Corsair Graphite Series 760T im Test

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Scythe_Gekko_logoFrisches Design und frische Ideen - beides soll Corsairs Graphite Series 760T bieten. Der große Full-Tower punktet von außen vor allem mit seinem riesigen Window. Der geräumige Innenraum wartet hingegen unter anderem mit modularen Festplattenkäfigen und vielfältigen Kühloptionen auf. Direkt zum offiziellen Launch haben wir das jüngste Modell der Graphite Series ausführlich getestet. 

Schon 2013 gab es jede Menge Neuvorstellungen von Corsairs Gehäusesparte - und offensichtlich geht es auch in diesem Jahr munter so weiter. Nachdem wir vor zwei Tagen mit dem Obsidian Series 450D den jüngsten Spross aus Corsairs High-End-Serie getestet haben, ist diesmal die Mittelklasse dran. Das Graphite Series 760T macht aber deutlich, dass eine scharfe Trennung zwischen beiden Gehäuseserien gar nicht so einfach ist. 

Der ausgewachsene Full-Tower ist bestens für High-End-Hardware gerüstet. Er bietet viel Platz für extra hohe Kühler und überlange Grafikkarten. Auch die Kühlung der Hardware sollte dank zahlreicher Lüfterplätze (großteils im 140-mm-Format) und die Möglichkeiten zur Radiatorenmontage kein Problem darstellen. Eine weitgehend werkzeuglose Montage und leicht zu reinigende Staubfilter verstehen sich bei einem Corsair-Gehäuse ohnehin fast von selbst. So richtig auftrumpfen kann das Gehäuse aber vor allem mit seinem frischen Design. Anders als bei den Modellen der Obsidian Series kommt zwar kein Aluminium zum Einsatz, dafür beweist das Graphite Series 760T wesentlich mehr Mut bei Farbe und Formgebung. Ein besonderer Hingucker ist zudem das riesige Window. Man muss eigentlich schon vom Window mit Seitenteilfunktion und nicht mehr vom Seitenteil mit Window reden. 

Der Full-Tower spricht all die Nutzer an, die ein großes, auffälliges Gehäuse für auffällige Hardware suchen. Das Graphite  Series 760T hat aber auch seinen Preis. Die schwarze Variante soll 179,99 Euro, die von uns getestete weiße Variante sogar 189,99 Euro kosten. Damit ist das Gehäuse nicht nur deutlich teurer als das kleinere Obsidian Series 450D, sondern auch als der vergleichbare Full-Tower aus der Obsidian Series. Das Obsidian Series 750D (zu unserem Test) wird aktuell für 159,90 Euro verkauft. 

Einen ersten Eindruck vom Gehäuse bietet das ausgepackt & angefasst-Video:

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So teuer ein Gehäuse auch ist, beim Lieferumfang beschränkt sich Corsair geradezu schon traditionell nur auf das Nötigste. Vier Kabelbinder, eine Schnellstartanleitung und das Montagematerial (wieder einmal ohne Netzteilschrauben) - mehr liegt dem Graphite Series 760T nicht bei. 

Bevor wir mit dem eigentlichen Test beginnen, hier die Eckdaten des Gehäuses in tabellarischer Form:

Eckdaten: Corsair Graphite Series 760T
Bezeichnung: Corsair Graphite Series 760T
Material: Stahl, Kunststoff (ABS-Kunststoff, Polycarbonat)
Maße: 246 x 568 x 564 mm (B x H x T)
Formfaktor: Mini-ITX, Micro-ATX, ATX, E-ATX, XL-ATX
Laufwerke: 3x 5,25 Zoll (extern), 6x 2,5/3,5 Zoll (intern, bis zu 12 mit zusätzlichen HDD/SSD-Käfigen), 4x 2,5 Zoll (intern)
Lüfter: 1x 140 mm (Rückseite, vorinstalliert), 2x 140 mm (Vorderseite, vorinstalliert), 2x 140 oder 3x 120 mm (Deckel, optional), 1x 120 mm (Boden, optional)
Gewicht: rund 13 kg
Preis: 164,95 Euro 

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Speziell in der weißen - bzw. eigentlich besser schwarz-weißen - Farbvariante ist das Graphite Series 760T ein auffälliges Gehäuse. Anders als bei den Modellen der Obsidian Series bestimmen runde Formen das Bild. So auffällig auch der Schwarz-Weiß-Kontrast, die Formgebung und selbst die Standfüße sind, sticht doch vor allem das riesige Window ins Auge. Der Windowfläche kommt auch zugute, dass das Gehäuse ein ausgewachsener, 246 x 568 x 564 mm großer Full-Tower ist. Dass Corsair beim Design selbst auf Details geachtet hat, verdeutlicht der Blick auf die drei 5,25-Zoll-Laufwerksplätze. Der obere Laufwerksplatz wird mit Stealth-Blende ausgeliefert, so dass ein optisches Laufwerk dahinter versteckt werden kann und das einheitliche Erscheinungsbild der Front nicht beeinträchtigt wird.  

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Nutzerfreundlichkeit wird bei Corsair groß geschrieben. Das gilt nicht nur für die Montage der Hardware, sondern auch für die Wartung der Gehäuse. Auch beim Graphite Series 760T kann der vordere Staubfilter einfach nach Drücken der beiden oberen Ecken abgenommen werden. Dahinter kommen zwei 140 mm große Frontlüfter zum Vorschein, die im Betrieb weiß aufleuchten. 

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Das gut bestückte I/O-Panel mit seinen vier USB-Ports (davon zwei USB 3.0-Ports) und den Audiobuchsen ist schon Grund für Lob. Unauffällig, doch sehr bemerkenswert ist aber auch der kleinste Schalter. Er ermöglicht es, bis zu vier Lüfter (mit 3- oder 4-poligem Lüfteranschluss) in zwei Stufen zu regeln. 

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Im Auslieferungszustand verdeckt eine abnehmbare Abdeckung die optionalen Deckellüfterplätze. Bei Bedarf können drei 120-mm-Lüfter oder zwei 140-mm-Lüfter nachgerüstet werden. Auch die Montage eines 360- oder 280-mm-Radiators unter dem Deckel ist möglich. Zwischen Deckel und Mainboardoberkante sind gute 8 cm Abstand.


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Beide Seitenteile bestehen beim Graphite Series 760T aus Kunststoff. Das linke Seitenteil kombiniert ein riesiges Acrylwindow mit zwei verstärkten Kunststoffstreben.

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Das rechte Seitenteil präsentiert sich hingegen in schwarzer Hochglanzoptik. Dass nicht nur das Material der Seitenteile ungewöhnlich ist, lässt sich schon beim Blick auf die Griffe erahnen. Die Seitenteile sind als Türen ausgeführt und können einfach aufgeschwenkt werden. 

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Die dafür nötigen Scharniere gibt es auf der Gehäuserückseite zu sehen. Dort befindet sich außerdem der dritte vormontierte Lüfter. Wie schon hinter der Front kommt auch hier ein 140 mm großer AF140L zum Einsatz. 

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Der Full Tower steht erhöht auf zwei Kunststoffstandbügeln mit Auflageflächen aus Gummi. Eine kleine Nachlässigkeit leistet sich Corsair bei den Bodenstaubfiltern. Der Lufteinlass des Netzteils wird zwar von einem (nach hinten entnehmbaren) Filter geschützt, für den optionalen Bodenlüfterplatz gibt es aber keinen Filter. Zumindest im Auslieferungszustand wird dieser Lüfterplatz vom Sockel eines HDD/SSD-Käfigs aber so verdeckt, dass kein Staub in das Gehäuse gelangen kann. 


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Von außen ist das Gehäuse in der getesteten Farbvariante Schwarz-Weiß, innen dominiert aber Schwarz. Für Benutzerfreundlichkeit sorgen im Innenraum werkzeuglose Montagemechanismen. Sie gibt es in Form von Schnellverschlüssen bzw. biegbaren Laufwerksschubladen sowohl für optische Laufwerke und 3,5-Zoll-Festplatten... 

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... als auch in Form von Rändelschrauben für die Erweiterungskarten. Das Netzteil muss hingegen rückseitig verschraubt werden. Es wird auf dem nackten Stahlboden aufgelegt und nicht entkoppelt. 

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Damit genug Platz für lange Erweiterungskarten, den Bodenlüfter oder einen Frontradiator (bis zu 240 bzw. 280 mm) geschaffen werden kann, sind beide HDD/SSD-Käfige modular ausgeführt. Sie können nach dem Lösen von zwei bzw. vier Schrauben an der Gehäuseunterseite entnommen werden. Die Käfige können übereinander gestapelt oder auch ganz entnommen werden. Prinzipiell könnten im Gehäuse sogar vier dieser Käfige mit dann insgesamt zwölf Laufwerksplätzen untergebracht werden.

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Auch wenn alle HDD/SSD-Käfige entnommen werden, stehen immer noch vier 2,5-Zoll-Laufwerksplätze hinter dem Mainboardtray zur Verfügung. Anders als die Laufwerksschubladen können sie sogar werkzeuglos mit SSDs oder kleinformatigen Festplatten bestückt werden. Der Tray bietet außerdem ein Kabelmanagement mit ummantelten Durchführungen und eine große Aussparung für die Montage von Prozessorkühlern mit Backplate. 

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Im geräumigen Innenraum ist das Micro-ATX-Testsystem schnell installiert - zumal der Einbau durch die werkzeuglose Montage der Laufwerke und der Erweiterungskarten beschleunigt wird. Auch das Kabelmanagement des Graphite Series 760T lässt sich komfortabel nutzen. 


Neben der Verarbeitung und der Ausstattung des Gehäuses ist auch das Temperaturverhalten von elementarer Bedeutung.

Das Testsystem:

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Folgende Komponenten wurden verbaut:

Eckdaten: Testsytem
Prozessor: Intel Core i5-2400S
Prozessor-Kühler: Scythe Yasya, passiv gekühlt
Mainboard: Biostar H77MU3
Arbeitsspeicher: 4096 MB Crucial 1333 MHz
Festplatte: Western Digital Raptor 74GB
Grafikkarte: Sapphire Radeon HD 7750 Ultimate
Betriebssystem: Windows 7 x64 Home Premium

Temperaturmessungen:

Um die maximalen Temperaturen des Prozessors zu ermitteln, wurde die CPU mittels des kostenlosen Stresstest-Tools Prime 95 für 30 Minuten ausgelastet. Da der Small FFT-Test erfahrungsgemäß die höchste Wärmeverlustleistung mit sich bringt, benutzen wir diesen Modus und protokollieren die maximalen Kerntemperaturen mit dem Systemtool Lavalys Everest. Die einzelnen Kerntemperaturen werden addiert und durch die Anzahl der physikalischen Kerne dividiert. Gleichzeitig wird die Grafikkarte mit dem Stresstest Furmark ausgelastet.

Die Betrachtung der Temperaturen im Idle-Zustand (= Leerlauf) wird zunehmend uninteressanter, da sowohl die Prozessor- als auch die Grafikkartenhersteller sehr gute Stromspartechniken entwickelt haben. Im Zuge dessen werden die Rechenkerne im Idle-Zustand herunter getaktet und die Stromspannung reduziert. Infolgedessen wird die erzeugte Abwärme auf ein Minimum reduziert.

Unsere Messungen brachten folgendes Ergebnis hervor:

Beurteilung der Temperaturen:

Corsairs Obsidian Series 450D erreichte im Test beachtlich niedrige Temperaturen. Das Graphite Series 760T hat zwar eine sehr ähnliche Lüfterbestückung (der 120-mm-Rückwandlüfter wird sogar nur durch ein 140-mm-Modell ersetzt), in dem geräumigen Gehäuse sind die Frontlüfter aber weiter von der Hardware entfernt und der Gehäusedeckel ist werkseitig verschlossen. Im Endeffekt bietet der Full-Tower in Kombination mit unserem Testsystem eine leicht überdurchschnittliche Kühlleistung, fällt aber hinter das Modell aus der Obsidian Series zurück. Werden die Lüfter mit der integrierten Lüftersteuerung heruntergeregelt, steigen CPU- und GPU-Temperatur nur sehr moderat an. 

Lautstärkemessungen:

Für unsere Lautstärkemessungen nutzen wir ein Voltcraft SL-400 Schallpegel-Messgerät, das wir in 20 cm Entfernung vor dem Gehäuse platzieren.

Deutlicher ist der Lautstärkeunterschied zwischen beiden Lüftersettings. Während das Gehäuse bei voller Lüfterdrehzahl ähnlich laut wie das Obsidian Series 450D ist, fällt die Lautstärke auf der zweiten Regelstufe deutlich ab. Das Graphite Series 760T ist zwar auch dann nicht flüsterleise, für ein Gaming-Gehäuse ist die Lautstärke aber absolut vertretbar. 

Weitere Messungen in der Übersicht:

Höhe Prozessorkühler:

Bei der Wahl des Prozessorkühlers gibt es praktisch keine Einschränkungen - die maximale Kühlerhöhe liegt bei stattlichen 18 cm. 

Grafikkartenlänge:

Auch bei der Nutzung überlanger Grafikkarten besteht eigentlich kein Grund zur Sorge. Solange nur der vordere Laufwerkskäfig genutzt wird, können Grafikkarten selbst in den unteren Slots des Mainboards ganze 34 cm lang sein. Limitierend ist nur der Einsatz des hinteren Laufwerkskäfigs. Auf seiner Höhe stehen nur noch 23 cm für Erweiterungskarten zur Verfügung. 

Platz hinter dem Mainboardschlitten:

Geräumig geht es auch hinter dem Mainboardtray zu. Ganze 2,7 cm können die verschiedenen Kabelstränge in Beschlag nehmen. 


Mittelklassemodell zum Premiumpreis - so mag das Graphite Series 760T auf den ersten Blick wirken. Doch man kommt der Sache näher, wenn man sich weniger auf die gewohnte Serienordnung und mehr auf das Gehäuse selbst konzentriert. Dann kann der Full-Tower nämlich so viele Pluspunkte sammeln, dass der Verkaufspreis wesentlich nachvollziehbarer wird.

Gerade im Vergleich zur Obsidian Series, bei der zuletzt für alle Modelle vom Mini-ITX- bis zum HPTX-Gehäuse das immer gleiche Design recycelt wurde, sticht der frische Look des Full-Towers ins Auge. Mit dem Panoramawindow bietet das Gehäuse zudem ein in dieser Form noch ungewohntes Schmankerl. Bemerkenswert ist auch, dass die Seitenteile als Türen ausgeführt sind, die blitzschnell geöffnet und geschlossen werden können. Weil Corsair die Seitenteile komplett aus Kunststoff fertigt, leiden aber Verwindungssteifigkeit und Robustheit. 

Im Innenraum des Graphite Series 760T ist jede Menge Platz für High-End-Hardware vorhanden. Auch an Laufwerksplätzen besteht kein Mangel - vor allem dann nicht, wenn noch zwei weitere HDD/SSD-Käfige nachgerüstet werden. Die modularen Käfige stellen aber auch sicher, dass der Innenraum flexibel an unterschiedliche Bedürfnisse angepasst werden kann. So ist auch die Montage eines 280- oder 240-mm-Radiators hinter der Front möglich. Bedenkt man, dass unter dem Deckel ein 360- oder 280-mm-Radiator und an der Rückwand sowie am Boden je ein Single-Radiator montiert werden kann, eignet sich das Gehäuse bestens als Basis für ein wassergekühltes System. Aber auch luftfgekühlt macht es eine gute Figur. Besonders positiv fällt auf, dass Corsair endlich einmal eine Lüftersteuerung verbaut. Sie ist zweistufig und ermöglicht  eine deutliche Absenkung der Lautstärke bei nur moderat sinkender Kühlleistung. 

Corsair-typisch ist auch das jüngste Modell der Graphites Series ein nutzerfreundliches Gehäuse. Eine unkomplizierte Montage, Kabelmanagement und die leicht zu reinigenden Staubfilter erleichtern den Hardwareeinbau und die Wartung des Full-Towers. Allerdings fehlt ein Staubfilter für den Bodenlüfterplatz. 

Der direkte Konkurrent aus eigenem Hause ist das Obsidian Series 750D (zu unserem Test). Mit seinem schnörkellosen Design, der Aluminiumfront und der tiefschwarzen Lackierung wirkt es je nach Geschmack entweder langweiliger oder deutlich seriöser als das Graphite Series 760T. Ansonsten ähneln sich die Spezifikationen beider Modelle verdächtig. Ein genauerer Blick in die Innenräume macht klar, dass sie weitgehend identisch sind. Obsidian Series 750D und Graphite Series 760T sind praktisch Designvarianten ein und desselben Gehäuses. Bei der Ausstattung gibt es nur kleine Unterschiede wie die Lüftersteuerung des Graphite Series 760T. Bei der aktuellen Preislage ist das Modell aus der Obsidian Series deshalb deutlich attraktiver. Allerdings ist davon auszugehen, dass es auch beim Graphite Series 760T einen deutlichen Unterschied zwischen der unverbindlichen Preisempfehlung und dem realen Marktpreis geben wird. 

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Das Graphites Series 760T zieht die Blicke auf sich - und dank des riesigen Windows auch in den Gehäuseinnenraum. Mit luxuriösen Platzverhältnissen, hoher Nutzerfreundlichkeit und den beachtlichen Kühloptionen trumpft der Full-Tower auch in der Praxis richtig auf. 

Positive Aspekte des Corsair Graphite Series 760T:

Negative Aspekte des Corsair Graphite Series 760T:

Preise und Verfügbarkeit
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