Exklusiv im Test: Lancool PC-K63

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Während Lian Li im letzten Jahr nahezu das gesamte Gehäuse-Sortiment umgekrempelt hat, blieben die deutlich günstigeren Modelle der Lian Li-Tochterfirma Lancool größtenteils unangetastet. Im Laufe des Jahres wird Lancool jedoch nachziehen und neue Modelle auf den Markt bringen, die mit USB 3.0-Anschlüssen, modernen Tool-less-Features und anderen Ausstattungsmerkmalen überzeugen sollen. Als deutschlandweit erste Redaktion durften wir das neue Lancool PC-K63 unter die Lupe nehmen, das mit einem erfrischend neuem Erscheinungsbild und einem modernen Be- und Entlüftungskonzept aufwartet. Wir zeigen was das Lancool PC-K63 hinter der Fassade zu bieten hat.

Das Lancool PC-K63 wurde erstmals auf der Computex 2010 in Taipeh gezeigt und sollte ursprünglich ab Herbst 2010 in Deutschland erhältlich sein. Obwohl es die Namensgebung vermuten lässt, stellt das PC-K63 keine direkte Weiterentwicklung des PC-K62 dar, das wir im September 2009 mit unserem Preis-Leistungs-Award ausgezeichnet haben. Vielmehr möchte Lancool mit dem PC-K63 designtechnisch neue Wege gehen und spendiert dem Midi-Gehäuse daher ein sehr futuristisches Design. 

Wie schon bei unserem letzten Testkandidaten von Lancool kann die Featureliste des PC-K63 als gewaltig bezeichnet werden. Zu den Hauptmerkmalen zählen die sehr guten Tool-less-Features aus dem Hause Lian Li, die schwarze Innenraumlackierung, ein großzügiges Platzangebot und zwei 140-mm-Lüfter in der Front, zwei weitere 140-mm-Lüfter im Deckel sowie ein 120-mm-Exemplar im Heck.

Der Lieferumfang des PC-K63 fällt recht überschaubar aus. Neben den üblichen Schrauben, die allesamt in Schwarz gehalten sind, liegen dem Gehäuse zahlreiche Kabelbinder, ein Systemlautsprecher und ein 4-Pin-Molex- zu 3-Pin-Adapter für den direkten Anschluss eines Lüfters ans Netzteil bei. Außerdem befindet sich ein Bügel zur werkzeuglosen Befestigung des Netzteils mit im Karton.

Bevor wir mit dem eigentlichen Test beginnen, hier die Eckdaten des Probanden in tabellarischer Form:

Eckdaten: Lancool PC-K63
Bezeichnung: PC-K63
Material: Stahl, Kunststoff
Maße: 215 mm (B) x 530 mm (H) x 530 mm (T)
Formfaktor: ATX, Micro-ATX
Laufwerke: 3x 5,25 Zoll (extern), 6x 3,5 Zoll (intern), 4x 2,5 Zoll (intern)
Lüfter: 2x 140 mm (Front), 2x 140 mm (Deckel), 1x 120 mm (Rückseite)
Gewicht: ca. 10,4 kg
Preis: ca 109,90 Euro (Stand 02/2011)

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Designtechnisch wagt sich Lancool auf völlig neues Terrain und so kommt das  Lancool PC-K63 viel Kunststoff und zahlreichen Rundungen daher. Die Abmessungen des Midi-Towers belaufen sich auf 215 mm in der Breite und jeweils 530 mm in Höhe und Tiefe. Das Gewicht liegt bei circa 10,4 kg. Infolgedessen ist das PC-K63 etwa 400 Gramm schwerer sowie rund 30 mm höher und tiefer als das Lancool PC-K62. In der oberen Hälfte der Vorderseite wartet das Lancool PC-K63 mit drei direkt erreichbaren 5,25-Zoll-Laufwerksschächten auf, die mit ungelochten Aluminium-Blenden verdeckt sind. Letztere kommen direkt aus dem Sortiment von Lian Li und kommen daher mit einer gebürsteten und eloxierten Oberfläche daher.

Dank der "herkömmlichen" Lian Li-Laufwerksschachtblenden passen auch die Universalfrontblenden des taiwanesischen Mutterkonzerns Lian Li problemlos an das Lancool PC-K63, die sich bündig in das optische Gesamtbild des Midi-Towers einfügen.

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In der unteren Hälfte der Vorderseite platziert Lancool ein großflächiges Meshgitter, hinter dem zwei blau beleuchtete 140-mm-Lüfter sitzen, die Frischluft in den Innenraum des Gehäuses befördern. Lancool stattet die Lüfter mit Staubfiltern aus, die bei abgenommener Front auch gewechselt respektive gereinigt werden können. 

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Im Gehäusedeckel befinden sich gut erreichbar das I/O-Panel sowie die obligatorischen Power- und Reset-Taster. Das Port-Kit besitzt jeweils einen USB 2.0- und USB 3.0-Anschluss, einen eSATA-Port und zwei 3,5-mm-Klinkenbuchsen für Mikrofon und Kopfhörer. Obwohl inzwischen die ersten Hersteller (z.B. Gigabyte) ihre Mainboards mit Steckverbindungen für interne USB-3.0-Ports ausstatten, setzt Lancool beim PC-K63 weiterhin auf "normale" USB 3.0-Anschlüsse (Stecker Typ A), die mit den externen Anschlüssen der Hauptplatine verbunden werden.

Im Gegensatz zum ersten Prototypen des Lancool PC-K63, der auf der Computex 2010 ausgestellt wurde, besitzt das Midi-Gehäuse keinen 200-mm-Lüfter unter dem Gehäuse-Deckel. Anstatt dessen verbaut Lancool, wie bereits beim PC-K62, zwei transparente 140-mm-Lüfter mit blauer LED-Beleuchtung. Im Zuge dessen wurde auch das ursprünglich gezeigte Design des Gehäuse-Deckels angepasst und auf den schneckenförmigen Ausschnitt verzichtet.


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Bei abgenommener Front lässt sich auch der Deckel des Gehäuses mit einem Handgriff abnehmen. Die beiden anschließend zum Vorschein kommenden 140-mm-Lüfter sind vom Gehäuse entkoppelt und transportieren die Luft von innen nach außen, weshalb Staubfilter an dieser Stelle unnötig wären.

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Die Rückseite präsentiert sich in einem tiefen Schwarz. Dem Anwender stehen für die Montage einer externen Wasserkühlung zwei gummierte Schlauchdurchführungen zur Verfügung.

Die beiden Seitenwände sind sehr verwindungssteif und machen einen dementsprechend hochwertigen Eindruck. Das linke Seitenteil wartet mit einem außergewöhnlich geformten Fenster auf, das mit zahlreichen Inbusschrauben von Außen befestigt ist. Das verwendete Plexiglas hat eine gute Materialstärke und ist so weniger anfällig gegen äußere Einflüsse. Zur Befestigung der beiden Seitenteile dienen herkömmliche Rändelschrauben.


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Im Vergleich zum Lancool PC-K62 wurde der Innenraum unseres Testkandidaten zwar weiterhin optimiert, bringt aber nahezu die gleichen Ausstattungsmerkmale mit sich. So ist der gesamte Innenraum schwarz lackiert und bietet ausreichend Platz für aktuelle High-End-Komponenten. So kann das PC-K63 insgesamt sechs interne 3,5-Zoll- und drei 2,5-Zoll-Laufwerke aufnehmen. Hinzu kommen die die bereits erwähnten externen 5,25-Zoll-Geräte sowie eine Hauptplatine im µATX- bzw. ATX-Format.

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Eine Stärke des PC-K62 war der sehr gute Festplattenkäfig, der dank seiner vier werkseitig verbauten Schlitten sowohl 2,5-Zoll- als auch 3,5-Zoll-Festplatten gut vom Gehäuse entkoppelt aufnehmen konnte. Beim PC-K63 verbaut Lancool einen Laufwerkskäfig, der zwar insgesamt bis zu zehn Festplatten (6x 3,5 Zoll + 4x 2,5 Zoll) aufnehmen, jedoch ohne die beliebten Schlitten aufwarten muss. Zwar bringt der "neue" Käfig auch eine Entkopplung der Festplatten vom Gehäuse mit sich, jedoch gestaltet sich insbesondere die Montage der 2,5-Zoll-Laufwerke deutlich umständlicher als noch beim Vorgängermodell.

Während die 3,5-Zoll-Laufwerke mit speziellen Schrauben einfach in den Käfig geschoben und durch eine vertikale Schiene, welche durch eine einzige Rändelschraube festgeschraubt wird, gesichert werden, werden die 2,5-Zoll-Laufwerke umständlich auf dem Käfig verschraubt.

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Die 5,25-Zoll-Laufwerke werden mit einer Kunststoffvariante des von Lian Li bekannten Klappmechanismus befestigt. Trotz des Verzichts auf Metall verrichtet die Halterung sehr zuverlässig ihren Dienst. Leider sind nur zwei der drei Schächte mit einer solchen Halterung ausgestattet. Die nachträgliche Montage von weiteren Halterungen ist nicht möglich. Die Befestigung erfolgt einseitig.

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Bei der Steckkarten-Halterung lässt sich Lancool abermals nicht lumpen und verbaut erneut die die gleiche Lösung, die auch in vielen aktuellen Lian-Li-Gehäusen vorzufinden ist. Zwar haben einige Hersteller mittlerweile nachgeholt, jedoch stellt die Lian Li-Lösung wohl noch immer die beste Lösung am Markt dar.

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Ebenso wie bei der Halterung der Erweiterungskarten setzt Lancool auch bei der Netzteilbefestigung auf etablierte Lösungen aus dem Hause Lian Li. Ein stabiler Bügel befestigt das Netzteil mit einem Handgriff äußerst anständig - ein Staubfilter schützt das Netzteil vor Verschmutzung.

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Beim Kabelmanagement setzen Lian Li und Lancool bei den 2011er-Modellen auf eine neuartige Kabelführung zwischen Laufwerkskäfig und rechter Seitenwand. Die schwarzen Kunststoff-Clips führen die zahlreichen Kabel der Bedienelemente im Gehäuse-Deckel nahezu unsichtbar in den Innenraum des Gehäuses und können auch problemlos den dicken 24-Pin-ATX-Strang des Netzteils zum Mainboard führen. Zusätzlich bietet der Mainboard-Tray zahlreiche Aussparungen zur einfacheren Verkabelung der Hardware-Komponenten und unkomplizierten Montage eines mit Backplate verschraubten CPU-Kühlers.


Das Testsystem:

Folgende Komponenten wurden verbaut:

Eckdaten: Testsytem
Prozessor: Intel Core i3-530 @ Standard
Prozessor-Kühler: Scythe Yasya
Mainboard: Gigabyte GA-H55M-USB3
Arbeitsspeicher: 4096 MB Corsair 1600 MHz
Festplatte: Seagate Barracuda 7200.11 320 GB
Grafikkarte: XFX GeForce 9800 GX2
Betriebssystem: Windows 7 x64 Ultimate

Temperaturmessungen:

Um die maximalen Temperaturen des Prozessors zu ermitteln, wurde die CPU mittels des kostenlosen Stresstest-Tools Prime 95 für 30 Minuten ausgelastet. Da der Small FFT-Test erfahrungsgemäß die höchste Wärmeverlustleistung mit sich bringt, benutzen wir diesen Modus und protokollieren die maximalen Kerntemperaturen mit dem Systemtool Lavalys Everest. Die einzelnen Kerntemperaturen werden addiert und durch die Anzahl der physikalischen Kerne dividiert.

Im direkten Anschluss wurde die Grafikkarte mittels FurMark auf Temperatur getrieben. FurMark ist ein kostenloser OpenGL-Benchmark und bietet einen Xtreme-Burning-Mode, der die Grafikkarte temperaturmäßig ans Limit bringt. Auch die Grafikkarte wurde 30 Minuten lang ausgelastet.

Die Betrachtung der Temperaturen im Idle-Zustand (= Leerlauf) wird zunehmend uninteressanter, da sowohl die Prozessor- als auch die Grafikkartenhersteller sehr gute Stromspartechniken entwickelt haben. Im Zuge dessen werden die Rechenkerne im Idle-Zustand herunter getaktet und die Spannung reduziert. So wird die erzeugte Abwärme auf ein Minimum reduziert.

Unsere Messungen brachten folgendes Ergebnis hervor:

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In knapp zwei Wochen eröffnet die CeBIT 2011 in Hannover und Lancool bringt pünktlich zur weltweit größten IT-Messe einen hochwertigen Midi-Tower, der zwar mit einer sehr guten Ausstattung punkten kann, aber gemessen am Vorgänger PC-K62 nur wenige Neuerungen mit sich bringt.

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Zu den positiven Aspekten des Lancool PC-K63 zählen erneut die gute Verarbeitung und die hervorragende Ausstattung. Wie schon beim Vorgängermodell macht Lancool viele der sonst sehr teuren Lian Li-Features erschwinglich und verzichtet dabei lediglich auf das hochpreisige Aluminium. Der Innenraum bietet ausreichend Platz für aktuelle Hardware und nahezu alle Komponenten können ohne den Einsatz von Werkzeug befestigt werden. Die blau beleuchteten Lüfter sind entkoppelt befestigt und sorgen im 12-Volt-Betrieb für einen guten Luftdurchsatz, ohne dabei in puncto Lautstärke besonders positiv oder negativ aufzufallen. Auch beim Thema Kabelmanagement zeigt Lancool gewohnt Stärke und stattet das PC-K63 mit ausreichend Kabeldurchführungen aus. Die neue Kabelführung aus Kunststoff zwischen dem Laufwerkskäfig und dem rechten Seitenteil erfüllt ihren Zweck und fixiert die Kabel gut.

Ankreiden können wir beim Lancool PC-K63 lediglich den hohen Kunststoffanteil der Außenfassade - was aber schlicht und ergreifend gesagt Meckern auf allerhöchstem Niveau ist. Für einen Award reicht es aufgrund des angestrebten Endkundenpreises aber leider nicht.

Positive Aspekte des Lancool PC-K63:

Negative Aspekte des Lancool PC-K63:

Verfügbarkeit:

Die Modelle der "First Knight"-Serie sollen ab Anfang März verfügbar werden. Lancool gibt einen Verkaufspreis von 128 Dollar für das "PC-K63" an. Das "PC-K59" soll 97 Dollar und das "PC-K57" 78 Dollar kosten. In unserem Preisvergleich ist das Lancool PC-K63 zu einem Preis von 109,90 Euro gelistet.

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