Test: Logitech MK710: Produktiv ohne Kabel?

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Logitech ist wahrscheinlich fast jedem ein Begriff - zumindest, wenn man sich etwas mit Eingabegeräten beschäftigt. In der letzten Zeit kamen die Produkte des schweizerischen Herstellers in unseren Online-Tests etwas zu kurz - doch dies soll sich nun ändern. Den Anfang macht das Wireless-Desktop-Set "MK710" - ein Set, das auch nach drei Jahren noch mit dem ersten Satz Batterien laufen soll. Perfekt für Umgebungen wie z.B. Büros oder aber auch einfach weil man das Beste aus der kabellosen und verkabelten Welt vereinen möchte.

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Doch bevor wir mit dem Test beginnen, werfen wir einen Blick auf die technischen Daten des Sets:

Spezifikationen: Lieferumfang:
  • drei Jahre Batterielebensdauer
  • Logitech Incurve Keys
  • gepolsterte Handballenauflage
  • flache Tasten, größerer Tastenhub
  • handgerechte Maus
  • hyperschnelle Bildläufe
  • LCD-Dashboard
  • Logitech-Unifying-Empfänger
  • Kabellose 2,4-GHz-Verbindung
  • Gewicht (Maus): ca. 140 Gramm
  • Tastatur
  • Maus
  • 2,4-GHz-Unifying-USB-Empfänger
  • 4 Alkali-Batterien vom Typ AA
  • CD mit Software
  • Handbuch

Mit der MK710 schafft Logitech ein Maus-Tastatur-Set, das vor allem schlicht und elegant ist. Sehr unauffällig liegen die beiden in dunklen Tönen gehaltenen Produkte auf dem Schreibtisch und warten auf ihren Einsatz - bis zu drei Jahre, so verspricht Logitech es auf der Verpackung. Mangels des begrenzten Testzeitraums können wir diese Behauptung weder widerlegen noch bestätigen. Werfen wir einen genaueren Blick auf die einzelnen Produkte:

Die Maus bietet das aktuell typische Bild bei Logitech. Der Korpus ist in Anthrazit gehalten, während das Mausrad von einem silbernen Rand eingefasst wird. Neben dem Feature des freilaufenden Mausrads hat die M705 die üblichen Vor- und Zurücktasten sowie eine weitere Taste, die direkt mit dem Daumen bedient werden kann. Schon bei der ersten Benutzung fällt auf, dass die Maus relativ kurz geraten ist - sollte man also überdurchschnittlich große Hände und sich einen Palm-Grip angeeignet haben, könnte die Maus für längere Arbeiten unkomfortabel sein. Ansonsten liegt sie gut in der Hand und ist hervorragend verarbeitet - lediglich die Gleiteigenschaften sind eher im Mittelfeld anzusiedeln. Der extrem weit rechts liegende Laser-Sensor vermittelt ein ungewohntes Gefühl, sollte man bislang nur Mäuse mit eher zentrierten Sensoren genutzt haben.

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In diesem Set ist die Tastatur definitiv der Hingucker - in dunklen Farben gehalten fasst sie mittig am oberen Rand ein Display ein, das die Akkukapazität und den Status der Num-, Rollen- und Feststelltaste anzeigt. Links und rechts neben dem Display finden sich je drei silberne Tasten für die Lautstärkeregelung bzw. Mediasteuerung. Zusätzlich zu diesen Sondertasten lassen sich über eine Fn-Taste anstelle der zweiten Windows-Taste die F-Tasten mit weiteren Funktionen belegen, eine andere Sondertaste ruft den Windows-Taschenrechner auf. Ansonsten kommt die Tastatur mit einem Standard-Layout, erwähnenswert ist noch die gepolsterte Handballenauflage. Sie schwebt, wenn die Füße der Tastatur eingeklappt sind, etwa 4 Millimeter über dem Schreibtisch. Dadurch entsteht eine Kante, die bei längerem Arbeiten störend wirken kann.

Herausragend sind der sehr leise Anschlag und der extrem gute Druckpunkt - hier sollten auch bei längerem Arbeiten keine Ermüdungserscheinungen auftreten. Dazu tragen auch die konkav geformten "Incurve Keys" bei. Beide Produkte werden über Logitechs Unifying-Empfänger angesprochen, der zusätzlich noch weitere vier Produkte des Herstellers ansprechen kann. Wem die Tastatur zu flach ist, kann sie durch verschiedene Füße auf zwei Höhen einstellen. Zuletzt sei noch erwähnt, dass der größte Teil der Oberfläche Hochglanzschwarz ist - bei intensiver Nutzung der Media bzw. F-Tasten kann es schnell zu unschönen Fettflecken auf der Tastatur kommen - ebenso ist ein solches Material natürlich ein Staubmagnet, eine mattierte Lösung wäre hier wünschenswert gewesen.

Nach diesem Ersteindruck wollen wir sehen, was aus dem Set aus Maus und Tastatur durch die Installation des Treibers noch herauszuholen ist.

Maus und Tastatur werden in Logitechs Setpoint-Software zusammengefasst. Startet man die Software zum ersten Mal, lässt sich zuerst die Tastatur konfigurieren.

Eine komplette Seite wird der einzigen frei belegbaren Sondertaste, die ohne Drücken der Fn-Taste zu erreichen ist, gewidmet. Die zweite Seite lässt die Konfiguration der Fn-Tasten zu. Hier kann zwischen dem Start einer Anwendung, dem Öffnen einer Webseite oder anderen Aktionen gewählt werden. Die nächste Seite widmet sich dem Akkuzustand, der wenig präzise mit "voll" ausgegeben wird. Weiterhin gibt es eine Unterseite, auf der man einzelne Tasten wie z.B. die Windows-Taste deaktivieren kann - nicht nur bei der Arbeit, auch bei einer Partie des aktuell gespielten Shooters durchaus interessant.
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Die Abteilung für die Maus ist ähnlich umfangreich - die erste Seite widmet sich der Tastenzuweisungen der Maus, die nächste behandelt die Mausbewegungen und Geschwindigkeiten, hier lässt sich auch SmartMove, das automatische Bewegen des Mauszeigers zur Schaltfläche bei einem Dialogfeld, aktivieren. Ebenso findet sich hier die Einstellung für den Bildlauf. Seite 4 lässt spezielle Einstellungen für Spiele vornehmen - wären die Tracking-Eigenschaften nicht so schlecht, wäre die Maus durchaus für das ein oder andere Spiel zu gebrauchen. Auf dem blanken Holz ließ sich die Maus zwar relativ normal nutzen, dies ist jedoch inakzeptabel, wenn man Geld in ein entsprechendes Mauspad investiert hat. Erfreulicherweise ist die Akkuanzeige in diesem Bereich etwas ausführlicher. So zeigt sie sowohl Prozent als auch verbleibende Tage an - 1095 bei 100 Prozent, also genau drei Jahre. Zuletzt bietet Logitech eine Art Profileinstellung - so lassen sich bestimmte Tasten Anwendungsspezifisch belegen - die Maus erkennt das gerade genutzte Programm und verändert dann die Funktionen von z.B. Vor- und Zurück-Tasten.

Jeder Registerreiter hat ebenso den Unterpunkt "Unifying", hier lässt sich die Unifying-Software starten, um neben Maus und Tastatur noch vier weitere Logitech-Produkte, die den Empfänger nutzen, hinzuzufügen.

Die Software ist ausgereift, durchdacht und bietet alle Funktionen, die sich der Käufer wünscht. Absturzfrei konnte der Treiber unseren Test überstehen, alle Einstellungen wurden ohne Probleme angenommen.

Da die MK710 natürlich von Logitech nicht für Spiele optimiert wurde, werden wir unseren Test auf ein Spiel beschränken und stattdessen den Fokus mehr auf Windows- bzw. Officearbeiten legen - wie schlägt sich die Kombination im Produktiv-Einsatz und kann sie auch bei einem Spiel zwischendurch überzeugen? In den nächsten Zeilen werden wir versuchen, eine Antwort auf diese Frage zu finden.

Produktiveinsatz:

In ihrem vorgesehenen Einsatzgebiet fühlen sich Maus und Tastatur sehr wohl - nach kurzer Eingewöhnungszeit kommen einem die Incurve-Keys vor, als hätte man nie mit anderen Tastaturen gearbeitet. Der leise Anschlag ist eine Wohltat für die Ohren und die Mischung aus schlichter Eleganz und Mediafähigkeiten verhilft der Tastatur zu einem Allround-Talent - lange Arbeitsstunden sind mit diesem Eingabegerät überhaupt kein Problem. Dank der zusätzlich programmierbaren Tasten sind Zusatzfunktionen und -programme schnell aufgerufen. Die Maus hingegen kann gerade für Nutzer mit großen Händen eher hinderlich sein, der Sensor hat eine ungewohnte Position und somit dauert es hier deutlich länger, bis man sich an das neue Gefühl gewöhnt - inakzeptabel. Im Produktiveinsatz ist die Tastatur top, die Maus schwächelt leider.

Spieletest:

Als Testspiel wählen wir in diesem Fall "Call of Duty: Modern Warfare 2". Der Shooter verlangt Mäusen und Tastaturen Höchstleistungen ab, doch zunächst ein Kurzprofil des Spiels:

Mit "Modern Warfare 2" geht die beliebte Call of Duty Reihe in die mittlerweile sechste Runde. Wie auch schon der erste Teil der Modern Warefare Reihe, platziert sich auch dieser Shooter nicht wie gewohnt im Weltkriegsgeschehen, sondern in einem fiktiven Krieg in unserer Zeit. Wieder mit an Bord ist die aus den bisherigen Titeln bekannte COD Engine in der neusten Ausbaustufe. Der spannende und atemberaubende Shooter bietet alles, was das Spielerherz begehrt. Von einer guten Story bis hin zu einer spektakulären Grafik ist alles dabei um den Puls zum Rasen und die Grafikkarte zum Schwitzen zu bringen.

Zur Vollversion von Call of Duty - Modern Warfare 2 in unserem Preisvergleich gelangt man über diesen Link.

Eigentlich für den Einsatz in Produktivumgebungen geschaffen, kann die Tastatur auch für ein Spiel zwischendurch genutzt werden. Die Maus hingegen kann auf unserem verwendeten Mauspad nicht überzeugen, Abhilfe schaffte nur ein lackierter Holztisch - inakzeptabel, da man von einem aktuellen Sensor mehr erwarten dürfte. Auch Treibereinstellungen brachten nicht den gewünschten Erfolg. Zum Spielen ist die Maus wenig geeignet, für den Office-Einsatz ist sie dennoch zu gebrauchen. Gerade in Spielen wie Call-of-Duty, bei denen es auf Präzision und Schnelligkeit ankommt, zeigt das Set, dass es für den Produktiveinsatz und nicht für Gaming geschaffen wurde.

Nachdem das MK710 unseren Testparcours durchlaufen hat, kommen wir auf der nächsten Seite zu einem Fazit.


Das MK710 beendet den Test mit gespaltenen Meinungen. Während die Tastatur überzeugen kann, kann es die Maus nicht. Die M705 hat zwar einige positive Aspekte wie z.B. die sehr gute Verarbeitung, das MicroGear-Mausrad und die dritte Daumentaste, schwächelt aber im wichtigen Bereich der Tracking-Eigenschaften. Ebenso sind die Gleiteigenschaften eher durchschnittlich - Aspekte, die den Eindruck der Maus definitiv trüben.
Die Tastatur hingegen punktet durch die Incurve-Keys, das integrierte Display und die gepolsterte Handballenauflage. Letztere kann bei großen Händen und der flachsten Einstellung jedoch durch die hohe Kante störend wirken. Ebenso ist das Hochglanzfinish der Tastatur eher unglücklich gewählt. Dafür sind die zusätzlichen, frei belegbaren Tasten und die in zwei Stufen verstellbare Höhe deutliche Pluspunkte.

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Durch das schlechte Abschneiden der Maus bleibt dem rund 80 Euro teuren Maus-Tastatur-Set ein Award verwehrt. Es ist bedauerlich, dass die eigentlich sonst sehr gute Tastatur mit dieser Maus kombiniert wurde - sollte der Hersteller in ferner Zukunft ein Refresh des Sets ankündigen, wären ein anderer Nager oder der einzelne Erwerb der Tastatur wünschenswert. So ist das Set eher ein klassisches Büro-Set, für den Heimgebrauch sollte es aber schon eine bessere Maus sein.

Positive Aspekte des Logitech MK710:
  • gepolsterte Handballenauflage
  • MicroGear-Mausrad, durchweg gute Verarbeitung
  • sehr guter Tastenanschlag, Incurve-Keys
  • lange Batterielebensdauer, Logitech-Unifying-Empfänger
Negative Aspekte des Logitech MK710:
  • ungenaues Tracking (je nach Unterlage) der Maus, Größe und Gewicht
  • Hochglanz-Finish der Tastatur, "schwebende" Handballenauflage

Weiterführende Links: