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NVIDIA GeForce 6100- und nForce-400-Serie

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AMDs Prozessoren verkaufen sich gut, aber in kleinen Low-End-Rechnern findet man häufig statt eines Sempron oder eines kleinen Athlon 64 die Intel Celeron-Prozessoren. Der Grund liegt in der verfügbaren Plattform: Bei Intel können OEMs auf den i945G oder einen anderen Chipsatz mit integrierter Grafik zurückgreifen, bei AMD findet man nur wenige Chipsätze mit integrierter Grafik. NVIDIA möchte nun auch in diesem Markt mitmischen und stellt den ersten eigenen integrierten Chipsatz vor. Im Endeffekt handelt es sich um Kombinationen von jeweils zwei North- und Southbridges, die entsprechend kombiniert ideale Lösungen für den Value-PC bis zum Multimedia-Rechner bedienen können.

NVIDIA stellt heute die folgenden Produkte für AMDs Sockel 754- und 939-Prozessoren vor:

  • GeForce 6100 und GeForce 6150
  • nForce 410 und nForce 430

Theoretisch lassen sich mit den neuen Chipsätzen sämtliche AMD-Prozessoren auf Basis der Sockel 754- und 939-Architektur nutzen: Selbst teure X2-Dual-Core-Chips sind möglich. In der Praxis wird man wohl eher günstige Semprons vorfinden - oder sich für den heimischen HTPC einen schnellen, kleinen Athlon 64 in ein Mainboard mit dem nForce 410/430 setzen. Neu bei AMD-Chipsätzen ist unter anderem die Aufteilung in einen Chip"satz". NVIDIA verwendet nun eine Northbridge, in der ein x16 und bis zu zwei x1-Interfaces enthalten sind, welcher den Grafikkern enthält und welcher eine Anbindung an die Southbridge besitzt. Hier wiederum findet man die typischen Southbridge-Featues wie S-ATA-Raid, USB und Ethernet.

Werfen wir zunächst einen Blick auf die Kombinationen und Features:

Auf den ersten Blick kann man unterscheiden zwischen einer Multimedia-Eignung der Chipsätze und einer Office-Eignung: Die GeForce 6150 besitzt umfangreiche Video-Features - unter anderem die bekannten Pure Video-Features der GeForce 6-Serie. Ein TV-Encoder ist ebenso enthalten, wie ein TMDS-/DVI-Ausgang. Auf einem Pressemeeting in München vor einer Woche konnten wir uns zudem auch davon überzeugen, dass ein derartiges System mit 1080i-Inhalten keine Probleme hat: Ein HDTV-Video lief ohne Ruckler bei knapp 30% CPU-Belastung. Schaltete man die entsprechende Beschleunigung des GeForce 6150 ab, waren Framedrops deutlich sichtbar und die CPU-Last stieg bei dem Athlon 64-System auf 100%. Für kleine Multimedia-Systeme ist die Kombination GeForce 6150 und nForce 430 also zu empfehlen.

PureVideo hilft nicht nur bei der Performance, sondern auch bei der Darstellungsqualität. Mittlerweile verwendet NVIDIA ein Spatial-Temporal De-Interlacing, welches eine höhere Bildqualität ermöglicht. Auch ein 2:2 Pull-Down ist nun enthalten. Auf vielen Mainboards wird es zudem eine Breakout-Box geben, um HD-Content neben normalen Anschlussvarianten anbieten zu können.

Benötigt man keine Video-Features, so lässt sich die GeForce 6100 einsetzen. Sie ist etwas langsamer getaktet, wird aber auch in 90nm-Fertigung hergestellt und besitzt ebenso zwei Pixelpipelines und einen Vertex-Shader. Ein kleiner Unterschied zum 6150 ist bei den PCI-Express-Lanes zu finden. Der 6150 besitzt zwei x1-Lanes zusätzlich zum x16-Slot, die kleinere 6100er-Version nur einen. Wie die GeForce 6150 sind diese auch DirectX9-kompatibel und können mit Shader Model 3.0 umgehen. NVIDIA hat also hier eine "Vista"-ready-Plattform, die andere Hersteller noch nicht bieten können. Die besonderen Desktop-Effekte von Vista wird es in voller Pracht zu sehen geben.

Der Aufbau der Chipsätze: Der GeForce-Teil ist für PCI-Express und GPU
zuständig, der nForce-Teil entspricht einer Southbridge.

Die GeForce 6100 ist jedoch eher die Spar-Lösung: Wer also nicht auf Multimedia-Inhalte setzen möchte, sondern beispielsweise einen stabilen, soliden Office-Rechner zusammenbauen möchte, liegt hier richtig. Die GeForce 6100 kann eingesetzt werden mit dem nForce 430 und dem nForce 410. Beide werden jeweils über ein 1,6 GB/s übertragendes Hypertransport-Interface angebunden (800 MHz). Der nForce 430 ist dabei etwas besser ausgestattet: Gigabit-Ethernet mit NVIDIAs ActiveArmor-Firewall und S-ATA-Raid 0, 1, 0+1, 5 machen den Chipsatz zu einer perfekten Basis für Büro-Rechner. Acht USB 2.0-Ports findet man zudem, auch AC97- und High-Definition-Audio unterstützt der 430er-Chip.

Der kleinere nForce 410 ist nur etwas für abgespeckte PCs: Keine Firewall, kein Raid 0+1 und Raid 5, nur ein 10/100mbit Ethernet. Aus diesem Grund wird man die kleinste Variante wohl auch nur in sehr günstigen Rechnern finden.

Schon Anfang Oktober wird man Mainboards und Systeme auf Basis der neuen GeForce/nForce-Kombinationen am Markt vorfinden können. Ankündigen werden in Kürze auch viele Mainboardhersteller ihre Produkte. Zwei Boards können wir in Form eines Bildes schon einmal liefern - die Modelle von Gigabyte und ASUS:

Was bringen uns die neuen Chipsätze nun?

Die Aufgabe, einen günstigen AMD-Rechner zusammen zu bauen, wird nun leichter: Die Mainboards mit den heute vorgestellten Chipsätzen sollen deutlich günstiger sein, als die Kombination eines günstigen nForce 4-Mainboards und einer sehr günstigen PCI-Express-Grafik. Zudem sind die Chipsätze für verschiedenste Systeme praktisch: Gerade mit der Kombination nForce 430 und GeForce 6150 werden sich einige, tolle HTPC-Rechner bauen lassen. Ein entsprechendes Mainboard in µATX-Formformat besitzt dann bereits einen hochwertigen Sound, USB 2.0, Raid-Funktionalitäten, einen Gigabit-Ethernet-Controller mit Hardware-Firewall und eine Grafiklösung, die im HTPC-Bereich wirklich zu gebrauchen ist. Auch das eine oder andere Spielchen wird auf der GeForce 6150 zu spielen sein - wenn auch nicht mit höchsten Auflösungen. Ideal ist diese Kombination, wenn man in einem möglichst kleinen Gehäuse einen Athlon 64 unterbringen möchte, um den Rechner als Medienzentrale unter den frisch erworbenen HD-Fernseher zu stellen. Wir sind gespannt, welche Lösungen sich NVIDIAs Partner hierfür ausdenken. Auf Produkten, die mit den neuen NVIDIA-Chipsätzen ausgerüstet sind und für die HD-Wiedergabe geeignet sind, wird man zudem dieses Logo finden:

Wie die Performance der Chipsätze aussieht, werden wir in den nächsten Tagen testen - interessant wird hier unter anderem, wie sich die integrierte Grafik auf die Speicherperformance des Athlon 64 niederschlägt und in welcher Art und Weise mit den Chipsätzen auch das eine oder andere Spielchen gewagt werden kann.

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