VIA K8T890 Präsentation

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Mitte der Woche lud VIA die versammelte Presse in einen Gewölbekeller unterhalb einer großen Münchener Brauerei, um dort seine beiden neuen AMD Athlon 64 Chipsätze VIA K8T890 und K8T890 Pro vorzustellen. Auf dem Papier ist dies bereits vor einigen Wochen geschehen, nun wollte auch beweisen, dass erste lauffähige Systeme bereits vorhanden sind und somit der baldigen Markteinführung bzw. Massenfertigung nichts mehr im Wege steht. Der K8T890 bietet dabei nicht nur PCI-Express x16 für Grafikkarten, sondern auch x1-Schnittstellen für normale Peripheriegeräte. Und als Besonderheit gibt es auch noch eine K8T890 Pro-Version für Dual-CPU-Systeme und Dual-GPU-Konfigurationen.

VIA war als Trendsetter schon immer bekannt - früher setzte man als erster Hersteller auf neue Speichertechniken wie DDR, heute möchte man zumindest bei den AMD-Systemen der erste Hersteller mit einem PCI-Express -Chipsatz sein. Dies hat man aber nur auf dem Papier geschafft, denn schenkt man den Mainboardherstellern glauben, werden nForce4 Mainboards einige Tage vor der VIA Konkurrenz auf dem Markt sein. Die K8T890-Chipsätze für den Athlon 64 sind dabei für alle Sockel geeignet - egal ob Sockel 754, Sockel 939 oder Sockel 940, die K8T890-Chipsätze können mit allen diesen Prozessoren umgehen und unterstützen deshalb sowohl 800 MHz wie auch 1 GHz Hypertransport-Anbindungen. Auch die kommenden 90nm-Prozessoren sollen in den Chipsätzen eingesetzt werden können - und sofern AMD Wort hält und die kommenden Dual-Core-Prozessoren mit 90nm-Chipsätzen lauffähig sind, wird man den K8T890 auch noch mit Dual-Core-Prozessoren ausstatten können, wenn die Mainboards entsprechende Spezifikationen erfüllen.

Wie immer versucht VIA natürlich die Konkurrenz zu übertreffen. Das wird einmal bei einem Blick auf die K8T890-Northbridge sichtbar, aber auch bei einem Blick auf die neue VT8251-Southbridge . Diese wurde bereits einige Male verschoben und wird uns erst in den ersten Monaten des Jahres 2005 erwarten. Erste Testsamples der neuen Chipsätze erwarten wir in der nächsten Woche. Die Massenproduktion läuft zum gleichen Zeitpunkt an - so stehen den ersten Mainboards mit dem neuen Chipsatz unter dem Weihnachtsbaum nichts mehr im Wege.

Auf der nächsten Seite wollen wir die Features der beiden K8T890 Northbridges und der VT8251-Southbridge etwas auseinander nehmen und begutachten.


Bislang gab es eine K8T800-Northbridge - ab sofort splittet VIA das Können der Chips und bietet für den High-End-Markt eine Dual-CPU-fähige und Dual-GPU-fähige K8T890 Pro -Version an und eine K8T890 -Version, die über diese Fähigkeiten nicht verfügt. Der K8T890 verfügt über einen PCI-Express x16 Steckplatz und die übrigen vier PCI-Express Lanes können vom jeweiligen Mainboardhersteller frei verwendet werden. Es sind also viermal PCI-Express x1 genauso möglich wie zweimal PCI-Express x2 oder einmal PCI-Express x4.

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Für die K8T890 Pro-Version bietet VIA zudem die Möglichkeit, zwei Grafikkarten einzusetzen und über eine x16- und eine x4-Lane zu verwenden. Somit blieben aber keine PCI-Express Lanes für Peripheriegeräte über. Doch hier soll die neue VT8251 Southbridge Abhilfe schaffen und zwei weitere Lanes liefern. Geregelt wird dies hier nicht wie bei VIA über einen PCI-Express-Switch, sondern "klassisch" wie bei den Intel E7525-Chipsätzen über ein x16 und ein x4-Interface, welches als x16-Interface auf dem Mainboard verlötet wird.

VIA wird hier, entgegen aller vorherigen Meldungen aber nicht nVidias SLI Technologie unterstützen. VIA DualGFX Express eignet sich besonders für Workstationsysteme mit Multi-Display Lösungen. Die K8T890 Pro Mainboards mit DualGFX unterstützten bisher alle ATI PCI-Express Grafikkarten. Für nVidia Karten liegen noch nicht ausreichend umfangreiche Testreihen vor, die einen reibungslosen Betrieb garantieren. Es müssen aber nicht zwei gleiche Karten verwendet werden, wie dies bei nVidias SLI der Fall ist. Mit Hilfe von DualGFX können zwei unterschiedliche Anwendungen auf zwei Bildschirmen unabhängig voneinander jeweils von einer Grafikkarte berechnet werden. Somit eignet es sich besonders für CAD und Videoschnitt Programme. Eine leistungsstarte Workstationkarte (nVidia Quadro FX oder ATI Fire GL) rendert auf dem PCI-Express x16 Steckplatz die aufwendigen Sequenzen, die sowohl viel Rechenleistung als auch Bandbreite benötigen und eine ATI X600 auf dem PCI-Express x4 Steckplatz sorgt auf dem zweiten Display für die Darstellung der Windows-Programmoberfläche, auf der dann z.b. die Parameter verändert werden können, die auf der leistungsstarken Karte berechnet werden.

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Auf den obigen Bildern sieht man deutlich die Aufgaben der Northbridge: Das DDR-Interface ist natürlich weiterhin in der CPU untergebracht, die VIA mit einem 1 GHz/16bit-Interface wie bereits bekannt anbindet. Wie bei den i925x/i915P-Chipsätzen bietet der Chipsatz nun vier x1-Lanes, die frei konfiguriert werden können. Dies macht den Chipsatz etwas flexibler als den Intel-Chipsatz, der dies nur in der Server-Version E7525 unterstützt. Ein x16-Interface steht für Grafikkarten parat. Die Southbridge wird wieder über ein V-Link-Interface angebunden.

Hierbei ist dieses die Basis, um entweder die bekannte VT8237-Southbridge anzubinden, oder gleich auf die neue VT8251 zu setzen. Wird diese verwendet, sind weitere zwei PCI-Express x1-Lanes verfügbar. Maximal könnte man also auf einem Mainboard mit K8T890-Chipsatz und VT8251-Southbridge einen x16-Port und sechs x1-Ports oder ähnliche Konfigurationen mit schnellen Onboard-Geräten vorfinden. Damit liegt VIA etwas vor der Konkurrenz. Weiterhin ergeben sich dabei Vorteile für den Betrieb mit der K8T890 Pro-Version, denn wegen der zwei PCI-Express Slots, die zusammen alle 20 Lanes der Northridge in Beschlag nehmen, stehen so noch zwei weitere zur Verfügung. VIA DualGFX Express nennt VIA übrigens die Dual-Grafikkarten-Fähigkeit des K8T890 Pro-Chipsatzes.

Auf der nächsten Seite werfen wir einen Blick auf die Southbridge.


Zunächst finden wir natürlich die bereits erwähnten zwei PCI-Express x1-Lanes und die bereits bekannten sechs busmasterfähigen PCI-Slots, die die VT8251 natürlich weiterhin enthält. Auch die VIA-Drive-Station samt VRaid-Fähigkeiten sind bereits bekannt: Hier kann man nun vier Serial-ATA Geräte im Raid 0, 1 und 0+1 verbinden und auch vier ATA/133-Geräte können angesteckt werden - das ist ein deutlicher Vorteil gegenüber der Intel ICH6R, bei der man nur einen ATA/133-Controller findet. Da die VT8251 auch für die kommenden PT894-Chipsätze verwendet werden soll, hat VIA hier gegenüber Intel einen kleinen Vorteil. Einen Vorteil hat Intel hingegen wieder, da VIA ein Feature wie Matrix-Raid nicht implementiert hat. Auch vorhanden ist in der VT8251 ein AHCI-Interface, so dass Native Command Queuing unterstützt wird.

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Acht USB 2.0-Ports sind weiterhin Standardkost, ebenso natürlich die Keyboard/Mouse-Ports, der Low-Pin-Count und der AC97-Modem-Port. Neu - und das hinsichtlich des Onboard-Sounds - ist die Unterstützung des HD-Audio-Standards, den Intel für die ICH6-Serie erstmals ins Leben gerufen hat. Unklar ist hingegen, in welcher Art und Weise VIA diesen Standard hier unterstützt, man spricht aber von der Envy 2 Lösung als Favorit. In einem persönlichen Gespräch bekamen wir bestätigt, dass Azalia hier vollständig unterstützt wird, falls der Mainboardhersteller derartige Codecs unterstützen möchte.

Hinzu kommt die Möglichkeit, einen VIA Gigabit Ethernet-Controller direkt anzuschließen, ebenso wie einen 10/100MBit-Controller. VIA hat jedoch keinen integrierten Gigabit LAN-Adapter in die VT8251 untergebracht, allerdings bietet man Benchmarks, dass ein Anschluß mit der K8T890-Northbridge über PCI-Express leistungsfähiger wäre, als die bereits schon schnelle, nativ angebundene nVidia Lösung. Des Weiteren argumentiert man, dass sich aus der nVidia Lösung neben der reinen Bandbreite auch in den Kosten kein Vorteil ergibt. Auf nVidia Platinen muss immer noch ein PHY Chip gelötet werden, was sich in den Kosten und Platzbedarf auf dem Board mit einem normalen Ethernet Chip deckt.

Angeschlossen wir die Southbridge wieder wie bekannt über das Ultra V-Link-Interface. Das Interface schaufelt 1066MB/s über den Bus, was mit einer vollen Raid-Konfiguration aus vier Serial ATA-Geräten, beiden PCI-Express x1-Slots sowie den PCI-Slots und weiteren Geräten (z.B. USB 2.0) durchaus schon eng werden könnte. Allerdings tritt ein Worst Case in dieser Form sicherlich selten auf - und es bieten sich für High-Performance-Geräte ja schließlich die Schnittstellen direkt an der Northbridge an.


Neben den VIA Referenzboards ließen es sich natürlich auch einige Mainboardhersteller nicht nehmen, ihre Mainboards der Öffentlichkeit zu präsentieren. Hier zu sehen ist das VIA Referenzmainboard für den VIA K8T890 Pro:

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Dank DualGFX wohl für Workstations wesentlich interessanter sollte der VIA K8T890 Pro auf Dual-CPU Mainboards sein.

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Auch Albatron wird in den nächsten Wochen mit einem VIA K8T890 Mainboard namens K8X890 Pro aufwarten können. Das hier abgebildete Mainboard besitzt noch die alte VIA VT8237 Southbridge, wie sie auf allen VIA K8T890 Mainboards der ersten Generation zum Einsatz kommen wird.

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Neben einem VIA K8T890 Referenzboard war das Gigabyte GA-K8VT890-939 das einzige Mainboard, welches in einem lauffähigen System gezeigt werden konnte. Auch hier erwartet uns die K8T890 Standard-Kost.

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Auch Soyo hat es sich nicht nehmen lassen ein K8T890 Mainboard zu präsentieren. Auch hier erwarten uns keine großen Überraschungen.

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Weitere Details zu den Mainboards werden erst bekannt sein, wenn die entsprechenden Hersteller ihre Mainboards der Öffentlichkeit präsentieren. Kommen wir nun zu einem Zwischenfazit, da ein endgültiges sicherlich erst mit dem ersten K8T890 Mainboard in unserem Testlabor möglich ist.


nVidia hat derzeit die Nase in Sachen PCI-Express für AMD Athlon 64 vorn. Zwar konnte VIA als erster Hersteller einen entsprechend Chipsatz auf dem Papier vorstellen, aber allem Anschein nach wird nVidia als erstes mit entsprechenden Boards auf dem Markt sein. Große Töne kommen auch aus der Richtung von ATI, denn man möchte binnen eines Jahres "Nr. 1" im Bereich der Athlon 64-Chipsätze werden - eine entsprechende Ankündigung wurde mit der Express Serie bereits gemacht, nun müssen Taten folgen. Dann wäre da auch noch SIS, deren Chipsätze auch immer recht beliebt waren im Low-Cost-Segment und schließlich ALi, um die es mittlerweile immer ruhiger wird.

Klar ist hingegen, dass der VIA-Chipsatz Bewährtes bietet und an den interessanten Stellen den bereits guten K8T800 ergänzt. Die vier x1-Lanes in der Northbridge und die x1-Lanes in der Southbridge machen den Chipsatz zunächst erst einmal flexibler als die i925x und i915P-Chipsätze für den Pentium 4. Auch verzichtet man trotz neuer Serial-ATA Technik nicht auf einen ATA/133-Controller, was wir auch befürworten. Die VT8251 sieht von den Features her gut aus - warten wir ab, was die Boardhersteller für Mainboards um diese Southbridge und den K8T890 im Allgemeinen zaubern. Für den Performance-Freak wird natürlich auch der K8T890 Pro mit DualGFX Express interessant, auch wenn Spieler von der Mehrleistung zweit Karten im System nichts spüren werden - auch hier sind wir schlussendlich gespannt auf die Lösungen, die von den Boardherstellern mit diesem Chipsatz angeboten werden.

Interessant wäre natürlich eine SLI Implementierung gewesen. VIA hätte dies auch gerne umgesetzt, leider fehlte aber die Unterstützung seitens nVidia. Sollte diese folgen, so steht aber laut VIA einer Umsetzung von SLI in dem aktuellen Chipsatz nichts im Wege.

Weitere Links :

Weitere Mainboard-Reviews findet man in unserer Testdatenbank unter Mainboards Intel oder in den Overclocking, Modding und Tweaking Guides .

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