte und bis zu sechs PWM-Lüfter angeschlossen werden. Die PWM-Lüfter lassen sich so über einen einzelnen PWM-Anschluss des Mainboars steuern. Am Testsystem funktionierte das gut, allerdings wurde keine Drehzahl ausgelesen. Die A-RGB-Produkte können entweder über ein geeignetes Mainboard mit A-RGB-Anschluss oder über die LED-Taste im Deckel gesteuert werden. 

be quiet! Pure Base 500 FX

Das Testsystem ließ sich im Pure Base 500 FX genauso unkompliziert montieren und verkabeln wie schon in den beiden anderen Pure-Base-500-Modellen.


Neben der Verarbeitung und der Ausstattung des Gehäuses ist auch das Temperaturverhalten von elementarer Bedeutung.

Das Testsystem:

» zur Galerie

Folgende Komponenten wurden verbaut:

Eckdaten: Testsytem
Prozessor: AMD Ryzen 5 1600, 6x 3,2 GHz
Prozessor-Kühler: Thermalright True Spirit 120 Direct
Mainboard: Gigabyte GA-AB350-Gaming 3
Arbeitsspeicher: Crucial Ballistix Sport LT Red 16GB Kit (2 x 8GB) DDR4-2666
Festplatte: OCZ Arc 100 SSD 240 GB
Grafikkarte: Gigabyte AORUS GeForce GTX 1080 8G
Betriebssystem: Windows 10

Temperaturmessungen:

Um die maximalen Temperaturen des Prozessors zu ermitteln, wurde die CPU mittels des kostenlosen Stresstest-Tools Prime 95 für 20 Minuten ausgelastet. Da der Small FFT-Test erfahrungsgemäß die höchste Wärmeverlustleistung mit sich bringt, benutzen wir diesen Modus und protokollieren die maximale Prozessortemperatur mit AMDs Ryzen Master-Programm. Gleichzeitig wird die Grafikkarte mit Unigine Superposition ausgelastet. Anders als beim bisher genutzten Furmark bleibt der Boost-Takt in diesem Stresstest konstant. Der CPU-Lüfter wird für die Temperaturmessungen fix mit moderaten 1.000 U/min betrieben, die Grafikkartenlüfter laufen auf 50 Prozent. So schließen wir aus, dass eine automatische Lüftersteuerung Einfluss auf die Messergebnisse nehmen kann.

Aufgrund der effektiven Stromsparmechanismen des Testsystems können wir auf Leerlaufmessungen verzichten.

Unsere Messungen brachten folgendes Ergebnis hervor:

CPU-Temperatur

Grad Celsius
Weniger ist besser

GPU-Temperatur

Grad Celsius
Weniger ist besser

Beurteilung der Temperaturen:

be quiet! verbaut im Pure Base 500 FX ab Werk gleich vier Lüfter. In Kombination mit der Meshfront sorgen sie für eine gute Kühlleistung. Dass es bei der Kühlleistung nicht ganz zu einem Spitzenplatz reicht, ist auch den nicht besonders hohen Maximaldrehzahlen der Light-Wings-Lüfter geschuldet. Die großen Temperatursprünge bei geringer Lüfterdrehzahl (10 % PWM-Regelwert) machen deutlich, wie breit der Regelbereich der Gehäuselüfter ist. 

Lautstärkemessungen:

Für unsere Lautstärkemessungen nutzen wir ein Voltcraft SL-400 Schallpegel-Messgerät, das wir in 20 cm Entfernung vor dem Gehäuse platzieren. CPU- und GPU-Lüfter werden gestoppt, so dass praktisch ganz gezielt die Lautstärke der Gehäuselüfter gemessen wird.

Lautstärke in dB(A)

dB(A)
weniger ist besser

Bei voller Drehzahl werden die vier Gehäuselüfter durchaus laut, aber keineswegs extrem laut. Die Lüfter im Fractal Design Torrent sorgen beispielsweise noch für einen deutlich höheren Schallpegel. Besonders erfreulich ist aber, dass die Light Wings bei geringer Drehzahl flüsterleise werden. Trotz der luftigen Front ist das Pure Base 500 FX auch für Nutzer geeignet, die Wert auf eine geringe Lautstärke legen. 

Weitere Messungen in der Übersicht:

Höhe Prozessorkühler:

Maximale Höhe CPU-Kühler in cm

cm
Mehr ist besser

Das Pure Base 500 FX ist auch für hohe Towerkühler gut geeignet. 

Grafikkartenlänge:

Maximale Grafikkartenlänge in cm

cm
Mehr ist besser

Auch sehr lange High-End-Grafikkarten finden im be quiet!-Gehäuse Platz. 

Platz für das Kabelmanagement:

Abstand zwischen Tray und Seitenteil in cm

cm
Mehr ist besser

Zwischen Mainboardträger und Seitenteil messen wir einen Abstand von etwa 2 cm. Das ist nicht besonders großzügig und tatsächlich muss man in der Praxis auch etwas auf das Kabelmanagement achten, um das Seitenteil noch schließen zu können. 

Materialstärke:

Stärke der Seitenteile in mm

mm
Mehr ist besser (unterschiedliche Materialien sind zu berücksichtigen)

Das Glasseitenteil ist rund 4 mm, das Stahlseitenteil 0,65 mm stark. 


be quiet! hat zwar schon Gehäuse mit RGB-Beleuchtung angeboten, das Pure Base 500 FX ist aber das erste Modell, bei dem nicht nur RGB-Streifen, sondern auch die Lüfter leuchten. Bei der Lüfterbestückung macht be quiet! keine halben Sachen und verbaut gleich vier Light-Wings-Lüfter. Die Kombination aus den drei 120-mm-Frontlüftern, dem 140-mm-Hecklüfter und den beiden beleuchteten Frontstreifen sorgt für ein effekt- und wirkungsvoll beleuchtetes Gehäuse. Dabei erlaubt be quiet! sowohl die direkte Beleuchtungssteuerung über eine LED-Taste als auch die Steuerung und Synchronisation über ein geeignetes Mainboard. 

Die vier Lüfter können in Kombination mit der Meshfront aber nicht nur in Sachen Beleuchtung überzeugen, sondern auch für eine effektive Kühlung sorgen. Die high-speed-Varianten der Light Wings würden die Temperaturen sicher noch weiter senken. Für die meisten Nutzer dürfte die verbaute Standard-Variante mit ihrem verträglicheren maximalen Schallpegel aber die sinnvollere Wahl sein. Die Lüfter können dank des integrierten PWM-Hubs einfach über ein PWM-Signal gesteuert werden. Für ein Meshgehäuse mit vier RGB-Lüftern ist dabei besonders bemerkenswert, wie leise die Lüfter betrieben werden können.

be quiet! Pure Base 500 FX

Abgesehen von den Lüftern und dem A-RGB-Controller/PWM-Hub (der einen 2,5-Zoll-Laufwerksplatz belegt) entspricht das Pure Base 500 FX dem Pure Base 500DX. Es profitiert damit ebenfalls von Stärken wie dem modernen und geräumigen Innenraum, dem 360/280-mm-Radiatorenplatz an der Front und der weitgehend nutzerfreundlichen Gestaltung. In einzelnen Punkten hätte das Gehäuse aber auch weitere Verbesserungen vertragen. Speziell die Montage des Glasseitenteils mit sichtbaren Rändelschrauben wirkt für 2022 nicht besonders elegant. Mancher Nutzer vermisst vielleicht auch eine Möglichkeit zur vertikalen Grafikkartemontage. 

be quiet! Pure Base 500 FX

Eine aktuelle Alternative zum Pure Base 500 FX wäre beispielsweise das Fractal Design Pop Air RGB. Dieser Midi-Tower kostet inklusive dreier A-RGB-Lüfter rund 100 Euro. Das Pop Air RGB ist damit rund 50 Euro günstiger als das Pure Base 500 FX. Das be quiet!-Modell bietet dafür aber auch eine bessere Ausstattung, die deutlich über einen zusätzlichen Lüfter und die A-RGB/PWM-Platine hinausgeht. So finden im großzügigen Innenraum höhere CPU-Kühler und nicht nur 280-, sondern auch 360-mm-Radiatoren Platz. Und während USB Typ-C beim Pop nur optional angeboten wird, gehört es beim Pure Base 500 FX zur Serienausstattung. 

Die Preisgestaltung für das Pure Base 500 FX wirkt also durchaus angemessen. Das gilt gerade auch mit Blick auf die Preise für Light Wings (und die Qualität dieser Lüfter). Für rund 150 Euro ist das jüngste Pure-Base-Modell jedoch kein günstiges Einsteigergehäuse mehr. Das ändert sich aber mit dem angekündigten Aktionspreis von 119,90 Euro: Für preisbewusste Käufer macht er auch das Pure Base 500 FX (zumindest vorübergehend) richtig attraktiv.

Positive Aspekte des be quiet! Pure Base 500 FX:

Negative Aspekte des be quiet! Pure Base 500 FX: