Günstiger RAM: GoodRAM Iridium IRDM DDR-2400 16 GB im Test

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Normalerweise testen wir auf Hardwareluxx die High-End-Speicherkits mit höchster Taktfrequenz und besten Timings. Für viele Leser ist aber sicherlich auch interessant, was an Budget-Lösungen am Markt verfügbar ist - sei es für ein günstiges Zweitsystem oder den PC, der nicht übertaktet werden soll. Scrollt man in unserem Preisvergleich dann ein wenig nach den günstigsten Speichermodulen, findet man den neuen polnischen Hersteller GoodRAM. Wir haben uns ein Kit des Herstellers zum Testen zusenden lassen.

Wenn es nicht darum geht, Taktrekorde zu brechen, reicht sowohl für ein Intel- wie auch für ein AMD-System ein DDR4-Kit mit ordentlicher Taktfrequenz. Das uns vorliegende GoodRAM IR-R2400D464L15S/16GDC Kit kommt aus der Iridium-Serie (IRDM) und besitzt eine Taktfreuenz von 2.400 MHz. Wie wir schon gezeigt haben, können die Speichercontroller von Ryzen und Core i7 zwar deutlich mehr und profitieren auch davon, aber vielleicht können wir aus dem GoodRAM-Kit ja auch noch einiges herausholen.

Wir testen ein Dual-Channel-Kit bestehend aus zwei 8-GB-Modulen, also mit einer Gesamtkapazität von 16 GB. Die Timings gibt GoodRAM mit 15-15-15 an und es handelt sich um Single-Rank-Module, was insbesondere für Ryzen und hohe Taktfrequenzen interessant ist. Sowohl bei AMDs Ryzen-Prozessor wie auch bei Intels Core i7 performen Dual-Rank-Speichermodule aber nicht übertaktet besser. Sie besitzen mehr Speicherchips und können diese durch Bank Interleaving besser adressieren - bei höheren Taktfrequenzen kann dies aber problematisch sein.

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Die Speichermodule, die in Polen assembliert wurden, laufen mit der Standardspannung für DDR4 bei 2.400 MHz von 1,2 V. Entsprechend haben wir hier typische für Intel- und AMD-Prozessoren geeignete und nach JEDEC-Spezifikation produzierte Speicherkits. Und genau das zeigt auch das SPD-EEPROM, das GoodRAM sehr konservativ programmiert hat. Probleme mit dem Booten in diversen Mainboards konnten nicht festgestellt werden und sind auch aufgrund der Programmierung unwahrscheinlich:

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Interessant ist hierbei, dass auch die Command Rate mit 2t und die Cycle Time (tRAS) relativ langsam voreingestellt sind. Hier existieren also massig Möglichkeiten, die Module noch etwas auf Trab zu bringen.

Sämtliche Spezifikationen haben wir in der Tabelle zusammengefasst:

GoodRAM Iridium DDR4-2400
Produktcode IR-R2400D464L15S/16GDC
Frequenz 2.400 MHz
Kitgröße 16 GB (2x 8 GB)
Timings 15-15-15
Spannung 1,2 V
XMP nicht enthalten
Speicherchips nicht angegeben
Garantie Limited Lifetime

Natürlich haben wir es nicht bei 2.400 MHz und 15-15-15-39-2t belassen, sondern das Modul entsprechend übertaktet. Das zeigen wir auf der nächsten Seite.


Für die GoodRAM-Kits haben wir auf ein typisches Setup gesetzt, in denen sie zum Einsatz kommen könnten. Wir wählen also ein aktuelles Z270-Setup mit einem Core i7, und testen somit im Dual-Channel-Betrieb. Folgende Hardware kam zum Einsatz:

Wir haben vier verschiedene Situationen getestet: Zunächst einmal natürlich die Standardperformance der Kits mit 2.400 MHz und 15-15-15-39 sowie 2t Command Rate bei 1,2 V Spannung. So wurden sie spezifiziert, also haben wir sie so auch entsprechend getestet. Unsere Leser werden jedoch gerne auch einmal etwas anderes einstellen, deshalb haben wir auch folgende weitere Messwerte genommen: Zum einen die maximal erreichbaren Timings mit 1,2 V auf 2.400 MHz, wobei wir 13-13-13-36 mit 1t erreichten, weiterhin den höchstmöglichen Takt mit 1,2 V Spannung, wo wir 2.800 MHz mit 16-16-16-38 und 1t Command Rate erreichten und zuletzt den maximalen Takt mit 1,35V Spannung, wo wir sehr gute 3.000 MHz mit 15-18-18-36 und 1t Command Rate erreichten.

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Somit konnten wir die Module deutlich beschleunigen und erreichten eine knapp 20 % höhere Taktrate bei sehr guten Timings. 1,35V Spannung sind dabei zwar eine Erhöhung, die GoodRAM nicht mit der Garantie abdeckt, aber für die Speichermodule in der Regel kein Problem, da auch viele XMP-Profile entsprechende Einträge besitzen. Aber auch die anderen Taktungen erwiesen sich als deutlich schneller als der Standardbetrieb, wobei hier insbesondere die Command Rate natürlich einen Einfluss hatte.

In den Benchmarks zeigen sich folgende Leistungswerte:

Sisoft Sandra Memory

Bandbreite in MB/s

MB/s
Mehr ist besser

Cinebench 15

Multi-CPU

Cinebench-Punkte
Mehr ist besser

7-Zip

Integrierter Benchmark

MIPS
Mehr ist besser

FarCry Primal

1920x1080 - Min und Avg fps

Frames pro Sekunde
Mehr ist besser

Natürlich gibt es den größten Ausschlag wieder einmal in Sisoft Sandra - das ist aufgrund der Tatsache, dass der Bandbreitentest eben am besten mit der Bandbreite skaliert - natürlich kein Wunder. Umgekehrt verwundert es auch nicht, dass bei Cinebench, einem reinen CPU-intensiven Benchmark, die geringsten Unterschiede bestehen. Eine ordentliche Verbesserung können wir hingegen bei 7-Zip und auch bei Far Cry Primal sehen. Hier wirken sich die Timings um immerhin knapp 2-4% aus.


Manchmal muss es halt nicht das teure 500-Euro-Speicherkit sein, sondern es ist bei einem Blick aufs Budget gerade sinnvoll, sich ein Speicherkit auszusuchen, das durch eine gute Qualität trotzdem eine solide Performance bieten kann. GoodRAM als Marke wird vielen nicht ein Begriff sein, die Marke von Wilk Elektronik aus Polen zeigt jedoch, dass man auch in Europa gute Speicherriegel zu einem vernünftigen Preis bauen kann. Qualitativ konnten wir keine Mängel finden, sowohl die Verarbeitung wie auch die Programmierung der Module sind einwandfrei.

Wer aufgrund eines eng geschnittenen Budgets ein 16-GB-Kit kaufen will, der erhält mit GoodRAMs Iridium-Serie ein Speicherkit, welches mit einem netten Aluminium-Heatspreader in diversen farblichen Variationen ausgestattet ist und sich zumindest in unserem Test auch ganz gut übertakten lässt. Für DDR4-2800 oder DDR4-3000 zahlt man schon ein paar Euro mehr am Markt, das Performanceplus kann man durch die Übertaktung selber herausholen. Im Standardtakt sollte man die GoodRAM-Module nicht betreiben, denn aufgrund der konservativen Programmierung fährt das System sonst nur mit relativ entspannten Timings und 2t Command Rate.

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Am Markt muss sich GoodRAM aber erst noch behaupten. In Deutschland ist die Marke nur bei einigen wenigen Retailern verfügbar. Gegenüber anderen günstigen Marken und auch gegenüber den Einstiegsserien von Corsair (Vengeance), Patriot (Viper) und G.Skill (Flare und Ripjaws) hat man natürlich den Nachteil, dass der Bekanntheitsgrad noch recht niedrig ist. Technisch ist man aber nicht unterlegen.

Positive Aspekte des GoodRAM Iridium DDR4-2400 16-GB-Kits:

Negative Aspekte des GoodRAM Iridium DDR4-2400 16-GB-Kits:

Mit einer abschließenden Bewertung müssen wir noch etwas warten, denn unser Preisvergleich zeigt für die Iridium-Module noch keine Einträge an. Sollte das GoodRAM-Kit mit einem guten Preis in den Handel kommen, wäre durchaus eine Empfehlung auszusprechen. Wir fanden die Module bislang nur in einem polnischen Shop, mit umgerechneten 147 Euro wären sie im Vergleich zu den hiesigen Angeboten der Konkurrenz aber etwas zu teuer.

Preise und Verfügbarkeit
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