NZXT H1 im Test: Mini-ITX-Revolution mit Netzteil und AiO-Kühlung

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nzxt h1 logoMit dem H1 bringt NZXT mehr als nur ein schickes und platzsparendes Mini-ITX-Gehäuse auf den Markt. Denn es wird als Set gleich mit einer abgestimmten AiO-Kühlung, einem SFX-L-Netzteil und einem Riserkabel ausgeliefert. Im Test klären wir, wie überzeugend und nutzerfreundlich das einzigartige Gesamtpaket wirklich ist. 

NZXT hat sich längst nicht nur als Gehäusehersteller einen Namen gemacht. Das Unternehmen ist unter anderem auch im Kühlungssegment und als Netzteilanbieter aktiv. Für das H1 fließen jetzt die Erfahrungen aus diesen drei Segmenten in ein Produkt ein. In erster Linie ist das H1 ein vertikal orientiertes Mini-ITX-Gehäuse, das nur eine kleine Aufstellfläche benötigt. Damit trotzdem eine lange Grafikkarte Platz findet, wird das Gehäuse in zwei Kammern unterteilt und für die Grafikkarteninstallation werden Riserkabel mitgeliefert und eingesetzt. 

Und auch um die CPU-Kühlung und die Stromversorgung kümmert sich NZXT gleich mit. Eine 140-mm-AiO-Kühlung soll auch leistungsstärkere Prozessoren effizient und platzsparend kühlen. Für die Stromversorgung wird ein 650-W-SFX-L-Netzteil mitgeliefert. NZXT will aber nicht nur die Systemzusammenstellung, sondern auch den Aufbau erleichtern. Gerade bei SFF-Systemen (SFF - Small Form Factor) kann der sonst durchaus herausfordernd, ja frustrierend sein. Beim H1 sind AiO-Kühlung und Netzteil aber bereits vormontiert und auch die Netzteilkabel und das Riserkabel hat NZXT gleich selbst verlegt. Die beiden möglichen 2,5-Zoll-Laufwerke können einfach werkzeuglos montiert werden.

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Dass ein solches Paket deutlich teurer als ein leeres Mini-ITX-Gehäuse wird, versteht sich von selbst. Als UVP werden 349,90 Euro genannt. Würde man ein 650-Watt-SFX-L-Netzteil und eine 140-mm-AiO-Kühlung separat kaufen, müsste man etwa die Hälfte der UVP dafür veranschlagen. Und auch das Riserkabel hat noch einen gewissen Wert. Zumindest im Vergleich zu so manchem Premium-SFF-Gehäuse wirkt die UVP damit durchaus angemessen.

Der Coronavirus wirkt sich auch auf die Verfügbarkeit des H1 aus. NZXT geht momentan von einem Verkaufsstart gegen Ende März aus. 

Im ausgepackt & angefasst-Video werfen wir einen ersten Blick auf das Gehäuse:

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Der Lieferumfang fällt umfangreich aus - aber nicht in jedem Bereich. Denn das eigentliche Gehäuse-Montagematerial besteht beim H1 aus exakt vier Schrauben - und zwar denen, mit denen das Mainboard am Tray befestigt wird. Mehr Montagematerial wird schon für die AiO-Kühlung mitgeliefert (im Bild rechts). Als Zubehör für das vormontierte Netzteil liegt ein Kaltgerätekabel bei. Außerdem gibt es einen Adapter von 4-poliger-3,5-mm-Klinke auf zwei 3-polige 3,5-mm-Klinkenbuchsen, einen Adapter für den I/O-Panel-Pfostenstecker, einige schwarze Kabelbinder und eine zusammengefaltete Anleitung. 

Bevor wir mit dem eigentlichen Test beginnen, hier die Eckdaten des Gehäuses in tabellarischer Form:

Eckdaten: 
Bezeichnung: NZXT H1
Material: Stahl (SGCC), gehärtetes Glas
Maße: 187 x 387,7 x 187,6 mm (B x H x T)
Formfaktor: Mini-ITX
Laufwerke: 2x 2,5 Zoll (intern)
Kühlung: 140-mm-AiO-Kühlung, kompatibel zu den AMD-Sockeln AM4, FM2(+), FM1, AM3(+) sowie AM2 und zu Intel-Sockel LGA 115x
Netzteil: 650W SFX 80Plus Gold, modular
Gewicht: etwa 6,53 kg
Preis: 349,90 Euro (UVP)

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Als vertikal orientiertes Mini-ITX-Gehäuse unterscheidet sich das H1 deutlich vom Format der meisten anderen Mini-ITX-Modelle. Bei einer Stellfläche von nur knapp 19 x 19 cm wird nur wenig Platz benötigt. Trotzdem eröffnen sich beachtliche Nutzungsmöglichkeiten. Das Design ist modern und extrem reduziert. Das geht so weit, dass noch nicht einmal irgendwelche Schrauben von außen sichtbar sind. 

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Die Front besteht aus getöntem und gehärtetem Glas. Dadurch wird der Innenraum zumindest teilweise sichtbar. Die aufwendigen Nutzerhinweise sind am Anfang erst einmal nützlich. Wer sich daran stört, kann sie aber auch entfernen. 

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Den Deckel hat NZXT weitgehend geschlossen gestaltet. An der vorderen rechten Ecke sitzen der Power-Taster und das I/O-Panel. Es bietet sowohl einen USB 3.2 Gen 1-Port als auch einen USB 3.2 Gen 2 Typ-C-Port. Die einzelne Audiobuchse unterstützt 4-polige-Klinkenanschlüsse. Wer noch ein Headset mit zwei 3-poligen-Klinkenanschlüssen nutzt, kann auf den mitgelieferten Adapter zurückgreifen.  


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Der weiße Deckel und die beiden weißen Seiten bestehen aus einem einzigen Stahlelement. Anders als der Deckel zeigen die beiden Seiten eine Gitterstruktur und erlauben so den Luftaustausch. Das gilt genauso für die schwarze Rückwand. Unterhalb dieser Rückwand ist die Anschlussbuchse für das Stromkabel sichtbar. Die Aussparung im unteren Bereich der Rückwand hat aber auch noch einen weiteren Zweck. 

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Weil das I/O-Panel des Mainboards und die Grafikkartenanschlüsse beim H1 nach unten zeigen, werden die entsprechenden Kabel alle hier angeschlossen und dann durch die Aussparung in der Rückwand nach außen geführt. Was optisch elegant wirkt, hat allerdings den Nachteil, dass das H1 immer angekippt bzw. angehoben werden muss, wenn ein Kabel angeschlossen oder abgezogen werden soll. 

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Weil äußerlich keine Schrauben sichtbar sind, ist erst einmal rätselhaft, wie das H1 überhaupt geöffnet wird. Die Lösung ist so praktisch wie genial: Die Glasfront und die Rückwand sind einfach angeclipst. Dabei sichern sie auch gleich noch den Deckel und die beiden Gehäuseseiten. Hat man Front und Rückwand abgenommen, können diese drei anderen Gehäuseseiten wie auf Schienen nach oben gezogen und als Einheit abgenommen werden. Hinter den beiden Gehäuseseiten sitzen magnetische  Staubfilter. Bei der Rückwand hat NZXT hingegen auf einen Staubfilter verzichtet.  


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Ohne die äußeren Seiten zeigt sich die solide Grundkonstruktion des H1 - und damit wird auch der grundlegende Aufbau besser erkennbar. Das Gehäuse gliedert sich in mehrere Bereiche. Auf der rechten Seite ist eine hohe Kammer für die Grafikkarte reserviert. Der Bereich auf der linken Seite des Gehäuses nimmt hingegen sowohl das SFX-L-Netzteil und den kleinen Laufwerkskäfig für zwei 2,5-Zoll-Laufwerke als auch das Mainboard und die AiO-Kühlung auf. Bei Auslieferung sind sowohl das Netzteil als auch die AiO-Kühlung bereits vormontiert. NZXT hat sogar die Netzteil-Kabel bereits vorverlegt. Egal ob 24-Pin-ATX-Strang, 8-Pin-EPS-Strang, S-ATA-Stromkabel oder GPU-Stromkabel - alles ist bereits dort platziert, wo es typischerweise genutzt wird. Die Kabellängen sind dabei optimal auf das H1 abgestimmt. 

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Auch das Riserkabel für die Grafikkarte sitzt bereits an seinem Platz. Maximal kann eine Dual-Slot-Grafikkarte (bzw. offiziell auch 2,5 Slot) montiert werden. NZXT gibt auch genaue Maximalmaße an: 305 x 128 mm bzw. 265 x 145 mm. Montiert wird die Grafikkarte einfach mit zwei Rändelschrauben. 

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Die rechte Gehäuseseite wird fast völlig von SFX-L-Netzteil und 140-mm-Radiator ausgefüllt. Der 140-mm-Lüfter am Radiator kann PWM-gesteuert in einem Drehzahlbereich von etwa 500 bis 1.850 U/min arbeiten. 

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Eigentlich bietet NZXT aktuell kein eigenes SFX-Netzteil an. Das SFX-L-Netzteil im H1 ist aber NZXT-gebrandet. Und es kann ganz respektable Spezifikationen vorweisen. Es ist ein 650-W-Modell mit 80Plus Gold-Effizienz und modularen Kabeln. Das interne Stromkabel mit flachem und gewinkeltem Anschluss ist bereits vorverlegt. 

Im Bild links vom Netzteil sitzt der kleine 2,5-Zoll-Laufwerkskäfig. Dort können zwei 2,5-Zoll-Laufwerke werkzeuglos montiert werden. 


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In der Mainboardkammer geht es eher eng zu. Das Mainboard wird praktisch direkt gegenüber vom Radiatorenlüfter montiert. Dabei bleiben nur etwa 5 cm Abstand. Bei Auslieferung sitzt ein Schaumstoff-Dummy an Stelle des Mainboards und sichert die Kühler-Pumpen-Einheit der AiO-Kühlung. 

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Damit das Mainboard trotz der Platzverhältnisse komfortabel montiert werden kann, nutzt NZXT eine elegante Lösung: Nach dem Lösen von zwei Schrauben kann die Blende mit der AiO-Kühlung einfach nach außen geklappt werden. Das ermöglicht nicht nur die Mainboardmontage, sondern erleichtert auch das Anschließen der Kabel am Mainboard und die Installation vom Wasserkühler auf der CPU. 

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Natürlich muss darauf geachtet werden, dass die Schläuche vor dem Schließen der Klappe so liegen, dass sie nicht eingeklemmt oder zu sehr gestaucht werden. NZXT spart aber auch nicht mit entsprechenden Hinweisen. 

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Genauso problemlos wie das Testmainboard konnten wir auch die Testgrafikkarte montieren. 


Neben der Verarbeitung und der Ausstattung des Gehäuses ist auch das Temperaturverhalten von elementarer Bedeutung.

Das Testsystem:

Folgende Komponenten wurden verbaut:

Eckdaten: Testsytem
Prozessor: AMD Ryzen 5 1600, 6x 3,2 GHz
Prozessor-Kühler: NZXT AiO-Kühlung
Mainboard: ASUS ROG Strix X370-I Gaming
Arbeitsspeicher: Crucial Ballistix Sport LT Red 16GB Kit (2 x 8GB) DDR4-2666
Festplatte: OCZ Arc 100 SSD 240 GB
Grafikkarte: Gigabyte GeForce GTX 1050 G1 Gaming 2G
Betriebssystem: Windows 10

Temperaturmessungen:

Um die maximalen Temperaturen des Prozessors zu ermitteln, wurde die CPU mittels des kostenlosen Stresstest-Tools Prime 95 für 20 Minuten ausgelastet. Da der Small FFT-Test erfahrungsgemäß die höchste Wärmeverlustleistung mit sich bringt, benutzen wir diesen Modus und protokollieren die maximale Prozessortemperatur mit AMDs Ryzen Master-Programm. Gleichzeitig wird die Grafikkarte mit Unigine Superposition ausgelastet. Anders als beim bisher genutzten Furmark bleibt der Boost-Takt in diesem Stresstest konstant. Sowohl der CPU-Lüfter als auch die beiden GPU-Lüfter werden für die Temperaturmessungen fix mit moderaten 1.000 U/min betrieben. So schließen wir aus, dass eine automatische Lüftersteuerung Einfluss auf die Messergebnisse nehmen kann.

Aufgrund der effektiven Stromsparmechanismen des Testsystems können wir auf Leerlaufmessungen verzichten.

Unsere Messungen brachten folgendes Ergebnis hervor:

CPU-Temperatur

61 XX


Grad Celsius
Weniger ist besser

GPU-Temperatur

63 XX


Grad Celsius
Weniger ist besser

Beurteilung der Temperaturen:

Regulär nutzen wir zur CPU-Kühlung einen Tower-Kühler mit einer Lüfterdrehzahl von 1.000 U/min. Die 140-mm-AiO-Kühlung im H1 kann bei maximaler Lüfterdrehzahl (1.850 U/min) den AMD-Sechkern-Prozessor hervorragend kühlen. Auch bei einer moderaten Lüfterdrehzahl von 1.000 U/min wird noch eine gute CPU-Kühlleistung erreicht.

Bei der GPU-Kühlung sieht es etwas anders aus. Wenn wir die Grafikkartenlüfter wie sonst mit 1.000 U/min laufen lassen, erwärmt sich die Grafikkarte doch sehr stark. Sie muss sich in der Grafikkartenkammer praktisch selbst kühlen und ist dafür auf eine höhere Lüfterdrehzahl angewiesen. Wie schnell der 140-mm-Lüfter am Radiator dreht, hat hingegen nur einen minimalen Einfluss auf die GPU-Kühlung. 

Bei 70 % (etwa 2.140 U/min) arbeiten die Grafikkartenlüfter dann schnell genug, um die Grafikkarte auf rund 60 °C halten zu können. Man wird sich also darauf einstellen müssen, die Grafikkartenlüfter etwas höher und damit auch lauter drehen zu lassen, als in großen Gehäusen mit Gehäuselüftern. Das gilt analog aber auch für viele andere SFF-Gehäuse. 

Lautstärkemessungen:

Für unsere Lautstärkemessungen nutzen wir ein Voltcraft SL-400 Schallpegel-Messgerät, das wir in 20 cm Entfernung vor dem Gehäuse platzieren. CPU- und GPU-Lüfter werden gestoppt, so dass praktisch ganz gezielt die Lautstärke der Gehäuselüfter gemessen wird.

Lautstärke in dB(A)

30.9 XX


45 XX


47.8 XX


dB(A)
weniger ist besser

Wenn die Grafikkartenlüfter gestoppt werden, hängt die Lautstärke in erster Linie vom 140-mm-Lüfter am Radiator ab. Bei voller Drehzahl wird das H1 durchaus richtig laut. 1.000 U/min sorgen für einen moderaten und alltagstauglichen Schallpegel. Und bei 500 U/min wird das H1 ziemlich leise. Daran hat auch die relativ dezent arbeitende Pumpe ihren Anteil.

Weitere Messungen in der Übersicht:

Grafikkartenlänge:

Maximale Grafikkartenlänge in cm

61.5 XX


44 XX


36 XX


32 XX


30 XX


cm
Mehr ist besser

Wir messen eine maximale Grafikkartenlänge von etwa 30 cm. Das reicht zwar nicht für die allerlängsten Modelle, sorgt aber schon für viel Spielraum bei der Grafikkartenwahl. 

Platz für das Kabelmanagement:

Stärke der Seitenteile in mm

2.9 XX


1.9 XX


0.95 XX


mm
Mehr ist besser (unterschiedliche Materialien sind zu berücksichtigen)

Die Stahlabdeckung des Gehäuses fällt durch großzügigen Materialeinsatz (0,95 mm) auf. Beim Glas messen wir einer Stärke von knapp 3 mm. 


Wer einen schicken und leistungsstarken Mini-PC haben möchte, hatte bisher zwei Möglichkeiten: Entweder man startet ein Eigenbau-Projekt, bei dem man selbst alle Komponenten optimal zusammenstellen muss. Und das kann schnell schief gehen, denn Kompatibilitätprobleme sind im SFF-Bereich an der Tagesordnung. Oder man greift zu einer fertigen Komplett-Lösung. Dabei ist die Auswahl an wirklich kompakten und Gaming-tauglichen Komplett-Systemen aber doch eher überschaubar. Ein bemerkenswertes Beispiel ist Corsairs One. Diese maßgeschneiderte Fertig-Lösung kann eine hohe Performance bei Maßen von nur 172,3 x 380 x 200 mm (B x H x T) bieten. Sie ist allerdings auch hochpreisig und ein späteres Aufrüsten schwieriger als bei einer Eigenbau-Lösung.

NZXT will nun mit dem H1 die Vorteile von beiden Möglichkeiten verbinden. Bei Maßen von 187 x 387,7 x 187,6 mm (B x H x T) ist das Gehäuse ähnlich klein und platzsparend wie ein Corsair One. Im Gegensatz zu Corsair verzichtet NZXT auf eine Custom-AiO-Kühlung der Grafikkarte, ein Grafikkartenwechsel ist völlig unproblematisch. Und auch die AiO-Kühlung für den Prozessor sorgt durch die Unterstützung unterschiedlicher CPU-Sockel für Flexibilität. Anders als bei reinen Eigenbau-Projekten erspart das H1 dem Nutzer die Wahl von Netzteil und CPU-Kühler. Und dazu wird auch die Montage und das Kabelmanagement massiv erleichtert. Mit den vormontierten Komponenten, den vorverlegten Kabeln und den komplett abnehmbaren Seitenflächen ist das H1 sehr viel nutzerfreundlicher als das typische SFF-Gehäuse. NZXT hat dabei selbst an kleine Details gedacht: Ein Intel Standard-Frontpanel-Header kann an vielen Frontpanel-Mainboardanschlüssen (auch bei AMD-Mainboards) einfach direkt aufgesteckt werden. Damit entfällt das nervige Sortieren der Mini-Stecker für Power-Taste und Status-LEDs. Und für Nutzer, deren Mainboard keinen Standard-Header bietet, liegt einfach noch ein Adapter bei. 

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Mit seinem stark reduzierten Design setzt sich das H1 optisch deutlich von typischen Gaming-Gehäusen (und auch vom Corsair One) ab. Wer sein Kompaktsystem doch etwas auffälliger gestalten will, der setzt einfach auf Komponenten mit RGB-Beleuchtung. Durch die Glasfront sind sie nämlich gut sichtbar.

Im Betrieb und in den Lasttests kann die CPU-Kühlung per 140-mm-AiO-Kühlung überzeugen. Die CPU-Temperaturen unseres AMD-Sechskernes lässt sich damit mühelos niedrig halten. Und der 140-mm-Lüfter kann auch weit heruntergeregelt werden. Auch das 650-W-SFX-Netzteil ist mehr als adäquat und bietet auch für leistungsstarke Hardware genug Reserven.

Bei der Grafikkartenkühlung muss man allerdings etwas umdenken. Denn die Grafikkarte ist darauf angewiesen, sich in ihrer Kammer selbst zu kühlen. Dafür müssen die Lüfter aber mit höherer Drehzahl als in einem gut belüfteten Gehäuse laufen. Das gilt so allerdings auch für viele andere SFF-Gehäuse. Eine spezielle Einschränkung des H1 ist hingegen, dass das Gehäuse zum Anschließen von Kabeln am Mainboard und an der Grafikkarte angehoben werden muss. Dafür verlaufen die Kabel dann aber auch gesammelt am Boden. 

Das SFF-Kombi-Paket aus Gehäuse, Netzteil und AiO-Kühlung ist so einzigartig, dass es kein direktes Konkurrenzprodukt zum NZXT H1 gibt. Als elegantes SFF-Gehäuse für komplette Eigenbau-Projekte haben wir in letzter Zeit z.B. das Streacom DA2 getestet. Das hochwertige Aluminiummodell bietet ein extrem flexibles Montagesystem. Dadurch kann es trotz seiner geringen Größe ganz unterschiedlich genutzt werden. Das Handling ist allerdings sehr viel umständlicher als beim H1 und auch die Kühlung stellt eine größere Herausforderung dar. 

NZXT gelingt mit dem H1 letztlich eine große Überraschung. Der Hersteller kann die Zusammenstellung und den Aufbau eines leistungsstarken Mini-PCs mit dieser Kombination massiv erleichtern. Und dabei wirkt das H1 insgesamt sehr durchdacht und stimmig. Wir zeichnen das innovative und überzeugende Mini-Package deshalb sowohl mit unserem Technik- als auch mit unserem Excellent-Hardware-Award aus.


Positive Aspekte des NZXT H1:

Negative Aspekte des NZXT H1: