Seite 7: Fazit

Ein neues Corsair-Flaggschiff war praktisch überfällig. Doch das Warten hat sich gelohnt: Corsair hat beim Obsidian Series 1000D aus dem Vollen geschöpft und ein Gehäuse geschaffen, wie es extremer kaum sein könnte. Das ist nicht nur positiv. Denn sowohl den Kaufpreis von rund 500 Euro als auch das extreme Gewicht muss man erst einmal stemmen können. Und auch der Platzbedarf ist enorm. Doch trotz (und teilweise auch wegen) dieser Herausforderungen beeindruckt das Obsidian Series 1000D auf ganzer Linie. 

Gegenüber dem Obsidian Series 900D ist der Neuzugang ein deutlich moderneres Gehäuse. Das beginnt schon bei der Materialwahl. Äußerlich zeigt das Obsidian Series 1000D vor allem enorm große Glasflächen, die in beeindruckend massive Elemente aus gebürstetem Aluminium eingefasst wurden. Bei aller Masse schwingen die beiden Glasseitenteile trotzdem elegant als Türen auf. Und selbst das I/O-Panel macht mit gleich zwei USB 3.1 Typ-C- und vier USB 3.0-Ports klar, dass das Obsidian Series 1000D ein Gehäuse der Superlative ist. Dazu passt auch, dass Corsair es nicht mit der RGB-Beleuchtung übertreibt. Nur das I/O-Panel und ein überraschend dezentes Corsair-Logo werden werkseitig beleuchtet. Gerade mit RGB-Frontlüftern kann man das Gehäuse bei Bedarf aber schnell noch sehr viel auffälliger beleuchten. Das zeigt Corsair selbst auch eindrucksvoll im offiziellen Produktvideo:

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Noch beeindruckender als das imposante Äußere des neuen Corsair-Flaggschiffs ist aber, was in seinem Innenraum möglich ist. Anders als beim Vorgänger finden statt zwei 480-mm-Radiatoren gleich bis zu vier 480-mm-Radiatoren gleichzeitig Platz. Warum Corsair die 480-mm-Blenden für den Deckel nicht gleich mitliefert, ist allerdings nicht ganz verständlich. Dafür überzeugt das System mit den Teleskopauszügen für die austauschbaren Lüfter- und Radiatorenhalterungen an Front und Deckel. Komfortabler als im Corsair-Flaggschiff kann man Lüfter und Radiatoren kaum montieren. Und auch die drei einfach entnehmbaren und natürlich riesengroßen Staubfilfter fallen positiv auf. 

Wer ein extremes High-End-System nutzt, kommt vielleicht mit Blick auf den Energieverbrauch und die deutschen Strompreise ins Schwitzen. Ein sparsames Zweitsystem kann dem grünen Gewissen und dem Geldbeutel gut tun. Das Obsidian Series 1000D ist eines der wenigen Gehäuse, das ein Zweitsystem aufnehmen kann. Dieses Mini-ITX-System mit SFX(-L)-Netzteil kann auch noch angenehm unkompliziert montiert werden. Warum Power- und Resettaster für das Zweitsystem an die Rückwand verbannt wurden, leuchtet allerdings nicht ein. 

Dabei hat Corsair das Obsidian Series 1000D ansonsten sehr durchdacht gestaltet. So verdecken beispielsweise die Stahl-Flügeltüren hinter dem Mainboardtray wirkungsvoll das Kabelmanagement und nehmen zudem auch noch die 2,5-Zoll-Laufwerksträger auf. Mit dem Corsair Commander PRO versteckt sich hinter dem Mainboard-Tray schließlich eine der aktuell fortschrittlichsten Lüfter- und Beleuchtungssteuerungen. Bis zu sechs PWM-Lüfter können über Commander und Corsairs Link-Software flexibler als mit jeder klassischen Lüftersteuerung geregelt werden. Dazu können die mitgelieferten Temperatursensoren flexibel platziert werden. Und auch die Beleuchtungssteuerung (allerdings nur von Corsair-Produkten) wird gleich effektiv abgedeckt.

Dem Vergleich mit den meisten Modellen konventioneller Gehäusehersteller entzieht sich Corsairs Obsidian Series 1000D weitgehend. Cooler Masters Cosmos C700P ist so beispielsweise zwar ein durchaus respektables Gehäuse-Flaggschiff, kann aber nicht mit den extremen Kenndaten des Obsidian Series 1000D mithalten. Dafür sind Preis (aktuell rund 290 Euro) und Gewicht noch deutlich besser handelbar. Vergleichbar extrem ist stellenweise noch Thermaltakes The Tower 900 mit seinen zwei 560-mm-Radiatorenplätzen und der speziellen Präsentation des Mainboards. Das Corsair-Gehäuse ist mehr als doppelt so teuer, wirkt aber hochwertiger und ist vor allem auch noch vielseitiger nutzbar als Thermaltakes extremes Showgehäuse. Mit Blick auf flexible Wasserkühlungsoptionen im Hochpreissegment sind schließlich noch am ehesten die größeren CaseLabs-Gehäuse Konkurrenz für das Obsidian Series 1000D. Die werden allerdings deutlich konventioneller gestaltet und sind zudem nicht im deutschen Handel erhältlich.

Die wenigsten Nutzer werden die enormen Möglichkeiten des Obsidian Series 1000D auch nur annähernd ausreizen können. Und nur wenige Nutzer werden sich das 500 Euro teure Riesengehäuse wirklich kaufen können oder wollen. Corsairs neues Flaggschiff ist als extremes Enthusiastenmodell aber trotzdem ein Traum von einem PC-Gehäuse und verdient sich auch unseren Excellent-Hardware-Award. 

Positive Aspekte des Corsair Obsidian Series 1000D:

  • Platz für je ein E-ATX- und ein Mini-ITX-System, Platz für je ein ATX- und ein SFX(-L)-Netzteil
  • beeindruckende Wasserkühlungsoptionen, darunter zwei 480-mm-Radiatorenplätze hinter der Front
  • mit optionalen Blenden bis zu vier 480-mm-Radiatoren gleichzeitig nutzbar
  • Front- und Deckellüfter bzw. -radiatoren werden komfortabel mit Teleskopauszügen montiert
  • enorm viel Platz für High-End-Hardware und Kabelmanagement
  • hochwertiges Erscheinungsbild mit viel Glas und gebürstetem Aluminium
  • Corsair Commander PRO für Lüfter- und Beleuchtungssteuerung vormontiert
  • Glastüren als Seitenteile, zusätzlich Stahltüren für das Kabelmanagement
  • modularer HDD-Käfig, werkzeuglose Montage und Entkopplung für 3,5-Zoll-Laufwerke
  • einfach entnehmbare Staubfilter für Front, Deckel und Netzteil
  • zukunftssicheres I/O-Panel mit zwei USB 3.1 Typ-C-Ports, vier USB 3.0-Ports und Audiobuchsen

Negative Aspekte des Corsair Obsidian Series 1000D:

  • extrem hohes Gewicht (Transport zu zweit sehr empfehlenswert), hoher Platzbedarf
  • bei dem Preis dürften optionale Radiatoren-/Lüfterblenden und 2,5-Zoll-Laufwerksträger auch gleich inklusive sein
  • Power- und Resettaster für das Zweitsystem sitzen ungünstig an der Rückwand

Preise und Verfügbarkeit
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