Vier Speicherkits mit 32 GB im Test

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32GB kleinDer Trend im Speichersegment der letzten Jahre ist klar zu erkennen: Die durchschnittlichen Taktraten stiegen seit dem Wechsel auf DDR3 eher moderat an, so begnügte sich z.B. Intels Sandy-Bridge-Plattform bereits mit 1333 MHz, beim Wechsel auf die Ivy-Bridge-Prozessoren wechselte man dann auf nur 1600 MHz - und dieser Wert ist immer noch der Standardtakt für aktuelle Haswell-Modelle. Im Gegensatz dazu stieg die Speicherkapazität im Laufe der Zeit, was auch den zwischendurch immer wieder stark gesunkenen Speicherpreisen zu verdanken war. So sind heute 8 oder 16 Gigabyte im heimischen Rechner ein Normalzustand. Als nächsten Schritt in der „Evolution“ schicken nun immer mehr Speicherhersteller neue 32 Gigabyte-Kits ins Rennen und müssen sich hierbei natürlich auch unserem Test stellen.

Für den aktuellen Vergleichstest erhielten wir von den Herstellern Corsair, G.Skill und Kingston insgesamt vier verschiedene Produkte. Dabei besitzen alle Kandidaten mit 1600 MHz den gleichen garantierten Speichertakt, bestehen aus vier Modulen mit jeweils 8 Gigabyte Kapazität und benötigen für den Betrieb 1,50 Volt Spannung. Bei den Latenzen hingegen trennen sich die Wege der Hersteller, G.Skill geht mit CL 7-8-8-24 an den Start, Kingston verwendet eine Einstellung von CL 9-9-9-27 und Corsair stellt sich mit CL 10-10-10-27 sehr passiv auf.

Die technischen Daten der Kits haben wir in den folgenden Tabellen aufgelistet:

Technische Daten
 Corsair Vengeance LPG.Skill TridentX
Produktbezeichnung CML32GX3M4A1600C10 F3-1600C7Q-32GTX
Speicheraufbau 4 Module mit je 8 Gigabyte 4 Module mit je 8 Gigabyte
Taktfrequenz/Timing 1600 MHz @ CL 10-10-10-27 1600 MHz @ CL 7-8-8-24
Spannung 1,50 Volt 1,50 Volt
Preis 266,25 € (Stand 20.08.2013) 300,08 € (Stand 20.08.2013)
Herstellerlink Corsair Vengeance LP G.Skill TridentX
Technische Daten
 Kingston HyperX GenesisKingston "10th Anniversary"
Produktbezeichnung KHX16C9K4/32X KHX16C9X3K4/32X
Speicheraufbau 4 Module mit je 8 Gigabyte 4 Module mit je 8 Gigabyte
Taktfrequenz/Timing 1600 MHz @ CL 9-9-9-27 1600 MHz @ CL 9-9-9-27
Spannung 1,50 Volt 1,50 Volt
Preis 275,95 € (Stand 20.08.2013) 270,89 € (Stand 20.08.2013)
Herstellerlink Kingston HyperX Genesis Kingston 10th Anniversary

Das zweitgünstigste Kit in diesem Round-up ist das „10th Anniversary“ Kit von Kingston, der HyperX-Bruder hingegen ordnet sich ein ganzes Stück darüber ein – vermutlich eine durch die Verfügbarkeit verursachte Differenz. Der Speicher von Corsair liegt an erster Stelle, G.Skill ruft den mit etwas Abstand höchsten Preis im Test auf, bietet dafür aber auch die von Haus aus besseren Spezifikationen.

Die beiden Kandidaten von Kingston sind von den technischen Eigenschaften her als gleichwertig anzusehen, die 10th-Anniversary-Edition besitzt als Besonderheit einen anders eingefärbten Heatspreader, weswegen zwar beide Kits getestet wurden, aber im Folgenden gemeinsam abgehandelt werden.


Bevor wir mit dem eigentlichen Test beginnen, soll hier aber erst einmal die Chance genutzt werden, um eine wohl bei vielen Usern aufkommende Frage zu beantworten „Wann und wofür brauche ich einen solchen Speicherausbau überhaupt?“

Die häufig verbreiteten Speicherausbaustufen von 8 und 16 Gigabyte sind in den meisten Alltagssituationen nicht mal ansatzweise ausgelastet. Normale Programme wie Office-Anwendungen, Video-Player, Browser und Messenger wuchsen zwar mit der Zeit auch hinsichtlich ihres Speicherbedarfs, allerdings nicht im selben Maße wie der Speicherausbau.

So hat z.B. ein System mit Windows 7 Home samt geöffnetem Word, Browser, zwei Messengern und verschiedenen Dienstprogrammen wie Virenscanner, Dropbox und Co. eine Speicherauslastung von rund einem Gigabyte. Nimmt man noch Programme wie einen HD-Videoplayer hinzu, öffnet mehrere Tabs im Browser und arbeitet parallel in mehreren Dokumenten, so erhöht sich der Speicherverbrauch zwar weiter, erreicht dabei jedoch nur selten vier Gigabyte. Wer sich also mit solchen Situationen identifizieren kann und nicht darüber hinausgeht, der wird auch mit 4-8 Gigabyte in Zukunft gut weiterfahren.

Etwas anders sieht die Situation für die Gamer unter unseren Usern aus. Hier gibt es einige Spiele, die sich im Speicher ausbreiten können, in unserem Test zeigte z.B. ein gemoddetes Gothic 3 eine Ausnutzung von über 3 Gigabyte an, womit das Gesamtsystem auch gerne mal über vier Gigabyte belegen dürfte. Damit ist man aber auch relativ einsam an der Spitze im Gamingsegment - und das trotz des hohen Alters. Viele auch topaktuelle Spiele begnügen sich mit einem Wert um die 1-1,5 Gigabyte. Ursache sind hier die veralteten "aktuellen" Konsolen, welche beim Speicherausbau stark beschnitten sind und die Hersteller kräftig zum Optimieren zwingen. Diese Optimierung wird dann bei der Portierung auf den PC beibehalten, der Gesamtbedarf steigt zwar etwas durch größere Texturpakete und den auf dem PC schlechteren Optimierungsgrad, allerdings nie in Bereiche, in denen es für Nutzer von 8 Gigabyte bedrohlich wird.

Diese Ausgangslage wird sich aller Wahrscheinlichkeit nach aber in sehr naher Zukunft ändern, haben doch die beiden Konsolengiganten Microsoft und Sony ihre neue Konsolen schon vorgestellt und bieten diese pünktlich zum Weihnachtsgeschäft an. Beiden gemein ist der auf 8 Gigabyte angestiegene Speicherausbau, es bedarf also wenig Fantasie, um vorauszusehen, dass sich die Spiele der nächsten Generationen beim Speicherbedarf etwas großzügiger zeigen werden. Gamer mit 8 Gigabyte können sich hier also auf einen Wechsel einstellen, ob auch Systeme mit 16 Gigabyte in Bedrängnis geraten, muss die Entwicklung zeigen.

Bis jetzt hatten wir also eher Fälle, wo solche Kits weniger gefragt sind oder noch nicht ganz klar ist, ob der Bedarf in diesem Maß ansteigen wird. Müssten wir schätzen, so würden sicher ~90 Prozent aller User unter diese Kategorien fallen. Aber schon der Preis der Speicherkits zeigte, dass sich man sich hier eher an die Poweruser und den professionellen Bereich richtet, was wir auf den nächsten Seiten etwas näher beleuchten werden.


Wo also sind Anwendungen/Anwender zu finden, die mit einem Ausbau auf 32 Gigabyte glücklich werden könnten? Nun dazu bietet sich als Erstes der Blick auf den gesteigerten Hobby-/(semi-) professionellen Bereich der Foto- und Videobearbeitung an. Auch Stichworte wie Virtualisierung, CAD/FEM-Berechnungen und Ramdisk hört man in diesem Zusammenhang immer wieder. Der professionelle IT-Bereich bietet darüber hinaus sicher noch mehr Anwendung, welche sogar mehr als 32 Gigabyte fordern, sollen in dieser Betrachtung aber vernachlässigt werden.

Aus dem Bereich der Fotobearbeitung betrachten wir beispielhaft das Programm Photoshop. Photoshop zeigt sich im Speicherverbrauch äußerst großzügig, gerade Nutzer, die viele Bilder parallel in der Ablage liegen haben, eine hohe Anzahl gespeicherter Zwischenschritte nutzen oder auch ein Panorama berechnen lassen, wissen, dass Photoshop hier auch schon einmal den gesamten Speicher belegt. In unserem Beispiel haben wir ein Panorama aus ~40 Bildern einer Canon 1100D mit 12,2 Megapixeln im Rohdatenformat automatisch zusammensetzen lassen.

Photoshop_Screen
Screenshot des Speicherbedarfs von Photoshop

Auch ohne weitere Bearbeitung vor dem Zusammensetzen und damit verbunden gespeicherten Zwischenschritten erzeugt Photoshop hier eine Auslastung von rund 14 Gigabyte. Modernere Kameras besitzen mehr Megapixel, wodurch die Werte noch weiter ansteigen würde.

Im Videobereich war der Speicher schon immer ein Knackpunkt, welcher die Leistung stark einschränken kann. Mit der Einführung von Blu-ray und HD-Material hat sich die Situation noch einmal zugespitzt. In unserem Beispiel bedienen wir uns des Programms Encore von Adobe zur reinen Umwandlung eines vorher schon geschnittenen FullHD-Videos. Die Umwandlung der insgesamt 4 Stunden Videomaterial in das für Blu-ray-Player gängige Format braucht dabei nicht nur einiges an Rechenpower, sondern legt sich auch mit knapp über 16 Gigabyte in unseren Speicher:

Videobearbeitungs_Screen
Screenshot des Speicherbedarfs von Adobe Encore bei der Videoumwandlung


Virtualisierung ist im Heimbereich ein noch relativ junger Trend, erfreut sich aber wachsender Beliebtheit. Sei es die Emulation von alten Betriebssystemen, um geliebte Spieleklassiker wieder aufleben zu lassen, die Schaffung einer abgeschotteten, sicheren Arbeitsumgebung oder auch schlicht zu Testzwecken eines selbst erzeugten Programmes auf verschiedenen Betriebssystemen, die Anwendungsmöglichkeiten für Virtualisierungen sind vielfältig. Jede gestartete Ebene benötigt hier ihre eigenen Hardwareressourcen, was sich vor allem beim Speicher schnell bemerkbar macht. Das Motto „Viel hilft viel“ kann hier als treffend angesehen werden, gerade wenn mehrere Ebenen parallel arbeiten sollen.

Virtu_Screen
Virtualisierung am Beispiel von Virtual PC mit Windows XP. Parallel laufende Umgebungen und emulierte 64-Bit-Betriebssystem erhöhen den Bedarf noch einmal deutlich

Bei CAD/FEM-Berechnungen steigt der Speicherbedarf mit der Größe des Projektes. Braucht ein FEM-Programm mit rund 100 Knoten und simpler Bauteilgeometrie noch knapp 11 Megabyte an Speicher für den einfachen Durchlauf, sind es bei 31.000 Knoten schon 603 Megabyte. Wächst die Komplexität der Baugruppe/des Bauteils, wächst automatisch auch die Anzahl der benötigten Knoten und es werden schnell Größenordnungen von einigen Gigabyte für die Berechnung erreicht. Im Beispiel wurde eine einfache Trapezgeometrie mit ~500.000 Elementen erzeugt, mit 3 Lagerstellen versehen und an 7 Punkten mit Kräften belastet. Die Anzahl der Elemente für die im Beispiel angewendete Geometrie ist sicherlich übertrieben, dient hier aber lediglich als schnell erstellte Rechengrundlage:

FEM_Screen
Screenshot des Speicherbedarfs von HyperMesh

Als letzten Punkt nehmen wir uns die Ramdisks vor. Hierbei werden Teile des Arbeitsspeichers reserviert und dem System als temporärer Datenträger zur Verfügung gestellt. Bedingt durch die Geschwindigkeit und Anbindung ist diese Lösung sehr viel schneller als SSDs, was den Arbeitsablauf mit gewissen Programmen beschleunigen kann. Neben einigen anderen Besonderheiten hat eine Ramdisk den großen Nachteil, dass der zugewiesene Speicher natürlich für andere Anwendungen verloren geht und so einen großzügigen Ausbau voraussetzt.


Den Beginn der eigentlichen Speichervorstellung machen die Module von Corsair. Unser Sample entstammt der Vengeance-LP-Produktreihe, welche wir in verschiedenen Variationen schon öfters im Test hatten. Die Reihe zeichnet sich aus durch einen schmalen Heatspreader mit einer geringen Bauhöhe von nur 32 mm, weshalb Corsair hier mit LP auf ein „Low Profile“ hinweist, wenn auch echter Low-Profil-Speicher noch einmal kleiner wäre. Während in diesem Falle der Heatspreader schwarz ist, gibt es am Markt auch noch eine Variante in blauer Farbe. Beiden gemein ist die relativ schlichte Gestaltung mit einigen angedeuteten Kühlrippen und relativ kleinen beklebten Flächen, wodurch ein durchaus schöner, schlichter Kontrast zur teils sehr stark auftragenden Konkurrenz entsteht.

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Die Speicherprofile zeigen Gewohntes:

CorsairSPD
Die SPD-Profile des Corsair-Speichers

Alle wichtigen Werte sind im Speicher hinterlegt, als SPD-Programmierung für 1333 MHz dienen die üblichen zahmen CL 9-9-9-24. Für die Einstellung der maximalen Taktfrequenz wurde ein XMP-Profil hinterlegt, auf unserer Testplattform traten keine Probleme zutage. Rein auf dem Papier betrachtet, besitzt der Speicher die langsamsten vorgegebenen Timings in unserem Test, CL 10 sind bei der Taktfrequenz von 1600 MHz eine sehr defensive Strategie. Auf die Implementierung der Seriennummer verzichtet Corsair in diesem Fall.


Kandidat Nummer 2 ist das TridentX-Kit von G.Skill. Wie schon von anderen Vertretern der Reihe gewohnt, thront hier ein massiver rot-schwarzer Heatspreader auf einem schwarzen PCB. Am oberen Ende findet man einen spitz zulaufenden, roten Dreizack, welcher bei Bedarf über kleine Schrauben entfernt werden kann. Dadurch verringert sich die Bauhöhe um gute 14 mm von insgesamt 54 mm auf 40 mm, wodurch er immer noch größer ist als der Speicher von Corsair. Bei gewissen Board-Kühler-Kombinationen kann man so allerdings die notwendigen Millimeter gewinnen. Einhergehend sind damit jedoch gewisse optische Einbußen: Zurück bleibt nur noch der schwarze Anteil mit den relativ großen Aufklebern.

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Bei den Timings fährt G.Skill schwere Geschütze auf:

GSkillSPD
Die Profile des G.Skill-Speichers

Die Programmierung ist sauber hinterlegt, es existieren die üblichen SPD-Einträge bis 1333 MHz, für die maximale Taktfrequenz setzt man auch hier lieber auf die XMP-Profile. Die vorgegebenen Timings sind die schärfsten im Test, mit CL 7-8-8-24 liegt man zum Teil sogar etwas unter der Latenz, die wir in unseren Test als untere Grenze anfahren (CL 8-8-8-21, Erklärung im Leistungscheck). Kleiner Schönheitsfehler an dieser Stelle ist die Command Rate von 2T, wer mit solchen straffen Settings an den Start geht, sollte die 1T-Einstellung nicht scheuen.


 „Last but not least“ folgen die beiden Kits von Kingston. Beide laufen unter der Familienbezeichnung HyperX beim Hersteller vom Band, wobei das normale Sample dem Genesis-Zweig angehört und das andere Sample eine Special-Edition zum 10ten Geburtstag ist. So setzt der reguläre Speicher auf den typischen blauen Heatspreader mit silbernen Akzenten, wohingegen die Sonderedition hier mit einem komplett silberfarbigen Auftritt glänzen kann. Die Ausführung der Schriftzüge wurde deutlich ins Zentrum gerückt und markiert damit einen etwas kraftvolleren Hinweis auf die Familienzugehörigkeit. Von der Bauhöhe sind beide Speicher identisch, mit 32 mm dürften sie wohl nur in den wenigsten Systemen für Platzprobleme sorgen.

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2 Speicher, 2 Profile, 1 Bild:

KingstonSPD
Die Profile des Kingston-Speichers

Es zeigt sich vom grundsätzlichen Aufbau kein anderes Bild als bei der Konkurrenz: Das SPD wurde sauber programmiert für die Grundwerte, ein XMP-Profil befördert die Speicher auf Maximaltakt. Die Timings von CL 9-9-9-27 liegen ziemlich genau im Mittelfeld des Testfeldes. Erfreulich ist die Tatsache, dass Kingston eine Command Rate von 1T vorgibt, eine leider nicht sehr oft gesehene Ausnahme am Speichermarkt. Unterschiede in der Programmierung zwischen beiden Samples sind hier nicht ersichtlich. Zugegeben, das stimmt nicht 100%ig, da Kingston als einziger Hersteller im Test die Seriennummer ins SPD einträgt und diese ist natürlich unterschiedlich.


 Die Leistungstest finden auf unserer üblichen Testplattform statt:

Das System besitzt eine saubere Installation mit allen notwendigen Updates und ohne Hintergrundprogramme wie Virenscanner und Ähnlichem.

Die Grundlage für die Tests liefern die erreichten Übertaktungsergebnisse:

Bestwerte Übertaktung
TaktstufeCorsair Vengeance LPG.Skill TridentXKingston HyperX
1600 MHz CL 9-9-9-24  1T bei 1,65 V CL 8-8-8-21 1T bei 1,50 V CL 8-9-8-22 1T bei 1,65 V
1866 MHz CL 11-12-12-34 1T bei 1,65 V nicht erreicht CL 9-10-10-25 1T bei 1,65 V

Bevor wir hier zur Beurteilung der Ergebnisse kommen, ist eine Anmerkung notwendig: Die Kits sind sowohl von der Anzahl der Module her als auch von der Speichergröße der Maximalwert für Intels  Ivy-Bridge-Plattform. Der interne Speichercontroller arbeitet hier also schon an seinem Limit, was die reine Bereitstellung des Speichers angeht, wodurch sich Instabilitäten des Speichers noch schneller bemerkbar machen können. Hinzu kommt die Tatsache, dass wir schon in den letzten Tests den Trend bemerkt haben, dass die Hersteller immer stärker vorselektieren und die verwendeten Chips damit weniger Luft nach oben haben. Das dürfte für solch spezielle Kits wie die hier vorliegenden Beispiele besonders gelten.

Im Einzelnen betrachtet machen die Kingston-Speicher die beste Figur. Bei 1600 MHz konnten wir hier die Timings noch etwas nach unten drücken, nicht ganz auf den Idealwert von CL 8-8-8-21, aber immerhin nah dran. Zudem lieferte das Kit auch bei 1866 MHz mit CL 9-10-10-25 noch gute Werte ab, das Corsair-Kit war hier nur mit 11-12-12-34 zum Laufen zu bringen. Auch bei 1600 MHz erreichte man nicht die Werte der Konkurrenz, bei CL 9-9-9-24 war Schluss. Das Produkt von G.Skill tritt schwächer auf als angesichts der Grundlatenzen erwartet, eine Steigerung des Taktes auf 1866 MHz war nicht möglich. Für den Test bei 1600 MHz haben wir die Timings sogar verlängert, da Ivy-Bride-Prozessoren auf Timings unterhalb von CL 8-8-8-21 mit leichten Leistungseinbußen reagieren, wie sich später auch im Leistungscheck zum Teil wieder bestätigen wird. Kein einziges Sample schafft den Sprung auf 2133 MHz, selbst das Kingston-Kit mit den eigentlichen guten Werten bei 1866 MHz konnte unter keinen Umständen einen stabilen Betrieb erreichen.

Speicherdurchsatz
Speicherdurchsatz gemessen mit SiSoft Sandra Lite

Keine Überraschungen gab beim Test mit den Standardwerten, die Kits reihen sich entsprechend ihrer Latenzen auf, wobei der Abstand von Corsair deutlicher ist als zwischen den anderen Kandidaten. Bestätigt wird auch die Einschätzung, dass das G.Skill-Kit trotz scheinbar langsamerer Latenzen eine bessere Leistung einfahren kann. Trotzdem reicht es aus, um sich mit Standardtakt die Leistungskrone zu sichern. Kingston reiht sich mit hauchdünnem Rückstand auf Platz Zwei ein. Corsair schafft angesichts der erreichten Timings keine Überraschungen und landet auf Platz 3. Auf 1866 MHz liegt Kingston in Führung, Corsair kann hier erstmalig gegenüber G.Skill punkten, schafft man doch zumindest einen stabilen Betrieb auf der Frequenz.


Für 7-Zip benutzen wir die integrierte Benchmarkfunktion. Getestet wird für eine Wörterbuchgröße von 128 MB und der Mips-Wert aus der Gesamtbewertung verglichen:

7zip
7zip Benchmark

Ignoriert man den Corsair-Speicher für einen Augenblick, zeigt 7-Zip einen ähnlichen Trend wie SiSoft Sandra, nur dass hier die Differenzen geringer ausfallen – ein Resultat der CPU-Limitierung. Gewinner ist hier das TridentX-Kit von G.Skill mit den angepassten Timings. Die bessere Übertaktung beim Kingston sorgt zwar für einen gewissen Schub, dieser reicht aber nicht ganz für die Führung. Der Vengeance LP liegt auf dem dritten Platz, überraschend ist der deutliche Einbruch auf der 1866 MHz-Taktstufe. 7-Zip scheint stark auf die relativ langsamen Timings zu reagieren, sodass die eigentliche Mehrleistung durch die Taktsteigerung den Leistungswert auch nicht mehr retten kann.

Der 3DMark 11 wird mit Entry-Settings getestet und durchläuft nur den Physikbenchmark, um etwaige Limitierungen durch das Restsystem zu minimieren. Als Ergebnis wird folglich auch nur die Punktzahl aus dem Physikteil benutzt:

3DMark11
3D Mark 11 Physikbenchmark

Grob kann man auch hier sagen: Bessere Latenzen und ein höherer Takt bieten bessere Leistung, solange die Grenze von CL 8-8-8-21 bei den Timings nicht unterschritten wird. Wie man bei G.Skills Sample sieht, sinkt die Leistung darunter wieder etwas ab. Die Leistungskrone bekommt diese Mal eindeutig der Kingston-Speicher auf 1866 MHz, hier bringt der erhöhte Speichertakt einen deutlichen Mehrgewinn. Das Vengeance LP von Corsair leistet sich hier sowohl beim Stock-Wert als auch auf 1866 MHz Leistungseinbrüche, beim angepassten 1600er Setting hingegen kann man zur Konkurrenz aufschließen.


Der Markt ist im Wandel, in nicht all zu ferner Zukunft werden die 32-Gigabyte-Kits ihre kleineren Brüder mit 16 Gigabyte ablösen, was die Marktplatzierung betrifft. Corsair, G.Skill und Kingston liefern hierbei für die 1600 MHz-Fraktion eine Reihe solider Kits. Die Ansätze sind nicht immer die gleichen, so versucht G.Skill massiv über die Timings zu punkten, Corsair setzt auf den Preis und Kingston schlägt einen goldenen Mittelweg ein.

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Die Empfehlung geht in diesem Fall an das „10th Anniversary“ von Kingston. Der gute Mix aus günstigem Preis, solider Leistung und im Vergleich bestem Übertaktungspotential überzeugt in der Summe am meisten. Auf Platz 2 finden sich das reguläre HyperX Genesis gleichwertig mit dem G.Skill TridentX. Beide haben ihre Vorzüge abhängig vom angestrebten Einsatzgebiet und beide liegen in einer preislich ähnlichen Region. Auf Platz 3 liegen die Module von Corsair, welche zwar preislich attraktiv positioniert sind, aber leistungstechnisch knapp hinter den anderen Kandidaten liegen.

Insgesamt sind aber alle drei Kits durchaus empfehlenswert, da es bei derartigen High-Capacity-Kits eher darum geht, 32 GB Kapazität zu realisieren, als hohe Taktraten oder die niedrigsten Timings zu erreichen. Qualitativ machen alle vier Module einen guten Eindruck, sowohl vom SPD-EEPROM, wie auch vom Kühlkörper und dem Modulaufbau. Zudem sind alle stabil und zuverlässig in den Tests gelaufen - und das wird dem Photoshopper und Video-Cutter deutlich mehr Wert sein als ein paar Prozent mehr Performance. Letztendlich gilt also: Wenn ein Kit zu einem guten Preis erhältlich ist, kann man bei allen vier Vertretern zugreifen.

 

Vorteile des Corsair Vengeance LP:

Nachteile des Corsair Vengeance LP:

Das Corsair-Kit ist momentan zu einem Preis von 266,25 Euro bei Amazon erhältlich.

 

Vorteile des G.Skill TridentX:

Nachteile des G.Skill TridentX:

Das G.Skill-Kit ist momentan zu einem Preis von 300,08 Euro bei Amazon erhältlich.

 

Vorteile Kingston HyperX 10th Anniversary:

Nachteile des Kingston HyperX 10th Anniversary:

Das Kingston HyperX-10th-Anniversary-Kit ist momentan zu einem Preis von 270,89 Euro bei Amazon erhältlich.

 

Vorteile des Kingston HyperX Genesis:

Nachteile des Kingston HyperX Genesis:

Das Kingston HyperX-Genesis-Kit ist momentan zu einem Preis von 275,95 Euro bei Amazon erhältlich.