BitFenix Saber im Test: Vom Lichtschwert inspiriert

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RGB-Beleuchtung eröffnet neue Gestaltungsmöglichkeiten. Im Fall des BitFenix Saber zieht sich jetzt ein bunter Leuchtstreifen in Lichtschwert-Optik über die gesamte Front. Ob die Macht mit dem Midi-Tower ist, finden wir im ausführlichen Test heraus. 

Mit dem Enso und dem Enso Mesh bietet BitFenix schon länger Midi-Tower mit RGB-Beleuchtung an. Konkret leuchten die Ecken der Front und der Hecklüfter. Das neue Saber bietet ziemlich ähnliche Spezifikationen, kann nun aber ein deutlich auffälligeres Beleuchtungssystem vorweisen. Zwei schmale Leuchtstreifen ziehen sich nebeneinander über die Front. BitFenix zieht selbst den Vergleich zum Lichtschwert (englisch lightsaber). Das BitFenix-Lichtschwert ist allerdings nicht nur auf eine Farbe beschränkt, sondern kann problemlos mehrfarbige Effekte darstellen.  

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Der Midi-Tower soll ein leistungsstarkes Gaming-System aufnehmen und kühlen können. Ausgeliefert wird er mit zwei 120-mm-Lüftern. Der 120-mm-Lüfter am Heck soll die Frontbeleuchtung optisch ergänzen. Dank des Glasseitenteils sind sowohl dieser Lüfter als auch die verbauten Komponenten zu sehen. 

Für ein RGB-Gehäuse ist die UVP in Höhe von 89,90 Euro moderat. Kaufinteressenten müssen sich allerdings noch einige Tage gedulden - Caseking erwartet die erste Lieferung am 9. August. 

Im Video zeigen wir kurz, wie die RGB-Beleuchtung funktioniert und wirkt:

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BitFenix legt dem Saber die Anleitung, das sortierte Montagematerial, schwarze Kabelbinder und eine magnetische Abdeckung bei. Damit können die Deckellüfterplätze abgedeckt werden, solange sie nicht genutzt werden. 

Bevor wir mit dem eigentlichen Test beginnen, hier die Eckdaten des Gehäuses in tabellarischer Form:

Eckdaten: 
Bezeichnung: BitFenix Saber
Material: Stahl, gehärtetes Glas, Kunststoff, gebürstetes Aluminium
Maße: 220 x 454 x 465 mm (B x H x T)
Formfaktor: Mini-ITX, Micro-ATX, ATX, E-ATX bis 27,2 cm Breite
Laufwerke: 2x 3,5/2,5 Zoll (intern), 4x 2,5 Zoll (intern)
Lüfter: 3x 120/2x 140 mm (Front, 1x 120 mm vorinstalliert), 1x 120 mm (Rückwand, vorinstalliert), 2x 120 mm (Deckel, optional)
Radiatoren (maximal laut Hersteller): Front: 360/280 mm (max. 45 mm Dicke), Deckel: 240 mm (Mainboardbauteile/RAM-Höhe bis 40 mm), Rückwand: 120 mm
Kühlerhöhe (maximal laut Hersteller): 17,8 cm
Grafikkartenlänge (maximal laut Hersteller): 40 cm
Gewicht: etwa 7,3 kg
Preis: 89,90 Euro (UVP)

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Mit der Frontbeleuchtung, den sichtbaren Luftschlitzen an den Frontseiten (mit integrierten Staubfiltern) und der Frontform mit Schrägen zeigt sich das Saber durchaus in einem gewissen Gaming-Look. 

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Dass BitFenix der Front Einlagen aus gebürstetem Aluminium spendiert, lässt sie hochwertiger als eine reine Kunststofffront wirken und durchbricht etwas die Gaming-Optik.

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Der Deckel kann je nach Nutzung der optionalen Lüfterplätze unterschiedlich gestaltet werden. Wer Lüfter montiert, kombiniert sie mit dem magnetischen Staubgitter. Bleiben die Lüfterplätze hingegen ungenutzt, kann die dünne und magnetische Abdeckung montiert werden. Bei unserem Sample lag diese Abdeckung lose im Innenraum und hatte beim Transport bereits einige Kratzer gesammelt. BitFenix sollte deshalb über eine schützende Folie bzw. Verpackung nachdenken. 

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Das I/O-Panel bietet mit zwei 3,5-mm-Audiobuchsen und zwei USB 3.0-Ports Standardkost. Ungewöhnlicher ist allerdings der große Power-Taster, der unter einer transparenten Abdeckung sitzt und an einen regelrechten Startknopf erinnert. Der Resettaster darunter fällt sehr viel kleiner und unauffälliger aus. Eine dritte Taste neben den Audiobuchsen wechselt den Beleuchtungsmodus. 


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Das Glasseitenteil ist leicht getönt und lässt so Einblicke in den Innenraum zu. Direkt sichtbar ist der ASUS Aura Sync-Aufkleber an der Netzteilabdeckung. Um das Glasseitenteil abzunehmen, werden vier Rändelschrauben gelöst. 

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Auch das Stahlseitenteil auf der rechten Seite wird mit Rändelschrauben gesichert - allerdings versteckt an der Rückwand. Unter dem vormontierten RGB-Lüfter können sieben horizontale und zwei vertikale Erweiterungskartenslots genutzt werden. 

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Das Sabre steht auf Kunststofffüßen mit Gummischonern. Der textile Netzteilstaubfilter kann zur Reinigung nach hinten herausgezogen werden. 


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Den Innenraum teilt BitFenix genau wie die meisten Konkurrenten in zwei Kammern.  Netzteil und Laufwerkskäfig können so separat untergebracht werden. Ein Ausschnitt in der Netzteilabdeckung sorgt aber dafür, dass man zumindest erkennen kann, was für ein Netzteil verbaut ist.

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Die Erweiterungskarten werden mit Rändelschrauben gesichert. Bei den horizontalen Slots können die Blenden herausgenommen und wiederverwendet werden. Die Blenden der beiden vertikalen Slots müssen hingegen herausgebrochen werden. Wer unbedingt seine Grafikkarte vertikal und besser sichtbar montieren möchte, der benötigt noch ein geeignetes Riserkabel. 

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BitFenix gibt an, dass hinter der Front maximal ein 360-mm-Radiator montiert werden kann. Die Aussparung in der Netzteilabdeckung lässt dafür etwa 7,5 cm Platz. Damit sind die Voraussetzungen für einen Frontradiator deutlich günstiger als für einen Deckelradiator. Zwischen Deckel und Mainboard bleiben gerade einmal knapp 2 cm Abstand. Entsprechend problematisch werden hohe Bauteile auf dem Mainboard bzw. RAM-Riegel. BitFenix nennt ein Limit von 40 mm. 

Ab Werk ist hinter der Front ein einzelner 120-mm-Lüfter montiert. Er kann wahlweise per 3-Pin-Lüfteranschluss oder per 4-Pin-Molex mit Strom versorgt werden. Der Hecklüfter ist auf den 3-Pin-Anschluss beschränkt, bietet dafür aber auch eine 3-Pin-Buchse. So können zwei Lüfter über einen Anschluss angebunden werden. 


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Den Platz hinter dem Mainboardtray nutzt BitFenix vor allem für 2,5-Zoll-Laufwerksplätze. Gleich vier Stück stehen zur Verfügung. Zur Montage dienen nicht die typischen Laufwerksträger, sondern kleine Haken und Montagelöcher. Die Laufwerke werden auf einer Seite in die Haken geschoben und auf der anderen Seite mit zwei Schrauben fixiert. 

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Zwei weitere 2,5-Zoll-Laufwerke können mit den beiden Laufwerksschubladen verschraubt werden. Alternativ lassen sich darin auch 3,5-Zoll-Laufwerke werkzeuglos montieren. Auf eine Entkopplung muss allerdings verzichtet werden. Der Laufwerkskäfig wird mit dem restlichen Gehäuse fest vernietet. Er kann also nicht einfach ausgebaut werden. Wir konnten unser 17 cm langes Test-Netzteil trotzdem (knapp) montieren. Dabei wird das Netzteil seitlich in das Gehäuse geschoben und auf Gummipuffern abgelegt. Anschließend kann es mit der Rückwand verschraubt werden.

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Für die Beleuchtungssteuerung dient eine kleine Platine, die per S-ATA-Stromanschluss gespeist wird. Die Frontbeleuchtung ist bereits angeschlossen. Die LEDs des Hecklüfters können mit dem im Bild noch freien Anschluss auf der linken Seite verbunden werden. Gesteuert wird die Beleuchtung entweder über die RGB-Taste am Gehäuse oder über ein geeignetes Mainboard mit 3-poligem RGB-Stecker. 

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Die Montage des Testsystems war im Sabre ohne Weiteres möglich. Auch das Kabelmanagement kann überzeugen - auch wenn die Platzverhältnisse hinter dem Tray nicht besonders üppig sind. Unser Passiv-Netzteil von Seasonic ist durch die Aussparung in der Netzteilabdeckung gut zu sehen. Weniger optimal für ein lüfterloses Netzteil ist allerdings, dass BitFenix an der Oberseite der Abdeckung auf Luftlöcher verzichtet. 


Neben der Verarbeitung und der Ausstattung des Gehäuses ist auch das Temperaturverhalten von elementarer Bedeutung.

Das Testsystem:

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Folgende Komponenten wurden verbaut:

Eckdaten: Testsytem
Prozessor: AMD Ryzen 5 1600, 6x 3,2 GHz
Prozessor-Kühler: Thermalright True Spirit 120 Direct
Mainboard: Gigabyte GA-AB350-Gaming 3
Arbeitsspeicher: Crucial Ballistix Sport LT Red 16GB Kit (2 x 8GB) DDR4-2666
Festplatte: OCZ Arc 100 SSD 240 GB
Grafikkarte: Gigabyte GeForce GTX 1050 G1 Gaming 2G
Betriebssystem: Windows 10

Temperaturmessungen:

Um die maximalen Temperaturen des Prozessors zu ermitteln, wurde die CPU mittels des kostenlosen Stresstest-Tools Prime 95 für 20 Minuten ausgelastet. Da der Small FFT-Test erfahrungsgemäß die höchste Wärmeverlustleistung mit sich bringt, benutzen wir diesen Modus und protokollieren die maximale Prozessortemperatur mit AMDs Ryzen Master-Programm. Gleichzeitig wird die Grafikkarte mit Unigine Superposition ausgelastet. Anders als beim bisher genutzten Furmark bleibt der Boost-Takt in diesem Stresstest konstant. Sowohl der CPU-Lüfter als auch die beiden GPU-Lüfter werden für die Temperaturmessungen fix mit moderaten 1.000 U/min betrieben. So schließen wir aus, dass eine automatische Lüftersteuerung Einfluss auf die Messergebnisse nehmen kann.

Aufgrund der effektiven Stromsparmechanismen des Testsystems können wir auf Leerlaufmessungen verzichten.

Unsere Messungen brachten folgendes Ergebnis hervor:

CPU-Temperatur

Grad Celsius
Weniger ist besser

GPU-Temperatur

Grad Celsius
Weniger ist besser

Beurteilung der Temperaturen:

Wir haben die beiden 120-mm-Gehäuselüfter über Spannungsadapter sowohl mit 12 als auch mit 5 V laufen lassen. Bei maximaler Drehzahl liegt das Saber im guten Mittelfeld. Der 5-V-Betrieb lässt die Temperaturen um 4 bzw. 5 K ansteigen.

Lautstärkemessungen:

Für unsere Lautstärkemessungen nutzen wir ein Voltcraft SL-400 Schallpegel-Messgerät, das wir in 20 cm Entfernung vor dem Gehäuse platzieren. CPU- und GPU-Lüfter werden gestoppt, so dass praktisch ganz gezielt die Lautstärke der Gehäuselüfter gemessen wird.

Lautstärke in dB(A)

dB(A)
weniger ist besser

Selbst bei maximaler Lüfterdrehzahl arbeiten die Gehäuselüfter erfreulich dezent. Auf 5 V unterschreitet der Schallpegel den Messbereich des Messgeräts, die Lüfter sind dabei auch subjektiv flüsterleise. 

Weitere Messungen in der Übersicht:

Höhe Prozessorkühler:

Maximale Höhe CPU-Kühler in cm

cm
Mehr ist besser

Die angegebene Kühlerhöhe von 17,8 cm wird durch unsere Messung bestätigt.

Grafikkartenlänge:

Maximale Grafikkartenlänge in cm

cm
Mehr ist besser

Die Grafikkartenlänge hat BitFenix nach unseren Eindrücken ohne Frontlüfter gemessen. Mit Frontlüfter messen wir etwa 37 cm - was auch für die längsten High-End-Modelle mehr als ausreicht. 

Platz für das Kabelmanagement:

Abstand zwischen Tray und Seitenteil in cm

cm
Mehr ist besser

Beim Kabelmanagement zeigt sich das Sabre weniger großzügig. 1,8 cm Abstand zwischen Tray und Seitenteil sind gerade noch ausreichend.

Materialstärke:

Stärke der Seitenteile in mm

1.9 XX


mm
Mehr ist besser (unterschiedliche Materialien sind zu berücksichtigen)

Knapp 4 mm Materialstärke beim Glasseitenteil entspricht dem üblichen Standard. Das Stahlseitenteil fällt bei einer Materialstärke von 0,8 mm schon relativ solide aus.


Auffällig ist das BitFenix Saber auf jeden Fall: Wenn bunte Lauflichter über die beiden RGB-Streifen in der Front jagen, zieht es sofort die Blicke auf sich. Der Hecklüfter kann da nicht ganz mithalten und zeigt immer nur eine Farbe auf einmal. Beide Beleuchtungszonen können unkompliziert direkt am Gehäuse oder aber über ein geeignetes RGB-Mainboard gesteuert werden. Das Gehäuse punktet beim Material mit einem Glasseitenteil, Aluminiumflächen an der Front und einem vergleichsweise robusten Stahlseitenteil. Die meisten Kunststoffteile fallen nicht störend auf. Die transparente Abdeckung über dem Power-Taster macht allerdings eine Ausnahme: Sie wirkt nicht gerade hochwertig und ist eher nervig als cool. 

Der Innenraum zeigt sich zweckmäßig und relativ großzügig. Hohe Tower-Kühler und lange Grafikkarten sind völlig unproblematisch. Und hinter der Front findet bei Bedarf selbst ein 360-mm-Radiator genug Platz. Kritischer ist der Radiatorenplatz unter dem Deckel. Er kann nur dann sinnvoll genutzt werden, wenn das Höhenlimit für Mainboardbauteile und RAM-Riegel eingehalten wird. Knapp geht es auch beim Kabelmanagement und bei langen Netzteilen zu. Das PSU-Limit ist umso ungünstiger, weil der HDD-Käfig fest vernietet ist. Zumindest typische Mittelklasse-Netzteile finden aber genug Platz. Das Kühlsystem stützt sich ab Werk ausschließlich auf 120-mm-Lüfter. 140-mm-Lüfter können optional nur hinter der Front verbaut werden. Die beiden vormontierten Lüfter sammeln vor allem deshalb Punkte, weil sie nie wirklich laut werden und heruntergeregelt sogar flüsterleise sind. Die Kühlleistung ist hingegen nur durchschnittlich. 

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Spannend ist vor allem der Vergleich mit dem Corsair iCUE 220T RGB Airflow, das wir gerade frisch getestet haben. Corsair neuer Midi-Tower bietet für 10 Euro Aufpreis drei aufällige RGB-Lüfter mit RGB-Steuerung (dieses Bundle kostet allein schon um die 50 Euro) und iCUE-Unterstützung. Davon profitieren vor allem Nutzer, die mehrere Corsair-Produkte nutzen oder kein Mainboard mit RGB-Unterstützung besitzen. Die Synchronisation mit anderen RGB-Systemen ist allerdings nicht vorgesehen. Die RGB-Lüfter strahlen sowohl durch die Stahlfront als auch in den Innenraum. Dank des klaren Glasseitenteils ist der ohnehin besser einzusehen. Das iCUE 220T RGB Airflow zeigt sich in einem frischen, unverbrauchten Design und wird nicht nur in Schwarz, sondern auch in Weiß angeboten. Bei Maßen von 210 x 450 x 395 mm (B x H x T) ist es kleiner als das 220 x 454 x 465 mm (B x H x T) große Saber, limitiert deswegen aber auch stärker bei der Komponentwahl. Gerade die Kombination aus Frontradiator und längerer Grafikkarte wird schnell problematisch. Der modulare HDD-Käfig sorgt im Gegenzug für mehr Flexibilität in der Bodenkammer. Bei der Kühlleistung liegt das Corsair-Modell vorn, das Saber punktet hingegen bei der Lautstärke - und zwar erst recht gegenüber diversen anderen RGB-Konkurrenzmodellen, bei denen die Lüfter noch nicht einmal heruntergeregelt werden können. 

Insgesamt kann BitFenix mit dem Saber ein unkompliziertes und erfreulich leises RGB-Gehäuse zu einem moderaten Preis anbieten. 

Positive Aspekte des BitFenix Saber:

Negative Aspekte des BitFenix Saber:

Preise und Verfügbarkeit
BitFenix Saber TG Midi-Tower, Tempered Glass - schwarz
Nicht verfügbar 89,90 Euro Nicht verfügbar
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