Lian Li PC-O11 Dynamic im Test - das kombinierte Enthusiasten- und Showgehäuse

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lian li pc-o11 dynamic logoLian Lis PC-O11 Dynamic soll ein besonderes Kunststück fertig bringen und nicht nur als Show-, sondern auch als Enthusiastengehäuse überzeugen. Dafür hat Lian Li extra mit dem Overclocking-Spezialisten Roman "der8auer" Hartung zusammengearbeitet. Herausgekommen ist ein Gehäuse, das nicht nur viel Glas, sondern auch gleich drei 360-mm-Radiatorenplätze bietet - und das auch noch zu einem überraschend günstigen Preis. 

Die ersten PC-O-Modelle waren regelrechte Kunstwerke aus Glas und Aluminium. So schlanke Gehäuse wie das PC-O5S nötigten zu großen Kompromissen, vor allem bei der Komponentenwahl. Doch die PC-O-Serie wurde um weitere Modelle ausgebaut, die auch geräumiger und funktionaler wurden. Das PC-O10 ist dafür ein gutes Beispiel. Dieses 2016er-Modell nimmt selbst E-ATX-Mainboards auf, bietet genug Platz für lange Grafikkarten und zumindest für einen 240-mm-Radiator. Auf leistungsstarke Towerkühler musste man allerdings genau so verzichten wir auf ein ATX-Netzteil. 

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Gerade mit Blick auf dieses PC-O10 wird deutlich, welche Weiterentwicklung nun das neue PC-O11 Dynamic bedeutet. Obwohl das neue Würfelgehäuse gar nicht so viel größer wurde (272 x 446 x 445 mm statt 242 x 493 x 376 mm, jeweils B x H x T), bietet es ganz andere Möglichkeiten. Dass anstelle eines SFX-Netzteils ein ATX-Netzteil und zumindest mittelhohe Towerkühler genutzt werden können, ist schon erfreulich. Richtig bemerkenswert ist aber, dass Roman "der8auer" Hartung und Lian Li das Gehäuse als Wasserkühlungsgehäuse entwickelt haben. Es bietet gleich drei Montageplätze für 360-mm-Radiatoren - und die sind so voneinander getrennt, dass sich die Radiatoren untereinander nicht in die Quere kommen können. Für richtig extreme Systeme lässt sich sogar optional ein zweites Netzteil verbauen. Aus einem Showgehäuse soll so ein Enthusiastengehäuse mit Showfaktor werden. Denn auch beim PC-O11 Dynamic ist die Mainboardkammer nicht nur seitlich, sondern auch von vorn einsehbar. 

Das größte Kunststück gelingt Lian Li aber beim Preis. Während das sehr viel unflexiblere PC-O10 noch ein 300-Euro-Gehäuse war, wird das PC-O11 Dynamic für nicht einmal 130 Euro gehandelt. Die Erklärung dafür ist ganz einfach: Obwohl das PC-O11 Dynamic als Lian Li-Gehäuse angeboten wird, ist es kein Aluminiumgehäuse mehr. Der Alu-Spezialist Lian Li greift im Kern auf eine Stahlkonstruktion zurück. Aluminium findet nur noch für einen Zierstreifen Verwendung. Die geringeren Fertigungskosten des Stahlgehäuses kann Lian Li dann nutzen, um das PC-011 Dynamic zu einem so attraktiven Preis anzubieten. 

Im ausgepackt & angefasst-Video werfen wir einen ersten Blick auf das Gehäuse. Dabei stellen wir uns auch die Frage, ob ein Stahlgehäuse überhaupt noch ein richtiges Lian Li-Gehäuse sein kann:

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Neben der Anleitung und dem Montagematerial legt Lian Li dem PC-O11 Dynamic drei Klettverschlüsse für das Kabelmanagement bei.

