Test: Budget-Gehäuse Cooltek K3 Evolution

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cooltek_K3_Evolution_logoMit dem Cooltek K3 Evolution konnten wir erneut ein günstiges Gehäuse von Cooltek testen. Unter dieser Marke bietet der bekannte Online-Shop PC-Cooling eigene Produkte wie Kühler, Netzteile und eben auch Gehäuse an. In unserem Test wollen wir die Unterschiede zu dem bereits getesteten Cooltek-Gehäuse herausarbeiten und prüfen, ob auch dieses Modell eine empfehlenswerte Option für Sparfüchse ist.

Erst vor kurzem hatten wir das Cooltek K2 Full-Black im Test. Als Gehäuse für den kleinen Geldbeutel konnte es uns überzeugen, es erhielt deshalb auch unseren Preis-Leistungs-Award. Die Optik des Gehäuses ist wegen dem Glossy-Look allerdings Geschmackssache. Das Cooltek K3 Evolution sieht hingegen dezenter aus, denn bei diesem Modell kommt eine matte Lackierung zum Einsatz. Auch in einigen anderen Punkten unterscheidet sich das K3 Evolution vom bereits getesteten K2 Full-Black. So bietet es eine Lüftersteuerung und Schlauchdurchführungen für den Einsatz einer externen Wasserkühlung. Darüber hinaus ist der Laufwerksschacht anders aufgebaut. Gleich geblieben ist allerdings der Preis, das K3 Evolution wird in unserem Preisvergleich ebenfalls ab etwa 30 Euro gelistet.

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Der Lieferumfang ist spartanisch. Ein Systemspeaker, eine Handvoll Schrauben, ein Informationsblatt zum Anschließen des I/O-Panels und eine Slotblende werden durch eine Stealth-Blende ergänzt. Zumindest letztere ist bemerkenswert, kann somit doch ein optisches Laufwerk installiert werden, ohne dass die einheitliche Optik der Front gestört wird.

Bevor wir mit dem eigentlichen Kurztest beginnen, hier die Eckdaten des Gehäuses in tabellarischer Form:

Eckdaten: Cooltek K3 Evolution
Bezeichnung: Cooltek K3 Evolution
Material: Stahl, Kunststoff
Maße: 180 mm (B) x 438 (H) x 430 mm (T)
Formfaktor: ATX, Micro-ATX
Laufwerke: 3 x 5,25 Zoll (extern), 1 x 3,5 Zoll (extern), 5 x 3,5 Zoll (intern), 1 x 2,5 Zoll (intern)
Lüfter: 1 x 120 mm (Rückseitig, optional),  1 x 120 mm (Front), 2 x 120 oder 92 mm (Seitenwand, optional), 1 x 120 mm (Boden, optional)
Gewicht: ca. 4,92 kg
Preis: ca. 32 Euro

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Das Äußere des Cooltek K3 Evolution weiß durchaus zu gefallen. Der matte schwarze Lack und die relativ aufgeräumte Mesh-Front mit den abgerundeten Übergängen wirken dezent. Das Gehäuse ist für einen Midi-Tower recht kompakt, vor allem ist es vergleichsweise schmal.

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Im oberen Teil der Lochblech-Front wurde das I/O-Panel platziert. Die Anschlussausstattung mit viermal USB 2.0 und Audio ist konventionell, gemessen an der Preisklasse aber auf jeden Fall ordentlich. Mit der mitgelieferten Stealth-Blende lässt sich ein optisches Laufwerk unauffällig unterbringen. Auffällig ist der silberne Drehregler, mit dem der Frontlüfter gesteuert werden kann. Der Powerschalter wird ringsum blau beleuchtet, genauso wie auch der Frontlüfter bläulich durch das Lochblech durchschimmert.

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Das linke Seitenteil kann optional zwei 92- oder 120-mm-Lüfter aufnehmen, die für zusätzliche Kühlung im CPU- oder Grafikkartenbereich sorgen. Ein Towerkühler kann wegen der geringen Breite des Gehäuses den oberen Lüfterplatz leicht blockieren.

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Das Gehäuse steht auf vier festen Kunststofffüßen. Im Boden gibt es nicht nur eine Öffnung für den Netzteillüfter, sondern auch eine zusätzliche Öffnung für einen Lüfter und Luftlöcher unterhalb des Festplattenschachts. Allerdings hat Cooltek keinerlei Staubfilter angebracht.

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Die Rückseite bietet die Möglichkeit, einen 120-mm-Lüfter zu montieren. Für ein Budgetgehäuse ungewöhnlich gibt es sogar zwei Durchführungen für die Schläuche von Wasserkühlungen. Typischer für ein Gehäuse dieser Preisklasse ist hingegen, dass die Slotbleche herausgebrochen werden müssen und nicht wiederverwendet werden können. 


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Der schwarz lackierte Innenraum macht einen hochwertigen Eindruck - beachtlich für ein 30-Euro-Gehäuse. Allerdings ist der Sinn einer Innenraumlackierung ohne Seitenfenster natürlich fraglich. Je zwei 3,5- und 5,25-Zoll-Laufwerke können mit einem werkzeuglosen Mechanismus montiert werden. Auf beiden Seiten des Laufwerksschachts müssen dafür die Halteklammern gelöst und nach Einschieben der Laufwerke wieder arretiert werden. Weitere Laufwerke können herkömmlich verschraubt werden.

Anders als es bei unserem Vorserienmodell der Fall ist, verfügt das Seriendesign zudem über einen praktischen CPU-Hole. So kann ein CPU-Kühler auch dann mit dem Mainboard verschraubt werden, wenn dieses bereits eingebaut wurde.

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Das Netzteil wird auf dem Gehäuseboden montiert. Der rechte Teil ruht auf zwei Gummipuffern, sodass das Netzteil vom Gehäuse entkoppelt wird. Wenn das Netzteil nicht zu lang ist, kann neben ihm ein 120-mm-Lüfter montiert werden. Einen wünschenswerten Staubfilter hat Cooltek eingespart.

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Im Gegensatz zum K2 Full-Black wurde bei diesem Cooltek-Modell der Festplattenlaufwerkskäfig nicht um 90 Grad gedreht. Die Laufwerksmontage ist damit geringfügig umständlicher, zudem ragen die Festplatten in das Gehäuseinnere hinein. Die Festplatten werden von einem blau beleuchteten Frontlüfter gekühlt. Dieser kann per Molex-Stecker an die Lüftersteuerung angeschlossen und über den Drehknopf an der Front geregelt werden. Der Lüfter arbeitet durchaus hörbar, kann über den Potentiometer bis zum Stillstand heruntergeregelt werden.

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Der Einbau unseres Testsystems war unkompliziert. Die Festplatten ragen wie erwähnt weit ins Gehäuseinnere und könnten unter Umständen mit langen Erweiterungskarten kollidieren. Die fehlenden Möglichkeiten zum Kabelmanagement sind mitverantwortlich für den etwas unaufgeräumten Innenraum, aber bei geschlossenem Seitenteil spielt das keine Rolle mehr.


Neben der Verarbeitung und der Ausstattung des Gehäuses ist auch das Temperaturverhalten von elementarer Bedeutung.

Das Testsystem:

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Folgende Komponenten wurden verbaut:

Eckdaten: Testsytem
Prozessor: Intel Pentium G6950 @ 3,7 GHz @ 1,3 Volt
Prozessor-Kühler: Scythe Yasya, PWM-geregelter Lüfter
Mainboard: Intel DP55KG
Arbeitsspeicher: 4096 MB Crucial 1333 MHz
Festplatte: Western Digital VelociRaptor 80 GB
Grafikkarte: Club 3D Radeon HD 4870 mit alternativem 80-mm-Lüfter
Betriebssystem: Windows 7 x64 Home Premium

Temperaturmessungen:

Um die maximalen Temperaturen des Prozessors zu ermitteln, wurde die CPU mittels des kostenlosen Stresstest-Tools Prime 95 für 30 Minuten ausgelastet. Da der Small FFT-Test erfahrungsgemäß die höchste Wärmeverlustleistung mit sich bringt, benutzen wir diesen Modus und protokollieren die maximalen Kerntemperaturen mit dem Systemtool Lavalys Everest. Die einzelnen Kerntemperaturen werden addiert und durch die Anzahl der physikalischen Kerne dividiert.

Im direkten Anschluss wurde die Grafikkarte mittels FurMark auf Temperatur getrieben. FurMark ist ein kostenloser OpenGL-Benchmark und bietet einen Xtreme-Burning-Mode, der die Grafikkarte temperaturmäßig ans Limit bringt. Auch die Grafikkarte wurde 30 Minuten lang ausgelastet.

Die Betrachtung der Temperaturen im Idle-Zustand (= Leerlauf) wird zunehmend uninteressanter, da sowohl die Prozessor- als auch die Grafikkartenhersteller sehr gute Stromspartechniken entwickelt haben. Im Zuge dessen werden die Rechenkerne im Idle-Zustand herunter getaktet und die Stromspannung reduziert. Infolgedessen wird die erzeugte Abwärme auf ein Minimum reduziert.

Unsere Messungen brachten folgendes Ergebnis hervor:

temp

Die Festplatte im direkten Luftstrom des Frontlüfters bleibt kühl, auch CPU- und Mainboardtemperaturen bleiben im Rahmen. Die mit einem leisen Lüfter ausgerüstete Radeon HD 4870 wird hingegen sehr warm. Wegen Umstellungen im Testsystem haben wir nur die Werte des Scythe Gekkou Silent einbeziehen können, die allerdings für das Cooltek-Gehäuse wenig Aussagekraft haben - denn durch die Dämmmatten heizt sich das Scythe-Gehäuse wesentlich stärker auf.

Weitere Messungen in der Übersicht:

Grafikkartenlänge:

Das Gehäuse kann uneingeschränkt Grafikkarten mit bis zu etwa 28 cm Länge aufnehmen. Damit können die meisten Grafikkarten genutzt werden. Sollte eine Grafikkarte keine Überbreite besitzen, können im obersten PCIe-Slot auch längere Modelle eingesetzt werden, da diese in den HDD-Schacht hineinragen können.


Das Cooltek K3 Evolution ist der dezentere Bruder des von uns bereits getesteten K2 Full-Black. Die Unterschiede halten sich dabei im Rahmen. Neben der Optik betrifft das vor allem die Gestaltung des Laufwerksschachts und der Laufwerksmontage sowie die Lüftersteuerung für den Frontlüfter. Auch die Position des Netzteils hat sich geändert, es findet auf dem Boden und nicht mehr unter dem Deckel Platz. Beim I/O-Panel wurde der eSATA-Anschluss des K2 Full-Black durch einen vierten USB 2.0-Anschluss ersetzt. Dazugekommen sind Schlauchdurchführungen für externe Wasserkühlungen.

Dabei wirken sich die meisten Unterschiede praktisch nur wenig aus. Die Lüftersteuerung kann wegen der umständlichen Verkabelung mit Molexsteckern nicht vollends überzeugen. Auch das veränderte Montagesystem für die Laufwerke ist zwar unkompliziert, kann aber nur bei jeweils zwei 3,5-Zoll- und 5,25-Zoll-Laufwerken genutzt werden. Weitere Laufwerke müssen herkömmlich mit Schrauben montiert werden. Beim K2 Full-Black können hingegen vier Festplatten werkzeuglos montiert werden. Der zusätzliche Lüfterplatz am Boden dürfte wenig Nutzen haben, zumal er nicht mit einem Staubfilter ausgestattet wurde. 

Beide Gehäuse können mit ihrem sehr niedrigen Preis von etwa 30 Euro punkten. Dabei können sie in einigen Punkten mit Ausstattungsmerkmalen überraschen, die man in dieser Preisklasse nicht erwartet - sei es der schwarze Innenraum, die werkzeuglose Laufwerksmontage oder z.B. auch die Schlauchdurchführungen des K3 Evolution. Auf der anderen Seite müssen bei so einem günstigen Gehäuse natürlich auch Abstriche gemacht werden. Der verwendete Stahl ist relativ dünnwandig (was mit Hinblick auf den Preis aber vollends in Ordnung geht), Luftfilter für die Bodenöffnungen fehlen, nur ein Lüfter wird mitgeliefert.

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Insgesamt unterscheiden sich K2 Full-Black und K3 Evolution praktisch nur wenig voneinander. Eine Kaufentscheidung für eines der beiden Cooltek-Gehäuse wird wohl in den meisten Fällen nach persönlichen Design-Vorlieben gefällt werden - denn in dieser Hinsicht setzen sie sich am meisten voneinander ab. Das K3 Evolution ist dabei die dezentere Variante mit matter Lackierung und schlichter Mesh-Front. Angesichts des niedrigen Preises und der soliden Leistung können wir dem K3 Evolution wie schon dem K2 Full-Black unseren Preis-Leistungs-Award verleihen:

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Positive Aspekte des Cooltek K3 Evolution:

Negative Aspekte des Cooltek K3 Evolution:

Weiterführende Links: