Corsair Obsidian Series 1000D im Test - alles auf Maximum

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corsair obsidian series 1000d logoDas Obsidian Series 1000D ist nicht einfach nur Corsairs neues Gehäuse-Flaggschiff. Nein, es lotet auch noch die Grenzen des Machbaren aus - und das in vielerlei Hinsicht. Das fast 500 Euro teure Gehäuse nimmt spielend zwei 480-mm-Frontradiatoren, optional noch zwei 480-mm-Deckelradiatoren und zwei komplette PC-Systeme auf. Hat der Gigant damit das Zeug zum absoluten Traum-Gehäuse?

Das Obsidian Series 900D war lange Zeit das unumstrittene Top-Modell unter den Corsair-Gehäusen. Vor fünf Jahren beeindruckte dieser riesige Koloss mit seinen enormen Möglichkeiten. Die Unterstützung für exotische (und mittlerweile ausgestorbene) HPTX-Mainboards, je fünfzehn HDD/SSD- und Lüfterplätze, zwei Montageplätze für ATX-Netzteile und nicht zuletzt die Möglichkeit zur Installation von zwei 480- oder 420-mm-Radiatoren setzten Maßstäbe. Die Messlatte für einen Nachfolger liegt entsprechend hoch.

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Und Corsair ist ganz offensichtlich fest entschlossen, den Nachfolger auch zum Thronfolger zu machen. Das Obsidian Series 1000D sprengt direkt einmal die üblichen Gehäusekonventionen. Der 307 x 697 x 693 mm (B x H x T) große und rund 30 kg schwere Koloss (und das ist nur das Netto-Gewicht) lässt sich nur zu zweit passabel transportieren. Und ein normal großes ATX-Gehäuse wie Corsairs eigenes Obsidian Series 500D sieht dagegen wie winziges Spielzeug aus. Mit diesem kleinen Geschwisterchen hielt erstmals das neue Design bei der Obsidian Series Einzug - ein Design, das Corsair leicht modifiziert nun auch beim Top-Modell nutzt. Prägend ist bei beiden Gehäusen, dass sie von außen fast nur Glas und Aluminium zeigen und entsprechend als edle Premiumgehäuse auftreten. Das robuste Grundgerüst besteht allerdings aus Stahl. 

Durch das schon fast absurd hohe Gehäusevolumen des Obsidian Series 1000D wird Außergewöhnliches möglich. So nimmt das Corsair-Flaggschiff hinter der Front nicht nur einen, sondern gleich zwei 480-mm-Radiatoren auf. Unter dem Deckel findet ab Werk ein 420-mm-Radiator Platz und selbst an der Rückwand kann noch ein 240-mm-Radiator montiert werden. Dazu muss man sich nicht nur mit einem Hauptsystem (maximal E-ATX) zufrieden geben, sondern kann zusätzlich einfach noch ein Zweitsystem im Mini-ITX-Format unterbringen. Ein hochgezüchtetes Hauptsystem lässt sich so einfach mit einem sparsamen Eco-System kombinieren. Es ist allerdings noch nicht einmal nur bemerkenswert, was für Möglichkeiten das Obsidian Series 1000D eröffnet - nein, auch die Umsetzung der einzelnen Funktionen ist beachtlich, ja teils außergewöhnlich. 

Dass das Obsidian Series 1000D das 900D als Flaggschiff ablöst, wird letztlich auch beim Preis deutlich. Während das alte Top-Modell zum Testzeitpunkt schon stattliche 350 Euro gekostet hat, kommt das Obsidian Series 1000D sogar fast als 500-Euro-Gehäuse auf den Markt. Die UVP liegt bei 499,90 Euro. Laut Corsair wird das extreme Gehäuse von Alternate, MIFCOM, Digitec (Schweiz) und Mindfactory angeboten werden. Es soll gegen Ende Mai lieferbar werden. 

Im ausgepackt & angefasst-Video werfen wir einen ersten Blick auf das Gehäuse:

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Corsair liefert das Obsidian Series 1000D natürlich mit Montagematerial und der Anleitung für das Gehäuse (fehlte bei unserem Testsample noch) aus. Dazu gibt es aber auch noch einen großen Vorrat an Kabelbindern und Klettverschluss-Streifen, einen verkürzten Slotblenden-Rahmen und das Zubehör für den integrierten Corsair Commander PRO. Das sind konkret die Anleitung, vier PWM-Verlängerungskabel, vier Temperatursensoren und zwei RGB-LED-Anschlusskabel.

Bevor wir mit dem eigentlichen Test beginnen, hier die Eckdaten des Gehäuses in tabellarischer Form:

Eckdaten: 
Bezeichnung: Corsair Obsidian Series 1000D
Material: Stahl, gehärtetes Glas, Aluminium
Maße: 307 x 697 x 693 mm (B x H x T)
Formfaktor: Hauptsystem: E-ATX, ATX, Micro-ATX, Mini-ITX, SSI-CEB
Zweitsystem: Mini-ITX
Laufwerke: 5x 3,5/2,5 Zoll (intern), 6x 2,5 Zoll (intern)
Lüfter: 8x 120 mm (Front, optional), 2x 120/140 mm (Rückwand, optional), 3x 140 mm (Deckel, optional)
Radiatoren (maximal laut Hersteller): Front: 2x 480 mm, Deckel: 420 mm (2x 480 mm mit optionalen Montageblenden), Rückwand: 240 mm
Gewicht: etwa 29,5 kg
Preis: 499,90 Euro (UVP)

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Anders als noch beim Obsidian Series 500D besteht die Front beim 1000D nicht aus Aluminium, sondern aus gehärtetem und getöntem Glas. Wenn LED-Lüfter als Frontlüfter montiert werden, sind sie entsprechend sichtbar. Dabei kann das Gehäuse ganze acht 120-mm-Frontlüfter aufnehmen. Eine komplette RGB-Frontlüfterbestückung wird entsprechend eindrucksvoll wirken. 

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Auch im Deckel hält Glas Einzug - wenn auch nur als schmaler, mittiger Streifen. Eingefasst wird es von einem massiven Aluminiumpanel. Dieses Panel hält genug Abstand vom Gehäuse, um respektable Luftschlitze an den Seiten zu eröffnen. Am Übergang zwischen Front und Deckel sind Power- und Reset-Taster und das I/O-Panel erreichbar. Corsair hat dem Obsidian Series 1000D nicht nur einen, sondern gleich zwei schnelle USB 3.1 Typ-C-Anschlüsse spendiert. Dazu können vier USB 3.0-Ports und Audiobuchsen genutzt werden. Das I/O-Panel wird nach Inbetriebnahme durch RGB-LEDs beleuchtet - genauso wie ein Corsair-Logo, das sich zentral hinter der Glasfront versteckt hält.  

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Die beiden Seitenteile bestehen aus riesigen (und bemerkenswert schweren) Glasflächen, die an zwei Seiten in gebürstetes Aluminium eingefasst wurden. 


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An den hinteren Aluminiumstreifen sitzen Scharniere, mit denen die vorn nur magnetisch schließenden Seitenteile wie Türen geöffnet werden können. Die beiden wuchtigen Glasseitenteile werden jeweils separat verpackt ausgeliefert. Zur Montage setzt man sie einfach auf Drehbolzen an der Rückwand.

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Auf den ersten Blick sieht die Rückwand gar nicht so viel anders aus als bei typischen Single-System-Gehäusen. Auffällig ist vor allem, wieviel Luft rings um Anschlusspanel und Slotblenden des Hauptsystems bleibt. Und auch zwei 120/140-mm-Lüfterplätze an der Rückwand sind eher ungewöhnlich. Das gilt umso mehr, weil sich daran sogar ein 240-mm-Radiator montieren lässt. Neben den Lüfterplätzen zeigen sich aber Power- und Resettaster für ein zweites PC-System.

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Um dieses Zweitsystem nutzen zu können, muss die Blende rings um den ATX-Netzteilplatz des Hauptsystems demontiert werden. Direkt über diesem ATX-Netzteil kann dann ein Mini-ITX-Mainboard liegend montiert werden. Dafür gibt es zwei vertikale Erweiterungskartenslots und einen ebenfalls vertikal ausgerichteten Montageplatz für ein SFX-(L)-Netzteil. Die beiden Netzteile finden so praktisch nebeneinander auf dem Gehäuseboden Platz. 


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Der Innenraum beindruckt mit den absolut außergewöhnlichen Platzverhältnissen. Obwohl der Haupt-Mainboardtray ein ausgewachsenes E-ATX-Mainboard aufnehmen kann, bleibt um ihn herum enorm viel Luft. 

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Das hat natürlich handfeste Gründe. Corsair stellt so sicher, dass sowohl für die beiden Frontradiatoren als auch für den Deckelradiator enorm viel Platz bleibt. Zwischen der Frontradiatorenblende und dem Mainboardtray sowie HDD-Käfig bleiben so knapp über 12 cm Abstand und zwischen Mainboardoberkante und der Deckelradiatorenblende sogar über 14 cm. Allerdings können Front- und Deckelradiator sich den Platz im Extremfall gegenseitig etwas einschränken. Selbst wenn ein 480-mm-Frontradiator tatsächlich in den Bereich des Deckelradiators ragen sollte, hat der Deckelradiator immer noch etwa 6 cm Platz. Damit ist es tatsächlich möglich, die drei Hauptradiatorenplätze gleichzeitig zu nutzen. 

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Front und Deckel sind fest mit dem Gehäuse verbunden. Die Entnahme der Staubfilter und erst die Lüfter- und Radiatorenmontage wird deshalb zur konstruktiven Herausforderung. Aber zu einer Herausforderung, die Corsair mit Bravour meistert. Die Lüfter- und Radiatorenblenden lassen sich nach dem Lösen einer Sicherung einfach und blitzschnell an Teleskopauszügen herausziehen. Nach der Montage von Lüftern und Radiatoren können sie genauso unkompliziert wieder in das Gehäuse geschoben werden. Die Blenden können auch ausgetauscht werden. So ist es möglich, die 420-mm-Blende im Deckel durch zwei optionale 480-mm-Radiatorenblenden zu ersetzen. Damit kann das Obsidian Series 1000D tatsächlich vier 480-mm-Radiatoren gleichzeitig aufnehmen. Laut Corsair soll es folgende Blendentypen als Zubehör geben: 8x120mm (9,99 Dollar), 4x120mm (4,99 Dollar), 3x140mm (4,99 Dollar) und 2x180/200mm (29,99 Dollar). Bisher sind nur die US-Preise für das Zubehör bekannt. Klammert man die exotische 2x180/200mm-Lüfterblende aus, scheinen die Preise aber fair auszufallen. Das gilt überwiegend auch für weiteres Zubehör bzw. Ersatzteile, die Corsair anbietet. Eines der großen Glasseitenteile soll z.B. 39,99 Dollar kosten.

Corsair liefert sein Flaggschiff bewusst völlig lüfterlos aus. Der Hersteller geht davon aus, dass die Enthusiasten, die das Gehäuse kaufen, sich ihre Lüfter ohnehin lieber individuell aussuchen.

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Die großen Staubfilter für Front und Deckel lassen sich seitlich greifen und zur Reinigung herausziehen. Der Netzteilstaubfilter kann genauso einfach nach hinten entnommen werden. 

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In vielen aktuellen Gehäusen gibt es eine durchgehende Abdeckung für Netzteil und Laufwerkskäfig. Corsair nutzt hingegen separate Abdeckungen. Was optisch nicht ganz so harmonisch wirkt, sorgt in der Praxis für mehr Flexibilität. So kann die Netzteilabdeckung nach dem Lösen von zwei Rändelschrauben einfach entnommen und das ATX-Netzteil darunter montiert werden. Auch die Montage des ITX-Mainboards vom Zweitsystem wird so bereits außerhalb des Gehäuses möglich.

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Der Mainboardtray sitzt auffällig weit im Inneren des Gehäuses. Zahlreiche Kabeldurchführungen stehen nicht nur direkt im Tray, sondern auch seitlich und oberhalb davon zur Verfügung. 


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Corsair nutzt auf beiden Seiten Glasseitenteile. Von den Kabeln hinter dem Mainboardtray ist trotzdem kaum etwas zu sehen. Wer durch das rechte Seitenteil blickt, sieht hingegen fast nur Stahlflächen.

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Die Rückseite des Mainboardtrays wird nämlich von zwei magnetisch schließenden Türen verdeckt. Direkt an diesen Türen können theoretisch bis zu acht 2,5-Zoll-Laufwerke montiert werden. Corsair liefert allerdings nur Laufwerksträger für sechs Laufwerke mit. 

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Weitere Laufwerke finden im Laufwerkskäfig Platz. Die Laufwerksschubladen nehmen bis zu fünf 3,5- oder 2,5-Zoll-Laufwerke auf. Die 3,5-Zoll-HDDs können werkzeuglos und entkoppelt (durch Gummistreifen) montiert werden. Die 2,5-Zoll-Laufwerke müssen hingegen sowohl mit den Laufwerksschubladen als auch mit den Laufwerksträgern verschraubt werden.  

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Man könnte sich wundern, warum das Obsidian Series 1000D trotz seiner Preisklasse äußerlich keine Steuerungsmöglichkeit für Lüfter und Beleuchtung bietet. Corsair geht aber einfach einen Schritt weiter und verbaut ab Werk einen Corsair Commander PRO. Die unscheinbare Kunststoffbox wird per USB-Header mit dem Mainboard verbunden und ermöglicht anschließend die Kontrolle und Steuerung des Systems über Corsairs Link-Software. Angebunden werden können bis zu sechs PWM-Lüfter, zwei RGB-Kanäle und vier Temperatursensoren. Wir haben bereits einen separaten Test zum Corsair Commander PRO veröffentlicht. Zusammengefasst ist die Kombination aus dem Commander PRO und der Link-Software aktuell eine der wenigen separaten Lösungen für die Softwaresteuerung von Lüftern und RGB-Beleuchtung. Nicht zuletzt bietet der Commander PRO auch wegen des Einzelpreises von über 60 Euro einen beachtlichen Mehrwert.

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In dem extrem geräumigen Gehäuse ließ sich das ATX-Testsystem komfortabel montieren. Die größte Hürde ist noch das enorme Gewicht des Obsidian Series 1000D. Es lässt sich z.B. nicht einfach mal schnell für eine einfachere Mainboardmontage auf die Seite legen. Anstelle des zentralen Abstandshalters nutzt Corsair aber eine Spitze, an der das Mainboard gut ausgerichtet werden kann. Entsprechend ist die Mainboardmontage auch bei stehendem Gehäuse gut möglich. Um das Testsystem zu kühlen, haben wir das Gehäuse mit sechs Corsair ML120 Pro bestückt. Diese 120-mm-Lüfter bieten einen breiten Regelbereich von 400 bis 2.400 U/min. Entsprechend sollten Kühlleistung und Lautstärke sehr flexibel anpassbar sein. Die sechs Lüfter steuern wir über Corsairs Commander Pro und die Link-Software. 

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Nach der Demontage der rückseitigen Blende kann das Zweitsystems im Mini-ITX-Format problemlos auf der Abdeckung des ATX-Netzteils montiert werden. Zu berücksichtigen ist aber, dass die Kühlerhöhe beim Zweitsystem davon abhängt, welche Erweiterungskartenslots man beim Hauptsystem nutzt.


Neben der Verarbeitung und der Ausstattung des Gehäuses ist auch das Temperaturverhalten von elementarer Bedeutung.

Das Testsystem:

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Folgende Komponenten wurden verbaut:

Eckdaten: Testsytem
Prozessor: AMD Ryzen 5 1600, 6x 3,2 GHz
Prozessor-Kühler: Thermalright True Spirit 120 Direct
Mainboard: Gigabyte GA-AB350-Gaming 3
Arbeitsspeicher: Crucial Ballistix Sport LT Red 16GB Kit (2 x 8GB) DDR4-2666
Festplatte: OCZ Arc 100 SSD 240 GB
Grafikkarte: Gigabyte GeForce GTX 1050 G1 Gaming 2G
Betriebssystem: Windows 10

Temperaturmessungen:

Um die maximalen Temperaturen des Prozessors zu ermitteln, wurde die CPU mittels des kostenlosen Stresstest-Tools Prime 95 für 20 Minuten ausgelastet. Da der Small FFT-Test erfahrungsgemäß die höchste Wärmeverlustleistung mit sich bringt, benutzen wir diesen Modus und protokollieren die maximale Prozessortemperatur mit AMDs Ryzen Master-Programm. Gleichzeitig wird die Grafikkarte mit Unigine Superposition ausgelastet. Anders als beim bisher genutzten Furmark bleibt der Boost-Takt in diesem Stresstest konstant. Sowohl der CPU-Lüfter als auch die beiden GPU-Lüfter werden für die Temperaturmessungen fix mit moderaten 1.000 U/min betrieben. So schließen wir aus, dass eine automatische Lüftersteuerung Einfluss auf die Messergebnisse nehmen kann.

Aufgrund der effektiven Stromsparmechanismen des Testsystems können wir auf Leerlaufmessungen verzichten.

Unsere Messungen brachten folgendes Ergebnis hervor:

CPU-Temperatur

53 XX


54 XX


Grad Celsius
Weniger ist besser

GPU-Temperatur

52 XX


53 XX


Grad Celsius
Weniger ist besser

Beurteilung der Temperaturen:

Wir haben die Gehäuselüfter sowohl mit minimaler Drehzahl (offiziell 400 U/min, laut Corsair Link etwa 480 U/min) als auch mit maximaler Drehzahl arbeiten lassen. Bei voller Drehzahl sorgen unsere sechs Gehäuselüfter für eine hohe Kühlleistung. Selbst mit minimaler Drehzahl reicht es immer noch für eine Platzierung im unteren Mittelfeld. 

Lautstärkemessungen:

Für unsere Lautstärkemessungen nutzen wir ein Voltcraft SL-400 Schallpegel-Messgerät, das wir in 20 cm Entfernung vor dem Gehäuse platzieren. CPU- und GPU-Lüfter werden gestoppt, so dass praktisch ganz gezielt die Lautstärke der Gehäuselüfter gemessen wird.

Lautstärke in dB(A)

31.3 XX


32.7 XX


35.4 XX


39.6 XX


41.4 XX


48.1 XX


dB(A)
weniger ist besser

Noch größer als bei der Kühlleistung fällt die Spanne bei der Lautstärke aus. Dank des enorm breiten Regelbereichs der Corsair-Lüfter kann das Obsidian Series 1000D in diese Konfiguration wahlweise eines der leisesten, aber auch das mit Abstand lauteste Gehäuse im Testfeld sein. 

Weitere Messungen in der Übersicht:

Höhe Prozessorkühler:

Maximale Höhe CPU-Kühler in cm

cm
Mehr ist besser

Corsair gibt offiziell eine maximale Kühlerhöhe von 18 cm an. Nach unseren Messungen hätten am Testsystem aber selbst Kühler mit einer Höhe von 19 cm noch Platz.

Grafikkartenlänge:

Maximale Grafikkartenlänge in cm

cm
Mehr ist besser

Noch zurückhaltender ist Corsairs Angabe zur maximalen Grafikkartenlänge. Den 40 cm Herstellerangabe stehen gemessene 57 cm (mit Frontlüfter) gegenüber. So oder so nimmt das Obsidian Series 1000D aber alle handelsüblichen Grafikkarten problemlos auf. 

Platz für das Kabelmanagement:

Abstand zwischen Tray und Seitenteil in cm

cm
Mehr ist besser

Auch für das Kabelmanagement bleibt enorm viel Platz. Wir messen ganze 6,5 cm zwischen dem Tray und den Stahltüren.

Materialstärke:

Stärke der Seitenteile in mm

mm
Mehr ist besser (unterschiedliche Materialien sind zu berücksichtigen)

Die Glasseitenteile kommen auf eine Materialstärke von 3,9 mm.


Ein neues Corsair-Flaggschiff war praktisch überfällig. Doch das Warten hat sich gelohnt: Corsair hat beim Obsidian Series 1000D aus dem Vollen geschöpft und ein Gehäuse geschaffen, wie es extremer kaum sein könnte. Das ist nicht nur positiv. Denn sowohl den Kaufpreis von rund 500 Euro als auch das extreme Gewicht muss man erst einmal stemmen können. Und auch der Platzbedarf ist enorm. Doch trotz (und teilweise auch wegen) dieser Herausforderungen beeindruckt das Obsidian Series 1000D auf ganzer Linie. 

Gegenüber dem Obsidian Series 900D ist der Neuzugang ein deutlich moderneres Gehäuse. Das beginnt schon bei der Materialwahl. Äußerlich zeigt das Obsidian Series 1000D vor allem enorm große Glasflächen, die in beeindruckend massive Elemente aus gebürstetem Aluminium eingefasst wurden. Bei aller Masse schwingen die beiden Glasseitenteile trotzdem elegant als Türen auf. Und selbst das I/O-Panel macht mit gleich zwei USB 3.1 Typ-C- und vier USB 3.0-Ports klar, dass das Obsidian Series 1000D ein Gehäuse der Superlative ist. Dazu passt auch, dass Corsair es nicht mit der RGB-Beleuchtung übertreibt. Nur das I/O-Panel und ein überraschend dezentes Corsair-Logo werden werkseitig beleuchtet. Gerade mit RGB-Frontlüftern kann man das Gehäuse bei Bedarf aber schnell noch sehr viel auffälliger beleuchten. Das zeigt Corsair selbst auch eindrucksvoll im offiziellen Produktvideo:

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Noch beeindruckender als das imposante Äußere des neuen Corsair-Flaggschiffs ist aber, was in seinem Innenraum möglich ist. Anders als beim Vorgänger finden statt zwei 480-mm-Radiatoren gleich bis zu vier 480-mm-Radiatoren gleichzeitig Platz. Warum Corsair die 480-mm-Blenden für den Deckel nicht gleich mitliefert, ist allerdings nicht ganz verständlich. Dafür überzeugt das System mit den Teleskopauszügen für die austauschbaren Lüfter- und Radiatorenhalterungen an Front und Deckel. Komfortabler als im Corsair-Flaggschiff kann man Lüfter und Radiatoren kaum montieren. Und auch die drei einfach entnehmbaren und natürlich riesengroßen Staubfilfter fallen positiv auf. 

Wer ein extremes High-End-System nutzt, kommt vielleicht mit Blick auf den Energieverbrauch und die deutschen Strompreise ins Schwitzen. Ein sparsames Zweitsystem kann dem grünen Gewissen und dem Geldbeutel gut tun. Das Obsidian Series 1000D ist eines der wenigen Gehäuse, das ein Zweitsystem aufnehmen kann. Dieses Mini-ITX-System mit SFX(-L)-Netzteil kann auch noch angenehm unkompliziert montiert werden. Warum Power- und Resettaster für das Zweitsystem an die Rückwand verbannt wurden, leuchtet allerdings nicht ein. 

Dabei hat Corsair das Obsidian Series 1000D ansonsten sehr durchdacht gestaltet. So verdecken beispielsweise die Stahl-Flügeltüren hinter dem Mainboardtray wirkungsvoll das Kabelmanagement und nehmen zudem auch noch die 2,5-Zoll-Laufwerksträger auf. Mit dem Corsair Commander PRO versteckt sich hinter dem Mainboard-Tray schließlich eine der aktuell fortschrittlichsten Lüfter- und Beleuchtungssteuerungen. Bis zu sechs PWM-Lüfter können über Commander und Corsairs Link-Software flexibler als mit jeder klassischen Lüftersteuerung geregelt werden. Dazu können die mitgelieferten Temperatursensoren flexibel platziert werden. Und auch die Beleuchtungssteuerung (allerdings nur von Corsair-Produkten) wird gleich effektiv abgedeckt.

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Dem Vergleich mit den meisten Modellen konventioneller Gehäusehersteller entzieht sich Corsairs Obsidian Series 1000D weitgehend. Cooler Masters Cosmos C700P ist so beispielsweise zwar ein durchaus respektables Gehäuse-Flaggschiff, kann aber nicht mit den extremen Kenndaten des Obsidian Series 1000D mithalten. Dafür sind Preis (aktuell rund 290 Euro) und Gewicht noch deutlich besser handelbar. Vergleichbar extrem ist stellenweise noch Thermaltakes The Tower 900 mit seinen zwei 560-mm-Radiatorenplätzen und der speziellen Präsentation des Mainboards. Das Corsair-Gehäuse ist mehr als doppelt so teuer, wirkt aber hochwertiger und ist vor allem auch noch vielseitiger nutzbar als Thermaltakes extremes Showgehäuse. Mit Blick auf flexible Wasserkühlungsoptionen im Hochpreissegment sind schließlich noch am ehesten die größeren CaseLabs-Gehäuse Konkurrenz für das Obsidian Series 1000D. Die werden allerdings deutlich konventioneller gestaltet und sind zudem nicht im deutschen Handel erhältlich.

Die wenigsten Nutzer werden die enormen Möglichkeiten des Obsidian Series 1000D auch nur annähernd ausreizen können. Und nur wenige Nutzer werden sich das 500 Euro teure Riesengehäuse wirklich kaufen können oder wollen. Corsairs neues Flaggschiff ist als extremes Enthusiastenmodell aber trotzdem ein Traum von einem PC-Gehäuse und verdient sich auch unseren Excellent-Hardware-Award. 

Positive Aspekte des Corsair Obsidian Series 1000D:

Negative Aspekte des Corsair Obsidian Series 1000D:

Preise und Verfügbarkeit
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