Bevor wir mit dem eigentlichen Test beginnen, hier die Eckdaten des Gehäuses in tabellarischer Form:

Eckdaten: 
Bezeichnung: Lian Li PC-O11 Dynamic
Material: Stahl (0,8 mm), gehärtetes Glas, Aluminium
Maße: 272 x 446 x 445 mm (B x H x T)
Formfaktor: E-ATX, ATX, Micro-ATX
Laufwerke: 2x 3,5/2,5 Zoll (intern), 4x 2,5 Zoll (intern)
Lüfter: 3x 120/2x 140 mm (Deckel, optional), 3x 120 mm (Seite, optional), 3x 120 mm (Boden, optional)
Radiatoren (maximal laut Hersteller): Deckel: 360 mm, Seite: 360 mm, Boden: 360 mm
CPU-Kühlerhöhe: bis 15,5 cm
Grafikkartenlänge: bis 42 cm
Gewicht: etwa 10,1 kg
Preis:129,85 Euro

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Lian Li hat das PC-O11 Dynamic bewusst schlicht gestaltet, die Produktseite spricht gar vom "Bauhaus-O11". Dadurch wird die Aufmerksamkeit des Betrachters auf den Innenraum und damit auf die jeweils verbaute Hardware gelenkt. Weil Lian Li sowohl die linke Seite als auch den größten Teil der Front verglast hat, ist die Mainboardkammer bestens einsehbar. Die Showgehäuse-Tradition der PC-O-Serie wird also fortgeführt. 

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Durch die Glasfront sieht man praktisch ungehindert bis zur Gehäuserückwand. Aus dem für Lian Li so typischen Aluminium besteht nur der schmale Zierstreifen auf der rechten Seite der Front. 

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Darin eingefasst werden der Powertaster und das I/O-Panel mit zwei USB 3.0-Ports, den Audiobuchsen und sogar schon einer USB 3.1 Typ-C-Schnittstelle. Die findet man sonst nach wie vor fast nur bei teureren Gehäusen. Sowohl der Taster als auch die Anschlüsse fallen durch ihren silberglänzenden Rahmen auf. 

Während sich die Front ganz geschlossen gibt, mangelt es weder dem Deckel noch dem rechten Seitenteil an Luftöffnungen.  

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Auch Lian Li hat Glasflächen ursprünglich mit Rändelschrauben befestigt. Beim PC-O11 Dynamic verschwinden diese Rändelschrauben. Es sieht fast so aus, als wären die Glasseitenteile an das Gehäuse geklebt - doch Lian Li nutzt einfach eine raffinierte Montagelösung. 


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Die beiden Seitenteile und die Glasfront können einfach eingehängt werden. Dazu gibt es an Ober- und Unterkante der Panele entsprechende Nasen. Der stählerne Gehäusedeckel wird ebenfalls mit Nasen an seinen Platz geschoben und sichert die Seitenteile und die Front. Der Deckel selbst kann an der Rückwand mit Rändelschrauben gesichert werden. Über den Deckellüfterplätzen nutzt Lian Li ein magnetisches Gitter als Staubfilter. 

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Auf die gleiche Art wurden auch der Staubfilter im Boden und zwei Staubfilter am rechten Seitenteil gestaltet. Alle vier Staubfilter haften ausschließlich magnetisch, sie sind entsprechend unkompliziert zu reinigen und frei am Stahlgehäuse platzierbar. Das PC-O11 Dynamic steht auf zwei Kunststoffschienen mit je zwei Gummischonern. 

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Lian Li verzichtet nicht nur an der Front, sondern auch an der Rückwand auf Lüfterplätze. Der Hersteller setzt stattdessen auf einen vertikalen Luftstrom. Entsprechend gibt es drei 120-mm-Lüfterplätze am Boden und drei 120-/140-mm-Lüfterplätze im Deckel. Alternativ nehmen Boden und Deckel auch 360-mm-Radiatoren auf. 

Die Rückwand verrät immerhin, dass Lian Li beim PC-O11 Dynamic zwei Gehäusekammern nebeneinander anordnet. Während die Mainboardkammer auf der linken Gehäuseseite durch die Glasseiten gut einsehbar ist, wird die kleinere Netzteil- und Laufwerkskammer hinter Stahl versteckt. Für die Erweiterungskarten wird optional auch ein Kit zur vertikalen Montage angeboten. 


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Der Mainboardtray deckt im PC-O11 Dynamic nur die Mainboardbreite ab und wird nicht bis zur Front verlängert. Stattdessen kann neben dem Mainboard ein dritter 360-mm-Radiator montiert werden. 

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Den Innenraum ziert eine Plakette, die an die Zusammenarbeit mit Roman Hartung erinnert. Darunter können acht Erweiterungskartenslots genutzt werden. Zur Montage dienen schlichte Kreuzschlitzschrauben. Auch die 2,5-Zoll-Laufwerke müssen konventionell mit den beiden Laufwerksträgern am Boden verschraubt werden. 

Zumindest die beiden Laufwerksträger können mit Rändelschrauben befestigt werden. Jeder Laufwerksplatz hat seine eigene Kabeldurchführung im Mainboardtray. Wer anstelle der Laufwerksträger Lüfter am Boden montiert, kann dann bei Bedarf auch die Lüfterkabel durch diese Öffnungen führen. 

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Mit Blick in den Innenraum wird auch noch einmal besonders deutlich, wie durchdacht die Anordnung der drei Radiatorenplätze ist. Deckel- und Bodenradiator können ohnehin nicht kollidieren. Und der seitliche Radiatorenplatz ist mit Blick auf die Kompatibilität auch deutlich unkomplizierter als ein typischer Frontradiator. Gerade beim Deckel- und Seitenradiator sind die Platzverhältnisse ordentlich bis beachtlich. Zwischen Deckel und Mainboardoberkante bleiben z.B. 9 cm Abstand. Der Bodenradiator blockiert hingegen die unteren Erweiterungskartenslots - hier müssen also Kompromisse eingegangen werden. 


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Der seitliche Radiatorenplatz sorgt aber dafür, dass die meisten Laufwerksplätze direkte hinter dem Tray zu finden sind. An einem Laufwerksträger können zwei 2,5-Zoll-Laufwerke oder ein 3,5- und ein 2,5-Zoll-Laufwerk montiert werden. Dabei werden die Laufwerke mit dem Laufwerksträger verschraubt und durch Gummiringe entkoppelt. 

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Der Laufwerksträger wird von zwei Rändelschrauben und einer kleinen Kreuzschlitzschraube gehalten. Er kann einfach ausgebaut werden. Dahinter bleibt etwas Platz zum Verstauen und Verstecken von Kabeln. 

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Zwei weitere 3,5- oder 2,5-Zoll-Laufwerke können in einem vertikal ausgerichteten Laufwerkskäfig untergebracht werden. Die Laufwerksschubladen können nach dem Abnehmen einer Abdeckung an der Rückwand herausgezogen werden, die Laufwerke werden dann damit verschraubt. Zum Anschließen der Laufwerke muss das Gehäuse aber trotzdem geöffnet werden. Eine Hot-Swap-Lösung würde sich zwar eigentlich anbieten, wird vom PC-O11 Dynamic aber nicht geboten. Der HDD-Käfig kann ausgebaut werden. An seiner Stelle lässt sich bei Bedarf ein zweites ATX-Netzteil montieren. Dabei ist zu beachten, dass der interne Laufwerksträger die Länge des Hauptnetzteils aus 21 cm und die des Zweitnetzteils auf 17 cm begrenzt. Ohne Laufwerksträger gibt Lian Li für beide Netzteile eine Maximallänge von 25,5 cm an. 

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Lian Lis Enthusiastengehäuse weicht deutlich vom aktuellen Standard-Aufbau eines Midi-Towers auf. Die Montage des Testsystems war im PC-O11 Dynamic trotzdem unkompliziert. Und auch das Kabelmanagement kann überzeugen. 


Neben der Verarbeitung und der Ausstattung des Gehäuses ist auch das Temperaturverhalten von elementarer Bedeutung.

Das Testsystem:

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Folgende Komponenten wurden verbaut:

Eckdaten: Testsytem
Prozessor: AMD Ryzen 5 1600, 6x 3,2 GHz
Prozessor-Kühler: Thermalright True Spirit 120 Direct
Mainboard: Gigabyte GA-AB350-Gaming 3
Arbeitsspeicher: Crucial Ballistix Sport LT Red 16GB Kit (2 x 8GB) DDR4-2666
Festplatte: OCZ Arc 100 SSD 240 GB
Grafikkarte: Gigabyte GeForce GTX 1050 G1 Gaming 2G
Betriebssystem: Windows 10

Temperaturmessungen:

Um die maximalen Temperaturen des Prozessors zu ermitteln, wurde die CPU mittels des kostenlosen Stresstest-Tools Prime 95 für 20 Minuten ausgelastet. Da der Small FFT-Test erfahrungsgemäß die höchste Wärmeverlustleistung mit sich bringt, benutzen wir diesen Modus und protokollieren die maximale Prozessortemperatur mit AMDs Ryzen Master-Programm. Gleichzeitig wird die Grafikkarte mit Unigine Superposition ausgelastet. Anders als beim bisher genutzten Furmark bleibt der Boost-Takt in diesem Stresstest konstant. Sowohl der CPU-Lüfter als auch die beiden GPU-Lüfter werden für die Temperaturmessungen fix mit moderaten 1.000 U/min betrieben. So schließen wir aus, dass eine automatische Lüftersteuerung Einfluss auf die Messergebnisse nehmen kann.

Aufgrund der effektiven Stromsparmechanismen des Testsystems können wir auf Leerlaufmessungen verzichten.

Unsere Messungen brachten folgendes Ergebnis hervor:

CPU-Temperatur

Grad Celsius
Weniger ist besser

GPU-Temperatur

Grad Celsius
Weniger ist besser

Beurteilung der Temperaturen:

Weil Lian Li das PC-O11 Dynamic komplett lüfterlos ausliefert, haben wir es für den Test mit einen Corsair ML120 Pro als Bodenlüfter und einem ML140 Pro als Deckellüfter bestückt. Diese ML Pro-Lüfter zeichnen sich durch einen breiten Regelbereich von 400 bis 2.200 (ML140 Pro) bzw. 400 bis 2.400 U/min (ML120 Pro) aus. Im Testbetrieb mit voller Drehzahl erreichen wir zwei ganz unterschiedliche Ergebnisse. Während die GPU-Temperatur vorbildlich niedrig ausfällt, wird die CPU vergleichsweise warm. Das erklärt sich durch den vertikalen Luftstrom bzw. die Ausrichtung des Prozessorkühlers. Eine gedrehte Kühlermontage (sofern möglich) sollte für Abhilfe sorgen. Die meisten Nutzer werden das Lian Li-Gehäuse aber sicherlich ohnehin mit einer Wasserkühlung nutzen. 

Lautstärkemessungen:

Für unsere Lautstärkemessungen nutzen wir ein Voltcraft SL-400 Schallpegel-Messgerät, das wir in 20 cm Entfernung vor dem Gehäuse platzieren. CPU- und GPU-Lüfter werden gestoppt, so dass praktisch ganz gezielt die Lautstärke der Gehäuselüfter gemessen wird.

Lautstärke in dB(A)

dB(A)
weniger ist besser

Die hochdrehenden Corsair-Lüfter sorgen für einen entsprechenden Schallpegel. 

Weitere Messungen in der Übersicht:

Höhe Prozessorkühler:

Maximale Höhe CPU-Kühler in cm

cm
Mehr ist besser

Die Kühlerhöhe liegt auch nach unseren Messungen bei etwa 15,5 cm. Das reicht zumindest für mittelhohe Towerkühler. Gerade High-End-Luftkühler können aber durchaus noch höher ausfallen. Wichtiger allerdings: Bei Wasserkühlern wird es keine Probleme geben.

Grafikkartenlänge:

Maximale Grafikkartenlänge in cm

cm
Mehr ist besser

Lian Li gibt selbst eine maximale Grafikkartenlänge von 42 cm an. Die von uns gemessenen 40 cm reichen aber ebenfalls für alle handelsüblichen Modelle aus. 

Platz für das Kabelmanagement:

Abstand zwischen Tray und Seitenteil in cm

cm
Mehr ist besser

Hinter dem Mainboardtray bleibt ein üppiger Abstand von etwa 9 cm. Der Wert täuscht aber etwas. Denn hinter dem Tray sitzen schließlich auch Netzteil, Laufwerkskäfig und Laufwerksträger. Bei unserem Testsystem konnten wir die Kabelstränge aber durchaus komfortabel verstauen. 

Materialstärke:

Stärke der Seitenteile in mm

mm
Mehr ist besser (unterschiedliche Materialien sind zu berücksichtigen)

Die Glasseitenteile kommen auf eine Materialstärke von 3,9 mm. Und auch der Stahldeckel hat mit 0,9 mm eine respektable Materialstärke. 


Lian Li ist dabei, sich neu zu erfinden. Das markiert das Unternehmen nicht nur mit seinem neuen Logo, sondern auch mit neuen Produkten. Nach dem  RGB-Midi-Tower Alpha 550 macht nun auch das PC-O11 Dynamic deutlich, wo die Reise hingehen könnte: Die neuen Modelle sollen aktuellen Bedürfnissen entsprechen und durch ihre Strahlkonstruktion preislich konkurrenzfähig sein. Während das Alpha 550 den RGB-Trend aufgreift, richtet sich das günstigere PC-O11 Dynamic tatsächlich an Enthusiasten. 

Und zwar vor allem an solche, die ein leistungsstarkes System mit einer Eigenbauwasserkühlung nutzen und bestmöglich präsentieren wollen. Das gelingt dank der drei unabhängig voneinander nutzbaren 360-mm-Radiatorenplätze und der Kombination aus Glasfront und Glasseitenteil ausgezeichnet. Die unsichtbar gelöste Montage der Glaspanele, der Aluminiumstreifen an der Front und der USB 3.1 Typ-C-Port im I/O-Panel lassen das Gehäuse zusätzlich hochwertig wirken. 

Im Innenraum wird besonders deutlich, wie sehr sich die Kooperation mit Roman "der8auer" Hartung gelohnt hat.Denn gegenüber dem regulären PC-O11 wirkt die Dynamic-Variante gerade mit Blick auf den Enthusiasten-Einsatz durchdachter. Das Highlight sind die drei großen und sinnvoll angeordneten Radiatorenplätze. Kompromisse muss man dabei eigentlich nur beim Bodenradiator eingehen, der die unteren Erweiterungskartenslots des Mainboards blockiert. Doch auch sonst wurde der Innenraum mit Liebe zum Detail umgesetzt - z.B. mit dem Laufwerksträger, der gleichzeitig die Kabel versteckt und mit dem modularen HDD-Käfig, der einfach durch ein zweites ATX-Netzteil ersetzt werden kann. Dazu können trotz des Zweikammeraufbaus sogar viele mittelhohe Towerkühler genutzt werden. 

Kritik können wir praktisch nur an wenigen Details üben. So sind die magnetischen Staubfilter zwar einfach zu reinigen, die Gitter lassen feinen Staub aber leicht passieren (bremsen dafür aber auch den Luftstrom weniger stark als feinmaschige Filter). Lian Li hat außerdem sowohl bei den Erweiterungskarten als auch bei den Laufwerken auf eine werkzeuglose Montage verzichtet. Dass das Gehäuse ohne jeden Lüfter ausgeliefert wird, werten wir hingegen nicht als Kritikpunkt. Gerade die angesprochenen Enthusiasten werden ohnehin Lüfter eigener Wahl einsetzen wollen. 

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Wer auf auffällige RGB-Lüfter Wert legt, könnte bei Lian Li alternativ zum Alpha 550 greifen. Dieses Modell ist aber nicht nur deutlich teurer, sondern auch nicht so konsequent auf Enthusiasten ausgelegt wie das PC-O11 Dynamic. So wirkt sich die Kombination aus horizontalem Luftstrom und Glasfront ungünstig auf die Kühlleistung aus und die Radiatorenplätze werden stärker limitiert. Auch Corsairs gläsernes Crystal Series 570X ist nicht so stark für Enthusiasten geeignet wie das PC-O11 Dynamic und optisch weniger elegant. 

Der Mix aus konsequenter Auslegung auf DIY-Wasserkühlung, Showfaktor und guter Ausstattung ist für sich schon bemerkenswert. Weil das Stahlgehäuse aber auch noch um Welten günstiger ist als die bisherigen (Aluminium-)Modelle der PC-O-Serie, hat sich das PC-O11 Dynamic unseren Excellent-Hardware-Award verdient. 

Positive Aspekte des Lian Li PC-O11 Dynamic:

Negative Aspekte des Lian Li PC-O11 Dynamic: