Chieftec Scorpion 3 im Test: Sticht das Gaming-Gehäuse?

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chieftec scorpion 3 logoDas Scorpion 3 von Chieftec will Spieler mit seinem gläsernen Design und gleich vier vormontierten A-RGB-Lüftern ansprechen. Im Test wollen wir herausfinden, ob das Gehäuse auch im Vergleich zur Konkurrenz einen Stich machen kann.

Mit dem Scorpion 3 hat Chieftec sein Gaming-Modell in der dritten Version auf den Markt gebracht. Zentrale Merkmale des direkten Vorgängers wurden beibehalten: Dazu zählen das grundlegende, kantige Design mit gläserner Front und Glasseitenteil, aber auch vier vormontierte A-RGB-Lüfter. Mit an Bord ist auch wieder die praktische Fernbedienung für die Steuerung der Beleuchtung. Verbessert wurden vor allem Details. Die A-RGB-Lüfter entstammen jetzt der Tornado-Serie. Und das Glasseitenteil kann nun mit versteckten Rändelschrauben auf der Rückseite eleganter montiert werden. 

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Während das Scorpion 2 für knapp über 80 Euro zu haben ist, werden für das Scorpion 3 aktuell rund 90 Euro fällig.

Im ausgepackt & angefasst-Video werfen wir einen ersten Blick auf das Gehäuse:

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Käufer des Scorpion 3 erhalten als Zubehör ein Tütchen mit Montagematerial, einen System-Speaker, drei schwarze Kabelbinder, die Fernbedienung zur Steuerung der RGB-Beleuchtung, eine Anleitung für die Lüfter und den RGB-Controller (zumindest unserem Sample lag keine Anleitung für das Gehäuse bei).

Bevor wir mit dem eigentlichen Test beginnen, hier die Eckdaten des Gehäuses in tabellarischer Form:

Eckdaten: 
Bezeichnung: Chieftec Scorpion 3
Material: Stahl (0,6 mm SPCC), gehärtetes Glas, Kunststoff
Maße: 202,5 x 490 x 436 mm (B x H x T)    
Formfaktor: ATX, Micro-ATX, Mini-ITX
Laufwerke: 2x 3,5/2,5 Zoll (intern), 2x 2,5 Zoll (intern)
Lüfter: 3x 120 mm (Front, 3x 120 mm vorinstalliert), 1x 120 mm (Rückwand, vorinstalliert), 2x 120 mm (Deckel, optional)
Radiatoren (maximal laut Hersteller): Front: 240 mm, Deckel: 240 mm
Kühlerhöhe (maximal laut Hersteller): 16,6 cm
Grafikkartenlänge (maximal laut Hersteller): 34,9 cm
Gewicht: etwa 6,9 kg
Preis: rund 90 Euro

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Mit seiner Glasfront und dem ebenso gläsernen linken Seitenteil wirkt das Scorpion 3 transparent und erlaubt Einblicke in den Innenraum. Auch die vier A-RGB-Lüfter können so bestens zur Geltung kommen. Die angeschrägten Kanten an Front und Deckel lassen das Design etwas aggressiver wirken. 

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Hinter der Glasfront sind drei der vier vormontierten A-RGB-Lüfter sichtbar. Die 120-mm-Modelle kommen genauso wie der Multifunktions-Hub und die Fernbedienung aus dem Chieftec Tornado-Lüfterset. Die 16 adressierbaren RGB-LEDs jedes Lüfters können über Tasten am Hub, über die Fernbedienung oder über ein geeignetes Mainboard gesteuert werden. Die Lüfter laufen maximal mit 1.200 U/min. Über die Fernbedienung können zusätzlich zum 100-%-Betrieb auch 60 und 75 % gewählt werden. 

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Die geschlossene Glasfront macht Lufteinlässe an anderer Stelle nötig. Chieftec nutzt dafür zahlreiche Luftschlitze an beiden Seiten. Auf einen Frontstaubfilter hat der Hersteller allerdings verzichtet. 


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Die beiden optionalen 120-mm-Lüfterplätze im Deckel werden von einem magnetischen Staubgitter abgedeckt. Im vorderen Deckelbereich können Power- und Reset-Taste sowie das I/O-Panel genutzt werden. Zur Verfügung stehen zwei USB 3.0-Ports, ein USB 2.0-Port und die 3,5-mm-Klinkenbuchsen für Audio. 

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Das Scorpion 3 steht auf vier Kunststoff-Standfüßen. Dazwischen sitzt hinten ein Staubfilter, dass sich zur Reinigung unter dem Gehäuse herausziehen lässt. Das Staubgitter unter dem HDD-Käfig kann hingegen nur entnommen werden, wenn das Gehäuse mindestens angekippt wird. Am Boden sind die Nieten zu sehen, die den HDD-Käfig an seinem Platz halten. Ein Ausbau des Käfigs ist nicht vorgesehen. 

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Stahl- und Glasseitenteil werden an der Rückwand mit je zwei Rändelschrauben gesichert. Ab Werk sitzt am Heck ein vierter 120-mm-Lüfter mit A-RGB-Beleuchtung. Die Erweiterungskartenslots darunter sind alle horizontal ausgerichtet. Eine vertikale Grafikkartenmontage ist nicht möglich. 


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Chieftec trennt in den Innenraum in eine Mainboardkammer und in eine Kammer für Netzteil und Laufwerkskäfig. Eine Öffnung in der Netzteilabdeckung lässt dabei erkennen, welches Netzteil verbaut wird. 

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Die Erweiterungskarten werden im Scorpion 3 mit Rändelschrauben fixiert. Damit ist eine werkzeuglose und gleichzeitig sichere Montage möglich. 

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Die Abdeckung für Netzteil und HDD-Käfig reicht fast bis an die Frontlüfter heran. Weil auch der HDD-Käfig fest vernietet ist, lässt sich trotz der drei 120-mm-Lüfterplätze kein 360-mm-Radiator an der Front montieren. Maximal ist ein 240-mm-Radiator möglich. 


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Der Mainboard-Tray wird durch einfach gestaltete Öffnungen für das Kabelmanagement und durch eine Öffnung für die CPU-Kühlermontage unterbrochen. Am Tray sitzen zwei Laufwerksträger, an die 2,5-Zoll-Laufwerke geschraubt werden können. 

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Der fest vernietete HDD-Käfig beherbergt zwei Laufwerksschubladen aus Kunststoff. 3,5-Zoll-Festplatten können darin werkzeuglos, aber ohne Entkopplung montiert werden. Alternativ lassen sich 2,5-Zoll-Laufwerke mit den Laufwerksschubladen verschrauben. Das Netzteil wird von der Seite her ins Scorpion 3 geschoben und auf nacktem Stahl abgelegt. Es kann dann mit der Rückwand verschraubt werden. 

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Der Lüfter- und A-RGB-Hub ist für bis zu sechs Lüfter geeignet. Allerdings wird ein spezieller Kombi-Anschluss für Lüftermotor und Beleuchtung genutzt, der mit den Standard-Anschlüssen nicht kompatibel ist. 

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Unser Testsystem konnten wir im Scorpion 3 problemlos montieren. Das Kabelmanagement wirkt mit den Durchführungen ohne Sichtschutz eher schlicht, es erfüllt aber seinen Zweck. 


Neben der Verarbeitung und der Ausstattung des Gehäuses ist auch das Temperaturverhalten von elementarer Bedeutung.

Das Testsystem:

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Folgende Komponenten wurden verbaut:

Eckdaten: Testsytem
Prozessor: AMD Ryzen 5 1600, 6x 3,2 GHz
Prozessor-Kühler: Thermalright True Spirit 120 Direct
Mainboard: Gigabyte GA-AB350-Gaming 3
Arbeitsspeicher: Crucial Ballistix Sport LT Red 16GB Kit (2 x 8GB) DDR4-2666
Festplatte: OCZ Arc 100 SSD 240 GB
Grafikkarte: Gigabyte GeForce GTX 1050 G1 Gaming 2G
Betriebssystem: Windows 10

Temperaturmessungen:

Um die maximalen Temperaturen des Prozessors zu ermitteln, wurde die CPU mittels des kostenlosen Stresstest-Tools Prime 95 für 20 Minuten ausgelastet. Da der Small FFT-Test erfahrungsgemäß die höchste Wärmeverlustleistung mit sich bringt, benutzen wir diesen Modus und protokollieren die maximale Prozessortemperatur mit AMDs Ryzen Master-Programm. Gleichzeitig wird die Grafikkarte mit Unigine Superposition ausgelastet. Anders als beim bisher genutzten Furmark bleibt der Boost-Takt in diesem Stresstest konstant. Sowohl der CPU-Lüfter als auch die beiden GPU-Lüfter werden für die Temperaturmessungen fix mit moderaten 1.000 U/min betrieben. So schließen wir aus, dass eine automatische Lüftersteuerung Einfluss auf die Messergebnisse nehmen kann.

Aufgrund der effektiven Stromsparmechanismen des Testsystems können wir auf Leerlaufmessungen verzichten.

Unsere Messungen brachten folgendes Ergebnis hervor:

CPU-Temperatur

Grad Celsius
Weniger ist besser

GPU-Temperatur

Grad Celsius
Weniger ist besser

Beurteilung der Temperaturen:

Das Scorpion 3 tritt zwar mit geschlossener Glasfront an, kann aber ab Werk auch vier Gehäuselüfter in die Waagschale werfen. Und die sorgen gerade bei maximaler Drehzahl für eine gute Kühlleistung. Auf der untersten Regelstufe steigt die CPU-Temperatur leicht, die GPU-Temperatur dafür deutlich an.  

Lautstärkemessungen:

Für unsere Lautstärkemessungen nutzen wir ein Voltcraft SL-400 Schallpegel-Messgerät, das wir in 20 cm Entfernung vor dem Gehäuse platzieren. CPU- und GPU-Lüfter werden gestoppt, sodass praktisch ganz gezielt die Lautstärke der Gehäuselüfter gemessen wird.

Lautstärke in dB(A)

dB(A)
weniger ist besser

Weitere Messungen in der Übersicht:

Höhe Prozessorkühler:

Maximale Höhe CPU-Kühler in cm

cm
Mehr ist besser

Bei einer maximalen Kühlerhöhe von etwa 16,5 cm können die meisten, aber nicht alle Tower-Kühler verbaut werden. 

Grafikkartenlänge:

Maximale Grafikkartenlänge in cm

61.5 XX


44 XX


36 XX


32 XX


cm
Mehr ist besser

Bei einer maximalen Grafikkartenlänge von über 34 cm können auch besonders lange High-End-Modelle verbaut werden. 

Platz für das Kabelmanagement:

Abstand zwischen Tray und Seitenteil in cm

cm
Mehr ist besser

Direkt hinter dem Mainboard bleiben knappe 1,5 cm Abstand zwischen Tray und Seitenteil. Geräumiger sind die Platzverhältnisse im seitlichen Kabelkanal, hier messen wir etwa einen Abstand von ca. 2,3 cm. 

Materialstärke:

Stärke der Seitenteile in mm

mm
Mehr ist besser (unterschiedliche Materialien sind zu berücksichtigen)

Das Glasseitenteil ist knapp 3 mm stark, das Stahlseitenteil kommt auf 0,65 mm. 


Chieftec will mit dem Scorpion 3 ein attraktives Gaming-Gehäuse bieten. Mit Blick auf die Optik hat der Midi-Tower schon einmal klare Stärken. Die vier vormontierten und leuchtstarken A-RGB-Lüfter kommen hinter der Glasfront bzw. durch das Glasseitenteil richtig gut zur Geltung. Die Beleuchtung kann dabei denkbar flexibel gesteuert werden: Und zwar sowohl über Tasten am Controller, als auch über ein geeignetes Mainboard oder besonders komfortabel über die mitgelieferte IR-Fernbedienung.

Der Lüfter-Hub steuert nicht nur die vier mitgelieferten, sondern insgesamt bis zu sechs Lüfter. Dabei kann nicht nur die Beleuchtung gesteuert, sondern auch die Lüftergeschwindigkeit in immerhin drei sinnvoll abgestimmten Stufen geregelt werden. Der spezielle Kombi-Anschluss verhindert aber die Nutzung von Lüftern mit Standard-Anschlüssen. In den zwei Kammern im Inneren findet ein ATX-System mit langer High-End-Grafikkarte problemlos Platz. Auch die meisten Tower-Kühler können genutzt werden. Mit Blick auf die Wasserkühlungs-Möglichkeiten zeigt sich das Scorpion 3 allerdings etwas unflexibel. Der fest vernietete HDD-Käfig begrenzt den Radiatorenplatz an der Front auf 240-mm-Modelle. Und auch im Deckel ist bei 240 mm Schluss. Dazu sind sämtliche Lüfterplätze ausschließlich für 120-mm-Lüfter geeignet, die Nutzung von 140-mm-Lüftern entsprechend ausgeschlossen. 

Die Montage von Erweiterungskarten und 3,5-Zoll-Festplatten ist im Scorpion 3 werkzeuglos möglich. Bei den Festplatten wird allerdings keinerlei Entkopplung umgesetzt. Etwas inkonsequent wirkt auch der Staubschutz. Während es im Deckel und im Boden Staubfilter bzw. Staubgitter gibt, wird die von den drei Frontlüftern angesaugte Luft nicht gefiltert.

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Eine weniger auffällige, aber flexiblere Alternative zum Scorpion 3 wäre das be quiet! Pure Base 500DX. Zu einem vergleichbaren Preis kann das Mesh-Gehäuse 140-mm-Lüfterplätze, einen 360/280-mm-Radiatorenplatz, einen modularen HDD-Käfig mit HDD-Entkopplung, USB Typ-C und den konsequenteren Staubschutz bieten. Beleuchtet wird bei ihm aber nur ein Frontstreifen und die Airflow-freundliche Gitterfront dürften viele Nutzer optisch unattraktiver finden. 

Mit viel Glas und den intensiv beleuchteten vier Gehäuselüftern setzt sich das Scorpion 3 in Szene. Funktional überzeugen vor allem der zeitgemäße Zweikammeraufbau und der praktische Lüfter- und RGB-Hub - im Vergleich zur starken Konkurrenz fallen aber auch Schwächen auf.  

Positive Aspekte des Chieftec Scorpion 3:

Negative Aspekte des Chieftec Scorpion 3:

Preise und Verfügbarkeit
Chieftec Scorpion 3
76,35 Euro Nicht verfügbar Ab 76,35 EUR