Phanteks Enthoo Luxe im Test

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Gehäuse Nr. 3 aus dem Hause Phanteks - das ist das Enthoo Luxe. Der Full-Tower soll nicht etwa ein anderes Marktsegment bedienen als die bisherigen Modelle, sondern schließt vielmehr die große Preislücke zwischen Enthoo Pro und Enthoo Primo. Dabei sticht das Luxe vor allem mit dem namensgebenden Beleuchtungssystem ins Auge.

Nach dem überraschend überzeugenden Start ins Luftkühlungssegment hat Phanteks auch einen absolut souveränen Einstieg in das Gehäusesegment geschafft. Als Türöffner diente das Enthoo Primo, ein üppig ausgestatteter Full-Tower mit beeindruckenden Wasserkühlungsmöglichkeiten. Die Vernunftsoption kam anschließend mit dem Enthoo Pro auf den Markt. Dieses E-ATX-Modell ist nicht ganz so glamourös ausgestattet, glänzt im Kern aber doch mit ähnlichen Tugenden wie das Primo und ist mit 89,90 Euro (Variante ohne Window) auch preislich sehr attraktiv. Das Gehäusetrio wird jetzt mit dem Enthoo Luxe komplettiert.

Das Luxe basiert auf dem gleichen Grundgerüst wie das Enthoo Pro, ist aber besser ausgestattet. Auf den ersten Blick fällt vor allem das Beleuchtungssystem auf. Auf beiden Seiten des Gehäuses sorgen LED-Streifen für eine indirekte Beleuchtung in zehn verschiedenen Farben. Anders als beim Enthoo Pro kommt beim Enthoo Luxe kein Kunststoff in Alu-Optik, sondern gleich richtiges Aluminium zum Einsatz. Weil Phanteks das Leichtmetall sandstrahlt, zeigt es sich mit einer besonderen, körnigen Textur. 

Abgesehen von den optischen Anpassungen ähneln sich die beiden günstigeren Enthoo-Modelle sehr. Allerdings hatten wir am Enthoo Pro ohnehin kaum etwas auszusetzen, es konnte sich als sehr komplettes Gehäuse präsentieren. Zu kritisieren hatten wir eigentlich nur die werkseitige Lüfterbestückung, die ungeregelt nicht gerade leise ist, dabei aber doch nur eine durchschnittliche Kühlleistung erreicht. Beim Enthoo Luxe könnte der zusätzlich mitgelieferte Deckellüfter für niedrigere Temperaturen sorgen. Angesichts der vielen Parallelen zwischen beiden Modellen fassen wir diesen Test etwas kürzer als gewohnt und verweisen noch einmal auf den Test zum Enthoo Pro

Phanteks lässt sich die Aufwertungen beim Enthoo Luxe gut bezahlen. Gegenüber dem Enthoo Pro ist es 40 (beim Vergleich mit der Window-Variante) bzw. sogar 50 Euro (beim Vergleich mit der geschlossenen Variante) teurer. 139,90 Euro sind aber für ein E-ATX-Gehäuse mit einer derart umfangreichen Ausstattung immer noch angemessen. Noch einmal 10 Euro mehr müssen übrigens investiert werden, wenn die auffällige weiße Variante gekauft wird. 

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Auch dem Luxe legt Phanteks die praktische Sortierbox für das Montagematerial, eine informative Anleitung, klassische Kabelbinder und Kabelbinder mit Klettverschlüssen bei. Anders als das Pro wird das Luxe aber nicht nur mit Montageblende für einen Ausgleichsbehälter, sondern auch mit einer Montageplatte für die Wasserkühlungspumpe ausgeliefert. Dünne Gummistreifen sollen dabei für Entkopplung sorgen.

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Caseking.de hat uns gleich noch eine zweite Zubehörbox mitgeschickt. Dieses Retail-Zubehör kann zusätzlich zu den Phanteks-Gehäusen erworben werden. So können SSD-Brackets und Montageplatten für die Pumpe nachgekauft werden. Die in den Enthoo-Gehäusen integrierte PWM-Platine zum Steuern von bis zu sechs Lüftern über das PWM-Signal gibt es auch separat und in ein Kunststoffgehäuse integriert. Passend dazu ermöglichen Y-Adapter das Anbinden und Steuern von weiteren Lüftern. Das Beleuchtungssystem des Luxe kann einfach noch durch ein weiteres LED-Band nachgerüstet werden. Dafür ist noch ein passender Anschluss frei. Der wahlweise ein oder zwei Meter lange LED-Stripe kann dann gemeinsam mit den anderen Beleuchtungselementen gesteuert werden.  

Bevor wir mit dem eigentlichen Test beginnen, hier die Eckdaten des Gehäuses in tabellarischer Form:

Eckdaten: Phanteks Enthoo Luxe
Bezeichnung: Phanteks Enthoo Luxe
Material: Stahl, Kunststoff, Aluminium
Maße: 235 x 560 x 550 mm (B x H x T)
Formfaktor: E-ATX, ATX, Micro-ATX, Mini-ITX, SSI EEB
Laufwerke: 3x 5,25 Zoll (extern), 6x 2,5/3,5 Zoll (intern, HDD/SSD-Käfige), 2x 2,5 Zoll (intern, SSD-Bracket)
Lüfter: 2x 120/140 oder 1x 200 mm (Vorderseite, 1x 200 mm vorinstalliert), 1x 120/140 mm (Rückseite, 1x 140 mm vorinstalliert), 3x 120/140 oder 1x 200 mm (Deckel, 1x 140 mm vorinstalliert), 2x 120 oder 1x 140 mm (Boden, optional), 2x 120 mm (HDD-Käfige)
Gewicht: 11,9 kg
Preis: 139,90 Euro

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Auch das Enthoo Luxe ist eigentlich ein Stahlgehäuse mit Front-, Deckel- und Bodenpartien aus Kunststoff. Front und Deckel werden zusätzlich aber noch mit sandgestrahltem Aluminium verkleidet. Sie wirken dadurch optisch und haptisch hochwertiger als beim Enthoo Pro. Das vorbildliche I/O-Panel (je zwei USB 2.0- und USB 3.0-Ports, Audiobuchsen) sowie die Taster für den Farbwechsel des Beleuchtungssystem und zum Neustarten des PCs verbergen sich hinter einer Klappe. Das schützt vor Staub, sorgt gleichzeitig aber auch für eine einheitliche Optik der Front. 

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Phanteks bleibt sich treu und legt auch beim Luxe Wert auf eine optimale Ausstattung mit Staubfiltern. Solche Filter sitzen hinter der Front, unter dem Gehäuseboden und unter dem Mesh im Deckel. Das Meshelement lässt sich einfach abnehmen, wenn man es an der richtigen Stelle sanft drückt. Darunter zeigen sich die Deckellüfterplätze. Im Auslieferungszustand sitzt anders als beim Enthoo Pro ein 140-mm-Lüfter unter dem Deckel. Wahlweise können weitere Deckellüfter nachgerüstet oder aber auch ein Deckelradiator bis hin zum 360- oder gar 420-mm-Format verbaut werden.

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Von der Seite betrachtet, lassen sich zwischen Enthoo Pro und Enthoo Luxe kaum Unterschiede ausmachen. Nur bei genauem Hinsehen fällt auf, dass die Kunststoffhaube beim Luxe etwas höher aufragt. Das erklärt auch den Größenunterschied. Während das Pro auf 235 x 535 x 550 mm (B x H x T) kommt, ist das Luxe 235 x 560 x 550 mm (B x H x T) groß und damit 2,5 cm höher. Das Luxe ist vor allem höher, weil Phanteks die LED-Streifen in Deckel und Front integrieren musste. Allerdings können bei diesem Modell dank der höheren Kunststoffhaube die Lüfter (zumindest die im 120- und 140-mm-Format) oberhalb des Stahldeckels montiert werden. Dadurch stehen die 6,5 cm zwischen Stahldeckel und Mainboardoberkante ganz für den Deckelradiator zur Verfügung.   

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Auch die Lüfterbestückung ist bei den beiden günstigeren Enthoo-Modellen identisch. Zwei 140-mm-Lüfter verteilen sich auf Deckel und Rückwand, ein großer 200-mm-Lüfter sitzt hinter der Front. 


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Der Blick in den Innenraum macht endgültig deutlich, das Enthoo Pro und Enthoo Luxe letztlich nur zwei Designvarianten eines Gehäuses sind. Dadurch bietet auch das Luxe ein Gehäuseinneres, das optimal die wichtigen Hardwarekomponenten in Szene setzt und unschönere Ecken wie die Kabelstränge am Mainboard oder den Laufwerksschacht einfach komplett ausblendet. Dazu kommt ein überzeugendes Kabelmanagement. 

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Das durchdachte Kabelmanagement setzt sich hinter dem Mainboardtray fort. Klettverschlussbinder ermöglichen ein schnelles Ordnen der verschiedenen Kabelstränge. Hinter dem Tray verbirgt sich auch die angesprochene Verteilerplatine, mit der sechs 3-Pin-Lüfter über ein PWM-Signal gesteuert werden können. Schließlich gibt es zwei 2,5-Zoll-Laufwerksplätze mit sogenanntem "Drop-n-Lock"-Mechanismus. Die SSD oder kleinformatige HDD wird mit einem Träger verschraubt, der dann einfach in vier Gummipuffer geschoben wird. Mitgeliefert wird allerdings nur eine entsprechende SSD-Bracket, die zweite muss separat bestellt werden. 

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Praktisch sind die 2,5-Zoll-Montageplätze vor allem dann, wenn die beiden modularen HDD/SSD-Käfige ausgebaut werden. Das ermöglicht unter anderem die Montage eines Frontradiators (maximal 240 mm) oder einer Pumpe - der passende Pumpensockel liegt dem Enthoo Luxe gleich bei. 

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Das Testsystem ließ sich im geräumigen Innenraum des Enthoo Luxe anstandslos und schnell installieren. Beschleunigt wurde die Montage durch werkzeuglose Lösungen wie den Rändelschrauben für die Erweiterungskarten und den Laufwerksschubladen für die Festplatten. Für die Installation des Netzteils sind hingegen ein paar Handgriffe mehr nötig, weil die Netzteilabdeckung erst abgebaut werden muss. Sie wird aber nur von drei Rändelschrauben gehalten und der Mehrwert (ein enorm aufgeräumt wirkender Innenraum) ist diesen geringen Mehraufwand allemal wert.

Um das Beleuchtungssystem auszureizen, haben wir zusätzlich zu den vorinstallierten LED-Bändern noch ein drittes Band im Innenraum verlegt. Das Zwei-Meter-Band ist ausreichend lang, um den Innenraum von allen vier Seiten her zu beleuchten. Die Installation ist unkompliziert, weil das Band selbstklebend ist und einfach mit dem noch freien Anschluss des Beleuchtungssystems verbunden wird.


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Die beiden vorinstallierten LED-Bänder beleuchten wirkungsvoll seitlich Front und Deckel. Weil sie indirekt leuchten, sind sie aber alles andere als aufdringlich. Auch das zusätzlich verlegte LED-Band im Innenraum kann gut zur indirekten Beleuchtung genutzt werden.  

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Mit dem Wähltaster hinter der Frontklappe können die zehn verschiedenen Farben durchgewechselt werden. Dabei leuchten nicht nur LED-Bänder, sondern auch der Power-Taster im Deckel in der jeweils gleichen Farbe. In unserer Galerie zeigen wir noch einige weitere Beleuchtungsfarben. 


Neben der Verarbeitung und der Ausstattung des Gehäuses ist auch das Temperaturverhalten von elementarer Bedeutung.

Das Testsystem:

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Folgende Komponenten wurden verbaut:

Eckdaten: Testsytem
Prozessor: Intel Core i5-2400S
Prozessor-Kühler: Scythe Yasya, passiv gekühlt
Mainboard: Biostar H77MU3
Arbeitsspeicher: 4096 MB Crucial 1333 MHz
Festplatte: Western Digital Raptor 74GB
Grafikkarte: Sapphire Radeon HD 7750 Ultimate
Betriebssystem: Windows 7 x64 Home Premium

Temperaturmessungen:

Um die maximalen Temperaturen des Prozessors zu ermitteln, wurde die CPU mittels des kostenlosen Stresstest-Tools Prime 95 für 30 Minuten ausgelastet. Da der Small FFT-Test erfahrungsgemäß die höchste Wärmeverlustleistung mit sich bringt, benutzen wir diesen Modus und protokollieren die maximalen Kerntemperaturen mit dem Systemtool Lavalys Everest. Die einzelnen Kerntemperaturen werden addiert und durch die Anzahl der physikalischen Kerne dividiert. Gleichzeitig wird die Grafikkarte mit dem Stresstest Furmark ausgelastet.

Die Betrachtung der Temperaturen im Idle-Zustand (= Leerlauf) wird zunehmend uninteressanter, da sowohl die Prozessor- als auch die Grafikkartenhersteller sehr gute Stromspartechniken entwickelt haben. Im Zuge dessen werden die Rechenkerne im Idle-Zustand heruntergetaktet und die Stromspannung reduziert. Infolgedessen wird die erzeugte Abwärme auf ein Minimum reduziert.

Unsere Messungen brachten folgendes Ergebnis hervor:

CPU-Temperatur

Grad Celsius
Weniger ist besser

GPU-Temperatur

Grad Celsius
Weniger ist besser

Beurteilung der Temperaturen:

Auf den ersten Blick mag der deutliche Temperaturunterschied zwischen Enthoo Pro und Enthoo Luxe überraschen. Die Erklärung liefert ein Blick auf die Lüfterbestückung: Beide Gehäuse werden mit einem 200-mm-Frontlüfter und einem 140-mm-Rückwandlüfter ausgeliefert. Das Enthoo Luxe hat zusätzlich aber noch einen 140-mm-Deckellüfter und zeigt damit, dass es keineswegs nur als Wasserkühlungsgehäuse zu gebrauchen ist. Die Luftkühlleistung ist absolut konkurrenzfähig. 

Lautstärkemessungen:

Für unsere Lautstärkemessungen nutzen wir ein Voltcraft SL-400 Schallpegel-Messgerät, das wir in 20 cm Entfernung vor dem Gehäuse platzieren.

Lautstärke in dB(A)

dB(A)
weniger ist besser

Auch das Enthoo Luxe ist mit 42,5 dB(A) kein Leisetreter, ein Herunterregeln der Lüfter empfehlenswert. Trotzdem bleibt es immerhin deutlich leiser als das Enthoo Pro - und das mit einem Lüfter mehr. Bei unserem Enthoo Pro-Testsample war in erster Linie der 200-mm-Frontlüfter für die enorme Lautstärke verantwortlich. Scheinbar hat Phanteks diesen Lüfter für das Enthoo Luxe lautstärkeoptimiert (wir können aber auch nicht ausschließen, dass wir mit unserem Enthoo Pro-Testsample einfach Pech hatten).

Weitere Messungen in der Übersicht:

Höhe Prozessorkühler:

Maximale Höhe CPU-Kühler in cm

cm
Mehr ist besser

Selbst höchste Towerkühler können problemlos installiert werden. 

Grafikkartenlänge:

Maximale Grafikkartenlänge in cm

cm
Mehr ist besser

Auch überlange Grafikkarten finden im Enthoo Luxe problemlos Platz - und das selbst mit Laufwerksschacht. 

Platz hinter dem Mainboardschlitten:

Abstand zwischen Tray und Seitenteil in cm

cm
Mehr ist besser

Viel Raum gibt es selbst für das Kabelmanagement. 

Materialstärke:

Stärke der Seitenteile in mm

mm
Mehr ist besser (unterschiedliche Materialien sind zu berücksichtigen)

Nur bei der Materialstärke zeigt sich Phanteks etwas knauserig. 0,7 mm sind für ein Gehäuse dieser Größe unterdurchschnittlich. In der Praxis wirkt die Materialstärke aber ausreichend. Auch an der Verarbeitungsqualität können wir nichts aussetzen. 


Mit dem Enthoo Luxe hat Phanteks erstmalig kein neues Gehäuse entwickelt, sondern praktisch eine wertigere Designvariante des Enthoo Pro auf den Markt gebracht. Dank des neuen Beleuchtungssystems macht das Gehäuse seinem Namen alle Ehre. Dabei lässt sich das Beleuchtungssystem sogar noch um ein drittes LED-Band erweitern, das von Phanteks in zwei verschiedenen Längen angeboten wird.

Flexibel ist aber keineswegs nur das Beleuchtungssystem. Der Innenraum des Gehäuses lässt sich auf verschiedenste Weise nutzen. Die Anpassbarkeit steigert Phanteks dadurch, dass an vielen Stellen Nieten durch Schrauben ersetzt werden. So kann selbst der komplette Laufwerksschacht demontiert werden. Das dürfte aber nur selten wirklich nötig sein: Angesichts der geräumigen Platzverhältnisse finden nicht nur übergroße Komponenten, sondern auch Wasserkühlungsradiatoren genug Platz. Im Vergleich zum Enthoo Pro nimmt das höhere Enthoo Luxe dickere Deckelradiatoren auf (bis 6,5 cm). Positiv fällt auch auf, dass beim Enthoo Luxe der Pumpensockel gleich mitgeliefert wird. Für die Luftkühlung gibt es ebenfalls Optimierungen. Der zusätzliche Deckellüfter hebt die Kühlleistung auf ein mehr als konkurrenzfähiges Niveau. Gleichzeitig konnten wir bei unserem Testsample einen deutlich reduzierten Lautstärkepegel messen. Mit ungeregelten Lüftern ist aber auch das Enthoo Luxe alles andere als ein Leisetreter. Eine sicht- und spürbare Aufwertung erfährt das Gehäuse schließlich noch durch die Aluminiumpaneele im Front- und Deckelbereich.

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Ob der deutliche Aufpreis von etwa 50 Euro (variiert je nach Modellvariante) gegenüber dem Enthoo Pro gerechtfertigt ist, muss letztlich jeder Kaufinteressent für sich entscheiden. Auf jeden Fall kann Phanteks auch mit dem Enthoo Luxe ein sehr überzeugendes Gehäuse anbieten, das in einigen Details noch deutlich optimiert wurde. Damit reicht es sogar für unseren Excellent-Hardware-Award. 

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Positive Aspekte des Phanteks Enthoo Luxe:

Negative Aspekte des Phanteks Enthoo Luxe: