Test: In Win Dragon Slayer - Mit Design und USB 3.0 zum Sieg?

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in_win_dragon_slayerObwohl sich In Win bereits seit 1985 am Markt befindet, ist der taiwanesische Gehäuse-Hersteller hierzulande noch ein weitestgehend unbeschriebenes Blatt. Ganz anders im asiatischen Raum, wo sich das Unternehmen bereits seit Jahren großer Beliebtheit erfreut. Als erste deutschsprachige Redaktion hatten wir die Möglichkeit, einen Blick auf die neueste Kreation von In Win zu werfen. Das auf den Namen „Dragon Slayer" getaufte µATX-Gehäuse kommt mit einem sehr auffälligen Design und USB 3.0-Anschlüssen daher.

Laut Hersteller soll sich das In Win Dragon Slayer durch ausreichend Platz für zwei ATI Radeon HD 5970-Grafikkarten, sehr gute thermische Eigenschaften, durchdachte Kabelmanagement-Optionen und ein werkzeugfreies Design auszeichnen. Unser Test klärt, ob das Unternehmen hält, was es verspricht und ob sich der Kauf lohnt.

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Das In Win Dragon Slayer soll spätestens ab Ende Juni in Deutschland verfügbar sein. Ein Endkundenpreis ist leider noch nicht bekannt, wird jedoch im Zuge der Computex erwartet (siehe Update). Vielen Dank an dieser Stelle an Caseking.de für die sehr frühe und unkomplizierte Bereitstellung des Testkandidaten.

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Beim Lieferumfang beschränkt sich In Win auf das Wesentliche. Neben einer kleinen Schraubensammlung legt der Hersteller dem Gehäuse passende Laufwerksschienen sowie Kabelschellen zum Aufkleben bei. Eine Bedienungsanleitung gehört leider nicht zur Beigabe.

Bevor wir mit dem eigentlichen Test beginnen, hier die Eckdaten des In Win Dragon Slayer in tabellarischer Form:

Eckdaten: In Win Dragon Slayer
Bezeichnung: Dragon Slayer
Material: Stahl (0,6 mm SECC), Kunststoff
Maße: 196 mm (B) x 430 (H) x 426 mm (T)
Formfaktor: Micro-ATX
Laufwerke: 5x 5,25 Zoll (extern), 4x 3,5 Zoll (intern, Hot-Swap-fähig), 2x 3,5 Zoll (intern)
Lüfter: 1x 140 mm (Vorderseite), 1x 140 mm (Deckel), 1x 90 mm (Rückseite), 1x 80 mm (Festplattenschacht, optional), 4x 120 mm (linkes Seitenteil, optional)
Preis: 59,90 Euro

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Das "Dragon Slayer"-Gehäuse kommt in einem sehr futuristischen Design daher und wirkt dessen ungeachtet keineswegs überladen oder unruhig. Aufgrund der geringen Abmessungen von 196 x 430 x 426 mm (BxHxT) bietet das Dragon Slayer ausschließlich Platz für µATX-Mainboards. Dafür ist die Computerbehausung aus Fernost aber recht kompakt und dank eines niedrigen Gewichts absolut LAN-Party-tauglich. Das niedrige Gewicht ist jedoch auch dem verwendeten Stahlblech zu verdanken. Mit einem Durchmesser von 0,6 mm greift das Unternehmen aus Fernost zu einem sehr dünnen Material. In der Regel wird eine Materialstärke von 0,8 mm verwendet. Nichtsdestotrotz macht das Gehäuse einen sehr stabilen Eindruck.

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Das optische Erscheinungsbild des Dragon Slayer wird insbesondere von der Aufmachung der Frontpartie geprägt. Die Kunststofffront wartet mit zahlreichen Mesh-Elementen aus Metall auf und kommt mit einer sehr außergewöhnlichen Aufteilung daher. So bietet das Gehäuse im oberen Teil der Vorderseite einen 5,25-Zoll- und einen 3,5-Zoll-Laufwerkseinschub. Optional können zwei weitere externe 5,25-Zoll-Geräte im untersten Bereich der Vorderseite befestigt werden. Ein mit drei blauen Leuchtdioden beleuchtetes Hersteller-Logo schmückt die Mitte des Front-Panels.

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Dank eines kleinen Hebelmechanismus können sowohl die 3,5-Zoll- als auch die 5,25-Zoll-Laufwerksblenden sehr einfach von Außen abgenommen werden. Dazu werden die kurzen Hebel einfach nach innen gedrückt und die jeweilige Laufwerksblende unkompliziert entnommen. Im Vergleich zu vielen anderen Gehäusen geht auch die Montage der Blenden deutlich leichter von der Hand.

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Um die Hardwarekomponenten im Inneren vor Staub zu schützen, sind die Lochblenden allesamt mit mehr oder weniger wirkungsvollen Staubfiltern hinterlegt. In Win hinterlegt die Lochblenden mit Staubfängern aus Blech, deren Zweckdienlichkeit in jedem Fall angezweifelt werden darf. Auch die restlichen Mesh-Elemente der Vorderseite sind mit ebensolchen Staubfiltern ausgestattet.

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Das bereits erwähnte I/O-Panel besitzt zwei USB-2.0-Anschlüsse sowie zwei Klinkenbuchsen. Außerdem steht dem Anwender ein Frontanschluss nach dem neuen USB-3.0-Standard zur Verfügung. Bisher konnte nur Edel-Hersteller Lian Li mit ebensolchen Anschlüssen auf sich aufmerksam machen. Der obligatorische Powertaster befindet sich gut dimensioniert unter dem I/O-Panel. Direkt darunter sitzt der Resettaster, der ausschließlich mit einem dünnen Gegenstand betätigt werden kann.

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Da bislang kein Chipsatz eine native USB-3.0-Unterstützung mit sich bringt, greifen nahezu alle Mainboard-Hersteller auf einen zusätzlichen Hostadapter zurück. Dadurch stehen dem Anwender zwar mindestens zwei externe USB-3.0-Anschlüsse zur Verfügung, jedoch arbeiten die internen Boardstecker nach dem alten USB-2.0-Standard. Aus diesem Grund werden die USB-3.0-Anschlüsse des I/O-Panels beim In Win Dragon Slayer mit den externen Anschlüssen (Stecker A) der Hauptplatine verbunden. Das gleiche Prinzip nutzt auch Lian Li bei seinen neuesten Modellen. Im Gegensatz zu Lian Li legt In Win jedoch keine PCI-Blende bei, durch deren Öffnung das USB-3.0-Kabel zur Gehäuserückseite geführt werden kann. Dafür steht eine dritte gummierte Schlauchdurchführung zur Verfügung, die wir in unserem Fall zur Kabeldurchführung umfunktioniert haben.


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Das linke Seitenteil ist mit einem großflächigen Mesh-Gitter ausgestattet, hinter dem bis zu vier 120-mm-Lüfter befestigt werden können. Im Gegensatz zu vielen Konkurrenzprodukten ist das Mesh-Gitter nicht eingestanzt, sondern ein eigenes Element. Dadurch kann dieses mit ein wenig handwerklichem Geschick entfernt und beispielsweise durch eine Plexiglas-Scheibe ersetzt werden.

Bedingt durch die geringe Breite des Gehäuses von 196 mm passen nicht alle CPU-Kühler in unseren Testkandidaten. Dem Anwender stehen bei geschlossener Seitenwand etwa 145 mm zur Verfügung. Übergroße Kühler im Tower-Format können aus diesem Grund nicht verbaut werden.

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Die rechte Seitenwand kommt sehr dezent daher. Nur ein paar Bohrungen in Höhe des Festplattenkäfigs zieren das Seitenteil. Zur Fixierung dienen jeweils zwei Rändelschrauben.

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Die Rückseite verrät die Komponentenanordnung im Gehäuse-Inneren. Wie es mittlerweile fast schon „Standard" ist, wird das Netzteil am Gehäuse-Boden montiert. Zu den weiteren Merkmalen des "Dragon Slayer"-Gehäuses zählen drei gummierte Schlauchdurchführungen sowie gelochte Slotblenden. Der verbaute 92-mm-Lüfter wird von einem gestanzten Lüftergitter verdeckt. Besonders Silent-Enthusiasten legen jedoch einen großen Wert auf abnehmbare Lüftergitter, da diese in Verbindung mit einem Lüfter oftmals zu Luftverwirbelungen führen, wodurch der Lärmpegel steigt.

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Im Gehäuse-Deckel befindet sich ein Kunststoffelement, unter dem sich ein 140-mm-Lüfter befindet. Der Lüfter ist mit herkömmlichen Schrauben befestigt, nicht entkoppelt und wird über einen 4-Pin-Molex-Stecker mit Strom versorgt. Letzteres führt leider dazu, dass der Lüfter nicht über die Lüftersteuerung des Mainboards geregelt werden kann. Ebenso ist das Auslesen der Drehzahl durch das fehlende Tachosignal nicht möglich. Obwohl das 140-mm-Exemplar die warme Luft aus dem Gehäuse befördert, verbaut In Win auch hier einen Staubfilter. Alternativ zum 140-mm-Lüfter kann auch ein 120-mm-Ventilator verbaut werden.

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In dieser Preisklasse ungewohnt, verbaut In Win hochwertige Gehäusefüße. Die Gehäusefüße im HiFi-Look überzeugen durch ein edles Erscheinungsbild und bescheren dem Gehäuse einen sicheren Halt. Zudem hemmen die Moosgummieinlagen auftretende Vibrationen.


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Der gesamte Innenraum ist schwarz lackiert und bietet ausreichend Platz für aktuelle High-End-Komponenten. Zwar kann das Mainboard-Tray nur µATX-Platinen aufnehmen, jedoch bietet das Gehäuse dank des einzigartigen Aufbaus genug Platz für überlange Steckkarten. Die zu verbauenden Grafikkarten dürfen nicht länger als 320 mm sein. Die ATI Radeon HD 5970 misst etwa 310 mm. Die maximale Netzteillänge darf etwa 180 mm betragen.

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Beim Belüftungskonzept setzt sich In Win nicht von der Masse ab. Demnach sorgen bis zu acht Lüfter für ausreichend Frischluft im Gehäuse. Zur Standardausstattung zählen je ein 140-mm-Lüfter in der Front und im Deckel, ein 92-mm-Lüfter im Heck sowie ein 80-mm-Lüfter vor dem Festplattenkäfig. Außerdem können vier weitere 120-mm-Lüfter im linken Seitenteil angebracht werden. Alle Lüfter werden mit herkömmlichen Schrauben befestigt. Eine Entkopplung vom Gehäuse zur Geräuschminimierung findet demzufolge nicht statt.

Die rückseitige 92-mm-Lüfter erzeugt im 12-Volt-Betrieb einen Schalldruck von etwa 39,6 dB/A. Die 140-mm-Exemplare im Deckel und in der Front sind mit etwa 36 dB/A etwas leiser, fallen aber durch ihr kontinuierliches Klackern negativ auf.

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Der 80-mm-Lüfter in der Front sorgt für eine ausreichende Belüftung der verbauten 3,5-Zoll-Festplatten. Erwartungsgemäß ist er im 12-Volt-Betrieb deutlich zu laut und erzeugt einen Schalldruck von etwa 39 db/A.

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Alternativ kann der Festplattenkäfig abgeschraubt werden und das Grundgestell zur Befestigung zusätzlicher 5,25-Zoll-Laufwerke genutzt werden. Das werkzeuglose Befestigungssystem der 5,25-Zoll-Laufwerke verrichtet seinen Dienst einwandfrei. Moderne SSDs im 2,5-Zoll-Format können ohne zusätzliches Zubehör nicht eingebaut werden.

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Bis zu zwei 3,5-Zoll-Festplatten können im unteren Käfig untergebracht. Zur Befestigung dienen jeweils zwei Laufwerksschienen, die mit speziellen Schrauben an der Festplatte befestigt werden. Die speziellen Schrauben sorgen für eine zusätzliche Entkopplung.

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Der Mainboard-Schlitten ist nicht herausnehmbar, bietet dafür aber gut platzierte Ausschnitte zur sauberen Verkabelung der Komponenten. Der taiwanesische Hersteller hat sowohl an einen breiten Ausschnitt für den 24-Pin-ATX-Stecker als auch an passende Durchführungen für die PCI-Express-Kabel gedacht. Auch der 8-Pin-Mainboardstecker kann unsichtbar hinter dem Mainboard-Schlitten verlegt werden.

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Auf den ersten Blick macht die werkzeugfreie Halterung der Erweiterungskarten einen guten Eindruck. Möchte man jedoch eine moderne Grafikkarte mit einem großen Kühler verbauen, lassen sich die Kunststoffklemmen nicht mehr schließen und man muss den Pixelbeschleuniger mit konventionellen Schrauben befestigen. Bei Steckkarten ohne großen Kühler arbeitet die Halterung jedoch einwandfrei.

Einen ebenfalls nicht so guten Eindruck haben die Slotblenden bei uns hinterlassen. Diese müssen zur Montage einer Steckkarte herausgebrochen werden. Nur eine einzige Blende zum Verschrauben liegt dem Gehäuse bei.

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Wie bereits bei der Betrachtung der Rückseite erwähnt, wird das Netzteil am Boden des Gehäuses platziert. Zur Befestigung des Stromspenders dienen vier konventionelle Schrauben. Das Netzteil wird mit dem Lüfter nach unten montiert. Ein herausnehmbarer Staubfilter schützt das Netzteil vor Verschmutzung. Selbstverständlich kann das Netzteil auch umgekehrt eingebaut werden. Dadurch kann der Netzteillüfter die gestaute Luft unter der Grafikkarte nach außen befördern. Aufgrund der fehlenden Staubfilter im Seitenteil ist das Netzteil dann jedoch nicht vollständig vor Staubbefall geschützt.


Alles in allem hinterlässt das In Win Dragon Slayer einen überraschend positiven Eindruck. Das Gehäuse kommt mit vielen Stärken daher und zeigt nur wenig Schwächen.

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Zu den Stärken zählen zweifelsohne die gute Verarbeitung und die gute Ausstattung des Gehäuses. So bietet das Chassis ausreichend Platz für lange Grafikkarten und sehr gute Kabelmanagement-Eigenschaften. Von der fehlenden Unterstützung für 2,5-Zoll-Laufwerke mal abgesehen, geben die werkzeugfreien Befestigungsmöglichkeiten der 3,5-Zoll- und 5,25-Zoll-Laufwerke keinen Anlass zur Kritik. USB 3.0-Anschlüsse, hübsche Gehäusefüße und anwenderfreundliche Laufwerksschachtblenden runden das Paket ab.

Nichtsdestotrotz kann das In Win Dragen Slayer nicht vollends überzeugen. Das Be- und Entlüftungskonzept ist aufgrund der verbauten 80-mm- und 92-mm-Lüfter nicht mehr zeitgemäß und sorgt für einen unnötig hohen Lärmpegel. Hinzu kommt, dass die Lüfter größtenteils mit einem herkömmlichen 4-Pin-Molex-Stecker mit Strom versorgt werden, wodurch eine anständige Regelung der Umdrehungsgeschwindigkeit nicht möglich ist. Überdies funktioniert die werkzeuglose Steckkartenhalterung nur bei kleineren Steckkarten.

Aufgrund des noch unbekannten Endkundenpreises verzichten wir an dieser Stelle auf die Vergabe eines Awards. Je nach Höhe des Endkundenpreises holen wir dies unter Umständen nach.

Update 01. August 2010: Mittlerweile ist das In Win Dragon Slayer in Deutschland verfügbar. Der Endkundenpreis beträgt 59,90 Euro. Aus diesem Grund zeichnen wir das Gehäuse mit unserem Preis-Leistungs-Award aus.

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Positive Aspekte des In Win Dragon Slayer:

Negative Aspekte des In Win Dragon Slayer:

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