Team Group T-Force Night Hawk RGB DDR4-3000 im Test: Auffallend und bunt

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team group t-force night hawk rgb

Schnell, auffälliges Design und kompatibel mit den wichtigsten Beleuchtungssystemen: Mit T-Force Night Hawk RGB will Team Group DDR4-RAM für jeden Geschmack anbieten. Damit ist man aber nicht allein, wie schon ein flüchtiger Blick auf den Markt für Arbeitsspeicher zeigt. Vor allem Fans von RGB-Beleuchtung können inzwischen zwischen zahlreichen Kits wählen. Entscheidend ist somit wie groß die Reserven sind, die Team Group seinen Riegeln spendiert hat. Und dass es die gibt, zeigt der Test des 16-GB-Kits.

Schon im Test der G.Skill Trident Z RGB sind wir darauf eingegangen, welchen Stellenwert RGB-Beleuchtung inzwischen einnimmt. Das war im Herbst 2017, seit dem hat sich der Trend noch weiter beschleunigt - selbst an Philips geht er nicht mehr vorbei. So werden die Niederländer ihr Hue-Lampen mit Razers Chroma-Plattform koppeln, Kooperationen mit anderen Systemen dürften entsprechend nur noch eine Frage der Zeit sein.

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Auf der anderen Seite steht die Suche nach schnellem Speicher. Denn spätestens seit dem Start von AMDs Raven-Ridge-APUs wie dem Ryzen 3 2200G und Ryzen 5 2400 G (Test) wird wieder verstärkt über die Auswirkungen von schnellen Riegeln diskutiert. Zwar wird das 16-GB-Kit von Team Group nur mit DDR4-3000 CAS 16 beworben und gehört in diesem Punkt nicht zu den schnellsten Vertretern seiner Art, über den von AMD und Intel genannten Empfehlungen für die gängigen Prozessoren liegt man aber dennoch.

Das für den Test zur Verfügung gestellte Kit (TF1D416G3000HC16CDC01) besteht aus zwei Riegeln zu je 8 GB im Single-Rank-Design. Spezifiziert ist es mit Timings von 16-18-18-38 bei 3.000 MHz während die Spannung bei 1,35 Volt liegt. Team Group spricht von einem PCB-Layout mit gleich zehn Layern. Neben dem 16-GB-Kit mit zwei Riegeln wird auch ein 32-GB-Kit mit zwei Riegeln angeboten. Gewählt werden kann auch bei der Farbe der Heatspreader sowie in Bezug auf die LEDs: Neben einem schwarzen Kühlkörper gibt es auch einen weißen, abgesehen von RGB-Dioden gibt es auch rot, weiß und blau leuchtende. Die Preise reichen von etwa 195 Euro (16 GB, schwarzer Heatspreder, rote LEDs) bis hin zu etwa 400 Euro (32 GB, schwarzer Heatspreder, RGB-LEDs). Das Test-Kit wird für rund 200 Euro angeboten.

Technische Daten Team Group T-Force Night Hawk RGB DDR4-3000
ProduktcodeTF1D416G3000HC16CDC01
Frequenz3.000 MHz
Kit-Größe16 GB (2x 8 GB)
Timings16-18-18-38
Spannung1,35 V
XMP2.0
Chip-HerstellerSK Hynix
AufbauSingle Rank
GarantieLebenslang

In Sachen Optik verlässt Team Group sich aber nicht nur auf LEDs. Auch die Module selbst, bzw. die Heatspreader sollen aus den Riegeln einen Hingucker machen. Zum linken und rechten Rand hin werden diese Höher, der Hersteller will hier das Erscheinungsbild von Falkenflügeln übernommen haben. Verstärkt wird dieser Eindruck durch die Anordnung der LEDs, die beidseitig in Längsrichtung, aber auch nach oben strahlen - hier spricht man von Hawkeye-Optik. Wichtiger als das Aussehen ist aber die Verarbeitung, an der es nichts zu kritisieren gibt. Die aus Aluminium bestehenden Heatspreader wirken massiv und sind fest mit dem PCB verbunden.

Die LEDs sprechen mit ASUS und Gigabyte

Nur der Einsatz von LEDs reicht Anfang 2018 nicht mehr aus, um Gamer und andere Nutzer anzusprechen. Denn in Zeiten von mehr oder minder komplexen Beleuchtungssystemen, die Tastatur, Maus und Co. einschließen, muss auch Arbeitsspeicher berücksichtigt werden. Entsprechend arbeitet T-Force Night Hawk RGB nicht nur mit dem hauseigenen T-Force Blitz zusammen, sondern auch mit ASUS Aura und Gigabyte RGB Fusion. Entsprechende Komponenten vorausgesetzt leuchten und blinken die Speicherriegel dann im Takt mit.

Nach dem Einsetzen leuchten die LEDs in einem Regentropfen-Effekt der zeigt, wie großflächig die Beleuchtung ausfällt. Sieht man von einer Unterbrechung in der Mitte der DIMMs ab, decken die LEDs nahezu die gesamte Länge ab. Von der Oberkante bis zu den Pins fällt die Fläche geringer, was in einem Tower-Gehäuse aber keinen Nachteil darstellt. Die Helligkeit ist insgesamt mehr als ausreichend, die Farbintensität gut.

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Wer den T-Force Night Hawk RGB nicht auf einem Mainboard von ASUS oder Gigabyte, bzw. ohne Unterstützung von Aura und RGB Fusion nutzt, kann die RGB-LEDs über die Team-Group-eigene Software steuern. Dass es eine solche gibt, wird allerdings weder auf der Verpackung des Arbeitsspeichers, noch in der beiliegenden Kurzanleitung erwähnt. Lediglich auf der Produktseite wird T-Force Blitz erwähnt. Zum Zeitpunkt des Tests (Anfang März) stand Version 1.00.16 zur Verfügung.

Der Aufbau der Software selbst ist selbsterklärend. In der linken Spalte werden die verschiedenen Effekte aufgelistet, das restliche Fenster nehmen die jeweiligen Anpassungsmöglichkeiten ein. Dazu gehören - je nach Verfügbarkeit - unter anderem Farbe, Geschwindigkeit und Richtung. Selbst das individuelle Ansteuern der einzelnen LED-Regionen eines DIMMs ist möglich. Die jeweiligen Anpassungen gehen schnell von der Hand und lassen sich per Knopfdruck aktivieren. Das Ergebnis - die Übernahme der Einstellungen durch die DIMMs - erfolgt innerhalb von etwa einer Sekunde.

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Auffällig ist die Ähnlichkeit von T-Force Blitz gegenüber ASUS' Aura-Steuerung. So tragen die einzelnen Effekte nicht nur die gleichen Namen, auch die LEDs das Mainboards lassen sich darüber steuern. Und wer die G.Skill-Software kennt, wird sich ebenfalls wie zuhause fühlen.

Dennoch ist der Einsatz der Aura-Software - falls möglich - die bessere Wahl. Das Programm ist nicht nur optisch ansprechender, sondern hinterlässt derzeit im direkten Vergleich den ausgereifteren Eindruck. Bedacht werden muss dabei, dass auch bei den T-Force Night Hawk RGB jeweils nur eine Software zum Steuern installiert sein sollte.

Probleme mit dem Auslesen der RAM-Daten bei gleichzeitig geöffneter Steuer-Software gab es im Test nicht.


Für die Leistungsmessungen wurde das neue RAM-/SSD-Testsystem genutzt, das seine Premiere mit dem Test der Plextor M9Pe feierte:

Die verwendete Software im Einzelnen:

Getestet wurden die Modell mit den von Intel üblicherweise genannten Standardtaktungen 2.133 und 2.666 MHz, dem zertifizierten XMP-Takt (3.000 MHz) sowie den darüber liegenden und stabil zu nutzenden Taktraten.

In den Modulen hinterlegt Team Group neben dem XMP-2.0-Profil auch drei JEDEC-Profile. Alle drei betreiben die Speicher mit 1.066 MHz (DDR4-2133) und einer VDIMM-Spannung von 1,2 V, einen Unterschied gibt es lediglich bei den Timings; die CAS Latency liegt bei 16, 18 und 19. Das XMP-2.0-Profil sieht hingegen 1.500 MHz (DDR4-3000) bei 1,35 V vor, die Timings sind mit 16-18-18-38 hinterlegt.

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Mehr als 1.600 MHz (DDR4-3200) konnte mit dem T-Force Night Hawk RGB im Test nicht erreicht werden. Auch eine stärkere Anpassung der Timings konnte die Speicherriegel nicht zu höheren Taktraten bewegen, 17-18-18-36 waren die Grenze. Eine Überraschung ist das nicht. Denn die von SK Hynix bezogenen Chips stehen nicht in dem Ruf, deutlich über der beworbenen Geschwindigkeit betrieben werden zu können. Die Wahl Samsungs als Lieferant wäre vermutlich mit einer etwas größeren Reserve verbunden gewesen, höchstwahrscheinlich aber auch mit einem höheren Preis einher gegangen.

SiSoft Sandra

Speicherbandbreite

GB/s

Cinebench 15 Multi-Thread

Punkte

7-Zip

MIPS

AIDA64 (5.90.4247)

Lesedurchsatz

MB/s

AIDA64 (5.90.4247)

Schreibdurchsatz

MB/s

AIDA64 (5.90.4247)

Kopierdurchsatz

MB/s

Far Cry Primal

1.920 x 1.080, Preset Niedrig

159 XX


129 XX


159 XX


124 XX


159 XX


129 XX


155 XX


124 XX


151 XX


120 XX


fps
Average/Min

Dass der Betrieb am äußersten Limit aber gar nicht nötig ist, um mehr Leistung abzurufen, zeigt Team Group mit dem T-Force Night Hawk RGB unübersehbar. Ausgehend vom Intel-Standard - DDR4-2666 - reicht schon die Aktivierung des XMP-Profils, um die Performance teils ein gutes Stück zu steigern. So attestiert AIDA64 beim Sprung von DDR4-2666 auf DDR4-3000 ein Plus von 11 bis 12 %, die Speicherbandbreite steigt laut SiSoft Sandra gar um 17 %. Und selbst in einigen Spielen ist ein Effekt klar messbar. Spielt der Speicher im jeweiligen Titel eine wichtige Rolle, kann man sich zumindest über ein kleines Leistungswachstum freuen. Das weitere Erhöhen des Taktes in Verbindung mit minimal schlechteren Timings mündet hingegen in kleineren Sprüngen - teilweise sinkt die Leistung auch. In 7-Zip macht der Betrieb mit DDR4-3200 im Vergleich zu DDR4-3000 nur noch ein Plus von gut 1 % aus, in AIDA64 sind es 5 bis 7 % mehr.


Beschränkt man sich rein auf die Leistung, bietet Team Group mit dem T-Force Night Hawk RGB das Versprochene und sogar noch ein wenig mehr. Das SPD ist sauber programmiert, das per simplem Mausklick im BIOS aktivierbare XMP-Profil sorgt im Vergleich zum Standardtakt für einen Leistungsschub. Mit 16-18-18-36 fallen die Timings hier fast schon wie gewohnt aus, ein Alleinstellungsmerkmal wird diesbezüglich nicht geboten. Und auch das im Test erreichbare Limit liegt im Bereich dessen, was üblicherweise möglich ist.

Die Frage ist deshalb, ob der Speicher sich deshalb an anderer Stelle absetzen kann. Unbestreitbar ist, dass die Riegel durch den extravagant geformten Heatspreader auffallen. Das sorgt selbst bei abgeschalteten LEDs für Hingucker, bei eingeschalteter Beleuchtung wird dieser Effekt noch verstärkt. Grund hierfür ist vor allem die klare Trennung der drei Richtungen, in die die LEDs leuchten (Vorder- und Rückseite, Oberkante). Allerdings gibt es diesbezüglich zahlreiche Varianten, die fast jeden Geschmack abdecken.

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Deshalb könnte am Ende ausschlaggebend sein, dass die RGB-LEDs ausreichend hell sind und auch durch getöntes Glas zu erkennen sind und Farben gut dargestellt werden. Farbwechsel erfolgen gleichmäßig und nicht ruckartig, die Ausleuchtung ist sehr gleichmäßig. Wer ein kompatibles ASUS- oder Gigabyte-Mainboard nutzt, kann die Speicherriegel problemlos in sein bestehendes Beleuchtungskonzept einbinden. Einen kleinen Minuspunkt verdient Team Group für den fehlenden Hinweis auf die eigene Software, die insgesamt aber auch nur die zweite Wahl sein sollte.

Deshalb dürfte der Team Group T-Force Night Hawk RGB DDR4-3000 vor allem für Nutzer eines ASUS- oder Gigabyte-Mainboards im Zusammenspiel mit einem Intel- oder AMD-Prozessor interessant sein. Handelt es sich um ein Raven-Ridge-System, sollte der Griff jedoch zu schnellerem RAM erfolgen. Für die neuen APUs gibt AMD zwar nur DDR4-2933 vor, vor allem die integrierte GPU profitiert von schnellerem Speicher.

Der Aufschlag, den Team Group für Design und RGB-LEDs verlangt, fällt moderat aus - wenn man sich an der Konkurrenz orientiert. Im Handel müssen für das getestete 16-GB-Kit rund 200 Euro gezahlt werden. Wer auf Beleuchtung verzichten kann, spart allerdings kaum: Für weniger als 185 Euro ist Arbeitsspeicher mit vergleichbaren Leistungsdaten nicht zu haben.

Insgesamt bietet der Team Group T-Force Night Hawk RGB DDR4-3000 das, was versprochen wird und noch ein wenig mehr.

Positive Aspekte des Team Group T-Force Night Hawk RGB DDR4-3000 (16 GB):

Negative Aspekte des Team Group T-Force Night Hawk RGB DDR4-3000 (16 GB):

Preise und Verfügbarkeit
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