Test: Kingston HyperX Beast 2400 MHz 16 GB

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Kingston Beast Cross kleinEnde letzten Jahres brachte Kingston die Predator-Serie auf den Markt, um im Feld der absoluten High-End-Speicher ein Wörtchen mitzureden. Wir hatten auch schon mit den HyperX Predator 2666 ein entsprechendes Kit im Test. Mit der jetzt nach und nach verfügbaren Beast-Reihe bringt Kingston eine weitere Performance-Serie auf den Markt, die sich unter anderem durch ein geändertes Design vom großen Bruder unterscheidet. Für unseren Test erreichte uns ein Kit mit 2400 MHz effektivem Takt, was die höchste verfügbare Taktstufe der Beast-Reihe darstellt.

Der Speicher aus dem Hause Kingston hört auf die genaue Bezeichnung  KHX24C11T3K2/16X und besteht aus zwei Modulen mit jeweils 8 GB an Kapazität. Die effektive Speicherfrequenz von 2400 MHz wird bei Latenzen von CL 11-13-13 erreicht und benötigt dabei eine Betriebsspannung von 1,65 Volt, ein üblicher Wert für Kits mit diesen Frequenzen. Preislich ordnet man sich bei etwa 140 Euro ein, das Kit ist erfreulicherweise sofort lieferbar.

Kingston HyperX Beast
Bezeichnung KHX24C11T3K2/16X
Effektiver Speichertakt 2400 MHz
Latenzen CL 11-13-13-30
Speichermenge Zwei Riegel mit 8 Gigabyte
Betriebsspannung 1,65 Volt
Bezugsquelle 148,09 Euro (Amazon)
Herstellerlink Kingston Produktseite

Anhand der Daten kann man sagen, dass sich das Kit sowohl preislich als auch von den technischen Daten her im Mittelfeld befindet, hier wird sich also in den Leistungstests zeigen müssen, ob Kingston bei den Subtimings entsprechend optimiert hat, um die etwas langsameren Haupttimings auszugleichen.

Die Beast-Serie präsentiert sich in einem zweiteiligen schwarzen Heatspreader, welcher auf einem grünen PCB sitzt. Die Seitenflächen weisen neben den Beschriftungen und den Datenstickern noch angedeutete Kühlfinnen, Absätze und Unterbrechungen auf, welche dem Kühler ein aggressiveres Design verleihen sollen, ohne dabei zu dick aufzutragen. Im Gegensatz zu der Predator-Serie hat man sich bei der Höhe der Heatspreader etwas zurückgehalten und landet somit bei rund 47 mm, ein Wert, welcher deutlich besser mit modernen Kühlern zu vereinbaren sein dürfte, wenn auch nicht in allen Fällen.

Ein Blick auf das SPD zeigt folgendes:

Beast_SPD
SPD der HyperX Beast von Kingston

Die SPD-Programmierung ist sauber von Kingston vorgenommen, alle wichtigen Werte sind hinterlegt. Die Werte für die unteren Taktraten von 1333 MHz und 1600 MHz wirken sehr defensiv ausgewählt, hier gibt man absoluter Stabilität Vorrang vor Geschwindigkeit, solange die Latenzen automatisch durch das System eingestellt werden. Nutzer eines solchen Kits stellen die Werte meist von Hand ein oder benutzen das integrierte XMP-Profil, welches einmal geladen die wichtigsten Werte entsprechend der Herstellervorgaben anpasst. In unserem Stabilitätstest offenbarte das Kit auch keinerlei Probleme. Die Werte für das XMP-Profil bei 2400 MHz werden von CPU-Z teilweise nicht korrekt ausgelesen, das Bios erkennt die Werte aber korrekt. 


 Wir testen auf unserer schon bekannten Testplattform:

Wie immer setzen wir auf eine frische Installation mit den neuesten Treibern und Updates. Bis auf unsere Testsoftware wurden keine weiteren Programme installiert, um Beeinflussung durch Hintergrundprogramme zu vermeiden. Als Testsoftware verwenden wir die Suite "Sandra" der Firma SiSoft. Bevor wir jedoch an die eigentlichen Leistungstests kommen, überprüfen wir erst die Übertaktungsfähigkeit des Speichers, um auch diese Ergebnisse einem Leistungstest zu unterziehen.

Übertaktungsergebnisse
KTaktfrequenzLatenzen
1600 MHz @ 1,50 Volt CL 8-8-8-21 1T
1866 MHz @ 1,65 Volt CL 8-10-9-25 1T
2133 MHz @ 1,65 Volt CL 10-11-10-28 1T
2400 MHz @ 1,65 Volt CL 11-12-11-28 1T

Beim OC waren die Ergebnisse eher gemischt. Wie schon so oft liegen die erreichten Latenzen beim Kingston-Speicher etwas höher als bei der Konkurrenz. Dies gilt auf für die unteren Taktstufen, den Speichertakt von 1600 MHz einmal ausgenommen. Ein Low-Voltage-Betrieb war nicht möglich, der Speicher verweigerte bei 1,35 Volt Spannung den Dienst. Ab 1866 MHz effektivem Takt musste zudem die Spannung schon auf 1,65 Volt angehoben werden, sonst hätten die Latenzen noch deutlich weiter verlängert werden müssen. Da der Hersteller dies durch seine Garantie abdeckt, ist dies aber kein großer Negativpunkt.

Auch beim laut Hersteller angegebenen Maximaltakt konnten wir die Latenzen noch etwas anpassen - keine riesigen Veränderungen, aber doch mehr als bei vielen Konkurrenzprodukten der letzten Zeit. Dafür war bei 2400 MHz aber auch wirklich Schluss, die 2600 MHz wollten auch bei massiver Latenzverlängerung keinen stabilen Betrieb erreichen. Hier hatten wir uns zumindest etwas mehr erhofft, aber für die meisten Anwender werden 2600 MHz sowieso schwer erreichbar sein.

Beast_Bench
Speicherdurchsatz des Kingston HyperX Beast

Beim abschließenden Leistungstest leistete man sich keine Unsauberkeiten. Trotz der teils langsameren Latenzen ergeben sich keine großen Lücken zur Konkurrenz, hier stimmt also anscheinend das Gesamtkonzept in Zusammenspiel mit Subtimings usw. Hier muss sich der Speicher auch nicht hinter dem großen Bruder der Predator-Serie verstecken, mal ausgenommen die Taktstufe für 2667 MHz. Mit den Ergebnissen der Übertaktung könnte man hier die Vermutung aufstellen, dass sich beide Serien die gleichen Chips teilen und nach der Vorsortierung anhand der erreichten Werte auf die beiden Reihen verteilt werden. 


Mit seiner Beast-Serie möchte Kingston diejenigen Käufer ansprechen, welche sich mit dem großen Heatspreader der Predator-Serie nicht anfreunden können und denen auch bei beim Speichertakt eine Nummer kleiner reicht. Trotz der scheinbar langsameren Latenzen kann sich der Speicher mit der Konkurrenz messen, was die Leistung angeht. Beim Übertaktungspotential hingegen steht der Ram etwas schlechter da: Er braucht schon ab 1866 MHz seine 1,65 Volt Spannung und über die Herstellerspezifikation hinaus ist nahezu kein Potential mehr vorhanden - schade. Insgesamt liefert man eine grundsolide Leistung ab, ohne jedoch besonders hervorzustechen zu können.

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Wer auf mehr als 2400 MHz verzichten kann, der findet im HyperX Beast vielleicht seinen Wunschpartner. Angesichts der Eigenheiten der Ivy-Bridge-Plattform dürften relativ viele User auf der Suche nach einem Kit im Bereich um 2400 MHz sein. Preislich liegt man mit 140 Euro relativ genau in der Mitte des Preisfeldes, das Preis-Leistung-Verhältnis ist also bezogen auf diese Speicherklasse gut, trotzdem wird es für das Kit kein leichter Wettkampf am Markt werden. Ein großer Konkurrent kommt aus dem eigenen Hause, denn Kingston bietet auch ein Kit mit 4x 4 GB an, das etwas preisgünstiger zu haben ist.

Positive Aspekte des HX24C11T3K2/16X:

Negative Aspekte des HX24C11T3K2/16X: