Test: Das Source 210 Elite - NZXTs Low-Budget-Gehäuse

Veröffentlicht am: von

Scythe_Gekko_logoLange dominierten schwarze Gehäuse den Markt, doch mittlerweile ist ein Trend zu bunten und besonders auch zu weißen Gehäusen hin erkennbar. Ein Beispiel dafür ist Corsairs Special Edition White Graphite Series 600T, das wir erst kürzlich getestet haben. Mit NZXTs Source 210-Serie werden zwei weiße Modelle zum Budget-Preis verfügbar. Ob die neue Produktreihe der Kalifornier neben der auffälligen Lackierung und dem günstigen Preis auch mit guter Ausstattung aufwarten kann, soll unser Test des Source 210 Elite aufzeigen.

 

{jphoto image=14662}

NZXT bietet eine umfangreiche Gehäuseauswahl an, die vor allem an Gamer gerichtet ist. Mit der neuen Source 210-Serie kann das US-Unternehmen nun eine Budget-Serie vorweisen, die für unter 50 Euro erhältlich ist. Die Serie umfasst insgesamt vier Modelle, die sich in Farbe und Ausstattung unterscheiden. Wir haben uns die bestausgestattete Variante, das Source 210 Elite, angesehen.

Anders als das reguläre Source 210 kann die Elite-Variante mit USB 3.0 aufwarten - für ein Gehäuse zu diesem Preis ein immer noch ungewöhnliches Feature. Zusätzlich gibt es mit dem 140-mm-Lüfter im Deckel einen zweiten Lüfter. Zwischen beiden Modellen liegen 10 Euro Preisunterschied. Das Source 210 ist ab 39,84 Euro, das Source 210 Elite hingegen ab 49,84 Euro erhältlich. Sowohl das einfache Source 210 als auch das besser ausgestattete Source 210 Elite werden jeweils in einer weißen und in einer schwarzen Farbvariante angeboten.

 


Durch Klick auf das Bild gelangt man zu einer vergrößerten Ansicht

Der Lieferumfang überrascht nicht und ist entsprechend der Budget-Ausrichtung knapp bemessen. Neben Montagematerial und Anleitung liegen noch zwei schwarze Kabelbinder und die Gummiummantelungen für die Schlauchdurchführungen bei.

Bevor wir mit dem eigentlichen Test beginnen, hier die Eckdaten des Gehäuses in tabellarischer Form:

Eckdaten: NZXT Source 210 Elite
Bezeichnung: NZXT Source 210 Elite
Material: Stahl, Kunststoff
Maße: 195 (B) x 440 (H) x 495,5 mm (T) 
Formfaktor: ATX, Micro ATX
Laufwerke: 3 x 5,25 Zoll (extern), 8 x 3,5 Zoll (intern)
Lüfter: 1 x 120 mm (Rückseite), 2 x 140 mm (Deckel; ein Lüfter vormontiert, ein Lüfter optional), 2 x 120 mm (Front, optional), 1 x 120 oder 140 mm (Seitenteil, optional), 1 x 120 mm (Boden, optional)
Gewicht: ca. 6,5 kg
Preis: 49,90 Euro

Durch Klick auf das Bild gelangt man zu einer vergrößerten Ansicht

Optisch hebt sich das weiße Source 210 Elite auf denn ersten Blick von der Konkurrenz ab. Das ist nicht nur der weißen Lackierung geschuldet, sondern auch dem Kontrast mit dem schwarzen Glossy-Rahmen und der wortwörtlich schrägen Frontgestaltung. Selten stach ein Budget-Gehäuse optisch so sehr aus der breiten Masse heraus wie dieses NZXT-Gehäuse.

Durch Klick auf das Bild gelangt man zu einer vergrößerten Ansicht

Die Front wird von schwarzem Glossy-Kunststoff umrahmt. Auch die zentrale weiße Frontplatte und die Laufwerksblenden bestehen aus Kunststoff. Die Laufwerksblenden bieten allerdings eine Aluminiumoptik, die gut mit dem matten Weiß der Frontplatte harmoniert. Im oberen Bereich hat das I/O-Panel seinen Platz gefunden. Es kann mit einem USB 3.0-Anschluss glänzen, daneben gibt es noch einmal USB 2.0 und Audiobuchsen. Der USB 3.0-Port wird bereits an einem internen Mainboard-Header angeschlossen.

Power- und Resetschalter wurden vom I/O-Panel separiert und haben ihren Platz unterhalb der Laufwerksblenden gefunden.

Durch Klick auf das Bild gelangt man zu einer vergrößerten Ansicht

Das linke Seitenteil bietet Platz für einen optionalen 120- oder 140-mm-Lüfter. Einen Staubfilter gibt es hier nicht.

Durch Klick auf das Bild gelangt man zu einer vergrößerten Ansicht

Beide Seitenteile werden mit jeweils zwei Rändelschrauben fixiert. Eine Griffmulde erleichtert das Abnehmen der Seitenteile.


Durch Klick auf das Bild gelangt man zu einer vergrößerten Ansicht

Zwei weitere Lüfterplätze gibt es im Deckel. Wie schon im Seitenteil können auch hier 120- oder 140-mm-Modelle verbaut werden. Beim Source 210 Elite ist einer der beiden Plätze bereits mit einem 140-mm-Lüfter ausgerüstet (der dem einfachen Source 210 hingegen fehlt).

Durch Klick auf das Bild gelangt man zu einer vergrößerten Ansicht

Der Midi-Tower steht auf vier Gummifüßen. Im Boden gibt es Luftdurchlässe für das Netzteil und für einen optionalen 120-mm-Lüfter. Leider hat NZXT hier auch bei sämtlichen anderen Lufteinlässen auf Staubfilter verzichtet. Trotz des Budget-Preises der Source 210-Modelle eine schwer verständliche Entscheidung.  

Durch Klick auf das Bild gelangt man zu einer vergrößerten Ansicht

Der zweite vormontierte Lüfter ist ein 120-mm-Modell, das seinen Platz an der Rückseite gefunden hat. Auffällig ist, dass für die Schlauchdurchführungen erst Metallabdeckungen herausgebrochen werden müssen. Anschließend können die beiliegenden Gummiummantelungen montiert werden.


Durch Klick auf das Bild gelangt man zu einer vergrößerten Ansicht

Selbst der Innenraum der NZXT-Gehäuses wurde weiß lackiert. Gerade für Budget-orientierte Modder dürfte das Source 210 damit eine interessante Option darstellen. Generell ist auffällig, dass der Innenraum auf den ersten Blick kaum vermuten lässt, welcher Preisklasse das Gehäuse entstammt (abgesehen von den fehlenden Staubfiltern).

Durch Klick auf das Bild gelangt man zu einer vergrößerten Ansicht

Für ein Budget-Gehäuse nicht selbstverständlich - die Blenden für die Erweiterungskarten müssen nicht herausgebrochen werden, sondern sie sind verschraubt und können damit wiederverwendet werden. Die Montage der Erweiterungskarten erfolgt ebenfalls per Schraubmontage. NZXT setzt keine Rändelschrauben ein, der Griff zum Schraubenzieher ist also unumgänglich.

Das Netzteil wird beim Source 210 auf dem Gehäuseboden montiert. Es wird einfach auf dem nackten Stahlboden aufgelegt, entkoppelnde Elemente gibt es nicht.

Durch Klick auf das Bild gelangt man zu einer vergrößerten Ansicht

Die beiden verbauten Lüfter konzentrieren sich auf die Kühlung des CPU-Areals. Die Lüfter verrichten ihre Arbeit relativ unauffällig.


Durch Klick auf das Bild gelangt man zu einer vergrößerten Ansicht

Die Erweiterungskarten können zwar nicht werkzeugfrei montiert werden, bei der Laufwerksmontage überrascht NZXT allerdings mit einem tool-free-design. Sowohl die Festplatten als auch die optischen Laufwerke werden an ihren jeweiligen Plätzen einfach mit Kunststoffhalterungen arretiert. Das ist für ein Budget-Gehäuse beachtlich. Auch bei der Anzahl der Festplattenplätze weiß das NZXT 210 zu überzeugen - es können ganze acht 3,5-Zoll-Laufwerke verbaut werden - allerdings gibt es keine Entkoppelung. Und noch ein weiteres Manko sticht ins Auge - das Gehäuse bietet keinerlei Möglichkeit zur Unterbringung eines 2,5-Zoll-Laufwerks und ist damit dem aktuellen SSD-Trend nicht gewappnet. Positiv fällt hingegen auf, dass NZXT das Schwarz-Weiß-Farbschema selbst bei den Anschlusskabeln konsequent umsetzt. Die Kabel sind allesamt schwarz.

In der Front lassen sich bei Bedarf zwei 120-mm-Lüfter montieren, die dann vor allem die Festplatten kühlen. Auch hier fehlen Staubfilter.

Durch Klick auf das Bild gelangt man zu einer vergrößerten Ansicht

Auch das ist nicht selbstverständlich für ein Gehäuse, das für weniger als 50 Euro verkauft wird - der Mainboard-Tray bietet Aussparungen für die CPU-Kühlermontage und Kabelmangement.

Durch Klick auf das Bild gelangt man zu einer vergrößerten Ansicht

Die Installation des Testsystems war unproblematisch. Für die Montage der Grafikkarte mussten wir kurz zum Schraubenzieher greifen, dafür ließ sich die Festplatte werkzeuglos und schnell montieren. Der Platz zwischen Tray uns Seitenteil ist ausreichend, um auch dickere Kabel dazwischen zu verlegen.


Neben der Verarbeitung und der Ausstattung des Gehäuses ist auch das Temperaturverhalten von elementarer Bedeutung.

Das Testsystem:

Durch Klick auf das Bild gelangt man zu einer vergrößerten Ansicht

Folgende Komponenten wurden verbaut:

Eckdaten: Testsytem
Prozessor: Intel Core i3-530 @ 2,93 GHz
Prozessor-Kühler: Scythe Yasya mit PWM-geregeltem Lüfter
Mainboard: Gigabyte GA-H55M-USB3
Arbeitsspeicher: 4096 MB Crucial 1333 MHz
Festplatte: Western Digital VelociRaptor 80 GB
Grafikkarte: Sapphire Radeon HD 5830
Betriebssystem: Windows 7 x64 Home Premium

Temperaturmessungen:

Um die maximalen Temperaturen des Prozessors zu ermitteln, wurde die CPU mittels des kostenlosen Stresstest-Tools Prime 95 für 30 Minuten ausgelastet. Da der Small FFT-Test erfahrungsgemäß die höchste Wärmeverlustleistung mit sich bringt, benutzen wir diesen Modus und protokollieren die maximalen Kerntemperaturen mit dem Systemtool Lavalys Everest. Die einzelnen Kerntemperaturen werden addiert und durch die Anzahl der physikalischen Kerne dividiert.

Im direkten Anschluss wurde die Grafikkarte mittels FurMark auf Temperatur getrieben. FurMark ist ein kostenloser OpenGL-Benchmark und bietet einen Xtreme-Burning-Mode, der die Grafikkarte temperaturmäßig ans Limit bringt. Auch die Grafikkarte wurde 30 Minuten lang ausgelastet.

Die Betrachtung der Temperaturen im Idle-Zustand (= Leerlauf) wird zunehmend uninteressanter, da sowohl die Prozessor- als auch die Grafikkartenhersteller sehr gute Stromspartechniken entwickelt haben. Im Zuge dessen werden die Rechenkerne im Idle-Zustand herunter getaktet und die Stromspannung reduziert. Infolgedessen wird die erzeugte Abwärme auf ein Minimum reduziert.

Unsere Messungen brachten folgendes Ergebnis hervor:

Beurteilung der Temperaturen:

Die Temperaturen des NZXT Source 210 Elite liegen auf einem guten Niveau, in dieser Disziplin gibt sich das Budget-Gehäuse keine Blöße. Wer mehr Kühlleistung benötigt, kann zusätzlich eine ganze Reihe von optionalen Lüftern installieren.

Weitere Messungen in der Übersicht:

Grafikkartenlänge:

Mit 33 cm ist der Grafikkartenplatz ausreichend bemessen. Auch längere Grafikkarten können damit problemlos verbaut werden. Allerdings muss darauf geachtet werden, dass verbaute Festplatten aus dem Laufwerksschacht in Richtung der Erweiterungskarten ragen. Bei Multi-GPU-Systemen mit langen Grafikkarten werden also einige Festplatteneinschübe blockiert.


Das Source 210 Elite macht auf den ersten Blick eine gute Figur, die beinahe den niedrigen Preis vergessen lässt. Es bietet ein eigenständiges Design inklusive lackiertem Innenraum und zieht vor allem in der weißen Farbvariante die Blicke auf sich. Auch die Ausstattung kann sich sehen lassen. Werkzeuglose Laufwerksmontage, USB 3.0, Aussparungen im Mainboard-Tray für die CPU-Kühlermontage und das Kabelmangement sowie Schlauchdurchführungen sind für das Preissegment <50 Euro alles andere als selbstverständlich.

Bei genauerem Hinsehen fällt allerdings auf, dass NZXT doch an einigen Punkten den Rotstift angesetzt hat - und das auch bei Ausstattungsmerkmalen, die ohne größeren Kostenaufwand realisierbar sind. Dazu gehören in erster Linie die fehlenden Staubfilter. Wer nicht möchte, dass Netzteil und Gehäuse schnell zustauben, muss selber passende Filter nachrüsten. Unser Partner caseking.de bietet z.B. eine ganze Palette an Staubschutzfiltern an. Bedauerlich ist auch, dass es keine 2,5-Zoll-Laufwerksplätze gibt. Mittlerweile halten SSDs schließlich auch Einzug in manchen Budget-Rechner. Auch eine werkzeuglose Montage der Erweiterungskarten, zumindest durch Rändelschrauben, würde die Source 210-Gehäuse noch weiter aufwerten.

{jphoto image=14662}

Wer mit den angesprochenen Schwächen leben kann, erhält mit dem Source 210 Elite einen in vielen Punkten gut ausgestatteten Midi-Tower zu einem günstigen Preis, der in der weißen Farbvariante zudem mit einer ungewöhnlichen Optik aufwarten kann.

Positive Aspekte des NZXT Source 210 Elite: Negative Aspekte des NZXT Source 210 Elite:

Weiterführende Links: