VIA K8T890 Referenz im Test

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Auf dem Papier war VIA mit dem K8T890 der erste Hersteller mit einem AMD Athlon 64-PCI-Express-Chipsatz. Das ASUS A8N-SLI mit nForce4-Chipsatz wird allerdings das erste Mainboard auf dem Markt sein. Auch die ersten Referenzmainboards kamen aus dem Hause NVIDIA und nicht von VIA und waren bei uns bereits im Test. Der K8T890 bietet dabei nicht nur PCI-Express x16 für Grafikkarten, sondern auch x1-Schnittstellen für normale Peripheriegeräte. Und als Besonderheit gibt es auch noch eine K8T890 Pro-Version für Dual-CPU-Systeme und Dual-GPU-Konfigurationen. Wir haben heute ein VIA K8T890-Referenzboard im Test und sind natürlich gespannt auf die Performance. 

VIA war als Trendsetter schon immer bekannt - früher setzte man als erster Hersteller auf neue Speichertechniken wie DDR, heute möchte man zumindest bei den AMD-Systemen der erste Hersteller mit einem PCI-Express-Chipsatz sein. Dies hat man aber nur auf dem Papier geschafft, denn schenkt man den Mainboardherstellern glauben, werden nForce4-Mainboards einige Tage vor der VIA-Konkurrenz auf dem Markt sein. Die K8T890-Chipsätze für den Athlon 64 sind dabei für alle Sockel geeignet - egal ob Sockel 754, Sockel 939 oder Sockel 940, die K8T890-Chipsätze können mit allen diesen Prozessoren umgehen und unterstützen deshalb sowohl 800 MHz wie auch 1 GHz Hypertransport-Anbindungen. Auch die kommenden 90nm-Prozessoren sollen in den Chipsätzen eingesetzt werden können - und sofern AMD Wort hält und die kommenden Dual-Core-Prozessoren mit 90nm-Chipsätzen lauffähig sind, wird man den K8T890 auch noch mit Dual-Core-Prozessoren ausstatten können, wenn die Mainboards entsprechende Spezifikationen erfüllen.

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Wie immer versucht VIA natürlich die Konkurrenz zu übertreffen. Das wird einmal bei einem Blick auf die K8T890-Northbridge sichtbar, aber auch bei einem Blick auf die neue VT8251-Southbridge. Diese wurde bereits einige Male verschoben und wird uns erst in den ersten Monaten des Jahres 2005 erwarten. Erste Testsamples der neuen Chipsätze erwarten wir in der nächsten Woche. Die Massenproduktion läuft zum gleichen Zeitpunkt an - so stehen den ersten Mainboards mit dem neuen Chipsatz unter dem Weihnachtsbaum nichts mehr im Wege.

Auf dem aktuellen Referenzboard, welches wir heute im Test haben, befindet sich jedoch noch die VT8237R, also die alte Southbridge-Version, die ebenso kompatibel ist und somit auch auf den ersten Boards am Markt zu finden sein wird. Auf der nächsten Seite wollen wir die Features der beiden K8T890-Northbridges und der VT8251-Southbridge etwas auseinander nehmen und begutachten.


Ab sofort splittet VIA das Können der Chips und bietet für den High-End-Markt eine Dual-CPU-fähige und Dual-GPU-fähige K8T890 Pro-Version an und eine K8T890-Version, die über diese Fähigkeiten nicht verfügt. Der K8T890 verfügt über einen PCI-Express x16-Steckplatz und die übrigen vier PCI-Express-Lanes können vom jeweiligen Mainboardhersteller frei verwendet werden. Es sind also viermal PCI-Express x1 genauso möglich wie zweimal PCI-Express x2 oder einmal PCI-Express x4. Die Northbridge besitzt zudem ein maximal 1000 MHz schnelles HT-Interface und einen Ultra V-Link zur Anbindung der Southbridge.

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Für die K8T890 Pro-Version bietet VIA zudem die Möglichkeit, zwei Grafikkarten einzusetzen und über eine x16- und eine x4-Lane zu verwenden. Somit blieben aber keine PCI-Express Lanes für Peripheriegeräte über. Doch hier soll die neue VT8251 Southbridge Abhilfe schaffen und zwei weitere Lanes zum Anschluss von x1-Karten liefern. Geregelt wird dies hier nicht wie bei NVIDIA über einen PCI-Express-Switch, sondern "klassisch" wie bei den Intel E7525-Chipsätzen über ein festes x16 und ein x4-Interface, welches als x16-Interface auf dem Mainboard verlötet wird.

VIA wird hier, entgegen aller vorherigen Meldungen aber zunächst nicht NVIDIAs SLI-Technologie unterstützen . VIA DualGFX Express eignet sich besonders für Workstationsysteme mit Multi-Display-Lösungen. Die K8T890 Pro-Mainboards mit DualGFX unterstützen bisher alle ATI PCI-Express Grafikkarten. Für NVIDIA-Karten liegen noch nicht ausreichend umfangreiche Testreihen vor, die einen reibungslosen Betrieb garantieren. Es müssen aber nicht zwei gleiche Karten verwendet werden, wie dies bei NVIDIAs SLI der Fall ist. Mit Hilfe von DualGFX können zwei unterschiedliche Anwendungen auf zwei Bildschirmen unabhängig voneinander jeweils von einer Grafikkarte berechnet werden. Somit eignet es sich besonders für CAD- und Videoschnitt-Programme. Eine leistungsstarte Workstationkarte (NVIDIA Quadro FX oder ATI Fire GL) rendert auf dem PCI-Express x16-Steckplatz die aufwendigen Sequenzen, die sowohl viel Rechenleistung als auch Bandbreite benötigen und eine ATI X600 auf dem PCI-Express x4-Steckplatz sorgt auf dem zweiten Display für die Darstellung der Windows-Programmoberfläche, auf der dann z.B. die Parameter verändert werden können, die auf der leistungsstarken Karte berechnet werden. Ob SLI zu einem späteren Zeitpunkt noch unterstützt wird, ist nicht bekannt.

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Auf den obigen Bildern sieht man deutlich die Aufgaben der Northbridge: Das DDR-Interface ist natürlich weiterhin in der CPU untergebracht, die VIA mit einem 1 GHz/16 Bit-Interface, wie bereits bekannt, anbindet. Wie bei den i925x/i915P-Chipsätzen bietet der Chipsatz nun vier x1-Lanes, die frei konfiguriert werden können. Dies macht den Chipsatz etwas flexibler als den Intel-Chipsatz, der dies nur in der Server-Version E7525 unterstützt. Ein x16-Interface steht für Grafikkarten parat. Die Southbridge wird wieder über ein V-Link-Interface angebunden.

Hierbei ist dieses die Basis, um entweder die bekannte VT8237-Southbridge anzubinden oder gleich auf die neue VT8251 zu setzen. Wird diese verwendet, sind weitere zwei PCI-Express x1-Lanes verfügbar. Maximal könnte man also auf einem Mainboard mit K8T890-Chipsatz und VT8251-Southbridge einen x16-Port und sechs x1-Ports oder ähnliche Konfigurationen mit schnellen Onboard-Geräten vorfinden. Damit liegt VIA etwas vor der Konkurrenz. Weiterhin ergeben sich dabei Vorteile für den Betrieb mit der K8T890 Pro-Version, denn wegen der zwei PCI-Express-Slots, die zusammen alle 20 Lanes der Northbridge in Beschlag nehmen, stehen so noch zwei weitere zur Verfügung.

Zunächst finden wir natürlich die bereits erwähnten zwei PCI-Express x1-Lanes und die bereits bekannten sechs busmasterfähigen PCI-Slots, die die VT8251 natürlich weiterhin enthält. Auch die VIA-Drive-Station samt VRaid-Fähigkeiten sind bereits bekannt: Hier kann man nun vier Serial-ATA Geräte im Raid 0, 1 und 0+1 verbinden und auch vier ATA/133-Geräte können angesteckt werden - das ist ein deutlicher Vorteil gegenüber der Intel ICH6R, bei der man nur einen ATA/133-Controller findet. Da die VT8251 auch für die kommenden PT894-Chipsätze verwendet werden soll, hat VIA hier gegenüber Intel einen kleinen Vorteil. Einen Vorteil hat Intel hingegen wieder, da VIA ein Feature wie Matrix-Raid  nicht implementiert hat. Auch vorhanden ist in der VT8251 ein AHCI-Interface, so dass Native Command Queuing unterstützt wird.

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Acht USB 2.0-Ports sind weiterhin Standardkost, ebenso natürlich die Keyboard/Mouse-Ports, der Low-Pin-Count und der AC97-Modem-Port. Neu - und das hinsichtlich des Onboard-Sounds - ist die Unterstützung des HD-Audio-Standards, den Intel für die ICH6-Serie erstmals ins Leben gerufen hat. Unklar ist hingegen, in welcher Art und Weise VIA diesen Standard hier unterstützt, man spricht aber von der Envy 2-Lösung als Favorit. In einem persönlichen Gespräch bekamen wir bestätigt, dass Azalia hier vollständig unterstützt wird, falls der Mainboardhersteller derartige Codecs unterstützen möchte. NVIDIA hält sich hier aufgrund der Dolby-Digital-Lizenzkosten zurück.

Hinzu kommt die Möglichkeit, einen VIA Gigabit-Ethernet-Controller direkt anzuschließen, ebenso wie einen 10/100 MBit-Controller. VIA hat jedoch keinen integrierten Gigabit-LAN-Adapter in die VT8251 untergebracht, allerdings bietet man Benchmarks, dass ein Anschluss mit der K8T890-Northbridge über PCI-Express leistungsfähiger wäre, als die bereits schon schnelle, nativ angebundene NVIDIA-Lösung. Des Weiteren argumentiert man, dass sich aus der NVIDIA-Lösung neben der reinen Bandbreite auch in den Kosten kein Vorteil ergibt. Auf NVIDIA-Platinen muss immer noch ein PHY-Chip gelötet werden, was sich in den Kosten und Platzbedarf auf dem Board mit einem normalen Ethernet-Chip deckt.

Angeschlossen wir die Southbridge wieder, wie bekannt, über das Ultra V-Link-Interface. Das Interface schaufelt 1066 MB/s über den Bus, was mit einer vollen Raid-Konfiguration aus vier Serial ATA-Geräten, beiden PCI-Express x1-Slots sowie den PCI-Slots und weiteren Geräten (z.B. USB 2.0) durchaus schon eng werden könnte. Allerdings tritt ein Worst Case in dieser Form sicherlich selten auf - und es bieten sich für High-Performance-Geräte ja schließlich die Schnittstellen direkt an der Northbridge an.


Im Folgenden sind die auf unserem Mainboard verbauten drei PCI-Slots zu erkennen. Direkt daneben findet sich zwei PCI-Express x1-Steckplätze, wobei einer von beiden durch zu hohe Grafikkartenkühler bedeckt wird. Da es sich um ein Referenzsystem handelt, können die Mainboardhersteller die Slots natürlich auch anders anordnen. In der Regel wird man aber wohl diese Reihenfolge vorfinden. Bei einem Referenzdesign ist natürlich auch die Anordnung des Floppy-Ports nicht unbedingt zu kritisieren, denn die Hersteller werden hier ihre eigenen Positionen finden und eventuell eine elegantere Position wählen, als direkt unter dem letzten PCI-Slot.

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Insgesamt können in den vier DIMMS bis zu 4 GB Arbeitsspeicher untergebracht werden, also jeweils ein Modul mit bis zu 1024 MB. Wie den Spezifikationen zu entnehmen ist, können Module der Baureihe DDR400, DDR333 und DDR266 eingesetzt werden. Natürlich ist auch hier, genau wie bei allen Sockel 939 Platinen, der Dual-Channel Betrieb möglich, was VIA auch mit den farblich markierten DIMM-Steckplätzen verdeutlicht.

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Wie nicht anders zu erwarten war, besitzt das VIA-Referenzboard den Standard Sockel 939. Über ihn haben wir schon in diversen Mainboardreviews gesprochen. Einige MOSFETs sind zwar recht nahe an den Sockel gerückt, dies stellt aber auch mit dem Zalman-Kühler kein Problem dar. Im Hintergrund ist der passive Kühlkörper der Spannungswandler zu sehen. Der VIA-Chipsatz wird jedoch sicherlich auch mit der Verbreitung von PCI-Express in Low-End-Systemen auch noch auf dem einen oder anderen Sockel 754-Mainboard auftauchen.

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In der rechten unteren Ecke befinden sich einige wichtige Laufwerksanschlüsse. Zu sehen sind vier Serial ATA-Anschlüsse sowie die BIOS-Batterie und einige weitere Chips und Anschlüsse. Ebenfalls zu sehen, ist dienVIA-Southbridge und weitere wichtigen Komponenten. Auch hier werden wie wohl etwas andere Lösungen von Mainboardherstellern sehen. Ein Vorteil ist natürlich das Vorhandensein von zwei ATA/133-Controllern und vier Serial ATA-Ports, die auch noch im Raid betrieben werden können - so werden separate PCI-Raidcontroller praktisch obsolet.

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Schaut man zusätzlich auf die ATX-Blende, so sieht man, dass insgesamt zwei USB 2.0-Ports und sämtliche analogen Anschlüsse für den Sound nutzbar sind sowie der RJ45 Stecker für das Ethernet. Auf die zahlreichen Sound-Anschlussmöglichkeiten gehen wir später noch genauer ein. VIA verbannt also nur die wichtigsten Komponenten auf der ATX-Blende, was für ein Referenzboard aber nicht weiter verwunderlich ist.

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Bisher konnten wir im Layout also keine großen Mängel feststellen, obwohl das Mainboard mit Onboard-Komponenten und Features nur so bepackt ist. Wir hoffen, dass das so bleibt und widmen uns nun den einzelnen Chips, die verlötet wurden.


Direkt neben dem Sockel befindet sich der VIA K8T890-Chip. Dieser wird auf dem VIA Referenzsysem durch einen einfachen passiven Aluminiumkühler gekühlt. Die passive Kühlung reicht auch vollkommen aus und entspricht der VIA-Empfehlung. Auch im übertakteten Betrieb wird der Chipkühler nur leicht ewärmt und bleibt handwarm. Auf die Details des Chipsatzes sind wir auf der zweiten Seite näher eingegangen. Hier haben wir den passiven Kühlkörper einmal abgenommen, man sieht, dass die aktuelle Chipsatzrevision die "CE-Version" ist.

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Ziemlich genau in der Mitte aller Zusatzchips befindet sich die VT8237-Southbridge. Auf diese sind wir bereits in einigen VIA-Mainboard-Reviews eingegangen. Die Southbridge produziert kaum Abwärme und muss daher auch nicht gekühlt werden. Auf Seite 2 haben wir die zukünftige Southbridge VT8251 näher betrachtet. Interessant ist hier, dass man auf die VT8237R-Version setzt. Bislang war uns nur die VT8237 untergekommen. Auf der VIA-Webseite finden wir allerdings keine Informationen zu der neuen Southbridge-Version.

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Als Gigabit-Ethernet-NIC setzt VIA den VT6122 Gigabit-Ethernet-Controller ein. Der Cicada SimplyPHY stammt auch aus dem Hause VIA, ist aber ein in diesem Fall über PCI angebundener Gigabit-Ethernet-Controller. Dies bedeutet, dass er gemäß der PCI-Spezifikation maximal 133 MB/s abzüglich sonstigen Traffics übertragen kann. Ein 10/100/100 MBbit NIC bietet aber die Möglichkeit, im Voll-Duplex-Modus bis zu 250 MB/s zu übertragen. Entsprechend bremst der PCI-Bus im Volllast-Betrieb den NIC aus und das System ist ziemlich überlastet. Für den Heimbereich hingegen reicht der Chip vollkommen aus, da hier meistens 10/100 MBit-Hubs eingesetzt werden und die Leistung eines Gigabit-Ethernet-NIC auch nicht benötigt wird oder durch andere Hardware-Komponenten (Festplatte etc.) ausgebremst werden.

Mit der neuen Southbridge wird VIA dann sicherlich einen über PCI-Express angebundenen Controller wählen, um die volle Bandbreite zu gewährleisten.

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Der I/O-Controller-Chip aus dem Hause Winbond sitzt direkt neben dem BIOS-Chip. Er ist für das Hardwaremonitoring zuständig, weiterhin stellt er Schnittstellen wie die PS/2-Ports, serielle und parallele Schnittstelle, Gameport und den Floppy-Port zur Verfügung. Das Hardwaremonitoring schauen wir uns später im Bereich des Bios noch einmal an.

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Der hier abgelichtete VIA VT6421 ist ein Serial-ATA RAID-Controller. Der Chip ist über den PCI-Bus angebunden, was den möglichen Datendurchsatz natürlich aus bekannten Gründen einschränkt. Unterstützt werden zwei Serial ATA-Laufwerke im RAID. Angesteuert werden die beiden Serial-ATA Anschlüsse die rechts und links neben dem Chip zu sehen sind.

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Direkt neben dem I/O-Chip befindet sich der VIA-Soundchip. Der VIA Envy 24PT "IceEnsamble" sorgt für einen 8-Channel Soundgenuss auf Desktop-Systemen ohne eine spezielle Erweiterungskarte. Ob hier auch die Qualität überzeugen kann, werden wir später klären, dann folgt auch eine Auflistung der Features dieses - zumindest auf dem Papier - hochwertigen Onboard-Sounds.

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Als weiterer Sound-Codec kommt unterstützend für die Ausgabe des Sounds der VIA VT1616-Chip zum Einsatz.

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Kommen wir nun zum BIOS des Boards.
Das BIOS:

Das BIOS (Basic Input-Output System) ist mehr als 20 Jahre alt und damit die älteste Softwaretechnik innerhalb der PCs. Es wird in den ersten Sekunden nach dem Einschalten des PCs aufgerufen, der so genannten Pre-Boot-Phase, also noch bevor das Betriebssystem geladen wird. Allerdings gibt es das Bios nicht mehr lange, wie Intel mitteilt:

Der Firmware Foundation Code von Intel ist ein Ergebnis des Projektes mit Codenamen „Tiano“ und sorgt dafür, dass der Nachfolger des BIOS auf neuester Softwaretechnologie basieren wird. Er wurde speziell im Hinblick auf neue Ausstattungsmerkmale und Dienste entwickelt, zu denen beispielsweise die verbesserte Verwaltung und Betriebsfähigkeit, sowie Schnittstellen für administrative Aufgaben gehören.

Bald brauchen wir uns also nicht mehr durch die blauen Menüs hangeln, um an die Hardwareeinstellungen zu kommen. Bislang bleibt das Bios aber der Grundstein für eine gute Gesamtperformance, auf die es bei den Mainboards im Allgemeinen ankommt. Auch werden hier alle wichtigen Drähte in Bezug auf Overclocking und Onboard-Features gezogen. Nun werden wir prüfen, wieviel Sorgfalt die Ingenieure bei der Programmierung dieses BIOS an den Tag gelegt haben.

Wie immer widmen wir uns zuerst visuell dem BIOS, das heißt, wir schießen einige Screenshots, um den Aufbau und die einzelnen Funktionen des Menüs zu veranschaulichen:








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Wie immer wollen wir die eben vorgestellten Shots aus dem Menü nun noch etwas kommentieren. Für ein Referenzbios zeigte sich das Menü durchaus umfangreich, auch wenn die Overclockingsoptionen mehr als nur sparsam gehalten wurden.

Besondere Features bietet das BIOS demnach nicht, was bei einem Referenzbios auch nicht anders zu erwarten ist. Insgesamt fehlen noch Basisfeatures wie ein Hardwaremonitoring und eine Lüftersteuerung, aber hier können sich ebenso wie bei den Overclocking-Features die Hersteller der K8T890-Boards in jeder Form auslassen. Die Speichersettings wurden bei uns schon übernommen, allerdings konnten wir in unseren Tests noch keine 2-2-2-5 betreiben, was für unsere Tests jedoch in diesem Fall nicht von Bedeutung war.

Cool&Quiet:

Beim nForce 4 ist Cool&Quiet natürlich auch vorhanden, die Frage ist hier nur, ob es in einer so frühen Biosversion auch schon bei dem VIA K8T890-Chipsatz integriert ist. Allerdings werden für das Cool&Quiet-Feature nicht nur der Support des Mainboards benötigt, sondern auch einige Tools und Treiber. Den notwendigen Athlon 64-Prozessor-Treiber findet man direkt auf der AMD-Webseite für alle gängigen Betriebssysteme. Ebenfalls auf dieser Seite findet man die notwendige Software, die das Cool&Quiet-Feature kontrollierbar macht.

Ist der Treiber installiert, kann man die Energieeigenschaften einstellen:

Sobald man das Energiespar-Schema auf "Minimalen Energieverbrauch" gestellt hat, schaltet die CPU bei geringer Last von 2000 auf 1000 MHz zurück, wie auf dem folgenden Screenshot unschwer zu erkennen ist.

Cool&Quiet funktionierte also bereits perfekt.

Die Stabilität:

Da wir das BIOS nun analysiert haben, wird es Zeit, heraus zu finden, ob all die theoretischen Feststellungen, welche wir machen konnten, auch in der Praxis halten, was sie versprechen. Im Folgenden haben wir unser System voll bestückt mit PCI-Karten - jeweils in verschiedenen Kombinationen. Unterschiedlicher Speicher wird auch getestet - so kommen beispielsweise reinrassiger Marken-RAM aus dem Hause TwinMOS zum Einsatz, aber auch Noname-RAM oder normaler Arbeitsspeicher mit Infineon-Chips zum Einsatz. PCI-Express-Karten (x1) haben wir leider noch nicht vorliegen, weshalb wir auf derartige Kompatibilitätsprobleme nicht eingehen können.

Im Folgenden die Testergebnisse tabellarisch dargestellt:

Wie bereits erwähnt, gehören die großen Probleme mit den verschiedenen Speichermodulen größtenteils der Vergangenheit an. Auch für das VIA K8T890-Referenzboard haben wir wieder einen Kompatibilitätscheck durchgeführt. So wird vor allem geprüft, ob der Rechner mit den entsprechenden Modulen und vor allem im DDR400-Modus startet und ob auch speicher- und systembelastende Applikationen problemlos durchgeführt und erfolgreich beendet werden können. Das Ergebnis sieht wie folgt aus:

Grundsätzlich konnte das Mainboard mit fast allen zur Verfügung stehenden Modulen gestartet werden. Da auch die Corsair- und TwinMOS-Module ohne Probleme liefen, ist davon auszugehen, das auch mit Low-Latency-Speichermodulen keine Probleme auftreten werden, solange diese nicht in unserem Fall die 2-2-2-5 als Timings einprogrammiert haben. Die Kingston-Module sind wie immer nicht kompatibel, was aber wohl mit den PC3200-Modulen dieser Charge von Kingston zusammenhängt und kein allgemeines Problem ist. Sie funktionieren generell in keinem aktuelle Athlon 64-Board.

Auf einen Overclocking-Test wollen wir an dieser Stelle verzichten, da das Mainboard keine wesentlichen Overclocking-Optionen bietet.


Wie immer wollen wir auf der folgenden Seite näher auf den Onboard-Sound eingehen.

Wie in der Layoutbetrachtung schon angesprochen, ist das Referenz-Mainboard mit dem Envy 24PT aus dem Hause VIA ausgestattet. Der Envy 24PT ist einer der ersten 8-Channel-Soundchips für Desktop Platinen. Eine komplette Übersicht über alle Features dieses neuen Sound-Codecs findet man direkt auf der Webseite des Herstellers.

Wie immer teilen wir unseren Test auf in zwei Bereiche - Performance und Qualität.

Performance-Vergleich:

Um den Test erfolgreich durchführen zu können und im Folgenden auch die Werte vergleichen zu können, benötigt man natürlich einige Konstanten. Wir verwenden hier den beliebten Gaming-Benchmark Doom 3. Die Timedemo starten wir wie üblich mit der Eingabe von "timedemo demo001" in die Konsole des Spiels, welche man mit der Strg +Alt + "^"-Taste aufruft. Dann lassen wir den Benchmark wie üblich einmal im Fast- und einmal mit 640x480 bzw. mit 1024x768 Pixeln durchlaufen und vergleichen die Frames per Second Werte, da diese variieren, wenn man mit eingeschaltetem Onboard-Sound oder ohne arbeitet. Hier liegt auch die Begründung versteckt, warum es so wichtig ist, dass man die ungenutzten Onboard-Geräte im BIOS abschalten kann, denn beispielsweise der Onboard-Sound beansprucht die CPU doch in einem recht großen Maße.

Wie immer sinkt die Performance bei aktiviertem Sound, allerdings nicht in einem Maße, wie wir das von früheren Mainboardtests her kennen. Bei Doom 3 ist natürlich die Grafikkarte der limitierende Faktor, deshalb sieht man hier prozentual einen geringeren Abfall als bei einem Low-End-Game. Deutlich ist aber zu sehen, dass der Sound einen Einfluss besitzt. Hier ist er aber so gering, dass es sich nicht lohnen würde, aus Performancegründen eine Soundkarte zu erwerben.

Qualitäts-Vergleich:

Hierfür verwenden wir das Tool Rightmark Audio-Analyzer. Für die Testmessungen benötigt man unter Right Mark ein sogenanntes "Loop Through-Kabel", also ein Audiokabel, welches an beiden Ende eine 3.5"-Klinke besitzt. Dieses Kabel ist natürlich im HiFi-Fachmarkt genauso erhältlich wie bei MediaMarkt oder Saturn. Mit in die Wertung ein geht leider indirekt die Qualität des Line-In-Eingangs, der teilweise von den Herstellern vernachlässigt wird und dadurch das Gesamtergebnis nach unten zieht.

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Dementsprechend sah das Testergebnis des Right Mark Analyzers wie folgt aus:

Das verwendete Testtool gibt des Weiteren ein detailliertes Ergebnis aus, welches wir in einer separaten HTML Datei auf unserem Server zur Schau stellen.

Insgesamt ein guter Onboard-Sound - die Performance belastet das System zwar etwas, dafür sind die Qualitätsergebnisse in Ordnung. Allerdings hatten wir schon qualitativ bessere Codecs im Test und bessere Ergebnisse erlangt, allerdings bedeutet das nicht, dass der Sound des VIA K8T890-Referenzboards unbrauchbar ist - für einen Onboard-Sound ist er durchaus nicht schlecht und liegt im oberen Drittel der von uns getesteten Boards. Da VIA aber mit dem Envy24 größte Töne macht, ihn als 24/96 Bit-Chip und mit 8-Kanal-Fähigkeiten anpreist, ist das Ergebnis eigentlich etwas unter den Erwartungen, aber eventuell können die Hersteller hier mit einem optimierten Layout und etwas besserer Abschirmung der Komponenten noch bessere Ergebnisse erreichen. Bei einem Referenzboard findet man in der Regel sehr viel schlechtere Onboard-Sounds vor, deshalb gebührt VIA hier schon ein Lob.

Nach der Bewertung der Onboard-Sound-Performance wollen wir nun unser Testsystem vorstellen, bevor wir zur eigentlichen Leistungsbewertung des VIA K8T890-Referenzboards kommen.


Da mit den 64 Bit-CPUs von AMD eine neue Ära eingeläutet wurde, mussten natürlich auch wir uns mit neuen Teststationen ausstatten. So hat sich in unserer Redaktion einiges verändert, das Athlon 64 3200+ Testsystem ist immer noch aktiv, da immer wieder Sockel 754-Mainboards erscheinen, musste aber im Grunde dem Athlon 64 3500+ auf Sockel 939-Basis vorerst Platz machen. Hinzu kommt nun bei der Grafikkarte ein Wechsel auf eine X600XT von MSI für PCI-Express. Damit sind die bisherigen Sockel 939-Tests auf AGP-Basis natürlich nicht mehr mit den PCI-Express-Tests vergleichbar.

Im Folgenden nun die von uns verwandten Komponenten stichpunktartig im Überblick:

Hardware:

Prozessor:
AMD Athlon64 3500+
Takt : 2,2 GHz mit 200 MHz Referenztakt

Speicher:
2x 512 MB TwinMOS Twister PC3200 Single Sided
Dual-Channel Modus
Timings : 2,5-3-3-5 

Sonstige Hardware:
MSI Radeon RX600XT
Western Digital WD400BB-00CAA0 40GB
Toshiba DVD-ROM

bislang getestet:
ASUS A8N-SLI Deluxe (nForce 4 SLI)
MSI MS-7093 (ATI RX480)

Software:

Betriebssystem:
Windows XP SP2

Treiber:
NVIDIA Unified Driver 6.31
ATI Catalyst Version 4.11
VIA 4in1-Treiber 4.55
DirectX 9.0c

Benchmarks:

  • Futuremark PCMark04
  • SiSoftSandra 2005
  • ScienceMark 2
  • Sysmark 2002
  • Cinebench 2003
  • Kribi Benchmark
  • Spec Viewperf 8.01
  • WinRAR 3.4
  • WinAce 2.5
  • TMPGEnc 3.0 - DivX 5.2.1
  • Lame 3.94
  • Windows Media Encoder 9
  • Futuremark 3DMark2001SE
  • Futuremark 3DMark03 350
  • Futuremark 3DMark05 110
  • Quake3
  • Doom3 1.1
  • Unreal Tournament 2004 3334
  • Commanche 4
  • Halo 1.05
  • Far Cry 1.3
  • Counter Strike: Source
  • Gunmetal

Wie man erkennen kann, haben wir uns dazu entschlossen mit den ersten PCI-Express-Chipsätzen für den AMD Athlon 64 auch die Benchmarks etwas umzustellen bzw. zu aktualisieren.

Einen kurzen Blick wollen wir noch auf den tatsächlichen Takt des Boards werfen. CPUZ gibt uns bei Standardtaktung folgenden Screenshot:

Untypischerweise untertaktet VIA hier bei dem Chipsatz ein wenig. ASUS hatte hier beim ASUS A8N-SLI mit 200,9 MHz etwas mehr, es sollte also ein kleiner Performanceunterschied zugunsten des ASUS-Boards auftreten. Entgegen war das MSI-Board mit RX480-Chipsatz mit 199,0 MHz noch konservativer getaktet.


PCMark 2004 - CPU (Futuremark)

PCMark 2004 ist der nächste Benchmark in unserer Sammlung. Dieser Benchmark ist eine der neueren Kreationen aus dem Hause Madonion und prüft die Leistung von CPU und Speicher. Heruntergeladen werden kann dieser Benchmark in unserer Download-Area oder bei Futuremark. Enthalten sind zwei Tests - ein reiner CPU-Benchmark und ein sogenannter Memory-Test, der die Bandbreite des Systems messen soll. Als dritten Benchmark findet man einen Harddisk-Benchmark, der jedoch eine sehr hohe Messungenauigkeit besitzt und deshalb für Festplattentests nicht zu empfehlen ist. Der CPU-Test gibt hauptsächlich die Taktung wieder. Beim Memory-Test merkt man deutlich, wenn ein Prozessor einen größeren Cache besitzt.

PCMark 2004 - Memory

Unser Kommentar:

Alle drei Chipsätze liegen hier praktisch gleich auf - egal ob ASUS, MSI oder das VIA-Referenzboard, die Ergebnisse sind praktisch identisch. Allenfalls das ASUS-Board müsste aufgrund des leichten Taktvorteils etwas besser liegen.

SiSoft Sandra 2005 Int ALU/RAM Bandwidth (Sisoftware)

Sisoft Sandra ist ein synthetischer Benchmark und aufgrund seiner leichten Anwendung und dem kompakten Download-Umfang ein recht beliebtes Tool zum Vergleich des PCs. Für Mainboard-Reviews wird dieser Benchmark oft verwendet, doch zeigt er dabei nur die genaue CPU-Frequenz in der Leistungsbeurteilung wieder - dort ist er also nur ein abschreckendes Beispiel. Recht sinnig ist er jedoch hier einsetzbar, auch wenn die Performance-Bewertung nichts mit der realen Performance eines CPUs zu tun hat, sondern eher einen Trend aufzeigt, denn die Berechnungen, die Sisoft Sandra anstellt, sind wirklich rudimentär. Wir zeigen hier deshalb auch nur die Memory-Streaming-Werte.

Sisoft Sandra 2005 Float FPU/RAM Bandwidth

Unser Kommentar:

Hier liegt das ASUS-Board vorne, allerdings besitzt es mit 200,9 MHz auch einen etwas höheren DDR-Takt, da dieser ja synchron ebenso übertaktet ist. Entsprechend besitzt das Board einen leichten Vorteil gegenüber dem VIA K8T890, der mit 199,5 MHz immerhin als guter Zweiter ins Ziel kommt.

 

ScienceMark 2.0

Der letzte rein synthetische Benchmark, welchen das Mainboard über sich ergehen lassen muss, wurde auch neu in unserem Portfolio aufgenommen. Es handelt sich hierbei um den ScienceMark Memory-Benchmark, welcher eine außergewöhnliche Fähigkeit besitzt. Mit seiner Hilfe können die Latenzzeiten für den Zugriff auf den im System installierten Arbeitsspeicher ausgelesen werden. Das Ergebnis sieht wie folgt aus:

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Unser Kommentar:

Auch hier sind die Latenzzeiten gegenüber den beiden anderen Chipsätzen wieder zu vernachlässigen und praktisch identisch. Dies scheint sich generell durchzusetzen, da der Speichercontroller ja in der CPU sitzt und der Chipsatz somit nur noch einen geringen Einfluss auf die Latenz nehmen kann.


Sysmark 2002 Internet Content Creation (Bapco)

Ein typischer Office-Benchmark ist der Sysmark 2002, ein professioneller Benchmark zur Messung der Application Performance. Er ist sogar dank der Verwendung von einigen Programmen, die SMP unterstützen, multiprozessorfähig, deshalb könnten wir ihn auch in derartigen Reviews zur Darstellung von Hyperthreading sehr gut verwenden. Über Makros werden bei diesem Benchmark bestimmte typische Befehle in Programmen ausgeführt und die Arbeitsgeschwindigkeit des Systems gemessen. Nicht nur die CPU-Performance spielt dabei natürlich auch eine Rolle, auch das Memory Subsystem ist nicht unbeteiligt. Sonstige Komponenten, die ebenso ins Gewicht fallen würden, haben wir konstant gelassen: Die Festplattenperformance ist ebenso maßgebend, diese ist jedoch in beiden Systemen aufgrund der Serial ATA-Festplatte gleich.

Betrachten wir zuerst den Sysmark 2002 Internet Content Creation Test. Dieser beinhaltet die folgenden Applikationen:

Sysmark 2002 Office Productivity (Bapco)

Als Nächstes haben wir den Office Productivity-Test von Sysmark 2002. Auch hier sind einige bekannte Programme enthalten, die vor allen Dingen im Office-Bereich oft verwendet werden:

Bei diesem Test erhalten wir folgendes Ergebnis:

Unser Kommentar:

Auch hier sind die Abstände gering, das Referenzboard von VIA liegt hier jedoch etwas hinter dem ASUS A8N-SLI zurück und kann sich im zweiten Test auch nur knapp hinter dem MSI-Board mit RX480-Chipsatz einordnen.


Cinebench 2003 - Rendering 1 CPU (Maxon)

Cinebench ist ein Benchmark, der zur Performancemessung von Systemen für die Software Cinema 4D von Maxon entwickelt worden ist. 3D Modelling ist natürlich auf leistungsfähige CPUs angewiesen und so ist Cinema 4D auch SMP-fähig. Wir haben den Cinebench bislang auch für unsere Mainboard-Tests und für Dual-CPU-Tests verwendet, da er in diesem Bereich sehr gut ist und wir noch keinen vergleichbaren Benchmark im Portfolio hatten. Cinebench 2003 basiert auf CINEMA 4D R8 von Maxon, diese Version kann mit bis zu 16 Prozessoren umgehen. Einige typische Arbeitsvorgänge von Cinema 4D werden simuliert und über den Benchmark abgespult, dieser berechnet dann die Frames pro Sekunde.

Cinebench 2003 C4D Shading

Cinebench 2003 OpenGL SW-L

Cinebench 2003 OpenGL HW-L

Unser Kommentar:

Das ASUS-Board liegt hier zwar vorne, das liegt jedoch auch deutlich am etwas übertakteten Zustand, der sich bei Cinebench extrem auswirkt, da hier CPU-Kraft gefragt ist. Etwas zurück hängt der VIA-Chipsatz in den Benchmarkteilen, die eine hohe Bandbreite für den PCI-Express-Bus erfordern - eventuell kann man hier am Bios noch etwas tweaken.

Kribi Benchmark (Adept Development)

KibriBench ist ein 3D-Renderer - und deutlich CPU-belastend. Wir verwenden die Map \"City\", die ziemlich leistungsfressend ist. Kribi ist SMP-fähig und somit kommt auch Hyperthreading hier zum Einsatz. Auch diesen Benchmark haben wir neu für unsere CPU-Tests entdeckt, auch er nutzt neue Technologien wie Hyperthreading aus.

Unser Kommentar:

Auch bei Kribi ist CPU-Kraft trumpf, allerdings hätten wir hier erwartet, dass das Referenzboard vor dem MSI-Board ins Ziel kommt, es landet aber leider nur an dritter Stelle.


Spec Viewperf 8.01 - 3dsmax-03 (Spec.org)

SpecViewPerf ist ein Benchmark der SPEC.org, er ist kostenlos und kann ebenfalls heruntergeladen werden, allerdings ist die neue 8.0er Version mit mehreren hundert MB doch ein ganz schöner Brocken. Was macht der Benchmark?

quote:
The first benchmark released by the SPECopc group was SPECviewperf®, which measures the 3D rendering performance of systems running under OpenGL.
Unsere Grafikkarte ist nun aktuell und schnell, aus diesem Grund präsentieren wir jetzt wieder alle acht Teilbereiche.

Spec Viewperf 8.01 - catia-01

Spec Viewperf 8.01 - ensight-01

Spec Viewperf 8.01 - light-07

Spec Viewperf 8.01 - maya-01

Spec Viewperf 8.01 - proe-03

Spec Viewperf 8.01 - sw-01

Spec Viewperf 8.01 - ugs-04

Unser Kommentar:

Hier sehen wir ein großes Problem unseres Referenzmodells - sofern der PCI-Express-Bus richtig belastet wird, bricht die Performance ein. Dieses kann aufgrund eines nicht optimierten Treibers der Fall sein oder es befindet sich ein Problem im Bios ähnlich dem B1-Fix-Problem bei den i925X und i915P-Chipsätzen von Intel. Hier muss also noch einmal etwas verbessert werden - und da sich bandbreitenintensive Anwendungen nicht nur im CAD-Bereich finden, erwarten wir auch bei einigen Gaming-Benchmarks schlechtere Ergebnisse.


WinRAR 3.41 (RARLab)

WinACE und WinRAR sind neben WinZIP die am weitesten verbreiteten Datei-Komprimierungsprogramme. WinZIP haben wir indirekt bereits mit Sysmark 2002 mitgetestet, hier wollen wir genauer auf die beiden Programme eingehen. Während WinRAR nach unseren Erfahrungen auf Pentium 4-Systemen - eventuell aufgrund von SSE2-Optimierungen - schneller ist, nutzt WinACE wohl keine derartigen Optimierungen, hier liegen Athlon XP und Pentium 4 immer näher zusammen. Wie sieht es hier aus?

Achtung: Weniger ist hier besser (Messung in Sekunden)

WinAce 2.5

Achtung: Weniger ist hier besser (Messung in Sekunden)

Unser Kommentar:

Gute Ergebnisse sehen wir bei den Compression-Benchmarks - hier kann VIA durchaus mithalten und liegt mit dem MSI-Mainboard zusammen recht gut, wobei das ASUS-Mainboard wieder aufgrund des etwas höheren Taktes schneller ist.

 

TMPGEnc 3.0 - DivX 5.2.1 (TMPGEnc)

TMPGEnc ist der nächste Benchmark in unserem Test. TMPGEnc ist ein sehr guter Video-Encoder, der ebenfalls SMP-fähig ist und somit von Hyperthreading Gebrauch macht. Da TMPGEnc zunehmend verwendet wird, eignet er sich als guter Benchmark im Vergleich zu anderen ähnlichen Programmen, wie beispielsweise Flask Mpeg. Wir verwenden ihn mit einem 162 MB großen Mpeg-File und DivX 5.2.1.

Unser Kommentar:

Hier messen wir in FPS und somit ist das VIA-Board hier noch etwas hinter den Erwartungen auf dem 3. Platz zurückgeblieben.

 

Lame 3.94 (Lame)

LAME ist ein weiteres Kompressionstool. Es handelt sich um einen freien MP3-Codec, den wir zusammen mit CDex zum Komprimieren einer CD verwenden. Wir komprimieren hier den Inhalt einer kompletten CD mit elf Songs zu MP3-Dateien mit einer Bitrate von 128 KBit. Wir verwenden für diese Benchmarks die Lame-Version 3.94.

Achtung: Weniger ist hier besser (Messung in Sekunden)

Unser Kommentar:

Auch hier liegt das VIA-Board auf dem 2. Platz und erreicht ein gutes Ergebnis.

 

Windows Media Encoder 9 (Microsoft)

Microsoft bietet mit dem Windows Media Encoder ein Tool an, um ebenfalls Audio- und Videodateien zu bearbeiten. Mit dem Windows Media Encoder lassen sich beispielsweise Videos in HD-Qualität (1080i/1080p) erstellen, zudem ist es einfach zu bedienen und in Windows bereits integriert bzw. kostenlos herunterzuladen. Wir konvertieren ein Video in das WMA-Format:

Achtung: Weniger ist hier besser (Messung in Sekunden)

Unser Kommentar:

Zusammen mit dem MSI-Mainboard findet sich das VIA-Referenzboard hinter dem ASUS A8N-SLI ein - auch hier ist natürlich im etwas höheren Takt des Boards ein Grund zu suchen.


Futuremark 3DMark2001SE (Futuremark)

3DMark 2001 ist sicherlich einer der beliebtesten Benchmarks - nicht nur bietet das Gamers Headquarter von Futuremark auch eine tolle Vergleichsbasis, sondern es lassen sich mit diesem, eigentlich als Grafikkarten-Benchmark konzipierten Programm auch recht gut Performance-Vergleiche anstellen. Je nach Auflösung erreicht man dabei eher eine Grafikkarten-Auslastung oder eine CPU-Auslastung - aus diesem Grund haben wir den Benchmark auch mit 1024x768 durchgeführt, das reicht bei unserer X600XT, um zu zeigen, wo ein stärkerer Prozessor mehr Leistung bringen kann. In einem Mainboardvergleich finden wir hier auch minimale Unterschiede zwischen den einzelnen Mainboards und Chipsätzen.

Unser Kommentar:

Ein gutes Ergebnis mit dem 2. Platz - das ASUS-Board liegt hier in Führung, da bei 3DMark 2001 auch die CPU-Kraft eine große Rolle spielt.

 

Futuremark 3DMark03 (Futuremark)

3DMark 2003 kennt auch jeder - nur ist das Programm leicht in den Verruf gekommen, weil die Grafikkartenhersteller hier gerne etwas optimiert haben. Für unsere CPU- und Mainboard-Tests ist das allerdings nicht erheblich, da wir immer bei demselben Treiber und derselben Grafikkarte bleiben. Aus diesem Grund können wir 3DMark 2003 für den Vergleich recht gut einsetzen, auch wenn die Unterschiede recht gering sind - die Grafikkarte trägt hier die Hauptlast.

Futuremark 3DMark03 CPU

Unser Kommentar:

In beiden Bereichen liegt das VIA-Board hier etwas zurück und sogar noch hinter dem MSI-Board - eventuell meldet sich hier auch schon wieder das kleine Bandbreitenproblem beim PCI-Express-Bus.

 

Futuremark 3DMark 2005 (Futuremark)

3DMark 2005 startet die Punktejagd von neuem - der Benchmark ist ein reinrassiger DirectX9-Benchmark und unterstützt auch Features wie ShaderModel 3.0. Allerdings ist der Benchmark nur in der käuflichen Version zum ausgiebigen Testen der Grafikkarte richtig geeignet. Wie immer muss man auch aufgrund der medienwirksamen Punktezahl auf Optimierungen der Hersteller gespannt sein. In unseren Mainboard-Tests sind die Unterschiede natürlich wieder sehr gering.

Futuremark 3DMark 2005 CPU

Unser Kommentar:

Auch hier kommt das ASUS-Board mit einem respektablen Abstand ins Ziel, welches aufgrund der hohen Grafikkartenlast des Benchmarks schon beachtlich ist - eigentlich sollten praktisch keine Unterschiede auftreten. Deshalb ist wahrscheinlich, dass hier die x16-Bandbreite beim nForce 4 eventuell effektiver genutzt wird.


Quake 3 Arena 640x480 (IDSoftware)

Als Nächstes werfen wir einen Blick auf Quake 3 Arena. Quake 3 Arena ist schon ein Klassiker im Bereich der Benchmarks, deshalb setzen wir ihn auch weiterhin ein, haben ihn für unsere CPU- und Mainboardtests immer noch mit im Portfolio. Die Demo 001 wird in der Konsole mit dem Befehl timedemo 1 und demo demo001 aktiviert, den Benchmark haben wir bei 640x480 und mit 1024x768 mit 16 Bit laufen lassen, um die CPU am meisten zu fordern. Hier sehen wir die Ergebnisse:

Quake 3 Arena 1024x768

Unser Kommentar:

Hier beginnt der VIA K8T890 deutlich zurück zu fallen. Wir sind der Meinung, dass dies hier aufgrund eines schlechten Treibers, eines noch nicht optimierten Bios oder aufgrund anderer x16-Bandbreitengründe zurück zu führen ist, da in den reinen CPU- und Memory-Tests das Board sehr gut unterwegs war, sich aber schon bei SpecViewPerf deutliche Probleme zeigten.

 

Doom 3 1.1 640x480 (ID Software)

Doom 3 - sicherlich eines der Spiele des Jahres 2004. Der atmosphärische Ego-Shooter hat Schocker-Stimmung, gutes Gameplay und geniale Grafik zugleich und darf natürlich auch nicht in einem Grafikkarten-Test fehlen. Wir verwenden für den Benchmark die klassische Doom3-Demo demo001 mit verschiedenen Einstellungen. Wichtig dabei ist, dass der Benchmark mehrmals durchlaufen soll, da der Benchmark zunächst die Daten von der Festplatte cachen muss, um zuverlässige Ergebnisse zu bekommen.

Doom 3 1.1 1024x768

Unser Kommentar:

Auch hier ist VIA deutlich hinter der Konkurrenz zurück.


Unreal Tournament 2003 640x480 Flyby (Epic)

Unreal Tournament 2003 ist als Demo verfügbar, in die eine Benchmark-Funktion eingebaut ist. Ein Skript testet bei verschiedenen Auflösungen, es gibt eine Flyby-Demo und ein Botmatch, die die Leistungsfähigkeit des Systems für die Vollversion zeigen soll. Hier die Ergebnisse bei 640x480 mit 16 Bit, denn auch hier wollen wir natürlich die Belastung auf die CPU verlagern:

Unreal Tournament 2003 640x480 Botmatch

Unreal Tournament 2003 1024x768 Flyby

Unreal Tournament 2003 1024x768 Botmatch

Unser Kommentar:

Bei Unreal Tournament scheint VIA wieder etwas in Schwung zu kommen, man platziert sich hier meistens auf dem 2. Platz vor dem MSI-Board. Hier scheint die PCI-Express-Bandbreite also nicht das Thema zu sein.

Comanche 4 640x480 (Novalogic)

Comanche 4 ist für Auflösungen von 1024x768 durchaus noch als CPU-Benchmark zu gebrauchen, bei höheren Auflösungen limitiert jedoch die Grafikkarte. Der Benchmark nutzt viele Pixel- und Vertexshader, allerdings wird neben einer hervorragenden Grafikkarte auch eine starke CPU benötigt. Das Spiel basiert auf DirectX 8 und ist in der Demo zum Downloaden erhältlich. Die Demo besitzt einen integrierten Benchmark, hier kann man also vor dem Kauf auch feststellen, ob das Spiel auf dem gewünschten PC ruckelfrei läuft. Wir verwenden ihn zur Leistungsmessung.

Comanche 4 1024x768

Unser Kommentar:

Bei Comanche liegt VIA wieder etwas zurück, obwohl dieser Benchmark eigentlich auch etwas CPU-lastig ist.


Halo 1.05 800x600 (Bungie)

Das Spiel Halo kennt man sicherlich von der XBox - war es doch der Kassenschlage zum Launch der Konsole. Die PC-Version eignet sich sehr gut zum Benchen der CPU und der Mainboards, da sie nicht sehr grafikkartenlastig ist und somit je nach Takt und Speicherdurchsatz sehr gut skaliert. Wir testen zwei Auflösungen - 640x480 und 1024x768.

Halo 1.05 1024x786

Unser Kommentar:

Auch hier liegt das VIA-Board im Vergleich zurück.

 

Far Cry 1.3 640x480 (Crytek)

FarCry ist wohl eines der Spiele des Jahres 2004 und ein Grund, sich mal wieder einen neuen PC zu leisten. Das Spiel ist sowohl stark Grafikkarten-lastig bei höheren Auflösungen und hohen Details, aber es existiert auch eine sehr hohe CPU-Belastung, gerade bei niedrigeren Auflösungen ohne viele Details. Wir verwenden deshalb den Benchmark mit Standard-Settings.

Far Cry 1.3 1024x786

Unser Kommentar:

Starke Schwächen zeigt es in der aktuellen Revision mit dem aktuellen Bios auch bei FarCry.


Counterstrike: Source 640x480 (Valve)

Counterstrike Source ist ein leistungsfähiger Benchmark - er nutzt optische Effekte, die man in Half Life 2 findet und demnach ist er ein recht leistungsfähiger Indiz dafür, wo es Grafikkartentechnisch bei Half Life 2 eng werden könnte. Wir verwenden ihn hier in niedriger Auflösung, um auch eine Aussage für die Leistungsfähigkeit der Mainboards geben zu können.

Counterstrike: Source 1024x768

Unser Kommentar:

Auch in Counterstrike fällt das Board hinter der Konkurrenz zurück.

 

Gunmetal Benchmark 640x480 (Yeti Studios)

Gunmetal von Yeti-Studios ist ein futuristisches Action-Game, bei dem man die Kontrolle über einen Havoc Suit, einen Kriegsprototypen übernimmt. Mit dem Havoc Suit müssen gegnerische Basen eingenommen werden, er kann in ein Jet verwandet werden etc. Gun Metal ist ein Grafikkarten-hungriges Spiel, bei niedrigen Auflösungen eignet es sich aber auch zum Testen von Prozessoren. Eine Demoversion steht unter dem oben genannten Link zur Verfügung, mit der wir hier auch testen.

Gunmetal Benchmark 1024x768

Unser Kommentar:

Bei Gunmetal lässt das VIA-Referenzboard ebenso Federn.


NVIDIA hat derzeit die Nase in Sachen PCI-Express für AMD Athlon 64 vorn. Zwar konnte VIA als erster Hersteller einen entsprechenden Chipsatz auf dem Papier vorstellen, aber allem Anschein nach wird NVIDIA als erstes mit entsprechenden Boards auf dem Markt sein. Große Töne kommen auch aus der Richtung von ATI, denn man möchte binnen eines Jahres "Nr. 1" im Bereich der Athlon 64-Chipsätze werden - eine entsprechende Ankündigung wurde mit der Express-Serie bereits gemacht, nun müssen Taten folgen. Dann wäre da auch noch SIS, deren Chipsätze auch immer recht beliebt waren im Low-Cost-Segment und schließlich ALi, um die es mittlerweile immer ruhiger wird.

Die Performance des K8T890 konnte uns nicht wirklich überzeugen. An die Leistung des ASUS A8N-SLI und damit dem NVIDIA nForce4 reicht es in keinem Benchmark ran und kämpft somit mit dem ATI RX480 um die Plätze dahinter. Da es sich um ein Referenzboard handelt, werden wir die mangelnde Performance nicht weiter beachten und eine Bewertung erst mit dem ersten Serienmainboard vornehmen. Wir vermuten ein Problem bei der PCI-Express-Bandbreite, denn gerade in den Gaming-Benchmarks und massiv in SpecViewPerf war das Board langsamer als die vergleichbaren Boards mit NVIDIA und ATI-Chipsatz. Dieses Problem könnte VIA aber sicherlich noch in den Griff bekommen - entweder mit einer optimierten Biosversion oder mit einem angepassten Treiber, der ebenfalls der Schuldige in diesem Fall sein könnte.

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Klar ist hingegen, dass der VIA-Chipsatz Bewährtes bietet und an den interessanten Stellen den bereits guten K8T800 ergänzt. Die vier x1-Lanes in der Northbridge und die x1-Lanes in der Southbridge machen den Chipsatz zunächst erst einmal flexibler als die i925x und i915P-Chipsätze für den Pentium 4. Auch verzichtet man trotz neuer Serial ATA-Technik nicht auf einen ATA/133-Controller, was wir auch befürworten. Die VT8251 sieht von den Features her gut aus - warten wir ab, was die Boardhersteller für Mainboards um diese Southbridge und den K8T890 im Allgemeinen zaubern. Für den Performance-Freak wird natürlich auch der K8T890 Pro mit DualGFX Express interessant, auch wenn Spieler von der Mehrleistung zweit Karten im System nichts spüren werden - auch hier sind wir schlussendlich gespannt auf die Lösungen, die von den Boardherstellern mit diesem Chipsatz angeboten werden.

Wir sind gespannt auf die ersten richtigen Produkte mit diesem Chipsatz - erst dann wird man tatsächlich ein Urteil über die Leistung des Chipsatzes im Vergleich zu den Versionen von ATI und NVIDIA fällen können.

Weitere Links:

Weitere Mainboard-Reviews findet man in unserer Testdatenbank unter Mainboards Intel oder in den Overclocking, Modding und Tweaking Guides .

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