TEST

Vereinfachtes Tuning der Sub-Timings

G.Skill Trident Z5 NeoX RGB mit EXPO ULL im Test

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G.Skill Trident Z5 NeoX RGB mit EXPO ULL im Test
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Zur Computex in diesem Jahr startete AMD mit EXPO ULL und will damit in den vordefinierten EXPO-Profilen auch die Sub-Timings besser abbilden. In den vergangenen Wochen haben sich die Mainboard-Hersteller per BIOS-Update auf die Unterstützung von EXPO ULL vorbereitet. Mit den G.Skill Trident Z5 NeoX RGB schauen wir uns ein erstes Speicherkit mit EXPO ULL an.

AMDs aktuelle Ryzen-Prozessoren profitieren seit jeher von einem höheren Speichertakt und strafferen Timings. Der Speichercontroller selbst wird für DDR5-5600 und die JEDEC-Timings validiert. 6.000 MT/s sind aber der Sweet Spot, der von vielen Nutzern angepeilt wird. Entsprechend viele Kits mit 6.000 MT/s gibt es am Markt.

Hinsichtlich der Timings konzentrieren sich die Hersteller meist auf die wichtigsten Haupttimings: tCL, tRCDWR, tRP und tRAS. Gerade bei den Ryzen-Nutzern ist eine Optimierung der Sub-Timings aber längst zum Volkssport geworden. Entsprechend fleißig wird im Forum darüber diskutiert und sich ausgetauscht.

EXPO ULL soll einige der Sub-Timings nun mit ins EXPO-Profil aufnehmen. Ein einfacher Aufruf des Profils im BIOS soll dann ausreichen, um auch einige weitere Timings möglichst ideal gesetzt zu bekommen – ohne ein spezifisches Wissen des Nutzers darüber.

Der Markt für Arbeitsspeicher befindet sich seit der zweiten Jahreshäfte 2025 in einer turbulenten Phase. Während Speicherchips in den vergangenen Jahren zeitweise von Überkapazitäten und sinkenden Preisen geprägt waren, hat sich die Situation inzwischen grundlegend gewandelt. Die weltweit hohe Nachfrage nach Speicherlösungen für KI-Beschleuniger und Rechenzentren führt dazu, dass die großen Hersteller ihre Fertigungskapazitäten verstärkt auf margenstarke Produkte wie High Bandwidth Memory (HBM) konzentrieren. Gleichzeitig wächst auch der Bedarf an Server-DDR5-Speicher, wodurch die verfügbaren Kapazitäten für klassische DRAM-Produkte weiter sinken. In der Folge sind sowohl Vertrags- als auch Spotmarktpreise für Arbeitsspeicher im zweiten Quartal 2026 deutlich gestiegen, wobei Marktanalysten kurzfristig keine Entspannung erwarten.

Davon betroffen ist inzwischen auch der Endkundenmarkt. Insbesondere DDR4-Speicher verzeichnet aufgrund der schrittweisen Einstellung entsprechender Produktionslinien die stärksten Preissteigerungen und wird zunehmend schwerer verfügbar. Doch auch DDR5-Module verteuern sich spürbar, da die DRAM-Hersteller ihre Fertigung zugunsten von HBM und Serverprodukten priorisieren. Für Systemintegratoren und Endkunden bedeutet dies, dass Arbeitsspeicher nach Jahren stabiler oder sogar rückläufiger Preise wieder zu einem relevanten Kostenfaktor beim Bau neuer PCs und Workstations wird. Mehrere Marktbeobachter rechnen damit, dass die angespannte Versorgungslage mindestens bis ins Jahr 2027 anhalten dürfte, da zusätzliche Fertigungskapazitäten erst mit erheblicher Verzögerung zur Verfügung stehen werden.

Das Timing für den Start von EXPO ULL ist also alles andere als gut, seitens AMD ist der Einfluss darauf aber auch gering.

Hersteller und Bezeichnung G.Skill Trident Z5 NeoX RGB DDR5-6000 CL36-36-36-76
Modellnummer F5-6000A3636F16GX2-TZ5NXRK
Modulhöhe 43,5 mm
Rank Single-Rank, x8
Formfaktor DIMM
Modulart Unbuffered DIMM (UDIMM)
Straßenpreis -
Homepage G.Skill.com
XMP / EXPOXMP 3.0
Garantierte Timings EXPO Profil 1: CL36-36-36-76-112
EXPO Profil 2: CL36-36-36-96-132
Spannung 1,35 V
Chips Sk Hynix (M-Die)
Eigenschaften -
Garantiezeit eingeschränkte lebenslange Garantie
Kapazität 32 GB (2x 16 GB)

Zu den Modulen selbst und dem Kit gibt es im Grunde wenig zu sagen. Die Art der Bestückung und das Design kennen wir von G.Skill bereits. Bei 6.000 MT/s garantiert G.Skill Timings von CL36-36-36-76-112 oder die etwas entspannteren Timings von CL36-36-36-96-132. Dazu ist eine Spannung von 1,35 V notwendig. Uns lag das NeoX-Kit mit einer Kapazität von 2x 16 GB vor. Es wird aber auch noch andere Kapazitäten geben.

Der Heatspreader der Trident Z5 NeoX RGB kommt auf eine Höhe von 43,5 mm. Neben der uns vorliegenden schwarzen Variante gibt es auch eine solche mit weißer Optik. Das PCB, auf dem sich der PMIC und die Speicherchips befinden, ist immer schwarz. Die RGB-LEDs auf der Stirnseite des Heatspreaders lassen sich mit vielen RGB-Systemen diverser Mainboardhersteller ansprechen.

Mit einem AM5-Mainboard mit BIOS mit AGESA 1.3.0.1b wird anstatt eines "EXPO" mit den EXPO-ULL-Modulen auch der entsprechende Hinweis gegeben.

Via ZenTimings haben wir sämtliche Timings der getesteten Kits ausgelesen, um diese gegen das EXPO-ULL-Kit zu stellen:

Gegenüberstellung der Timings

DDR5-6000 CL26-36-36-96-132 DDR5-6000 CL30-36-36-76-112DDR5-6000 CL36-36-36-76-112 ULL
tCL 26 3036
tRCDWR 36 3636
tRCDRD 36 3636
tRP 36 3636
tRAS 96 7676
tRC 132 112112
tRRDS 8 88
tRRDL15 1515
tFAW 32 3232
tWTRS 8 88
tWTRL 30 3030
tWR 90 9072
tRFC (ns) 160 160160
tRFC2 480 480480
tRFCsb 390 390390
tMOD 42 4242
tMODPDA 32 3232
tPHYWRD 6 66
tPHYWRL 12 1622
tRDPRE 4 44
tRDRDSCL 8 88
tWRWRSCL 23 2323
tCWL 24 2834
tRTP 23 2323
tRDWR 22 2220
tWRRD 8 88
tREFI 11677 1167746707

Die wichtigsten Sub-Timings sind wie folgt:

  • tRFC (Refresh Cycle Time): Einer der wichtigsten Werte überhaupt. Ein niedrigeres tRFC reduziert die Zeit, in der Speicherbänke für Refresh-Vorgänge blockiert sind. Kann je nach Anwendung 1–3 % Mehrleistung bringen.
  • tREFI (Refresh Interval): Je höher, desto seltener werden Refresh-Zyklen durchgeführt. Dies senkt die effektive Latenz. Zu hohe Werte können allerdings die Datenstabilität beeinträchtigen.
  • tRRDS / tRRDL (Row-to-Row Delay (Short/Long)): Bestimmt den Mindestabstand zwischen Aktivierungen verschiedener Speicherbänke. Niedrigere Werte verbessern den Datendurchsatz bei Parallelzugriffen.
  • tFAW (Four Activate Window): Begrenzt, wie schnell mehrere Speicherbänke aktiviert werden dürfen. Ein kleinerer Wert erhöht die Parallelität.
  • tWR (Write Recovery): Relevant beim Übergang von Schreib- zu Folgeoperationen. Hat einen moderaten Einfluss.
  • tWTRS / tWTRL (Write-to-Read Delay): Besonders wichtig bei gemischten Lese-/Schreibzugriffen.
  • tRTP (Read-to-Precharge): Beeinflusst, wie schnell nach einem Lesezugriff eine Speicherbank geschlossen werden kann.
  • tCWL (CAS Write Latency): Sollte möglichst nahe an der CAS Latency liegen.
  • tRDWR / tWRRD (Read-to-Write bzw. Write-to-Read): Vor allem bei Ryzen relevant, da diese Übergänge häufig auftreten.
  • tRFC2 / tRFCsb (Weitere Refresh-Timings): Spielen vor allem bei hohen Speicherkapazitäten eine Rolle.

Der "Ryzen DDR5 RAM OC Thread" ist eine gute Anlaufstelle zum Thema RAM-Optimierung und Ryzen-Prozessoren. Hier könnt ihr euch über die Details informieren und euch auch austauschen.

Als Testsystem zum Einsatz gekommen ist ein AMD Ryzen 7 9700X auf einem ASUS ProArt X670E-Creator WIFI mit AGESA 1.3.0.1b.

Benchmarks

Kommen wir zunächst zu einigen synthetischen Benchmarks, welche das Leistungspotenzial der unterschiedlichen Timings meist am besten darstellen können.

AIDA64

Lesedurchsatz

in MB/s
Mehr ist besser

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AIDA64

Schreibdurchsatz

in MB/s
Mehr ist besser

AIDA64

Kopierdurchsatz

in MB/s
Mehr ist besser

AIDA64

Latenz

in ns
Weniger ist besser

Die validierten Einstellungen mit 5.600 MT/s und Timings von 40-40-40-77 sind natürlich deutlich langsamer, als das, was man gemeinhin als Sweet Spot bei den Ryzen-Prozessoren bezeichnet. Besonders auffällig ist der hohe Schreibdurchsatz des NeoX-Kits mit EXPO ULL.

Y-Cruncher

nT 500M

in s
Weniger ist besser

Als Beispiel einer wissenschaftlichen Anwendung mit hoher Abhängigkeit von der Speicherleistung zeigt der Y-Cruncher, dass niedrige Primärtimings ebenfalls eine entscheidende Rolle spielen. Insofern sind die Kits mit CL26 und CL30 hier etwas im Vorteil.

7-Zip

Gesamtergebnis

Punkte
Mehr ist besser

Das Gesamtergebnis des 7-Zip-Benchmarks hingegen zeigt wieder enge Abstände, wenngleich das NeoX-Kit mit EXPO ULL hier erneut vorn liegt.

Kommen wir nun zu den Spielen, die wir nahe des CPU-Limits getestet haben.

ARC Raiders

1080p, Hoch, DLSS: Qualität

FPS
Mehr ist besser

Baldur's Gate 3

1080p, Ultra, DLSS: Qualität

FPS
Mehr ist besser

Counter-Strike 2

1080p, Sehr Hoch

FPS
Mehr ist besser

Cyberpunk 2077

1080p, Hoch, DLSS: Qualität

FPS
Mehr ist besser

F1 25

1080p, Hoch, TAA

FPS
Mehr ist besser

In allen Spielen zeigt der G.Skill Trident Z5 NeoX RGB DDR5-6000 CL36 mit EXPO ULL die höchsten FPS. Wir sprechen hier aber auch von Leistungsunterschieden im niedrigen, einstelligen Prozentbereich. Dort, wo es in der Leistung um jeden Prozentpunkt geht, stellt EXPO ULL aber offenbar eine schnelle und einfache Möglichkeit dar, die Leistung des Systems zu optimieren.

Fazit

EXPO ULL (Ultra Low Latency) ist eine Ausweitung der EXPO-Philosophie in Richtung stärkerer Subtiming-Optimierung und niedrigerer effektiver Latenz. Der Leistungsunterschied zur bisherigen EXPO-Generation entsteht daher weniger durch höhere Frequenzen, sondern durch deutlich aggressivere Timing-Charakteristik auf allen Ebenen (Primär-, Sekundär- und Tertiärtimings) sowie eine bessere Validierung dieser Settings durch den Speicherhersteller.

Der entscheidende Unterschied liegt in der deutlich stärkeren Einbeziehung von Subtimings und deren systematischer Abstimmung. Parameter wie tRRD, tFAW, tWTR, tWR oder tRFC werden nicht mehr nur "funktional sicher" gewählt, sondern gezielt in Richtung minimaler Latenz und optimierter Bank- und Refresh-Zugriffe ausgelegt. Dadurch verschiebt sich der Fokus weg von reiner Bandbreite hin zu einer messbar reduzierten effektiven Speicherlatenz. Ergänzt wird dies durch ein strengeres Binning der DRAM-ICs, meist auf Basis besonders guter Hynix-Chips, wodurch die Hersteller überhaupt erst die Stabilität für diese aggressiveren Profile garantieren können. EXPO ULL ist damit näher an einem fertig validierten Overclocking-Profil als an einem klassischen JEDEC- oder Standard-EXPO-Profil.

Im direkten Leistungsvergleich bedeutet das typischerweise einen moderaten, aber realen Zugewinn gegenüber klassischem EXPO. In Gaming-Szenarien liegen die durchschnittlichen FPS-Gewinne meist im niedrigen einstelligen Prozentbereich, während die Verbesserungen bei den 1%-Lows und der Frame-Time-Stabilität gelegentlich etwas deutlicher ausgeprägt sein können. Gerade in CPU-limitierten Szenarien oder speicherlatzenzsensitiven Workloads zeigt sich der Vorteil klarer als in reinen Durchsatzmetriken.

Stellt man EXPO ULL dem manuellen Speichertuning gegenüber, ergibt sich eine andere Einordnung. Manuelles Tuning erlaubt weiterhin die maximal mögliche Optimierung, da sämtliche Subtimings individuell auf IMC, Mainboard und RAM-IC abgestimmt werden können. In diesem optimal abgestimmten Szenario bleibt handoptimierter Speicher in der Regel leicht überlegen. EXPO ULL bewegt sich jedoch in einem Bereich, der häufig etwa 80 bis 90 % dieses manuellen Optimums erreicht, ohne den erheblichen Zeitaufwand eines manuellen Tunings – eine einfache One-Klick-Lösung.

Die Umsetzung von G.Skill mit dem Kit Trident Z5 NeoX RGB DDR5-6000 CL36-36-36-76 entspricht den Erwartungen. Im ersten Moment waren wir über die hohen Primärtimings etwas verwundert, am Ende aber liefert das Kit eine Leistung ab, die im Bereich der bisherigen "Low Latency"-Kits liegt. In Spielen zeigt EXPO ULL dann seine Stärken. Wie hoch der Vorsprung sein wird, wenn auf ein Kit wie ein solches mit DDR5-6000 CL26-36-36-32 auch noch EXPO ULL draufgeschlagen wird, können wir nur anhand der Ergebnisse vieler manueller Optimierungen der Sub-Timings abschätzen – es dürfte aber noch etwas Luft nach oben sein.

Die Speicherkits mit EXPO ULL bieten den Nutzern die Möglichkeit, aus dem Zusammenspiel von Ryzen-Prozessor und RAM-Kit noch etwas mehr herauszuholen, ohne dass dabei viel Zeit und Aufwand in die Optimierung gesteckt werden muss. Das EXPO-Profil wurde seitens AMD nur ausgeweitet und schließt nun eben auch die Sekundärtimings mit ein.

Die hohen Speicherpreise sind natürlich aktuell ein Punkt, der gegen die Anschaffung eines hochpreisigen Speicherkits spricht. 32 GB DDR5-6000 CL26 kosten bei G.Skill aktuell mehr als 1.000 Euro. Entspannt man die Timings etwas, fällt der Preis gleich auf fast die Hälfte. Speicher ist aber nun einmal teurer und dies gilt auch für die Kits mit EXPO ULL. Aktuell noch sind die NeoX-Kits von G.Skill nicht im deutschen Handel zu finden.

G.Skill Trident Z5 NeoX RGB DDR5-6000 CL36-36-36-76

  • Niedrigere effektive Latenz durch optimierte Subtimings
  • Bessere 1% Lows und stabilere Frame Times in CPU-limitierten Games
  • Höhere Out-of-the-box-Performance ohne manuelles RAM-Tuning
  • Strengeres IC-Binning

  • Deutlich höherer Preis gegenüber Standard-EXPO-Kits
  • Nur moderater Performance-Gewinn gegenüber gutem EXPO
  • Noch junges Ökosystem (BIOS-/QVL-Reife nicht überall perfekt)
  • Vorteil stark abhängig von CPU-IMC und Mainboard-Qualität
  • Kaum Vorteil in GPU-limitierten Szenarien oder reiner Bandbreitenlast
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