Test: Sharkoon Rebel9 Aluminum - günstig und schick?

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Mit der Rebel9-Reihe bietet Sharkoon Gehäuse an, die sich bei preisbewussten Käufern einiger Beliebtheit erfreuen. Das Rebel9 Aluminum soll ebenfalls durch sein Preis-Leistungs-Verhältnis punkten, gleichzeitig aber auch durch sein Design überzeugen. Besonders sticht die namensgebende Aluminium-Front des Gehäuses hervor, die für einen klassisch-schlichten Look sorgt. Ob Sharkoons Aluminium-Rebel9 den Spagat zwischen niedrigem Preis und möglichst hoher Funktionalität meistern kann, wird sich in unserem Test herausstellen.

Der Markt der Budget-Gehäuse ist für die Industrie von besonderem Interesse, werden in diesem Segment doch naturgemäß die meisten Umsätze erwirtschaftet. Entsprechend hart umkämpft ist dieser Markt. Relativ schnell sind mittlerweile Features auch bei Budget-Gehäusen zu finden, die man eigentlich von höherpreisigen Modellen kennt. Schließlich sollen eigene Produkte wettbewerbsfähig bleiben und sich nach Möglichkeit von Konkurrenzprodukten absetzen.

Das Rebel9 Aluminum ist ein Beispiel für ein aktuelles Budget-Gehäuse. Es ist bereits seit April verfügbar und kann momentan ab etwa  50 Euro erworben werden. 

 

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Der Lieferumfang des Gehäuses beschränkt sich auf das Wesentlichste. Neben dem üblichen Montagematerial gibt es eine Handvoll Kabelbinder, eine Aluminumblende für den Einsatz eines externen 3,5-Zoll-Laufwerks in einem der 5,25-Zoll-Plätze, Montagebleche für vier 3,5-Zoll-Laufwerke (drei Paare entkoppelt, eines unentkoppelt) und einen System-Speaker.

Bevor wir mit dem eigentlichen Test beginnen, hier die Eckdaten des Gehäuses in tabellarischer Form:

Eckdaten: Sharkoon Rebel9 Aluminum
Bezeichnung: Rebel 9 Aluminum
Material: Stahl, Aluminiumfront
Maße: 202 (B) x 440 (H) x 455 mm (T)
Formfaktor: ATX, Micro-ATX
Laufwerke: 9x 5,25 Zoll (extern), 1x 3,5 Zoll (extern - mit beiligenden Montageblechen und Slotblende), 3x 3,5 Zoll (intern - mit beiligenden entkoppelten Montageblechen)
Lüfter: 1x 120 mm (Front),  1x 80 oder 120 mm (Rückwand, optional) 1x120 oder 140 mm (Deckel, optional), 2x 120 mm (Seitenteil, optional)
Gewicht: ca. 6 kg
Preis: ca. 50 Euro

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Sharkoons Rebel9 Aluminum besteht keineswegs ganz aus Aluminium. Nur die Front wird aus diesem Material gefertigt, das eigentliche Gehäuse hingegen aus SECC-Stahl. Durch diesen Materialmix kann der Preis des Gehäuses niedrig gehalten werden - was bei einem Voll-Aluminium-Gehäuse nicht möglich wäre. Das Gehäuse ist mit seinen Abmessungen von 202 (B) x 440 (H) x 455 mm (T) ein typischer Midi-Tower. Das Gewicht fällt mit etwa 6 kg moderat aus. Das Gehäuse steht auf Hartgummi-Füßen und wird dadurch vom Boden entkoppelt.

 

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Die namensgebende Aluminium-Front ist schlicht gehalten. Sie wird nur durch die neun 5,25-Zoll-Laufwerksblenden unterbrochen. Eine davon wird von einem Sharkoon-Schriftzug geziert. Ansonsten finden sich nur noch die beiden Status-LEDs an der Front. Die Randkanten der Front sind abgeschrägt und glänzen als Akzent zum dominierenden Schwarz silbern.

 

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Die Bedienschalter und das I/O-Panel wurden auf dem Gehäusedeckel platziert. Power- und Reset-Taster sind wie die Frontkanten silbern-glänzend. Sie werden von einer leicht erhöhten Kunststoff-Wulst umrahmt. Es stehen Audio-Anschlüsse, zweimal USB 2.0 und einmal eSATA bereit. Die Anschlüsse und Schalter sind entsprechend gut erreichbar, ohne dass die einheitliche Aluminium-Front unterbrochen wird. Im hinteren Bereich des Deckels kann ein 120- oder 140-mm-Lüfter montiert werden. Ein Staubfilter ist bereits angebracht.

 

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Im linken Seitenteil wurden zwei 120-mm-Lüfteröffnungen untergebracht. So können optionale 120-mm-Lüfter für zusätzliche Kühlung im Bereich um den Prozessor und die Grafikkarten sorgen. Auf Staubfilter verzichtet Sharkoon bei diesen seitlichen Lüfterplätze. Beide Seitenteile werden durch je zwei Rändelschrauben gesichert, können also werkzeugfrei montiert und demontiert werden. Sie lassen sich leicht abnehmen und wieder anbringen.

 

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Die Rückseite bietet neben dem Montageplatz für einen 80- bzw. 120-mm-Lüfter zwei Schlauchdurchführungen für Wasserkühlungen. Das ist eines der angesprochenen Features, die von eher höherpreisigen Gehäusen bekannt sind, mittlerweile aber auch im Budget-Bereich zunehmend Standard werden. Die Rückseite lässt bereits erste Rückschlüsse auf den inneren Aufbau des Gehäuses zu - entsprechend dem "modifizierten" ATX-Standard wird das Netzteil auf dem Gehäuseboden untergebracht.


 

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Nach dem Öffnen des Gehäuses fällt der schwarze Innenraum ins Auge - auch das kennt man eher von höherpreisigen Modellen. Die Lackierung ist bei unserem Test-Sample sauber ausgeführt und es gibt keinen Grund für Beanstandungen.

 

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Das Netzteil wird auf dem Boden montiert und ruht entkoppelt auf vier Gummipuffern. Durch Öffnungen im Gehäuseboden kann das Netzteil Frischluft aufnehmen und gleich wieder auf der Gehäuserückseite abgeben - sofern das Kühlkonzept des Netzteils entsprechend gestaltet wurde. Bei manchem Netzteil mit 80-mm-Lüfter (wie bei dem von uns eingesetzten Modell) ist das allerdings nicht der Fall, dann nimmt das Netzteil Luft aus dem Gehäuseinneren auf. Die Öffnungen im Gehäuseboden des Rebel9 Aluminum sind mit einem Staubfilter versehen. Dieser wird von vier Kunststoffnasen gehalten. Eine Entnahme des Filters zur Reinigung ist möglich. Sie ist allerdings mit dem Risiko verbunden, diese Nasen in Mitleidenschaft zu ziehen.

 

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Der Mainboard-Tray bietet Öffnungen zum Kabelmanagement und eine großzügig gehaltene Aussparung im CPU-Bereich. Letztere ermöglicht die Montage eines CPU-Kühlers, wenn das Mainboard bereits im Gehäuse montiert wurde. Die drei Öffnungen für das versteckte Verlegen der Kabel sind sinnvoll platziert und der Platz hinter dem Mainboard-Tray ist ausreichend bemessen. Eine weitere Öffnung befindet sich oberhalb des Mainboard-Trays für den 12-Volt-Anschluß des Mainboards. Um sie nutzen zu können, muss das entsprechende Netzteilkabel lang genug sein.

Bis zu sieben Erweiterungskarten können montiert werden. Allerdings werden diese nur mit normalen Schrauben befestigt - zumindest Rändelschrauben wären hier wünschenswert gewesen.

 

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Der Laufwerksschacht ist durchgehend in 5,25 Zoll Breite ausgeführt. So finden maximal neun entsprechende Laufwerke Platz. Fünf Einschübe sind mit einem praktischen Montagesystem versehen. Durch Drehen können die Laufwerke arretiert werden - ein werkzeugfreier Einbau der 5,25-Zoll-Laufwerke ist somit möglich. Für die Montage der 5,25-Zoll-Laufwerke muss die festsitzende Frontblende entfernt werden. Wenn 3,5-Zoll-Laufwerke verbaut werden, wird es etwas komplizierter. Durch spezielle Montageschienen können diese im 5,25-Zoll-Schacht montiert werden. Hierzu müssen die Laufwerke an die Schienen geschraubt werden. Die Schienen werden dann wiederum im Laufwerkschacht festgeschraubt. Drei Schienenpaare sind durch Gummielemente entkoppelt und für die Montage von Festplatten vorgesehen. Das vierte Paar ist unentkoppelt, gemeinsam mit der mitgelieferten 3,5-Zoll-Blende ist es für ein externes 3,5-Zoll-Laufwerk vorgesehen. 

Hinter der Front verbirgt sich der einzige vormontierte Lüfter, ein 120-mm-Modell. Er ist mit vier Gummibolzen entkoppelt und verrichtet unaufdringlich seine Arbeit. Der Lüfter kann wahlweise per Molex-Stecker oder per 3-Pin-Stecker angeschlossen werden. Vor dem Lüfter befindet sich ein Staubfilter. Um diesen reinigen zu können, muss die festsitzende Front gelöst werden.

 

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Der Einbau unseres Testsystems ging ohne größere Probleme vonstatten. Die Montage der Festplatte erwies sich wie erwartet als relativ zeitaufwendig. Eine werkzeugfreie Montage wäre hier wünschenswert gewesen. Ein Problem bereitete auch die Position des Netzteils. Das 8-Pin-Mainboardkabel unseres Netzteils ist zu kurz, um es durch die vorgesehenen Öffnungen des Kabelmanagements zu führen. Wir mussten es stattdessen quer vor dem Mainboard entlang verlegen. Für dieses Kabel gibt es allerdings auch Verlängerungen zu kaufen, die in diesem Fall hilfreich wären.


Neben der Verarbeitung und der Ausstattung des Gehäuses ist auch das Temperaturverhalten von elementarer Bedeutung.

Das Testsystem:

1

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Folgende Komponenten wurden verbaut:

Eckdaten: Testsytem
Prozessor: Intel Pentium G6950 @ 2,8 GHz @ 1,2 Volt
Prozessor-Kühler: Thermalright MUX-120
Mainboard: Intel DP55KG
Arbeitsspeicher: 4096 MB Crucial 1333 MHz
Festplatte: Western Digital Raptor 74 GB
Grafikkarte: Sapphire Radeon HD 4670 mit passivem Zalman-Kühler
Betriebssystem: Windows 7 x64 Home Premium

Temperaturmessungen:

Um die maximalen Temperaturen des Prozessors zu ermitteln, wurde die CPU mittels des kostenlosen Stresstest-Tools Prime 95 für 30 Minuten ausgelastet. Da der Small FFT-Test erfahrungsgemäß die höchste Wärmeverlustleistung mit sich bringt, benutzen wir diesen Modus und protokollieren die maximalen Kerntemperaturen mit dem Systemtool Realtemp. Die einzelnen Kerntemperaturen werden addiert und durch die Anzahl der physikalischen Kerne dividiert.

Im direkten Anschluss wurde die Grafikkarte mittels FurMark auf Temperatur getrieben. FurMark ist ein kostenloser OpenGL-Benchmark und bietet einen Xtreme-Burning-Mode, der die Grafikkarte temperaturmäßig ans Limit bringt. Auch die Grafikkarte wurde 30 Minuten lang ausgelastet.

Die Betrachtung der Temperaturen im Idle-Zustand (= Leerlauf) wird zunehmend uninteressanter, da sowohl die Prozessor- als auch die Grafikkartenhersteller sehr gute Stromspartechniken entwickelt haben. Im Zuge dessen werden die Rechenkerne im Idle-Zustand herunter getaktet und die Stromspannung reduziert. Infolgedessen wird die erzeugte Abwärme auf ein Minimum reduziert.

Unsere Messungen brachten folgendes Ergebnis hervor:

temp

Beurteilung der Temperaturen:

Die Temperaturen bleiben im grünen Bereich. Der vormontierte Frontlüfter kann die hitzköpfige Western Digital Raptor auf einem guten Temperaturniveau halten. Auch die sonstigen Messwerte liegen im Rahmen. 

Weitere Messungen in der Übersicht:

Grafikkartenlänge:

Grafikkartenlnge


Sharkoons Rebel9 Aluminum macht auf den ersten Blick einen guten Eindruck. Mit der schlichten Aluminium-Front setzt sich das Gehäuse angenehm von vielen seiner direkten Mitbewerber ab. Nur die silbern-glänzenden Kanten hätte Sharkoon nach unserem Empfinden doch lieber schwarz belassen sollen. Das I/O-Panel ist angemessen ausgestattet. USB 3.0-Anschlüsse wären sicher wünschenswert, sind in diesem Preissegment allerdings noch unüblich.

Im Gehäuseinneren überzeugt vor allem der Mainboard-Tray, der Flexibilität bei Kühlermontage und Kabelmanagement ermöglicht. Auch die Flexibilität des 5,25-Zoll-Laufwerksschachts kann auf den ersten Blick gefallen. Hier kann der Nutzer selbst entscheiden, wie er die vorhandenen neun Laufwerksplätze nutzt. Allerdings ist die Montage der 3,5-Zoll-Laufwerke relativ aufwendig, ein werkzeugfreies System wäre wünschenswert. Auch die Zahl der mitgelieferten entkoppelten Montageschienen könnte größer sein.

Bei der Kühlung verlässt sich Sharkoon auf einen einzigen Lüfter in der Front. Damit wird die Kühlung der Festplatten sichergestellt. Für die Kühlung des restlichen Systems empfiehlt sich gegebenenfalls die Montage eines oder mehrere optionaler Lüfter.

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Insgesamt bietet das Rebel9 Aluminum eine gute, wenn auch nicht herausragende Ausstattung fürs Geld. Einige Features, die in dieser Preisklasse nicht selbstverständlich sind, sowie die schlichte Optik machen das Sharkoon-Gehäuse zu einer interessanten Alternative für all diejenigen, die auf der Suche nach einem Budget-Gehäuse sind. Denn im Gegensatz zu manchem Konkurrenzprodukt sieht man dem  Rebel9 Aluminum seinen günstigen Preis nicht auf den ersten Blick an.

Positive Aspekte des Sharkoon Rebel9 Aluminum:

Negative Aspekte des Sharkoon Rebel9 Aluminum:

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