Kingston HyperX Predator DDR4-3333 16 GB im Test

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In den vergangenen Wochen haben wir einige Speichermodule getestet, unter anderem die schnellen G.Skill Flare für AMDs Ryzen-Prozessoren oder Corsairs Dominator Platinum für Intels Skylake-X. Heute haben wir die nominell schnellsten Speichermodule im Test: Aus Kingstons HyperX Predator-Serie liegt uns ein Dual-Channel-Kit mit 3.333 MHz Taktfrequenz vor. Somit richtet es sich in erster Linie an Leser mit Z270-Plattform oder Ryzen-CPU. Wir jagen es durch unseren Testparcours.

Als Dual-Channel-Speicherkit ist das Predator-Kit natürlich in erster Linie für Intels Z270-Chipsatz gemacht. Unter anderem besitzt es auch ein XMP-2.0-Profil, also lässt es sich in entsprechenden Mainboards auch für einen Laien sehr einfach übertakten. Nichts desto trotz könnte man das Kit auch mit AMDs Ryzen einsetzen, denn es handelt sich um ein sogenanntes Single-Rank-Speicherkit, welches notwendig ist, um auch mit AMDs Prozessor hohe Taktraten für den Speichertakt zu erhalten.

Bei Intels Core-i7-Prozessoren auf Basis des Sockel 1151 hatten wir aber bereits vor kurzem mit dem Corsair Vengeance RGB-Speicherkit das Problem, dass unser Core i7-7700K bereits bei knapp 3.466 MHz Speichertakt ausstieg. Die Speichermodule wären offensichtlich in der Lage gewesen, noch mehr zu erreichen - doch nicht nur die Speichermodule müssen sich hoch takten lassen, auch der Speichercontroller in der CPU muss die Frequenz schaffen. Mit den 3.333 MHz schnellen Kingston-Modulen liegt man also schon recht nah an so einer Grenze. In diesem Test haben wir deshalb einen Core i5-7600K verwendet, der etwas bessere Werte für den Speichercontroller mitbringt.

Wie es sich für ein High-End-Speicherkit gehört, machen die Module natürlich auch optisch etwas her:

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Die HyperX-Speichermodule verpackt Kingston in einem hochwertigen Aluminium-Heatspreader, deren Seiten an der Stirn ineinandergreifen. Wie immer ist dieser natürlich eher optischer Natur und hat eher einen geringeren Kühlungseffekt. Unter den Heatspreadern verstecken sich Samsung B-Die-Chips, jeweils acht pro Modul. Die andere Seite wurde mit einem Pad bestückt, um den Heatspreader aufliegen zu lassen.

Bei einem Blick auf die Spezifikationen und das SPD-EEPROM werden alle technischen Spezifikationen sichtbar:

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Sämtliche Spezifikationen des Moduls haben wir in der folgenden Tabelle aufgelistet:

Kingston HyperX Predator DDR4-3333 16 GB
Produktcode HX433C16PB3K2/16
Preisvergleich ab 180 Euro
Frequenz
3.333 MHz
Kitgröße 16 GB (2x 8 GB)
Timings 16-18-18-36
Spannung 1,35 V
XMP Version 2.0
Speicherchips Samsung B-Die
Garantie Limited Lifetime

Die Timings betragen bei 3.333 MHz insgesamt 16-18-18-36, die Command Rate stellt Kingston aus Sicherheit erst einmal auf 2t. Die Module erreichen den hohen Takt natürlich nur aufgrund von zwei Eigenschaften: Zum einen werden die Samsung B-Die als ICs verwendet, die wir auch schon auf vielen anderen High-End-Speicherchips gesehen haben, zum anderen verwendet Kingston ein recht teures 8-Layer-PCB, um die Signalqualität zu verbessern.

Neben dem XMP-Profil befinden sich im SPD-EEPROM auch Fallback-Frequenzen, sodass es keine Probleme geben sollte, die Kits in diversen Mainboards zu booten. Probleme tauchten bei uns im Test nicht auf. Auffällig war auch beim späteren Übertakten, dass die RAS-to-CAS-Zeit immer minimal über der CAS-Latency liegen musste, damit die Module auch übertaktet noch stabil liefen. Im Standardbetrieb laufen die Kits auf 1,2V, mit XMP oder bei Übertaktung lassen sich 1,35V innerhalb der beschränkten lebenslangen Garantie einstellen.


Die Speichermodule haben wir - da für Dual-Channel ausgerichtet - auf einem Z270-Mainboard getestet. Hinzu kam natürlich ein Core i5-7600K, wobei wir auf diese CPU setzten, da der schnellere Core i7-7700K in unseren Tests bei einem geringeren Speichertakt bereits Probleme machte. Da die Grundtaktfrequenz von den Predator-Modulen bereits bei 3.333 MHz liegt, war es uns wichtiger, einen möglichst hohen Speichertakt erreichen zu können.

Das Testsystem sieht folgendermaßen aus:

Bei unserem Test gehen wir wie immer wie folgt vor: Zunächst messen wir, welchen maximalen Takt die Module erreichen. Bei Intel- und auch bei AMD-Prozessoren hat sich in der Vergangenheit herausgestellt, dass die Taktfrequenz einen größeren Einfluss auf die Performance hat als die Speichertimings. Da Kingston bereits 1,35 V Spannung für die Module vorsieht, haben wir die Spannung für diese Tests auch noch leicht angehoben.

Maximal erreichten wir jedoch 3.600 MHz - egal ob mit 1,35 V, 1,45 V oder testweise mit 1,5 V und höheren Referenz- und Termination-Spannungen. Das lässt darauf schließen, dass das Limit in unserem Fall wieder einmal die CPU ist. So konnten wir 3.600 MHz mit guten CL17 und 1t Command Rate mit 1.35V laufen lassen, darüber hinaus lief das System aber nicht mehr stabil.

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Zum Vergleich haben wir auch noch die vom Modul vorgegebenen XMP-Settings bei 3.333 MHz durchgetestet (CL16 aber mit 2t Command Rate), aber wir haben bei 3.333 MHz auch noch manuelle Timings gesetzt. Hier erreichten die Module sehr schnelle CL15-17-17-35 mit 1t Command Rate. Zum Vergleich haben wir in die Benchmarks auch noch die von Intel vorgesehenen Standard-Frequenzen (2.400 MHz, 2t Command Rate) mit aufgenommen.

Sisoft Sandra Memory

Bandbreite in MB/s

MB/s
Mehr ist besser

Cinebench 15

Multi-CPU

Cinebench-Punkte
Mehr ist besser

7-Zip

Integrierter Benchmark

MIPS
Mehr ist besser

FarCry Primal

1920x1080 - Min und Avg fps

Frames pro Sekunde
Mehr ist besser

Wie man sehen kann, sind die Module schon im ausgelieferten Zustand superschnell: fast 30% mehr Bandbreite als von Intel vorgesehen bringen sie mit. Mit einer 1t Command Rate und manuellen Timings lassen sich aber noch einmal ein paar Prozent Performance herausholen. Mit 3.600 Mhz ist das System dann sogar mit einer um 38% schnelleren Bandbreite ausgestattet, was sich je nach Benchmark in 1,1% bis 12,5% besseren Performance auswirkt.


In unserem Test holte das Kingston-Kit das Maximum aus dem System: Das ist eigentlich genau das, was man von einem Speicherkit erwartet, denn letztendlich sollte nicht der Speicher limitieren, sondern ein anderer Faktor im System. Bei uns war es wohl die CPU, die mit mehr als 3.600 MHz nicht mehr stabil arbeiten wollte. Für die Kingston HyperX Predator DDR4-3333 war das aber noch keine Grenze, um alle Viere von sich zu strecken. So hätten wir wohl noch um einiges weiter übertakten können, wenn wir mit einer selektierten CPU noch etwas länger getestet hätten.

Effektiv wird es den meisten unserer Leser genauso gehen: Die CPU hat ein bestimmtes Limit, und das versucht man mit den Speichermodulen zu erreichen. 3.600 MHz sind dabei schon ein extremer Takt, immerhin 50% oberhalb der von Intel spezifizierten Taktrate. Das wir in unserem Test dann mit guten Timings knapp 38% mehr Bandbreite und eine teilweise rund 12,5% bessere Performance messen konnten, zeigt, dass Overclocking-Speicher doch eine Auswirkung auf die Performance hat.

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Bei einem Blick auf unseren Preisvergleich finden wir diverse DDR4-3333-Module im Preisbereich ab 160 Euro. Aufgrund der bereits hohen Frequenz haben die meisten auch Timings von CL16 aufwärts. In sofern sind die Kingston HyperX Predator genau in dem Preisbereich, in dem sie sein sollten. Im Vergleich zu Standard-DDR4, den es mit schickem Heatspreader auch schon ab ca. 120-130 Euro gibt, muss man zwar noch einmal ungefähr 50 Euro drauflegen, bekommt dafür aber ein sehr gut verarbeitetes, gut programmiertes und sehr gut übertaktbares Speicherkit.

Positive Aspekte des Kingston HyperX Predator DDR4-3333 16 GB:

Negative Aspekte des Kingston HyperX Predator DDR4-3333 16 GB:

Wir zücken aufgrund der gezeigten Leistung und des Preises unseren Preis-Leistungs-Award: