Test: Corsair Dominator Platinum 2666 + Airflow

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Corsair Dominator kleinDie Dominator-Serie von Corsair steht schon lange für Speicher, der kompromisslos auf Geschwindigkeit und Übertaktbarkeit getrimmt ist. Der jüngste Spross der Serie ist die Platinum-Reihe, mit welcher sich Corsair anschickt, die Leistungsspitze im Speichersegment für sich zu beanspruchen. Den Weg zu uns gefunden hat dabei das Top-Kit mit einer Kapazität von insgesamt 16 GB, kombiniert mit einem effektiven Takt von 2666 MHz. Als kleinen Bonus enthält unsere Version noch die Lüftereinheit mit dem Namen "Airflow", damit der Arbeitsspeicher in jeder Situation einen kühlen Kopf bewahren kann.

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Das Kit mit der kryptischen Bezeichnung "CMD16GX3M4A2666C10" besteht aus vier Riegeln mit jeweils vier Gigabyte Kapazität. Der Takt von 2666 MHz kann mit Latenzen von CL 10-12-12-31 angesprochen werden. Dafür benötigt der Speicher 1,65 V, was für Speicher dieser Taktregion normal ist. Der Speicher besitzt als Besonderheiten zudem eine Beleuchtung und Corsairs Link-Benutzeroberfläche, welche zur Überwachung von Temperatur und Auslastung eingesetzt wird. Bisher ist der Speicher für Deutschland noch nirgends gelistet, der einzige Anbieter in Europa listet den Speicher für 372 Euro, Corsair selber listet ihn im eigenen Shop für 532$. Aua! Dafür muss er aber auch etwas können.

Corsair Dominator Platinum
Bezeichnung CMD16GX3M4A2666C10
Speichergröße 4x 4GB
Effektive Frequenz 2666 MHz
Latenzen CL 10-12-12-31
Betriebsspannung 1,65 V
Preis nur EU bisher; 372 €
Herstellerlink Corsair.com

Der Preis ist natürlich auf den ersten Blick sehr hoch. Man sichert sich die negativ behaftete Krone des teuersten Kits und das mit Abstand. Auf der "Haben-Seite" steht dafür mit CL 10 auch die geringste Latenz innerhalb der Konkurrenz, welche zudem nicht so viele Zusatzfeatures aufweisen kann. Ob sich das Kit gegen die Konkurrenz wie z.B. das von uns erst kürzlich getestete Kingston HyperX Predator (zum Test) durchsetzen kann, versuchen wir auf den nächsten Seiten herauszufinden.


Die Besonderheiten des Kits fallen schon an der Verpackung auf: Unsere Variante kommt in einem großen Karton daher, in dem neben den Riegeln an sich gut sichtbar die Kühleinheit lagert. Neben dieser Variante hat uns Corsair ein zweites Kit ohne Airflow gesendet, in welchem die Riegel in einer auffälligen Verpackung getrennt gelagert sind - solch einen Aufwand sieht man selten, aber er gehört zum Auftreten eines mit Platinum bezeichneten Kits wohl einfach dazu. Als nächstes fällt vor allem beim Kit ohne Airflow gleich das hohe Gewicht der Packung auf. Ausgepackt bestätigt sich der Verdacht, dass dies dem RAM selbst geschuldet ist - insgesamt kommen die Riegel auf ein Gewicht von ~320 g. Der Heatspreader aus gepresstem Aluminium ist sehr groß und massiv gehalten, verleiht den Riegeln aber eine sehr wertige Haptik. Bei Arbeitsspeicher, der in der Regel nicht so oft gewechselt wird, sicher Nebensache, aber Corsair macht hier keine halben Sachen. 

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Der Heatspreader ist optisch aus mehreren Teilen aufgebaut. Direkt auf den Speicherchips liegt eine schwarze, geriffelte Aluminiumabdeckung, welche am oberen Rand in Kühlrippen ausläuft. Der Corsair-Schriftzug ist auf beiden Seiten aufgeprägt,  der Dominator-Schriftzug per Sticker aufgebracht. Die Rückseite schmückt typischerweise der Datensticker. Da dies für Corsair im Zusammenspiel mit dem schwarzen PCB wohl etwas zu schlicht schien, wurde dem eigentlichen Heatspreader als Abschluss ein silberfarbener Bogen aufgesetzt, welche auf der flachen Oberseite noch einmal den Dominator-Schriftzug trägt. Die Konstruktion ist auf der Innenseite hohl gehalten, hier versteckt Corsair die eingangs erwähnte Lichtröhre, welche in schlichtem Weiß leuchtet.  Als letztes kleines Detail sei auf den Stecker am Rand des Speichers hingewiesen, der zur Anbindung von Corsair-Link (weitere Infos hier) dient. Das alles hat natürlich seinen "Preis": 56 mm in der Höhe sind zwar nicht der Rekord in unseren Tests, aber definitiv nicht für jedes System geeignet.

Airflow-500x324

Die von Corsair als Airflow bezeichnete Kühlung ist recht simpel aufgebaut. Zwei kleine Lüfter mit einem effektiven Durchmesser von rund 57 mm sind in einer Vollverschalung aus Aluminium versenkt. Angebracht wird das Ganze mit zwei seitlichen Halterungen, die an die Brücke angeschraubt werden und Aussparungen für die Raste an den Dimm-Slots besitzen. In unserem Fall sorgte das für einen Nachteil, da das von uns eingesetzte ASUS Maximus V Formula diese Klammern nur einseitig einsetzt. Damit konnte der Kühler nicht eben angebracht werden, einen festen Sitz hatte er trotzdem. Die Lüfter werden per 3-Pin-Anschluss mit Strom versorgt. Bedingt durch ihre Umdrehungszahl sind die Lüfter relativ laut, in unserem Fall machte zudem das Lüfterlager leicht auf sich aufmerksam. Der erzeugte Luftzug kann als kräftig bezeichnet werden und erfüllt seinen Zweck sehr gut, die 4 Riegel, die ohne Lüfter doch eine gute Wärme erreichen, behalten so eine kühle Arbeitstemperatur.

SPD des Corsair Dominator Platinum

Das SPD zeigt sich nach der bisherigen Vorstellung relativ unspektakulär. Die langsameren Frequenzen sind wie üblich per JEDEC-Standard hinterlegt, für den Maximaltakt fügte Corsair ein XMP-Profil hinzu. Die anvisierten Latenzen für die niedrigeren Taktraten sind dabei typisch defensiv gewählt, um eine größtmögliche Kompatibilität zu gewährleisten. Auf das Einfügen der Seriennummer, welche auf dem Heatspreader und der Verpackung notiert sind, verzichtet Corsair.


Als Unterbau für alle Leistungstests kam folgendes System zum Einsatz:

Das Betriebssystem ist eine saubere Installation ohne Virenscanner oder ähnlichen Hintergrundballast, die Treiber/Updates befinden sich auf dem zum Testzeitpunkt aktuellen Stand.

Den Anfang machen wieder die Tests bezüglich der Übertaktungsfähigkeiten. Leider beschränkte uns wie schon beim Predator-Test der Speichercontroller des Intel Prozessors, wodurch die 2800 MHz nicht stabil zu bekommen waren. Also beschränken sich die Ergebnisse auf die Leistung des Arbeitsspeichers bei 2666 MHz  und darunter:

TaktLatenz
2666 MHz @ 1,65 V  CL 10-12-12-31 2T
2666 MHz @ 1,5 V CL 11-14-13-32 2T
2400 MHz @ 1,5 V CL 10-11-11-30 1T
2133 MHz @ 1,5 V CL 9-10-9-25 1T
1866 MHz @ 1,5 V CL 8-9-8-22 1T
1600 MHz @ 1,5 V CL 8-8-8-22 1T

Es zeigte sich, dass der Speicher die 2666 MHz auch mit 1,5 V schafft, dann jedoch auf Kosten der Latenzen.  Für alle anderen Taktstufen konnten wir zwischen 1,5 V und 1,65 V keine nennenswerte Verbesserung der Latenzen feststellen, die erreichten Werte für 1,5 V können sich jedoch auch so sehen lassen, gerade die Werte für 1866 MHz und 2133 MHz sind auch unter den für diese Taktraten spezialisierten Kits mehr als konkurrenzfähig. Das Ergebnis zeigt Potential nach "Oben", was durch die Limitierung des Testsystems aber nicht nachgewiesen werden kann.

Bench des Corsair Dominator Platinum

Entsprechend den guten Werten liegt das Kit auf nahezu allen Taktraten mit an der Spitze im Vergleich mit unseren bisherigen Tests. Hier wird man dem eigenen Anspruch also durchaus gerecht. Bei 2666 MHz erleben wir wieder das Einknicken, welches wir bisher bei jedem Test unter Ivy-Bridge-Prozessoren erlebt haben, jedoch schlägt sich das Corsair-Kit im Vergleich zu dem Kit von Kingston etwas besser. Da auch die Leistung bei 1,5 V und "schlechteren" Latenzen über dem Kingston-Speicher liegt, erscheint hier die Vermutung nahe, dass Corsair die Subtimings besser auf die hohen Taktraten optimiert hat. Somit sichert man sich auch hier die Führung. 

Die nächste Taktstufe von 2800 MHz erreichten wir leider nicht mit dem Kit - wir vermuten, dass hier unsere Ivy-Bridge-CPU vorher leider limitiert.


Corsair liefert auf dem Weg an die (Leistungs-)Spitze der Arbeitsspeicherwelt eine gewohnt gute Leistung ab. Die Dominator Platinum-Riegel können auf ganzer Linie überzeugen. Das Design gefällt auf ganzer Linie, auch oder gerade wegen solcher kleinen Extras wie der Beleuchtung. Auf dem Leistungsprüfstand wird man dem eigenen Anspruch an ein Spitzenprodukt gerecht und kann sich durchgehend in der Spitzengruppe halten - und das am Limit unserer Testplattform. Das Airflow-Modul ist ein nettes Extra, das zweite Kit zeigt aber, dass es auch ohne geht. Deswegen soll es in die direkte Bewertung nicht einfließen, auch wenn es für den ein oder anderen User sicher ein nettes Extra ist. 

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Die Frage, ob man solchen Speicher überhaupt braucht, drängt sich natürlich vielen Usern auf. Die Antwort ist nicht ganz einfach. Für die meisten User reichen sicherlich auch andere Kits mit geringerem Takt/Preis. Aber auf diese Gruppe zielen die Dominator auch gar nicht ab, das zeigt schon der relativ hohe Preis. Hier möchte man die User ansprechen, die alles wollen: Leistung ohne Abstriche, schickes Design, kleine Extras und auch einen Hauch von Exklusivität. Da Corsair genau dies schafft, verdienen sich die Dominator Platinum unseren Excellent Hardware Award:

Excellent Hardware Award für das Dominator Platinum

Positive Aspekte des Corsair Dominator Platinum: 

Negative Aspekte des Corsair Dominator Platinum: