Chieftec Mesh Series CI-02B-OP im Test: Micro-ATX-Cube mit externen Laufwerksplätzen

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Chieftec bietet mit seinem Mesh Series CI-02B-OP einen Micro-ATX-Cube an, den man fast als Retro-Gehäuse bezeichnen könnte. Es bietet externe Laufwerksplätze für ein 5,25- und ein 3,5-Zoll-Laufwerk und kommt ab Werk ohne Glasseitenteil und RGB-Beleuchtung aus. Ganz speziell ist schließlich auch, wie das Gehäuse geöffnet wird - es kann nämlich aufgeklappt werden.  

Wer ein aktuelles Gehäuse mit externen Laufwerksplätzen sucht, hat es zunehmend schwer. Die meisten Hersteller haben erst die externen 3,5-Zoll-Laufwerksplätze und dann auch die externen 5,25-Zoll-Laufwerksplätze gestrichen. Umso ungewöhnlicher wirkt das Mesh Series CI-02B-OP von Chieftec. Sein externer 5,25-Zoll-Laufwerksplatz erlaubt unter anderem die Montage eines DVD- oder Blu-ray-Laufwerks. Und im externen 3,5-Zoll-Laufwerksplatz könnte man selbst noch ein 3,5-Zoll-Diskettenlaufwerk unterbringen.

Intern können zwei weitere 3,5-Zoll-Laufwerke und bis zu drei 2,5-Zoll-Laufwerke untergebracht werden. Dazu bietet das Mesh Series CI-02B-OP auch genug Platz für längere Grafikkarten und zumindest mittelhohe Tower-Kühler.

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Im Preisvergleich wird das Micro-ATX-Gehäuse mit dem kryptischen Namen aktuell für rund 55 Euro angeboten. Ausgeliefert wird es allerdings komplett lüfterlos, die Kosten für Gehäuselüfter muss man unter Umständen also noch mit einbeziehen. 

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Chieftec selbst bietet durchaus auch eigene Lüfter an. Wir haben zum Gehäuse drei Nova NF-1225RGB von der hauseigenen Gaming-Marke Chieftronic dazu erhalten und werden zumindest zwei davon auch für den Test nutzen. Im Handel kosten diese A-RGB-Lüfter jeweils 16,50 Euro. Der reguläre Lieferumfang des Gehäuses besteht aus Montagematerial, exakt zwei Kabelbindern, einer Ersatz-Slotblende und einem System-Speaker. Bei unserem Sample fehlte eine Anleitung. Auch auf der Produktseite wird nur ein Datenblatt zur Verfügung gestellt. Das Gehäuse ist allerdings auch weitgehend selbsterklärend. 

Bevor wir mit dem eigentlichen Test beginnen, hier die Eckdaten des Gehäuses in tabellarischer Form:

Eckdaten: 
Bezeichnung: Chieftec Mesh Series CI-02B-OP
Material: 0,6 mm SPCC-Stahl, Kunststoff
Maße: 265 x 295 (+22 mm mit Standfüßen) x 390 mm (B x H x T)
Formfaktor: Micro-ATX, Mini-ITX
Laufwerke: 1x 5,25 Zoll (extern), 1x 3,5 Zoll (extern), 2x 3,5/2,5 Zoll (intern), 3x 2,5 Zoll (intern)
Lüfter: 1x 120/ 140 mm (Front, optional), 1x 120 mm (Rückwand, optional), 1x 120/140 mm (Deckel, optional)
Radiatoren (maximal laut Hersteller): keine Angaben, maximal Single-Radiatoren an Rückwand/Deckel vorstellbar
CPU-Kühlerhöhe (maximal laut Hersteller): 16 cm
Grafikkartenlänge (maximal laut Hersteller): 32 cm
Gewicht: etwa 4,3 kg
Preis: rund 55 Euro

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Das Mesh Series CI-02B-OP zeigt sich als Cube-Gehäuse mit den Maßen 265 x 295 (+22 mm mit Standfüßen) x 390 mm (B x H x T). Chieftec fertigt es überwiegend aus Stahl und setzt eine Kunststofffront davor. 

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Die Front wirkt optisch regelrecht überladen. Chieftec integriert hier die Power- und Resettaste, zwei USB-3.0-Ports, zwei Audiobuchsen und die beiden externen Laufwerksplätze für ein 5,25- und ein 3,5-Zoll-Laufwerk. Im unteren Teil stellt ein Lochgitter sicher, dass ein optionaler Frontlüfter Frischluft ansaugen kann. Die beiden Flächen seitlich davon zeigen sich mit der Optik von gebürstetem Aluminium, bestehen aber aus Kunststoff. 

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Die Kunststofffront kann vom Gehäuse abgenommen werden - z.B. für die Montage eines 120- oder 140-mm-Frontlüfters. Auffällig sind die extrem langen Anschlusskabel am I/O-Panel. Sie sind deutlich länger, als das Gehäuse tief ist. 


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Chieftec verzichtet auf ein Glasseitenteil. Stattdessen wird auch auf der linken Gehäuseseite ein Stahlseitenteil verbaut. Im oberen Bereich zeigen sich zahlreiche Luftlöcher. Dahinter sitzt ein magnetisches Staubgitter. Auch der optionale 120/140-mm-Lüfterplatz im Deckel wird von einem solchen Staubgitter abgedeckt. 

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Ein dritter Lüfterplatz steht an der Rückwand zur Verfügung - allerdings nur im 120-mm-Format. Daneben zeigen sich zwei Schlauchdurchführungen. Chieftec gibt selbst keinen internen Radiatorenplatz an (zumindest ein Single-Radiator an Rückwand oder Deckel sollte prinzipiell möglich sein), erlaubt so aber die Nutzung einer externen Wasserkühlung. Unter den Durchführungen zeigen sich vier vertikale Erweiterungskartenplätze. Einer kommt ohne Slotblende aus, bei den drei anderen müssen Einweg-Slotblenden herausgebrochen werden. Rändelschrauben sichern sowohl die beiden Stahlseitenteile als auch den Gehäusedeckel. 

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Das Mesh Series CI-02B-OP steht auf vier runden Kunststoff-Standfüßen mit Gummischonern. Sein Netzteilstaubfilter kann zur Reinigung nach hinten herausgezogen werden. 


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Die beiden Seitenteile können normal abgenommen werden. Das Chieftec-Gehäuse hält aber noch eine Überraschung bereit: Wenn die Rändelschrauben und zwei seitliche Kreuzschlitzschrauben am Deckel gelöst werden, dann können Deckel und Front nach vorn geklappt werden. 

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Der horizontal ausgerichtete Mainboardtray wird so besser zugänglich und die Montage der Komponenten erleichtert. Im Tray gibt es zwei Kabeldurchführungen und auch eine Aussparung für die CPU-Kühlermontage. 

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Unter dem Mainboard-Tray finden ein ATX-Netzteil und zwei Laufwerkskäfige Platz. Der kleinere Käfig nimmt zwei 2,5-Zoll-Laufwerksträger auf. Die Laufwerke werden in diesen Laufwerksschubladen auf der einen Seite mit Kunststoffnasen, auf der anderen Seite aber mit Schrauben gesichert. Der größere Käfig ist für zwei 3,5- oder 2,5-Zoll-Laufwerke geeignet. Die 3,5-Zoll-HDDs können werkzeuglos montiert werden, 2,5-Zoll-Laufwerke müssen mit den Laufwerksschubladen verschraubt werden. Eine Laufwerksentkopplung gibt es weder für 2,5- noch für 3,5-Zoll-Laufwerke. 


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Das 5,25-Zoll-Laufwerk kann mit einer Kunststoffverriegelung gesichert werden. Für die Montage eines Laufwerks im externen 3,5-Zoll-Schacht werden hingegen Kreuzschlitzschrauben benötigt. Unter diesem Käfig hängt noch ein kleiner Laufwerkskäfig mit einer einzelnen 2,5-Zoll-Laufwerksschublade. 

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Die ergänzend genutzten Chieftronic Nova NF-1225RGB zeigen sich als A-RGB-Lüfter mit ganzen 32 LEDs. Diese LEDs teilen sich jeweils zur Hälfte auf die Lüfternabe und auf den äußeren Ring auf. Die Beleuchtung kann über den A-RGB-Stecker mit drei Pins gesteuert werden. Weil an jedem Lüfter zusätzlich zum A-RGB-Stecker auch eine A-RGB-Buchse hängt, kann die Beleuchtung mehrerer Lüfter über einen A-RGB-Anschluss gesteuert werden. Die Maximaldrehzahl der PWM-Lüfter wird mit 1.600 U/min angegeben, am Testsystem liefen sie mit 1.700 U/min. Von den Lüfterplätzen her könnte das CI-02B-OP alle drei Lüfter aufnehmen. Weil der Deckellüfter knapp mit dem CPU-Kühler des Testsystem kollidierte, haben wir ihn wieder ausgebaut und auf die Kombination aus Front- und Hecklüfter gesetzt.

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Das Testsystem ließ sich ansonsten weitgehend unkompliziert montieren. Sowohl der genutzte Tower-Kühler als auch die Grafikkarte finden ausreichend Platz. Für das 17 cm lange Netzteil mussten wir die modulare Seitenwand des 3,5-Zoll-Laufwerkskäfigs am Boden entfernen. Kabel können weitgehend unter dem Mainboardtray verstaut werden. 


Neben der Verarbeitung und der Ausstattung des Gehäuses ist auch das Temperaturverhalten von elementarer Bedeutung.

Das Testsystem:

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Folgende Komponenten wurden verbaut:

Eckdaten: Testsytem
Prozessor: AMD Ryzen 5 1600, 6x 3,2 GHz
Prozessor-Kühler: Thermalright True Spirit 120 Direct
Mainboard: ASUS ROG Strix X370-I Gaming
Arbeitsspeicher: Crucial Ballistix Sport LT Red 16GB Kit (2 x 8GB) DDR4-2666
Festplatte: OCZ Arc 100 SSD 240 GB
Grafikkarte: Gigabyte AORUS GeForce GTX 1080 8G
Betriebssystem: Windows 10

Temperaturmessungen:

Um die maximalen Temperaturen des Prozessors zu ermitteln, wurde die CPU mittels des kostenlosen Stresstest-Tools Prime 95 für 20 Minuten ausgelastet. Da der Small FFT-Test erfahrungsgemäß die höchste Wärmeverlustleistung mit sich bringt, benutzen wir diesen Modus und protokollieren die maximale Prozessortemperatur mit AMDs Ryzen Master-Programm. Gleichzeitig wird die Grafikkarte mit Unigine Superposition ausgelastet. Anders als beim bisher genutzten Furmark bleibt der Boost-Takt in diesem Stresstest konstant. Der CPU-Lüfter wird für die Temperaturmessungen fix mit moderaten 1.000 U/min betrieben, die Grafikkartenlüfter laufen auf 50 Prozent. So schließen wir aus, dass eine automatische Lüftersteuerung Einfluss auf die Messergebnisse nehmen kann.

Aufgrund der effektiven Stromsparmechanismen des Testsystems können wir auf Leerlaufmessungen verzichten.

Unsere Messungen brachten folgendes Ergebnis hervor:

CPU-Temperatur

Grad Celsius
Weniger ist besser

GPU-Temperatur

Grad Celsius
Weniger ist besser

Beurteilung der Temperaturen:

Wir haben die beiden Nova-Lüfter sowohl mit maximaler Drehzahl als auch mit moderaten 1.000 U/min betrieben. Die Kühlleistung liegt bei voller Drehzahl etwa auf dem Niveau des Deepcool Matrexx 40 3FS - eines Micro-ATX-Gehäuses mit drei werkseitig vormontierten Lüftern. Bei 1.000 U/min steigt vor allem die CPU-Temperatur deutlich an. 

Lautstärkemessungen:

Für unsere Lautstärkemessungen nutzen wir ein Voltcraft SL-400 Schallpegel-Messgerät, das wir in 20 cm Entfernung vor dem Gehäuse platzieren. CPU- und GPU-Lüfter werden gestoppt, so dass praktisch ganz gezielt die Lautstärke der Gehäuselüfter gemessen wird.

Lautstärke in dB(A)

dB(A)
weniger ist besser

Ab Werk ist das lüfterlose Mesh Series CI-02B-OP natürlich lautlos. Mit den beiden nachgerüsteten 120-mm-Lüftern kann der Schallpegel auf über 49 dB(A) steigen, ungeregelt sind die Lüfter also aufdringlich laut. Bei 1.000 U/min zeigen sie sich sehr viel verträglicher. Wir konnten die Nova-Lüfter aber auch auf bis etwa 300 U/min herunterregeln und sie so verstummen lassen. 

Weitere Messungen in der Übersicht:

Höhe Prozessorkühler:

Maximale Höhe CPU-Kühler in cm

cm
Mehr ist besser

Mit etwa 16,5 cm messen wir eine leicht höhere maximale CPU-Kühlerhöhe, als von Chieftec angegeben (16 cm). Beide Werte gelten aber nur ohne Deckellüfter. 

Grafikkartenlänge:

Maximale Grafikkartenlänge in cm

cm
Mehr ist besser

Auch bei der maximalen Grafikkartenlänge messen wir mit 34 cm etwas optimistischer als Chieftec. Um die 32 cm Grafikkartenlänge passen ungefähr, wenn ein Frontlüfter montiert wird.

Platz für das Kabelmanagement:

Abstand zwischen Tray und Seitenteil in cm

cm
Mehr ist besser

Zwischen dem Boden und dem horizontal ausgerichteten Mainboardtray bleiben über 10 cm Abstand. 

Materialstärke:

Stärke der Seitenteile in mm

mm
Mehr ist besser (unterschiedliche Materialien sind zu berücksichtigen)

Chieftec nutzt für die Seitenteile Stahl mit einer Materialstärke von 0,7 mm. 


Das Mesh Series CI-02B-OP ist ein aktuelles Micro-ATX-Gehäuse, wirkt in Teilen aber wie ein Retro-Modell. Chieftec verzichtet auf Glas und RGB-Beleuchtung, spendiert dem Cube dafür aber externe Laufwerksplätze für ein 5,25- und ein 3,5-Zoll-Laufwerk. Weil diese externen Laufwerksplätze gerade bei kompakteren Gehäusen weitgehend ausgestorben sind, besetzt man eine regelrechte Marktnische. Und das umso wirkungsvoller, weil das Gehäuse auch mit einer ordentlichen Auswahl an internen Laufwerksplätzen aufwarten kann. Es stehen immerhin drei reine 2,5-Zoll-Laufwerksplätze und zwei kombinierte 2,5/3,5-Zoll-Laufwerksplätze zur Verfügung. Voraussetzung ist aber die Nutzung eines kürzeren Netzteils - ansonsten muss die Seitenwand des 3,5-Zoll-Laufwerkskäfigs ausgebaut werden. 

Chieftecs Cube bietet genug Platz für typische Mittelklasse-Towerkühler und für High-End-Grafikkarten. Weil Front und Deckel einfach aufgeklappt werden können, lässt sich im Innenraum unkompliziert arbeiten. Dazu lockt das Gehäuse mit einem günstigen Preis von rund 55 Euro. Allerdings ist dabei zu berücksichtigen, dass der Micro-ATX-Cube komplett lüfterlos ausgeliefert wird. Die Kosten für Gehäuselüfter muss man gegebenenfalls also noch aufrechnen. Die für den Test genutzten Chieftronic Nova NF-1225RGB überzeugen übrigens sowohl mit ihrer Beleuchtungswirkung als auch mit ihrem breiten Drehzahlbereich. Mit dem Standard-A-RGB-Anschluss können die 32 LEDs je Lüfter zudem unkompliziert gesteuert werden. Die Kühlleistung liegt mit den beiden nachgerüsteten Lüftern auf einem konkurrenzfähigen Niveau - das zeigt gerade  der Vergleich zu DeepCools Mini-Tower Matrexx 40 3FS. Für eine Wasserkühlung ist das Chieftec-Gehäuse allerdings weniger geeignet, maximal möglich wären nur Single-Radiatoren.

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Der Rotstift wurde von Chieftec nicht nur bei den Lüftern angesetzt. So werden Einweg-Slotblenden genutzt, die herausgebrochen und entsorgt werden müssen. Im Zubehör liegt immerhin eine einzelne Ersatz-Blende bei. Ganz verzichten muss man auch auf eine Festplattenentkopplung. Staubschutz wird zwar an allen kritischen Stellen geboten, teilweise aber in Form einfacher Kunststoffgitter. Dass man auf einen USB-Typ-C-Anschluss im I/O-Panel verzichten muss, ist zwar bedauerlich, in der Preisklasse aber üblich.

Ein anderes Micro-ATX-Gehäusekonzept setzt beispielsweise DeepCool beim erwähnten Matrexx 40 3FS um. Dieses Modell zeigt sich im Mini-Tower-Format und ohne jeden externen Laufwerksplatz. Dafür bestückt DeepCool es aber ab Werk mit drei beleuchteten Lüftern - ohne allerdings die Steuerung der Lüftermotoren und der Beleuchtung zu ermöglichen. Wer eine Wasserkühlung nutzen möchte, ist mit dem DeepCool-Modell besser bedient. Dazu ist es sogar noch rund 10 Euro günstiger. 

Insgesamt kann Chieftec vor allem Nutzern, die Wert auf externe Laufwerksplätze legen, ein solide ausgestattetes und günstiges Micro-ATX-Modell anbieten. Das gilt vor allem dann, wenn man ohnehin noch geignete Gehäuselüfter greifbar hat.  

Positive Aspekte des Chieftec Mesh Series CI-02B-OP:

Negative Aspekte des Chieftec Mesh Series CI-02B-OP:

Preise und Verfügbarkeit
Chieftec Mesh Series CI-02B-OP
56,59 Euro Nicht verfügbar Ab 56,59 EUR