GeIL EVO VELOCE 2133 MHz im Test

Veröffentlicht am: von

EVO VELOCE BOTH CROSSFür einen weiteren Test aus der Kategorie Arbeitsspeicher erreichte uns ein 16 GB Kit aus dem Hause GeIL. Das Kit stammt aus der "EVO VELOCE"-Reihe, wobei Veloce das italienische Pendant für "Geschwindigkeit" ist. Die zwei 8-GB-Riegel werden als "Hardcore Gaming Memory" beworben und arbeiten mit einer effektiven Frequenz von 2133 MHz - das lässt auf tolle Performance hoffen.  Der Speicher soll sich damit vor allem im Bereich der Performance-Begeisterten einen Namen machen, man darf also gespannt sein, wie sich der EVO im Test schlägt.

Das Kit läuft unter der Bezeichnung "GEV316GB2133C10ADC" und ist mit 2x8 GB natürlich für den Dual-Channel-Betrieb ausgelegt. Die Frequenz von 2133 MHz erreicht das Kit laut Hersteller bei Latenzen von CL10-11-11-30 und einer Spannung von 1,5 Volt, womit es sich auch innerhalb der Spezifikationen für Intel-Systeme befindet. Das Kit ist aktuell in Europa noch nicht gelistet, betrachtet man den "kleinen Bruder" (GEV316GB2133C11DC) des Kits mit CL11, dann dürfte sich der Kaufpreis wohl um die 170 bis 180 Euro bewegen.

Alle Fakten noch einmal in der Übersicht:

GeIL EVO VELOCE
Technische Daten
Bezeichnung GEV316GB2133C10ADC
Speichergröße 2x 8 GB
Effektive Frequenz 2133 MHz
Latenzen CL10-11-11-30
Betriebsspannung 1,5 V
Preis noch unbekannt
Herstellerlink GeIL EVO VELOCE

Wie immer beginnen wir mit der äußeren Betrachtung: Das Kit trägt einen großen, roten Heatspreader, welcher wie üblich am oberen Ende mit dem EVO-Schriftzug und Kühlfinnen verziert ist. Die restliche Flanke ist weniger auffällig gehalten, das Design wird nur vom Datenaufkleber auf der einen Seite und einem Aufkleber mir "EVO VELOCE"-Schriftzug auf der anderen Seite unterbrochen. Unter dem Heatspreader findet man ein grünes PCB, auch dies ist für unsere bisherigen Samples der Reihe typisch. Ob die gewagte farbliche Kombination der Elemente gefällig ist, liegt ganz sicher im Auge des Betrachters. Fakt hingegen ist, dass der Heatspreader auf eine Höhe von 47 mm kommt und damit bei der Kaufentscheidung Berücksichtigung finden sollte.

 {jphoto image=26844}

Wichtiger als die optische Erscheinung dürften beim Speicher jedoch die inneren Werte sein, welche wir im nächsten Schritt betrachten wollen:

SPD GeIL EVO VELOCE 2133

Das VELOCE weist eine saubere SPD-Programmierung auf, alle wichtigen Timings und Frequenzen sind vorhanden. Um den Höchsttakt zu erreichen ist selbstverständlich auch ein sauber einprogrammiertes X.M.P.-Profil vorhanden. Die Latenzen bei 2133 MHz sind keine Spitzenwerte in dieser Taktregion, sollten aber für eine gute Performance ausreichend sein. Auf eine Eintragung der Seriennummer ins SPD hat GeIL verzichtet.


Vor dem Leistungscheck steht wie bisher die Vorstellung des Testsystems:

Wie immer wurden das System mit den neuesten Treiber und Updates versehen. Bei den Übertaktungstests verändern wir nur die Frequenz, die Hauptlatenzen und gegebenenfalls die Spannung ( VDIMM ). Andere Spannungen und die sekundären/tertiären Latenzen bleiben in unserem Test unangerührt. Leistungsmessungen mit eingestellter Übertaktung werden entsprechend gekennzeichnet.

Den Beginn machen die Tests zur Übertaktungsfähigkeit des Speichers. Getestet wird mit zwei verschiedenen Spannungen, den Anfang macht die Standardspannung von 1,5 V. Hier wird untersucht, welche Latenzverbesserung bei 1600 MHz und 2133 MHz gegenüber dem Standard möglich sind. Des Weiteren testen wir, welche maximale Frequenz möglich ist, hier natürlich unter Berücksichtigung der Latenzen:

Übertaktung mit 1,5 V
FrequenzLatenzen
1600 MHz CL8-8-8-22 2T
2133 MHz CL10-11-11-26 2T
2400 MHz CL11-12-12-34 2T
2666 MHz CL12-14-14-38 2T

Bei 1600 MHz erreichten wir eine gute Senkung der Latenz von CL9 auf CL8. Weniger Spielraum hingegen hatten wir bei 2133 MHz, dort konnten wir nur die tRAS etwas absenken, ein Heruntersetzen der anderen Timings führte unweigerlich zu Fehlern im Stabilitätstest. Von seiner besten Seite zeigte sich der Speicher dann beim maximalen Takt, 2666 MHz bei nur 1,5 V sind Spitze in unserem Testlabor, auch wenn wir die Latenzen entsprechend verlängern mussten.

Für den Versuch mit 1,65 V brauchen wir keine Tabelle, der Speicher schaffte auch mit 1,65 V keinen höheren Takt als 2666 MHz, was angesichts der Werte bei 1,5 V aber keine Schande ist. Auch die Latenzen bei 2133 MHz bzw. 2666 MHz zeigten sich relativ unbeeindruckt, wir erreichten hier kein Verbesserungen.

Kommen wir also zur Leistungsübersicht. Ermittelt werden die Werte mittels des Speicherbenchmarks von SiSoft Sandra. Niedrigere Werte sind schlechter:

Speicherbandbreite GeIL EVO VELOCE 2133

Die Speicherbandbreite profitiert nicht von der Ramgröße, sondern ist von Frequenz und Latenzen abhängig. Deswegen lässt sich das Kit auch mit den älteren Tests der 8-GB-Samples vergleichen. Hier zeigt sich, dass sich das Kit bei Standardtakt im Mittelfeld einordnet, ohne große Auffälligkeiten. Gleiches gilt für 2400 MHz und 1600 MHz. Bei 2666 MHz liegt man am oberen Ende der Leistungsskala, auch wenn die Leistung gegenüber 2400 MHz etwas abfällt - dieses "Problem" kennen wir ja schon aus früheren Tests, hat aber nichts mit den Speichermodulen zu tun. 

Kurz und knapp: Sehr gute Übertaktungswerte bei üblicher, unauffälliger Leistung.


GeIL möchte mit dem EVO VELOCE im Markt der Performance-User mitmischen und liefert hierbei ein solides Produkt ab. Takt und Latenzen bilden dabei nicht das Ende der Fahnenstange, liefern aber für die meisten User ein mehr als ausreichendes Potential. Hinzu kommt, dass das Kit mit seinem Aufbau aus zwei 8 GB-Riegeln auch auf kleinen mATX/ITX-Mainboards, auf welchen nur zwei Steckplätze vorhanden sind, für den 16 GB-Ausbau eingesetzt werden kann. Ob 16 GB heutzutage schon notwendig sind oder nicht, darüber kann man sich streiten. Für Nutzer, die solch ein Kit in Betracht ziehen, stellt sich diese Frage jedoch in den meisten Fällen erst gar nicht. 

Richtig interessant wird der Speicher, sobald man sich auch mit dem Thema Übertaktung beschäftigt. 2666 MHz bei 1,5 V sind ein sehr interessanter Wert, zumal man mit einigen Anpassungen bei den Subtimings und Spannungen sicherlich noch etwas Luft nach oben hat.

{jphoto image=26846}

Bleibt also zu sagen, dass das Kit für alle Nutzer interessant ist, die großen und schnellen Speicher suchen und nur auf zwei Bänke setzen können/wollen. Angesichts des vermutlich nicht ganz geringen Preises, liegt man zwar gleichauf mit anderen 2x 8 GB Kits, jedoch ein ganzes Stück über vergleichbaren 4x 4 GB Kits. Hier wird der Markt also zeigen müssen, ob sich das Veloce beweisen kann.

Positive Aspekte des GeIL EVO VELOCE DDR3-2133: 

Negative Aspekte des GeIL EVO VELOCE DDR3-2133: