Cooler Master MasterKeys MK750 im Test - das neue Tastatur-Flaggschiff

Veröffentlicht am: von

Cooler Master MasterKeys MK750

Cooler Master hat auf die Community gehört: Mit der MasterKeys MK750 kommt eine mechanische Tastatur auf den Markt, die massiv weiterentwickelt wurde. Doch reicht das aus, um sich auch gegenüber der starken Konkurrenz zu behaupten? Das klären wir im Test. 

Schon die bisherigen mechanischen Tastaturen von Cooler Master hatten ganz klar ihre Stärken. Bei den Top-Modellen wie der MasterKeys Pro L RGB setzte der Hersteller Cherry MX-Switches und damit den Goldstandard der Industrie ein. Von den mechanischen Tastaturen anderer Hersteller unterschieden sich speziell die MasterKeys Pro-Modelle dadurch, dass sich Cooler Master auf das wirklich Wesentliche konzentrierte. Es wurde weder mit ungewöhnlichen Funktionen, noch mit abgehobenen Designs experimentiert. Viele Nutzer schätzen die MasterKeys-Tastaturen dann gerade auch für diesen minimalistischen Ansatz. 

» zur Galerie

Beim neuen Flaggschiff MasterKeys MK750 hält Cooler Master zwar am klaren und reduzierten Design fest, greift aber sehr viel tiefer in die Feature-Kiste. Laut Hersteller hat man sich vor allem darum bemüht, den größten Wünschen der Community gerecht zu werden. Dazu gehören eine einfach abnehmbare Handballenablage genauso wie separate Tasten zur Steuerung der Medienwiedergabe. Und auch äußerlich hat sich einiges getan. Die freistehenden Tastenkappen sorgen für eine modernere Optik, das Metallgehäuse für eine wertige Haptik. Dazu kommen Lichtstreifen an den Seiten und an der Vorderkante der Tastatur. Wir können aber gleich Entwarnung geben - die MasterKeys MK750 wirkt immer noch deutlich seriöser als die meisten Tastaturen im reinen Gaming-Design. 

Die UVP gibt Cooler Master mit 139,99 Euro an. Für eine gut ausgestattete Full-Size-Tastaturen mit Cherry MX-Switches und RGB-Beleuchtung ist der Preis damit vom Start weg attraktiv. Wer mit Blick auf das US-Layout des Testsamples irritiert ist, kann übrigens ganz beruhigt sein: Zum Verkaufsstart wird die MasterKeys MK750 natürlich auch mit deutschem Layout angeboten. Unser Testsample wurde mit den taktilen und klickenden MX Blue bestückt. Mit deutschem Layout soll es hingegen MX Brown (taktil) und MX Red (linear) geben.

Technische Details - Cooler Master MasterKeys MK750:


Die Tastatur im Detail

» zur Galerie

Passend zum Flaggschiff-Anspruch beschänkt sich Cooler Master nicht darauf, die MasterKeys MK750 einfach nur mit einer profanen Anleitung auszuliefern. Für mehr Komfort soll die magnetische Handballenauflage sorgen. Während die Hände bei den Handballenauflagen anderer Hersteller oft auf nacktem Kunststoff oder maximal Gummi ruhen, ist Cooler Masters Handballenauflage satt gepolstert und mit weichem Kunstleder bezogen. Dadurch wird sie deutlich komfortabler. Eher negativ auffällig ist allerdings, dass die Magneten nicht besonders stark sind. Gerade bei seitlichen Stößen verrutscht die Handballenauflage deshalb sehr leicht.

Mitgeliefert werden außerdem noch ein ummanteltes USB-Anschlusskabel, alternative, lilafarbene Doubleshot-PBT-Tastenkappen und ein Tastenkappenabzieher. 

» zur Galerie

Auch bei der MasterKeys MK570 setzt Cooler Master auf ein ganz klar gehaltenes, kantiges Design. Gegenüber den bisherigen MasterKeys-Modellen wirkt die Tastatur dank der freistehenden Tastenkappen aber gleich deutlich moderner. Und auch beim Tastaturgehäuse hat der Hersteller nachgelegt. Der obere, sichtbare Gehäuseteil besteht nun aus mattem Aluminium. 

» zur Galerie

Die praktischen Kabelkanäle kennt man hingegen schon von der Vorgängergeneration. Das Anschlusskabel kann so wahlweise mittig, links oder rechts nach hinten geführt werden. Gummipuffer sorgen für rutschfesten Stand. Das gilt auch, wenn die Standfüße ausgeklappt werden. Nach unseren Eindrücken ist die MasterKeys MK750 mit ausgeklappten Standfüßen sogar noch etwas rutschfester.  

» zur Galerie

Egal wie dezent das Tastaturdesign auch sein mag - auf eine RGB-Beleuchtung will auch Cooler Master nicht verzichten. Nicht alle Effekte sind allerdings so auffällig (oder je nach Wahrnehmung auch ablenkend) wie der durchlaufende Farbwechsel. 

» zur Galerie

Cooler Master beleuchtet nicht nur die Tasten, sondern auch das Tastaturgehäuse. Frontal wurde eine Lightbar integriert. Dieser Leuchtstreifen kann gleich mehrere Farben des RGB-Spektrums gleichzeitig darstellen, sodass gerade dynamische Effekte mit Farbverläufen gut zur Geltung kommen. Obwohl der Leuchtstreifen Richtung Nutzer zeigt, braucht man keine Ablenkung dadurch zu befürchten. Die Leuchthelligkeit ist deutlich geringer als bei der Tastenbeleuchtung. Erst bei dunkler Umgebung fällt die Lightbar überhaupt auf. Wer sich selbst dann noch an ihr stört, kann einfach die Handballenauflage nutzen - sie verdeckt den Leuchtstreifen nämlich komplett. Alternativ kann die Lightbar über die Software auch in mehreren Zonen konfiguriert werden.  


» zur Galerie

Auch seitlich sind dezente Leuchtstreifen zu sehen. Sie fallen aber genauso wenig wie die Front-Lightbar auf. Die Aluminiumabdeckung zieht sich bis zu den seitlichen Leuchtstreifen. Die untere Schale des Tastaturgehäuses besteht hingegen aus Kunststoff. 

» zur Galerie

Gesteuert wird die RGB-Beleuchtung entweder über die Software oder direkt über Tastenkombinationen, bei denen die FN-Taste einbezogen wird. Darüber lassen sich unter anderem unterschiedliche Effekte, Effektgeschwindigkeiten und Effektrichtungen festlegen und Farbanteile vorgeben. Eine Anpassung der Helligkeit ist hingegen nicht möglich. Weil auch die RGB-Beleuchtung der Tasten nur eine moderate Helligkeit erreicht, wird man die Helligkeit aber auch kaum reduzieren wollen. Deshalb ist es nicht wirklich problematisch, dass Nutzern praktisch nur die Wahl zwischen an- und ausgeschalteter Beleuchtung bleibt. 

» zur Galerie

Zumindest einige Funktionen für die Steuerung der Medienwiedergabe können über separate Tasten aufgerufen werden. Das gilt allerdings nicht für die Funktion, die von den meisten Nutzern wohl am meisten genutzt wird: Die Lautstärkeanpassung erfolgt mit der Standard-Tastenbelegung über Doppelbelegungen der Bild hoch/Bild runter-Tasten. Wer auf die Beleuchtung der separaten Mediatasten verzichtet, muss sich zudem ihre Belegung einprägen. Denn anders als bei den regulären Tasten hat Cooler Master bei diesen vier Tasten auf eine klare Tastenbeschriftung verzichtet.

» zur Galerie

Das geflochtene Anschlusskabel ist 1,8 m lang und damit etwa 20 cm kürzer als die meisten Anschlusskabel. Dafür hält es eine Besonderheit, ja sogar Premiere bereit: An der Tastaturseite wird es nicht mit einem Micro-USB-Stecker, sondern mit einem USB Typ-C-Stecker angeschlossen. Dadurch ist es egal, wie herum der Stecker eingesteckt wird. Zudem sitzt er auch fester in der Buchse, als das bei einem typischen Micro-USB-Stecker der Fall wäre. 

» zur Galerie

Durch die drei verschiedenen Kabelauslässe lässt sich das Anschlusskabel relativ elegant verlegen. 


Die Software

Cooler Master legt Wert darauf, dass viele Funktionen wie Beleuchtungssteuerung, Makronutzung und Profilwahl direkt über Tastenkombinationen aufgerufen werden können. Trotzdem wird für die MasterKeys MK750 auch eine Software angeboten.

» zur Galerie

Das Design dieser Software passt bestens zur Tastatur - denn klarer und übersichtlicher könnte sie kaum aufgebaut sein. Es git vier Reiter für die RGB-LED-Beleuchtung, Makros, Tastenbelegung und Profile. Die Einstellungen können für vier Profile vorgenommen werden. Im LED-Reiter können die Beleuchtungseffekte angepasst werden. 

» zur Galerie

Im Makro-Reiter können einfache Makros aufgenommen und zugewiesen werden. 

» zur Galerie

Für individuelle Tastenbelegungen wird der entsprechende Reiter aufgerufen. Die Software macht farblich deutlich, welche Tasten verfügbar, neu zugewiesen oder deaktiviert sind. 

» zur Galerie

Den Import und Export und das Zurücksetzen von Profilen nimmt man schließlich im Profilreiter vor.  


In der Praxis

» zur Galerie

Wer die MasterKeys MK750 mit deutschem Layout kaufen möchte, hat die Wahl zwischen Cherry MX Brown und MX Red. Unser US-Testsample wurde hingegen mit MX Blue bestückt, die es nicht mit deutschem Layout geben soll. Prinzipiell würden sich diese MX Blue vor allem für vielschreibende Einzelkämpfer anbieten. Sie geben klares taktiles und akustisches Feedback über die Auslösung der Tasten. Das markante Klicken sorgt aber dafür, dass sich andere Personen leicht gestört fühlen werden. MX Brown wären eine taktile, aber klickfreie Alternative. Als lineare Switches sind die zudem auch sehr leichtgängigen MX Red gerade für Spieler interessant. Insgesamt deckt Cooler Master also in Deutschland zumindest zwei unterschiedliche Switch-Typen ab. Die neueren Spezial-Typen wie die leisenMX Silent Black/Red oder die MX Speed Silver mit verkürztem Auslöseweg stehen allerdings nicht zur Auswahl. 

Die MX Blue zeigten sich im Test einmal mehr als sehr gut kontrollierbare Switches mit klarem Feedback. Damit kommen sie vor allem Vielschreibern entgegen. Nach kurzer Umgewöhnung an das US-Layout konnten wir auch diesen Artikel sehr treffsicher und kontrolliert mit der MasterKeys MK750 verfassen. Auch die Handballenauflage machte gegenüber dem vom Tester sonst genutzten Cherry MX Board 5.0 eine Umgewöhnung nötig - sie fällt nämlich deutlich kürzer aus. Im Vergleich zu den meisten anderen Handballenauflagen sollte die Tiefe (knapp über 6,5 cm) aber durchschnittlich ausfallen. Absolut überdurchschnittlich ist der Komfort der Polsterung. Für Gaming bevorzugen wir klar lineare Switches wie die optional erhältlichen MX Red, aber je nach Genre könnte das klare Feedback der MX Blue durchaus auch vorteilhaft sein. 

Fazit

Mit der MasterKeys MK750 hat Cooler Master nicht einfach nur irgendein MasterKeys-Modell vorgestellt. Denn mit dem neuen Tastatur-Flaggschiff gelingt ein großer Schritt nach vorn, der in Zukunft sicher auch auf andere Modelle abfärben wird. Dabei sind die Möglichkeiten für eine Weiterentwicklung der vorhandenen mechanischen Tastaturen eigentlich sehr begrenzt. Am Einsatz von Cherry MX-Switches gibt es im High-End-Segment praktisch nichts zu rütteln - und die hat Cooler Master auch bei den Vorgängern schon eingesetzt. Auch Features wie RGB-Beleuchtung sind in der MasterKeys-Serie keine Neuerung mehr. 

Cooler Master hat sich deshalb vor allem auf die äußere Gestaltung der MasterKeys MK750 konzentriert. Das neue Design mit den freistehenden Tastenkappen und der matten Aluminiumabdeckung schließt zu den Premiummodellen der Konkurrenz auf und wirkt deutlich moderner als das klassische Design der Vorgängergeneration. Die neuen Leuchtstreifen an der Vorderkante und den beiden Seiten fallen recht dezent aus - so dezent, dass sie praktisch nur im Dunkeln zur Geltung kommen. Die LightEdge-Lösung an Corsairs K95 RGB Platinum ist da deutlich auffälliger. Das gilt umso mehr, weil die Handballenablage ohnehin den vorderen Leuchtstreifen verdeckt. Apropos Handballenauflage - Cooler Master zeigt, dass sie mehr als nur ein lieblos designtes Kunststoffstück mit empfindlichen Haltenasen sein kann. Dass die Handballenauflage mit Magneten an der Tastatur haftet, ist deutlich praktischer. Und die gepolsterte Kunstlederauflage wirkt auch sehr viel wertiger und komfortabler als die üblichen Kunststoff- oder Gummioberflächen. 

Schon lange überfällig waren separate Mediatasten. Sie wurden bei der MasterKeys MK750 allerdings nicht ganz konsequent umgesetzt. Zum einen braucht es zumindest für die Lautstärkeregelung dann doch wieder Tastenkombinationen, zum anderen ist die Tastenbelegung nur bei aktiver Beleuchtung erkennbar. Richtig konsequent ist es hingegen, dass sich Cooler Master beim abnehmbaren Kabel auf Tastaturseite vom leidigen Micro-USB-Anschluss trennt und auf USB Typ-C setzt. Viele Zusatzfunktionen wie Makros und Profilwechsel können direkt über Tastenkombinationen genutzt werden. Zusätzlich wird aber auch eine Software angeboten. Manche Konkurrenzsoftware zeigt sich zwar umfangreicher und mächtiger, doch die Cooler Master-Software fällt übersichtlich aus und sollte für die meisten Nutzer auch funktional völlig ausreichend sein.

» zur Galerie

Die MasterKeys MK750 ist Cooler Masters neues Tastatur-Flaggschiff und muss sich deshalb auch den Vergleich mit den Top-Modellen anderer Hersteller gefallen lassen. Naheliegend ist der Vergleich mit dem bereits angesprochenen Corsair-Flaggschiff K95 RGB Platinum. Obwohl beides mechanische Full-Size-Tastaturen mit Cherry MX-Switches und RGB-Beleuchtung sind, könnten sie kaum unterschiedlicher ausfallen. Corsair geht in die Vollen - sowohl Funktionsumfang als auch Design sind schlichtweg üppig. Die MasterKeys MK750 zeigt sich optisch sehr viel dezenter (und dabei auch platzsparender), kann funktional aber in vielen Punkten mithalten. Die K95 RGB Platinum bietet zusätzlich einen richtigen Lautstärkeregler, ein ganzes Tastenfeld mit dedizierte Makrotasten und einen USB-Port. Zudem gibt es sie anders als die MasterKeys MK750 auch mit Cherry MX Speed. Die K95 RGB Platinum ist aber auch Monate nach dem Verkaufsstart noch eine sehr teure Tastatur und kostet um die 200 Euro. Die 139,99 Euro UVP für die MasterKeys MK750 sind da schon sehr viel attraktiver. Mit diesem Preis unterbietet Cooler Master auch Cherry selbst. Das etwas teurere Cherry MX Board 5.0 ist aber eine weitere interessante Alternative speziell für Nutzer, denen Ergonomie und geringe Lautstärke an ihrer mechanischen Tastatur besonders wichtig sind. Verzichtet werden muss dafür unter anderem auf eine RGB-Beleuchtung   

Die MasterKeys MK750 macht sowohl optisch als auch funktional einen großen Sprung nach vorn. Weil Cooler Masters neues Top-Modell auch noch zu einem attraktiven Preis auf den Markt kommt, zücken wir unseren Excellent-Hardware-Award.  

alles

Positive Aspekte der Cooler Master MasterKeys MK750:

Negative Aspekte der Cooler Master MasterKeys MK750: