ADATA XPG G Series Low Voltage 16 GB im Test

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ADATA XPG LV kleinDerzeit steht alles im Zeichen des Energiesparens, ob beim Auto, der Lampe oder eben beim PC. Auch beim Arbeitsspeicher versuchen die Anbieter Strom zu sparen, spezielle Low-Voltage-Kits, die mit 1,35 V anstatt der üblichen 1,5 V laufen, sollen besonders umweltfreundlich sein. ADATA stellte uns ein entsprechendes Kit aus seiner XPG-Reihe zur Verfügung, um zu testen, ob Low-Voltage hält, was es verspricht.

Das Kit hört auf die Bezeichnung "AXDU1600GW8G9B-2G". Hinter dieser etwas kryptischen Bezeichnung stecken zwei Module mit je acht Gigabyte Kapazität. Die effektive Taktfrequenz liegt bei 1600 MHz, die Latenzen sind vom Hersteller auf CL 9-11-9-27 gesetzt. Im Preisvergleich findet man das Kit ab 166 Euro.

Technische Daten
Bezeichnung

AXDU1600GW8G9B-2G

Speichergröße 2x 8 GB
Effektive Frequenz 1600 MHz
Latenzen CL 9-11-9-27
Betriebsspannung 1,35 V
Preis ab 166 €
Herstellerlink ADATA Produktseite

Auf den ersten Blick sticht natürlich der hohe Preis heraus. Module mit 1,5 V Spannung und sonst ähnlichen Eigenschaften starten bei 80-90 Euro. Man darf also gespannt sein, ob die Riegel den Aufpreis wert sind.


Wirft man einen Blick auf das Kit, so fällt als erstes der schwarze Heatspreader auf. Dieser ist relativ einfach gehalten, die Oberfläche kommt ohne Blickfänger wie Kühlfinnen oder ähnliches aus. Einzig ein paar Schriftzüge mit dem Namen des Herstellers/der Speicherserie sowie unauffällig gehaltene Sterne prägen das Design. Und natürlich der Datensticker, welcher keinesfalls fehlen darf. Die farbliche Kombination von schwarzen Heatspreader mit weißem/silbernem Aufdruck weiß hierbei zu gefallen. Das grüne PCB ist im eingebauten Zustand nicht zu erkennen, insgesamt weiß das schlichte Design durchaus zu gefallen - weniger ist manchmal mehr. Der Heatspreader kommt auf eine Höhe von 31 mm, ein Wert, welcher nur mit sehr wenigen Hardwarekombinationen Probleme verursachen sollte. 

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Neben dem Äußeren interessieren uns natürlich auch die inneren Werte beim Arbeitsspeicher repräsentiert durch das SPD:

Das SPD der ADATA XPG

Das SPD ist sauber programmiert, alle Einstellungen sind hinterlegt und werden korrekt erkannt. Mit CL 9-11-9-27 weicht man etwas von den sonst üblichen CL 9-9-9-24 ab, was aber zweifellos der niedrigen Spannung zugeschrieben werden kann. Irgendwo müssen Kompromisse getroffen werden, auch wenn diese sehr gering ausfallen. Die verwendeten Werte können trotzdem als gut angesehen werden. Gut zu erkennen ist auch, dass für Taktraten unterhalb der 1600 MHz sogar nur 1,28 V vorgesehen sind. ADATA pflegt zudem eine Seriennummer ein, was einen Vorteil für die interne Qualitätssicherung bietet und damit letztlich auch Vorteile in der Qualität beim Kunden. 


An unserem Testsystem gab es eine kleine Änderung, das P8Z77-V musste einem Maximus V Formula weichen. Beachtet dies bitte vor allem bei dem Benchmark, die Werte unserer älteren Tests können etwas abweichen:

Das System ist wie immer mit den aktuellsten Updates und Treibern versorgt, das Betriebssystem an sich ist eine saubere Installation ohne Virenscanner oder andere Einflüsse. Alle Bauteile laufen innerhalb der Herstellerangaben, einzige Ausnahme bildet das zu testende Speicherkit.

Als Erstes wollten wir wissen, wie es um den Übertaktungsspielraum steht. Bei 1,35 V Ausgangslage sollte doch Luft nach oben sein.

Beste Übertaktungswerte
TaktLatenzen
2400 MHz @ 1,65 V CL 11-13-12-30
2133 MHz @ 1,5 V CL 11-12-11-34
1866 MHz @ 1,5 V CL 10-12-10-30
1600 MHz @ 1,5 V CL 8-9-9-22
1600 MHz @ 1,35 V CL 9-11-9-27

Die Ergebnisse sind ganz ordentlich, auch wenn wir uns über etwas mehr Luft gefreut hätten. Der Speicher reagiert hierbei ganz unterschiedlich auf die Spannungen. Bei 1,35 V war bei 2133 MHz Schluss, die Latenzen mussten wir hierfür aber deutlich entschärfen. Selbiges galt auch für die Zwischenstufe bei 1866 MHz. Eine Verbesserung bei 1600 MHz über die Herstellereinstellung hinaus war uns nicht möglich, einzig der Wechsel auf 1T bei der Command-Rate ging ohne Probleme.

Bei 1,5 V reagierte der Speicher etwas ungewohnt. Die Erfahrung sagt eigentlich, dass nun bessere Latenzen und mehr Takt möglich sein sollten. Dies traf hier aber nur bedingt zu. Es gelang hier die Latenzen bei 1600-2133 MHz zu senken, weitere Taktsteigerungen erreichten wir hingegen nicht. Ein anders Bild gab es bei 1,65 V. Hier erreichten wir  keine weiteren Latenzverbesserungen mehr, dafür konnten wir den Maximaltakt auf immerhin 2400 MHz anheben. Um hier das eigene Optimum zu finden, muss der geneigte Übertakter also etwas probieren.

Kommen wir zu der Frage, die uns am meisten interessiert: Sinkt der Verbrauch durch die 1,35 V wirklich?

Verbrauch unterschiedlicher Spannungen unter Prime

Die Messung sorgte bei uns für Ernüchterung. Zwar ist ein Unterschied zwischen den einzelnen Spannungsstufen sichtbar - dieser ist jedoch sehr gering. Zwischen den jeweiligen Spannung liegen in der Regel etwa zwei Watt Verbrauch unter Last. Angesichts von des Gesamtverbrauchs sind das nicht einmal zwei Prozent Einsparung auf unserer Testplattform.

Kommen wir zu den eigentlichen Leistungsbenchmarks. Wie immer benutzen wir hierfür die Software "Sandra" aus dem Hause SiSoft, genauer gesagt den Bandbreitentest. 

SiSoft Sandra Speicherbenchmark

Die ADATA liefen eine ordentliche Leistung ab. Die Werte zeigen die üblichen Steigerungen der Leistung mit besserem Speichertakt/besseren Latenzen. Ausreißer oder Besonderheiten sind nicht zu erkennen. Im Vergleich mit anderen, gleichwertigen Probanden platziert man sich im oberen Drittel. 


ADATA versucht mit über die Low-Voltage-Schiene auf dem hart umkämpften Markt zu punkten und liefert dabei ein solides Kit ab. Das Design weiß zu gefallen, Schwarz als aktuelle "Modefarbe" für PCs in Verbindung mit dem auch sonst schlichten Auftreten sollte sicher den ein oder anderen User ansprechen. Auch die Leistungswerte brauchen sich nicht verstecken, die Übertaktungsmöglichkeit von bis zu 50 Prozent spricht ebenfalls für den Speicher.

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Was uns jedoch etwas enttäuscht hat, ist der Verbrauch in Verbindung mit dem aktuellen Preis. Da vergleichbare Kits mit normaler Spannung etwa 80-90 Euro weniger kosten, würde es knapp 20 Jahre bei einem Strompreis von 0,24 €/kWh und Dauerbetrieb dauern, bis man die Differenz wieder eingespart hätte. Selbst wenn sich der Strompreis verdoppeln würde, gibt es wohl keine Situation, wo es sich für Sparfüchse rechnen würde.

Was bleibt ist also typisch für den aktuellen Trend: Wirklich rechnen tut sich der Wechsel nicht, einzig der unbedingte grüne Wille um jeden Preis könnte den User zu einem Low-Voltage-Kit verleiten. Ein weiterer Nachteil: Zwar ist die Konkurrenz zumindest im 2x8 GB Segment sehr klein, aber bei besserem garantierten Takt etwas günstiger. Bleibt also abzuwarten, ob sich ADATA mit dem Kit am Markt platzieren kann - die Chance wäre sicher da, sofern man den Preis etwas korrigiert.

Positive Aspekte des AXDU1600GW8G9B-2G:

Negative Aspekte des AXDU1600GW8G9B-2G: