Coolermaster Centurion 5

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Wenn man an Cooler Master denkt, kommen einem zuerst die edlen und stylischen Aluminium-Gehäuse in den Sinn, die jahrelang neben Lian Li als Referenz galten. Nun hat Cooler Master mit dem Stacker, dem Centurion und nun dem Centurion 5 auch Stahlgehäuse im Portfolio, die die breite Masse ansprechen sollen. Die Flagschiffe von Cooler Master bilden das Praetorian und das Wave Master, das wir ebenfalls schon unter die Lupe genommen haben. Das Centurion 5 soll also die Lücke zwischen Highend-Markt und Mainstream schließen. Wie gut das Cooler Master gelungen ist, werden wir im Verlauf der nächsten Seiten untersuchen.

Wir hatten bereits viele Gehäuse aus dem Hause Cooler Master im Test. Cooler Master genießt in Deutschland bereits einen hohen Bekanntheitsgrad, was nicht zuletzt auf die legendären Aluminiumgehäuse der ATC-Reihe zurück zu führen ist. Nun setzt Cooler Master, anstatt nur den Highend-Markt zu bedienen, auch auf billigere Stahlgehäuse, um die den Mainstream-Markt zu bedienen.

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Die groben Kennzahlen des Gehäuses listen wir wie immer in der folgenden Tabelle auf, bevor wir ins Detail gehen.

Die äußeren Maße des Gehäuses entsprechen eher denen eines kleinen Midi-Tower, doch an Platz für Laufwerke mangelt es ihm wirklich nicht. Es bietet fünf 5,25-Zoll-Einschübe und ebenfalls fünf 3,5-Zoll-Einschübe, von denen einer für externe Laufwerke und andere Geräte vorhanden ist und somit für Diskettenlaufwerke oder Kartenleser geeignet ist. Zur Belüftung tragen ein 80-mm-Lüfter an der Front und ein 120-mm-Lüfter an der Rückseite bei. Weitere Möglichkeiten zur Installation weiterer Lüfter vermisst man leider.

Auf den nächsten Seiten werden wir uns zunächst das Design und die externen Features ansehen, anschließend kommen wir zu den wirklich aufregenden inneren Veränderungen.


Das Gehäuse macht von Anfang an einen sehr soliden und edlen Eindruck. Es ist matt-schwarz lackiert und besitzt eine Aluminium-Front.

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Ein allgemeiner Nachteil von schwarzen Gehäusen ist, dass man wirklich jeden Fingerabdruck sieht und man nach einem Hardware-Einbau erstmal das ganze Gehäuse putzen kann. Das Gehäuse basiert auf dem normalen ATX-Standard und die Platzierung der Komponenten ist somit bekannt. Cooler Master schlägt hier keinen neuen Weg ein wie zum Beispiel Lian Li mit der V1000 Reihe, die schon etwas an den von Intel eingeführten BTX-Standard angelehnt ist. Das Gehäuse bietet Platz für bis zu fünf 5,25-Zoll-Laufwerke und ebenfalls fünf 3,5-Zoll-Laufwerke, von denen lediglich eins extern für Diskettenlaufwerke und anderes genutzt werden kann. Die Laufwerke lassen sich mittel dem Tool-Free-Feature binnen Sekunden ein- und ausbauen, wobei wir diesen Mechanismus im weiteren Verlauf des Reviews noch etwas detaillierter beleuchten werden.

Eine Tür um die externen Laufwerke zu verdecken ist leider, im Gegensatz zu dem Wave Master- bzw. Cavalier-Gehäuse aus dem Hause Cooler Master nicht vorhanden. So stören die typisch beigen Laufwerksblenden die komplette Frontpartie des Gehäuses. Hier empfehlen wir einen Stealth-Mod bzw. schwarze Laufwerksblenden zu verwenden. Cooler Master sollte sich überlegen, solche schwarzen Blenden wie zum Beispiel bei den Gehäusen aus dem Hause Lian Li, beizulegen, allerdings legen heutzutage viele Hersteller von optischen Laufwerken Blenden in diversen Farben bei, so dass die Laufwerke nicht störend auffallen. Der Power- sowie Reset-Schalter und die LEDs sind an der Frontblende in ein edel wirkendes Aluminium-Panel eingelassen, was dem Gehäuse einen edlen Touch verleiht. Sie sind im unteren Drittel des Gehäuses platziert.

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Von der Verarbeitung her ist das Gehäuse tadellos. Es gibt keine scharfen Kanten und das Gehäuse ist sehr stabil konzipiert. Das Gehäuse bringt ohne Netzteil und Hardware stolze 7,8 kg auf die Waage, allerdings ist das für ein Stahlgehäuse noch akzeptabel und kann natürlich nicht mit seinen Brüdern aus Aluminium mithalten. Für LAN-Gänger wäre an dieser Stelle wohl eher ein komplettes Aluminium-Gehäuse zu empfehlen, falls man nicht gleich zu Barebones à la Shuttle greift. Die edel wirkende Frontpartie wird durch das Front-Access Panel, das ebenfalls in ein schickes Aluminium-Panel gefasst ist mit zwei USB 2.0-, einem FireWire-, einem Mic-,sowie einem Headset-Anschluss abgerundet. Sehr praktisch, wenn man schnell mal die Digicam anschließen will, ohne hinter den Rechner krabbeln zu müssen.

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Recht schlicht zeigt sich das Gehäuse von hinten. Zu sehen ist nur das große 120-mm-Lüftergitter, die sieben PCI-Abdeckungen sowie die ATX-Blende und der Einschub für das Netzteil.

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Auf der nächsten Seite beschäftigen wir uns mit dem inneren Erscheinungsbild.


Wenn man sich das Gehäuse von innen betrachtet, bekommt man erst den standardmäßigen Look eines Stahlgehäuses zu sehen, doch es verbergen sich viele interessante Features in dem Gehäuse.

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An erster Stelle ist auf jeden Fall das „Tool-Free-Feature“ zu erwähnen. Wie schon erwähnt, ermöglicht dieses Feature den Einbau von Laufwerken binnen wenigen Sekunden. Im Klartext heißt das, dass man keine Schrauben zur Befestigung von Steckkarten bzw. optischen Laufwerken oder Festplatten benötigt. Das Prinzip ist sehr simpel. Zuerst schiebt man das Laufwerk in die gewünschte Position, dann schiebt man den Riegel kraftvoll nach rechts soweit wie möglich und letztendlich fixiert man alles indem man einen kleinen Stift zur Sicherung nach unten drückt. Ein ist ein unserer Meinung nach ein sehr sinnvolles, praktisches und Zeit sparendes Feature. So einen Mechanismus sollten andere Hersteller auch anbieten!

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Auch die hinteren PCI-Blenden müssen nicht umständlich verschraubt werden, sondern lassen sich mit einem einfachen Plastikclip lösen und wieder befestigen. Dies erleichtert den Einbau von AGP-, PCI-Express- und PCI-Karten enorm.

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Lediglich das Motherboard ist das einzige Teil, das mit dem Gehäuse verschraubt wird. Zur Belüftung hat Cooler Master an der Front einen Frischluft ansaugenden 80-mm-Lüfter installiert, an der Rückseite hingegen ist ein blasender 120-mm-Fan zu finden. Die Belüftung ist als ausreichend anzusehen, wobei keinerlei Platz für weitere Lüfter vorhanden ist.

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Hier noch einmal ein Überblick über die innere Rückseite des Centurion 5. Zu sehen sind ausreichend viel Platz im Inneren, was durch ein Fehlen einer Metallstrebe unterhalb des Netzteiles, wie es bei vielen Gehäusen üblich ist, begünstigt wird.

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Die Kabel der USB- bzw. FireWire-Ports an der Front sind ummantelt, was später einen saubereren und ordentlicheren Look bewirkt. Das Gleiche hätten wir uns allerdings auch für die Power-Switch-, Power-LED- und die restlichen Kabelstränge gewünscht.

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Auf der folgenden Seite wollen wir uns dem Netzteil des Centurion 5 widmen.


Neben dem Gehäuse sowie Einbaumaterial legt Cooler Master dem Centurion 5 auch ein 350 Watt starkes Netzteil aus der eigenen Produktreihe bei. Es handelt sich dabei präzise gesagt um das Cooler Master Real Power RS-350-AMSP 350W-Netzteil. Bei diesem Netzteil handelt es sich um ein ganz normales Netzteil ohne besondere Features. Die einzelnen Schienen sind nicht sehr belastbar und an Zusatzsteckern mangelt es dem Netzteil auch. Bei einem Gesamtpreis von 109€ für das Gehäuse inkl. Netzteil ist aber auch zu verstehen, dass dort wohl kein Spielraum mehr im Budget ist, um ein High-End-Netzteil mitzuliefern. Nicht selten kosten aktuelle Netzteile alleine schon 80 Euro. Wir betrachten das Netzteil eher als nette Zugabe und deshalb gehen wir darauf nicht weiter ein.

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Das Cooler Master Real Power RS-350-AMSP 350W-Netzteil bietet Altbewährtes ohne zu glänzen. Der Otto-Normal-User dürfte damit zurecht kommen, wer allerdings höhere Ansprüche in Sachen Leistung hat, sollte zu einem leistungsstärkeren Netzteil greifen.

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Nach dieser Betrachtung aller äußeren und inneren Gesichtpunkte folgt nun unser Fazit.


Das Coolermaster Centurion 5 ließ keine Zweifel offen was Qualität und Verarbeitung betrifft. Es überzeugte durch eine solide und hochwertige Verarbeitung, gepaart mit nützlichen Features wie dem Tool-Free-Einbaumechanismus, der den Ein- und Ausbau von Hardware sehr vereinfacht und zugleich zeitsparend ist. Das Anschlusspanel an der Front ist zwar etwas tief platziert, aber praktisch, was den schnellen Anschluss von Peripheriegeräten wie Digitalkameras und Camcorders betrifft.

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Negativ zu bewerten sind lediglich Kleinigkeiten. Wir hätten uns einen Mainboardtray gewünscht, der den Ein- und Ausbau, insbesondere des Motherboards, noch komfortabler machen würde. Der Preis von stattlichen 109€ scheint im Vergleich zu dem Lian Li PC60 (um die 115€) etwas hoch, obwohl ein Netzteil im Lieferumfang enthalten ist, das aber etwas schwach auf der Brust ist. Allerdings haben wir das Gehäuse auch schon ohne Netzteil für 69 Euro in Online-Shops gesehen - vielleicht ist dies dann die bessere Variante, wenn man sowieso ein qualitativ hochwertiges High-End-500W-Netzteil einsetzen möchte.

Ein weiterer negativer Punkt betrifft die Front des Gehäuses. Durch die typisch beigen Laufwerke würde die ganze Front optisch einiges einbüßen, deshalb hätten wir uns hier gewünscht, dass Cooler Master hier ein paar schwarze Blenden obendrauf legt.

Positive Punkte des Cooler Master Centurion 5:

Negative Punkte des Cooler Master Centurion 5:

Wer ein edles, komfortables Gehäuse sucht und auf ein Aluminium-Gehäuse verzichten kann, ist bei dem Centurion 5 gerade richtig. Es vereint Design mit Komfort und gehört wohl zu den besten Stahlgehäusen auf dem Markt. LAN-Gänger müssen aber trotzdem abwägen, ob sie nicht trotz des relativ niedrigen Gewichts zu einem leichteren Aluminium-Gehäuse greifen. Das Gehäuse bietet viele Einbaumöglichkeiten für Hardware und dient somit als solide Grundlage für ein System.

Erwerben kann man dieses und andere Gehäuse unter anderem bei Tower-Style:

Weitere Reviews finden Sie in unserer weltweite Artikel beinhaltenden Testdatenbank.

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