Seite 7: Fazit

Nanoxias Erstlingswerk für den Gehäusemarkt wirkt erstaunlich reif. Ob das am "German Engineering" liegt, können wir nicht beantworten - dafür aber umgehend zur Bewertung kommen. Das Deep Silence 1 fährt die üblichen Silent-Maßnahmen auf. Von Dämmmatten über Festplatten- und Netzteilentkopplung, hochwertige und leise Lüfter bis hin zu den beiden Lüftersteuerungen wird nichts ausgespart. Lobenswert ist auch, dass die optionalen Lüfterplätze über Abdeckungen verfügen und so nicht unnötig Schall nach außen tritt. Vielleicht könnte man sich noch etwas dickere Dämmmatten und eine aufwändigere HDD-Entkopplung wünschen - aber mit den meisten direkten Konkurrenten kann das DS1 in beiden Punkten durchaus mithalten. Sowohl unsere Praxiseindrücke als auch die Messungen bestätigen, dass der Midi-Tower ein sehr leises Gehäuse ist und zusätzlich die Schallemissionen der verbauten Hardware dämpfen kann.

Gleichzeitig kann die Kühlleistung allerdings relativ flexibel angepasst werden, schließlich bietet das Gehäuse insgesamt sieben Lüfterplätze. Bis zu sechs Lüfter können mithilfe der Lüftersteuerungen geregelt werden. Doch selbst der Einsatz einer Wasserkühlung ist möglich. Dafür lässt sich sowohl im Deckel als auch in der Front je ein 240er-Radiator montieren. Das Design des Gehäuses dürfte Nutzer ansprechen, die es sehr minimalistisch mögen. Dafür sorgen nicht nur die Fronttüren, sondern auch die Deckelgestaltung mit dem versenkbaren I/O-Panel und dem "Air Chimney". Gelungene Detaillösungen trifft man auch bei den leicht entnehmbaren Staubfiltern an.

Auffällig sind die Parallelen zwischen dem Nanoxia-Modell und Fractal Designs Define R4. Die Grundkonzeption beider Gehäuse ist sehr ähnlich. Silent-Maßnahmen, gleichzeitig eine ganze Reihe optionaler Lüfterplätze, modulare Festplattenkäfige - Gemeinsamkeiten finden sich viele. Teilweise gibt es sogar bei Details noch Überschneidungen, z.B. bei der Gestaltung der Laufwerksschubladen. Allerdings können auch einige Unterschiede ausgemacht werden. Das Define R4 bietet in der Front anders als das DS1 Platz für zwei 140-mm-Lüfter, verfügt dafür aber nur über eine dreistufige Lüftersteuerung für drei Lüfter. Platz für zwei 240er-Radiatoren bieten beide Gehäuse, das Define R4 hat aber keine Schlauchdurchführungen für die Nutzung einer externen Wasserkühlung. Während das DS1 etwas mehr Platz für besonders hohe Tower-Kühler bietet, gibt es im Define R4 etwas mehr Platz für das Kabelmanagement. Eine Entscheidung zwischen beiden Gehäusen fällt also nicht leicht - für viele Käufer könnte letztlich der Preis entscheidend sein. Noch bleibt aber abzuwarten, wie sich der Verkaufspreis des DS1 einpegeln wird.

Weitere Alternativen wären das BitFenix Ghost (zu unserem Test) und das Antec P280 (zu unserem Test). Bei beiden Gehäusen wurden die Silent-Maßnahmen zwar etwas weniger konsequent umgesetzt, dafür punktet das Antec-Gehäuse mit der Unterstützung für XL-ATX-Mainboards, das BitFenix-Modell kann hingegen u.a. ein Hot-Swap-Dock im Deckel und eine beidseitig montierbare Fronttür vorweisen.

Das Deep Silence 1 ist ein sehr flexibles Gehäuse - der durchdachte Midi-Tower bewährt sich nicht nur als Silent-Gehäuse, sondern lässt sich auch an abwärmeintensive Hardware anpassen. Wie schon beim sehr ähnlich gestalteten Fractal Design Define R4 zücken wir auch beim Nanoxia-Gehäuse unseren Exzellent-Hardware-Award.

alles

Positive Aspekte des Nanoxia Deep Silence 1:

  • Silent-Maßnahmen: Dämmmatten, Entkopplung von 3,5-Zoll-Festplatten und Netzteil, drei leise Nanoxia-Lüfter, Lüftersteuerungen für sechs Lüfter
  • optionale Lüfterplätze im Seitenteil, im Deckel und im Boden
  • Platz für Dual-Radiatoren (240er) sowohl im Deckel als auch in der Front
  • HDD/SSD-Käfige konsequent modular ausgeführt
  • versenkbares I/O-Panel und "Air Chimney" sorgen für einheitliche Optik des Deckels
  • Staubfilter vorhanden und leicht zu reinigen

Negative Aspekte des Nanoxia Deep Silence 1:

  • Fronttüren nicht beidseitig montierbar, Lüfterplätze in der Front nur für 120-mm-Modelle
  • keine werkzeuglose Festplattenmontage
  • Platz für Kabelmanagement etwas knapp