Tesoro Gram XS im Test - mechanische Tastatur mit flachen Tasten

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tesoro gram xs logoFlache Tasten und mechanische Switches schließen sich in der Regel aus. Nicht so bei Tesoros Gram XS. Die flache Tastatur hat ebenfalls flache Tastenkappen im Stil einer Notebook-Tastatur. Und trotzdem verbergen sich unter den Tastenkappen mechanische Switches. Ist die GRAM XS damit die ideale mechanische Slim-Tastatur?

Dass Tesoro sehr daran interessiert ist, eigenständige Tastaturen zu entwickeln, ist keine Neuigkeit mehr. So fielen die Gram SE Spectrum durch ihre optischen Switches und die Tizona Spectrum durch das beidseitig andockbare Num-Pad auf. Und auch eine flachere mechanische Tastatur konnten wir mit der Gram Spectrum bereits testen. Dabei hatte Tesoro die Tastenkappen etwas in der Höhe reduziert und das Tastaturgehäuse möglichst kompakt gestaltet. 

Die Gram XS speckt aber noch sehr viel konsequenter ab. Dafür nutzt Tesoro zum einen mechanische Ultra-Low-Profile-Switches, zum anderen aber Tastenkappen im Chiclet-Style. Trotz mechanischer Switches erinnert die Gram XS damit äußerlich viel mehr an eine Notebooktastatur als an eine typische mechanische Tastatur.

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Mit einer Bauhöhe von nur 24 mm soll die Gram XS Platz sparen und sich gut in unterschiedlichste Umgebungen einfügen. Schon durch die flache Bauweise wirkt die Tastatur schick. Dazu gibt es die Tastatur wahlweise in Schwarz oder Weiß und immer mit einer RGB-Beleuchtung, die per Software angepasst werden kann. 

Den Preis setzt Tesoro mit 119 Dollar an. Für eine mechanische Tastatur mit RGB-Beleuchtung kann man diesen Preis als attraktiv bezeichnen - zumal die Gram XS sich mit der flachen Bauform von den typischen Konkurrenzprodukten absetzt. 

Technische Details Tesoro Gram XS:


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Zur Tastatur erhält der Käufer die Schnellstartanleitung und das Micro-USB-Anschlusskabel. Es fällt immerhin 1,8 m aus und präsentiert sich mit geflochtenem Überzug. 

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Tesoro hat uns ein weißes Testsample zur Verfügung gestellt. Diese Variante unterscheidet sich auch farblich deutlich von der typischen mechanischen Tastatur und macht besonders deutlich, was die Gram XS sein soll: Eine flache Designtastatur, der man ihre mechanischen Switches nicht ansieht. Dank der extrem flachen Tastenkappen und des ebenfalls relativ flachen Gehäuses geht dieser Plan voll auf. Optisch würde man eigentlich eine Rubberdome- oder Scissor-Tastatur und keine Tastatur mit mechanischen Switches vermuten. Das Testsample erreichte uns noch mit US-Layout. Im Handel wird hierzulande aber natürlich das DE-Layout angeboten werden.   

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Unbeleuchtet wirkt die Gram XS schlicht, ja fast edel. Aber bei Bedarf kann die integrierte RGB-Beleuchtung durchaus für farbenfrohe Abwechslung sorgen. Das gilt umso mehr, weil Tesoro eine ganze Reihe von auffälligen Effekten nutzbar macht. Die Tastenbeschriftung wird allerdings nicht sehr gleichmäßig ausgeleuchtet. 


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Die seitliche Perspektive zeigt besonders gut, wie flach die Chiclet-Tastenkappen ausfallen. Sie ragen nur wenige Millimeter über das Tastaturgehäuse. Dieses Gehäuse fällt dann etwas höher aus als bei besonders flachen Rubberdome- oder Scissor-Tastaturen. Für eine mechanische Tastatur ist es hingegen schon fast unwirklich flach. 

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Tesoro hat die Gram XS als Full-Size-Tastatur mit Num-Block gestaltet. Auf zusätzliche Mediatasten wurde allerdings verzichtet - sicher vor allem, damit die Tastatur möglichst kompakt gestaltet werden kann. Die Mediafunktionen und der Wechsel zwischen drei verschiedenen Profilen ist aber immerhin über Zweitbelegungen der F-Tasten möglich. Weitere Zweitbelegungen ermöglichen beispielsweise das Sperren der Windows-Taste, den Wechsel zwischen 6-Key- und N-Key-Rollover oder das Anpassen der Beleuchtungshelligkeit. 

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Das beiliegende Kabel kann dank des Micro-USB-Anschlusses jederzeit abgenommen werden. Auf weitere Anschlüsse - z.B. für USB-Passthrough - hat Tesoro verzichtet. 

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Das Kunststoffgehäuse ruht ausreichend rutschfest auf sechs Gummipuffern. Eine leichte Erhebung stellt sicher, dass die Gram XS immer etwas angeschrägt steht. Weil es keine ausklappbaren Standfüße gibt, ist man aber auch auf diesen einen Anstellwinkel festgelegt. 


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Um die verschiedenen Tastaturprofile zu verwalten und die Beleuchtung individuell anzupassen, kann auf der Produktseite eine Software heruntergeladen werden. Sie präsentiert sich schlank und weitgehend übersichtlich, aber auch mit überschaubarem Funktionsumfang. Eine der beiden Ansichten ("Assignment") ermöglicht das Anpassen der Tastenbelegung. 

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Unter "Lighting Effect" wird hingegen die Beleuchtung angepasst. Tesoro bietet eine Reihe von verschiedenen Effekten an, ermöglicht aber auch das individuelle Anpassen der Beleuchtung. 


In der Praxis

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Die Tastenkappen der Gram XS sitzen mit zwei schmalen Erhebungen in den Ultra-Low-Profile-Switches. Tesoro verzichtet also (wohl aus Platzgründen) auf die sonst so typische Kreuzaufnahme. Unter den Tastenkappen kommen die mechanischen Switches zum Vorschein, die es in zwei Varianten gibt. Die lineare rote Variante löst mit einer Betätigungskraft von 45 g aus, die taktile und klickende blaue Variante benötigt nur 40 g. Der Druckpunkt wird bei beiden Typen schon nach 1,1 mm erreicht. Die frühe Auslösung fällt dann auch gleich auf. Auffällig ist aber auch sofort, dass es sich auf der Gram XS doch klar anders tippt als auf anderen mechanischen Tastaturen. Besonders die flachen Tastenkappen machen sich direkt bemerkbar. Sie haben mehr Spiel als man das von anderen mechanischen Tastaturen gewohnt ist und sorgen so für ein etwas schwammigeres Tippgefühl. Besonders auffällig wird das bei größeren Tasten wie der Leertaste. Auch der kurze Tastenweg zur Auslösung und der etwas verkürzte Gesamtweg führen zu einem deutlich anderen Tippgefühl als beispielsweise auf Cherry MX.    

Sicher gibt es Spezialisten, die als reine Office- oder Gaming-Lösung noch klarer überzeugen. Beim Spielen machen sich die geringe Betätigungskraft und der kurze Auslöseweg allerdings durchaus positiv bemerkbar. Beim Schreiben führen sie hingegen zumindest anfänglich zu einer leicht höheren Fehlerquote. Akustisch ist die Gram XS als mechanische Tastatur erkennbar und entsprechend deutlich hörbar. 

Fazit

Tesoro kann mit der Gram XS einmal mehr eine Tastatur anbieten, die auffällt und sich von der Konkurrenz absetzt. Eine so flache mechanische Tastatur ist per se schon bemerkenswert. Dazu kommt, dass Tesoro sie auch recht elegant gestaltet hat. Auf Wunsch kann zudem die RGB-Beleuchtung aktiviert werden - die ist zwar bei aktuellen mechanischen Tastaturen praktisch Standard, bei so schlanken Tastaturen wie der Gram XS aber eher ungewöhnlich. Die Ausstattung ist ansonsten zweckmäßig, aber nicht besonders umfangreich. So gibt es Mediatasten nur als Zweitbelegung, anstellbare Standfüße fehlen und der Funktionsumfang der Software fällt recht übersichtlich aus.  

Als mechanische Tastatur verspricht die Gram XS vor allem eine höhere Konstanz als Rubberdome-Tastaturen. Das Tippgefühl unterscheidet sich allerdings doch sehr deutlich von dem einer mechanischen Tastatur mit hohen Tastenkappen. Ein Probetippen ist deshalb besonders empfehlenswert. Wer eine wirklich flache mechanische Tastatur sucht, hat aktuell schlicht kaum Alternativen. Das wird sich jedoch ändern, denn mit den neuen Cherry MX Low Profile RGB-Switches dürfte die Auswahl an flachen mechanischen Tasten bald größer werden. 

Tesoro Gram XS
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Auch wenn stellenweise noch Luft nach oben bleibt, profitiert Tesoro davon, dass man Cherry bzw. den Cherry-Partnern zuvorgekommen ist. Als besonders flache mechanische Tastatur können wir die Gram XS dann auch mit unserem Technik-Award auszeichnen.


Positive Aspekte der Tesoro Gram XS:

Negative Aspekte der Tesoro Gram XS: