anidées AI-7M Cube im Test

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anidées AI-7M Cube

Mit dem AI-7M bietet anidées einen Micro-ATX-Cube an, der mit einem praktischen Zweikammeraufbau und zahlreichen Kühloptionen überzeugen soll. Selbst der Einsatz einer leistungsstarken Wasserkühlung ist möglich. Doch ist das AI-7M wirklich besser als die zahlreichen vergleichbaren Kompaktgehäuse?

Micro-ATX-Cubes sind beliebt und werden mittlerweile auch von so ziemlich jedem Gehäusehersteller angeboten. Das Cube-Format wird meist genutzt, um die Gehäuse vielseitiger als normale Mini-Tower zu gestalten. Auch das AI7-M macht da keine Ausnahme. Es bietet nicht nur sechs Laufwerksplätze - unter anderem auch für einen für ein 5,25-Zoll-Laufwerk, sondern vor allem auch zahlreiche Kühlmöglichkeiten.

Schon die werkseitige Lüfterbestückung mit einem 200-mm-Frontlüfter und zwei 140-mm-Rückwandlüftern verspricht eine gute Kühlleistung. Zusätzlich stehen aber gleich vier optionale Deckellüfterplätze zur Verfügung. Alternativ zum Ausbau der Luftkühlung ist es möglich, bis zu drei 240-mm-Radiatoren und einen 120-mm-Radiator zu installieren. anidées hat aber auch an die kleinen Details gedacht, die dem Nutzer das Leben leichter machen. Kabelmanagement, Staubfilter und ein üppig bestücktes I/O-Panel sind mit an Bord.

Der kantige Cube wird von anidées in einer schwarzen und in einer weißen Farbvariante angeboten. Käufer können außerdem entscheiden, ob sie ein geschlossenes Seitenteil oder ein Seitenteil mit Sichtfenster bevorzugen. Je nach Variante liegt der Kaufpreis dann zwischen 79,90 Euro und 94,90 Euro. Die teuerste Variante ist die von uns getestete weiße Version mit Fenster. 

anidées AI-7M Cube

Dem Gehäuse liegen eine einfach gestaltete Faltanleitung und eine Kunststofftüte mit wenigen Kabelbindern und Schrauben bei. 

Bevor wir mit dem eigentlichen Test beginnen, hier die Eckdaten des Gehäuses in tabellarischer Form:

Eckdaten: anidées AI-7M
Bezeichnung: anidées AI-7M - WHITE WINDOW
Material: Stahl (0,7 mm), Kunststoff
Maße: 288 x 380 x 380 mm (B x H x T)
Formfaktor: Micro-ATX, Mini-ITX
Laufwerke: 1x 5,25 Zoll (extern), 4x 2,5/3,5 Zoll (intern)
Lüfter: 1x 200 oder 2x 140 oder 4x 120 mm (Front, 1x 200 mm vorinstalliert), 2x 120/140 mm (Rückwand, 2x 140 mm vorinstalliert), 2x 120/140 mm (Deckel, optional)
Gewicht: 6,35 kg
Preis: 94,90 Euro (für die weiße Variante mit Window, die günstigste Variante kostet 79,90 Euro)

Im Ausgepackt & angefasst-Video werfen wir einen ersten Blick auf das anidées AI-7M Cube:


anidées AI-7M Cube

Die Front wird von einem großen Meshelement dominiert. Dahinter sitzt werkseitig ein riesiger 200-mm-Lüfter, der Frischluft in das AI7-M saugt. Anstelle des großen Einzellüfters lassen sich zwei 140-mm- oder vier 120-mm-Lüfter installieren. Auch die Montage von gleich zwei 240-mm-Radiatoren ist möglich (maximale Dicke inklusive Lüfter: 60 mm, bei langer Grafikkarte evtl. weniger). anidées setzt bei der Frontgestaltung klar mehr auf Funktion, denn auf Form. Anschlüsse und Bedienschalter werden nicht etwa versteckt, sondern sind genauso wie ein 5,25-Zoll-Laufwerkseinschub in die Front integriert. Das I/O-Panel ist mit je zwei USB 2.0- und USB 3.0-Ports sowie den beiden Audioanschlüssen vorbildhaft bestückt.  

anidées AI-7M Cube

An der Vorderseite fehlt zwar ein Herstellerlogo, dafür macht aber seitlich ein Schriftzug klar, von welchem Unternehmen das Gehäuse stammt. Das großzügige Sichtfenster ermöglicht den Einblick in das Gehäuse. Es ist aber kein Pflichtkauf - wer mag, kann das AI-7M auch mit geschlossenem Seitenteil ordern. Die Seitenteile werden in jedem Fall mit Rändelschrauben am Gehäuse befestigt. Sie lassen sich leicht lösen. 

 

anidées AI-7M Cube

Leicht gelöst werden kann auch die Mesh-Abdeckung für die beiden optionalen Deckellüfterplätze. Hinter dem Metallgitter sorgt ein versetzt angeordnetes Kunststoffgitter für zusätzlichen Staubschutz. Auch der Staubschutz in der Front und der für den seitlichen Lufteinlass des ATX-Netzteiles werden von einfachen Kunststoffgittern übernommen. Auch im Deckel ist die Montage eines 240-mm-Radiators möglich. Dafür muss allerdings der ODD-Käfig ausgebaut werden. 


anidées AI-7M Cube

Die Rückseite zeigt ein ungewöhnliches Bild - gleich zwei 140-mm-Lüfter dienen als Rückwandlüfter. Möglich wird das durch die liegende Ausrichtung des Mainboards und durch das aufrecht stehende ATX-Netzteil. Ungewöhnlich sind aber auch die drei Rändelschrauben auf halber Höhe der Rückwand, sie sichern den Mainboardtray, der nicht etwa fest vernietet wurde, sondern modular ausgeführt ist. Weniger fortschrittlich ist hingegen die Montage der Erweiterungskarten mit konventionellen Schrauben. 

anidées AI-7M Cube

Ein kleines Detail kann beim Blick auf die Rückseite des AI-7M leicht übersehen werden - in einer der oberen Ecken dient ein kleiner Schieberegler als Lüftersteuerung für bis zu sechs Lüfter. Die Lüfter werden mit dem 3-Pin-Stecker intern an einer Platine angeschlossen. Sie können über die Lüftersteuerung entweder ausgeschaltet, mit geringer oder mit hoher Drehzahl betrieben werden. Auf den Regelbereich gehen wir bei den Lautstärkemessungen näher ein.


anidées AI-7M Cube

Abgesehen von der modularen Gestaltung des Mainboardtrays und der Laufwerkskäfige ist der Innenaufbau ganz typisch für einen Micro-ATX-Cube. Der Mainboardtray teilt das Gehäuse praktisch in ein oberes Segment für das Mainboard und in das untere Segment für Massenspeicher und Netzteil. 

anidées AI-7M Cube

Bis zu vier 3,5-Zoll-Festplatten werden in den Laufwerksschubladen werkzeuglos montiert und durch dünne Gummiringe entkoppelt. Wer 2,5-Zoll-Laufwerke nutzen möchte, muss sie mit diesen Laufwerksschubladen verschrauben. Im geräumigen Cube wäre eigentlich noch genug Platz für einen weiteren Laufwerkskäfig, gerade für einen separaten 2,5-Zoll-Käfig. anidées hat es aber doch bei den vier kombinierten 2,5/3,5-Zoll-Laufwerksplätzen und dem einen 5,25-Zolll-Laufwerksplatz belassen. Für die meisten Nutzer dürften das aber allemal ausreichende Storagekapazitäten sein. 

anidées AI-7M Cube

Nach dem Lösen von insgesamt sieben Rändelschrauben kann der Mainboardtray aus dem Gehäuse herausgenommen und das Mainboard inklusive Prozessor und Prozessorkühler einfach außerhalb des Gehäuses installiert werden. 


anidées AI-7M Cube

Der Tray wird dann mit Mainboard einfach wieder an seinen Platz verfrachtet und festgeschraubt. Auch die Montage der übrigen Komponenten ist weitgehend unkompliziert. Beim optischen Laufwerk und den Erweiterungskarten kann man aber eine werkzeuglose Lösung vermissen. Überflüssige Kabellänge wird vor allem unterhalb des Mainboardtrays verstaut. Die Kabel können dabei durch einige Kabeldurchführungen ins Mainboardsegment geleitet werden. 

anidées AI-7M Cube

Während der Frontlüfter den Innenraum bei der schwarzen Farbvariante mit blauen LEDs illuminiert, erstrahlen bei der weißen Variante weiße LEDs. 

anidées AI-7M Cube

Auch frontal wird das Erscheinungsbild des Gehäuses im Betrieb von den Lüfter-LEDs geprägt. Bei unserem Testsample war allerdings eine von vier LEDs defekt. 


Neben der Verarbeitung und der Ausstattung des Gehäuses ist auch das Temperaturverhalten von elementarer Bedeutung.

Das Testsystem:

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Folgende Komponenten wurden verbaut:

Eckdaten: Testsytem
Prozessor: Intel Core i5-2400S
Prozessor-Kühler: Scythe Yasya, passiv gekühlt
Mainboard: Biostar H77MU3
Arbeitsspeicher: 4096 MB Crucial 1333 MHz
Festplatte: OCZ Arc 100 SSD 240 GB
Grafikkarte: Sapphire Radeon HD 7750 Ultimate
Betriebssystem: Windows 7 x64 Home Premium

Temperaturmessungen:

Um die maximalen Temperaturen des Prozessors zu ermitteln, wurde die CPU mittels des kostenlosen Stresstest-Tools Prime 95 für 30 Minuten ausgelastet. Da der Small FFT-Test erfahrungsgemäß die höchste Wärmeverlustleistung mit sich bringt, benutzen wir diesen Modus und protokollieren die maximalen Kerntemperaturen mit dem Systemtool Lavalys Everest. Die einzelnen Kerntemperaturen werden addiert und durch die Anzahl der physikalischen Kerne dividiert. Gleichzeitig wird die Grafikkarte mit dem Stresstest Furmark ausgelastet.

Die Betrachtung der Temperaturen im Idle-Zustand (= Leerlauf) wird zunehmend uninteressanter, da sowohl die Prozessor- als auch die Grafikkartenhersteller sehr gute Stromspartechniken entwickelt haben. Im Zuge dessen werden die Rechenkerne im Idle-Zustand heruntergetaktet und die Stromspannung reduziert. Infolgedessen wird die erzeugte Abwärme auf ein Minimum reduziert.

Unsere Messungen brachten folgendes Ergebnis hervor:

CPU-Temperatur

Grad Celsius
Weniger ist besser

GPU-Temperatur

Grad Celsius
Weniger ist besser

Beurteilung der Temperaturen:

Bei voller Drehzahl entfesseln die drei vormontierten Gehäuselüfter einen regelrechten Orkan, weil der Luftstrom auch noch ungehindert die zu kühlenden Komponenten erreicht. Vor allem die Prozessortemperatur fällt dadurch vorbildlich niedrig aus. Die Grafikkarte kann gingegen nicht ganz so stark von diesem Kühlkonzept profitieren und erreicht einen durchschnittlichen Temperaturwert. Wird der Schiebeschalter der Lüftersteuerung auf "Low" gestellt, weht im AI-7M plötzlich nur noch ein laues Lüftchen. Dadurch steigt die Prozessortemperatur auf einen durschnittlichen Wert, die Grafikkarte wird hingegen schon unangenehm warm. Die große Temperaturdifferenz zwischen "High" und "Low" macht deutlich, wie breit der Regelbereich der Lüftersteuerung ist - aber auch, dass eine Zwischenstufe fehlt.

Lautstärkemessungen:

Für unsere Lautstärkemessungen nutzen wir ein Voltcraft SL-400 Schallpegel-Messgerät, das wir in 20 cm Entfernung vor dem Gehäuse platzieren.

Lautstärke in dB(A)

dB(A)
weniger ist besser

Eine Zwischenstufe wird auch mit Blick auf die Lautstärke vermisst. Das AI-7M kann entweder flüsterleise oder extrem laut sein, kennt aber keinen Kompromiss. Dadurch wird der Nutzer oft nachregeln müssen - im Leerlauf ist das Gehäuse mit dem "Low"-Setting flüsterleise. Sobald aber - beispielsweise beim Spielen - die Temperaturen nach oben schnellen, wird schnell ein Hochregeln der Lüfter nötig. Soll anschließend wieder konzentriert an einem Text gearbeitet oder entspannt gesurft werden, sind die Lüfter dafür viel zu laut - der nächste Regeleingriff wird fällig. 

Weitere Messungen in der Übersicht:

Höhe Prozessorkühler:

Maximale Höhe CPU-Kühler in cm

cm
Mehr ist besser

Nominell soll das AI-7M Kühler mit bis zu 18 cm Höhe aufnehmen können. Unsere konservative Messung fällt mit 17 cm etwas pessimistischer aus. In jedem Fall lassen sich aber die meisten handelsüblichen Towerkühler im Gehäuse unterbringen. 

Grafikkartenlänge:

Maximale Grafikkartenlänge in cm

cm
Mehr ist besser

Die Grafikkarte darf maximal 32 cm lang sein. Damit finden auch die meisten langen High-End-Grafikkarten genug Platz. Wer den 200-mm-Lüfter ausbaut, gewinnt zusätzlich noch 2 cm Platz. Umgekehrt reduziert aber ein Frontradiator den für die Grafikkarte nutzbaren Platz. 

Materialstärke:

Stärke der Seitenteile in mm

mm
Mehr ist besser (unterschiedliche Materialien sind zu berücksichtigen)

Die Seitenteile haben eine Materialstärke von 0,7 mm - ein ziemlich durchschnittlicher Wert. An der Verarbeitung des Gehäuses können wir nichts aussetzen. Dass die Front aus einfachem Kunststoff besteht, fällt aber gerade bei der weißen Variante doch sehr auf. 


anidées ist mit dem AI-7M spät dran, denn an Micro-ATX-Cubes mangelt es nun wirklich nicht. Dabei sind die meisten dieser Gehäuse sehr ähnlich aufgebaut, sodass die Unterschiede im Detail liegen. Um das AI-7M von etablierten Konkurrenzmodellen abzusetzen, hat anidées sich aber spürbar um eine möglichst vorzeigbare Feature-Liste bemüht. 

Tatsächlich bietet der Cube nicht nur genug Raum für ein potentes Spielesystem mit Towerkühler und langer Grafikkarte, sondern auch durchaus beeindruckende Kühlmöglichkeiten. Die Bestückung mit drei großformatigen Lüftern stellt schon ab Werk eine hohe Kühlleistung sicher. Allerdings kann diese Kühlleistung nicht so fein dosiert werden, wie man sich das wünschen würde. Die integrierte Lüftersteuerung regelt zwar bis zu sechs Lüfter, kennt neben der "Stop"-Stellung aber nur "High" und "Low" als extreme Gegenpole und keine Zwischenstufen. So bemerkenswert wie die werkseitige Lüfterbestückung sind auch die Radiatorenplätze. Für ein Micro-ATX-Gehäuse sind gleich drei 240-mm-Radiatorenplätze doch außergewöhnlich. Diese Flexibilität wird aber damit erkauft, dass das AI-7M nicht gerade "Micro" ausfällt. Das anidées-Modell ist damit vor allem eine Lösung für Nutzer, die sich alle Möglichkeiten offenhalten wollen und nicht für solche, denen es um Platzersparnis geht. 

Flexibilität kennzeichnet selbst den Innenaufbau des AI-7M. Die beiden Laufwerkskäfige können genauso wie der Mainboardtray einfach ausgebaut werden. Nur der ODD-Käfig wird von konventionellen Schrauben gehalten, zum Ausbauen von HDD-Käfig und Tray sind nur Rändelschrauben zu lösen. Warum anidées für die Montage der Erweiterungskarten nicht auch Rändelschrauben nutzt, ist allerdings nicht ganz nachvollziehbar. Detailkritik kann man auch an den einfachen Staubfiltern üben. Statt feinmaschiger Textifilter finden einfache Kunststoffgitter Verwendung. 

Rein optisch gehört das AI-7M zu den unauffälligen Micro-ATX-Cubes. Böse Zungen könnten das Design gar als uninspiriert bezeichnen. Doch immerhin hat der Käufer die Wahl zwischen schwarzer und weißer Farbe und zwischen Window und geschlossenem Seitenteil. Aggressiver hat Aerocool die vergleichbaren Cubes Xpredator Cube und Strike-X Cube gestaltet. Das Design ist aber auch schon das auffälligste Unterscheidungsmerkmal der drei Cubes, zu sehr ähneln sich Format, Innenaufbau und Kühlsystem. Bei den Aerocool-Modellen muss man zwar auf den dritten 240-mm-Radiatorenplatz verzichten, kann dafür aber eine stufenlose Lüftersteuerung nutzen. Flexibel nutzbare Micro-ATX-Cubes sind außerdem beispielsweise Fractal Designs Node 804 (mit elegantem Design und sogar einem 280-mm-Radiatorenplatz) und Corsairs Carbide Series Air 240 (sehr nutzerfreundliche Montage, aber nur 120- und 80-mm-Lüfterplätze). Als wasserkühlungsfreundliche Mini-Tower mit ganz unterschiedlichem Design glänzen hingegen BitFenix Aegis und Phanteks Enthoo Evolv

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Das anidées AI-7M überzeugt als vielseitiger Micro-ATX-Cube. Trotz unaufgeregter Optik bietet es sich gerade für leistungsstarke Spielesysteme an, denn Platzverhältnisse und Kühlsystem sind ganz klar darauf ausgelegt. 

Positive Aspekte des anidées AI-7M Cube:

Negative Aspekte des anidées AI-7M Cube: