Powerriegel für Ivy Bridge - Sieben 8-GB-Kits im Test

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ivy 8gb teaser kleinMit dem Ivy-Bridge-Prozessor verkleinerte Intel nicht nur das Fertigungsverfahren, sondern integrierte auch einige andere Verbesserungen wie z.B. einen neuen Memory-Controller. Dieser hebt den empfohlenen Speichertakt von 1333 MHz der Sandy-Bridge-Plattform auf 1600 MHz an und bietet einige erweiterte Einstellungsfunktionen. So wurden mehr Zwischenschritte beim Speichertakt eingefügt und auch der maximal einstellbare Speichertakt wurde deutlich über die maximalen 2133 MHz von Sandy-Bridge-Prozessoren erweitert. Grund genug also, mit unserem neuen Ivy-Bridge-Testsystem ein großes Roundup von Speicherkits zu machen. Sieben Hersteller stellen sich dem Test: ADATA, Corsair, Crucial, GeIL, G.Skill, Kingston und Patriot schickten jeweils ein 2 x 4 GB großes Kit ins Rennen.

Die Größe ist auch die einzige Gemeinsamkeit aller Kits: Die Taktraten reichen von 2000 MHz bis hinauf zu 2400 MHz, wobei natürlich jedes Kit seine eigenen Latenzen vorgibt. Die Spannungen variieren zwischen den standardmäßigen 1,5 V bis hin zu 1,65 V. Dieses großzügig aufgestellte Feld gibt uns die Möglichkeit zu testen, welche Kombination für Ivy Bridge am besten geeignet ist. Eines sei hier vorweggenommen: Der Ivy-Bridge-Prozessor hatte für uns die ein oder andere Überraschung parat, mehr dazu aber später.

Hier gibt es jetzt erst einmal harte Zahlen und Fakten: 

Übersicht der Testsamples
HerstellerBezeichnungSpeichertaktLatenzenPreis
ADATA AX3U2133XC4G10-2x 2133 MHz @ 1,65 V CL 10-11-11-30 aktuell nicht gelistet
Corsair CMZ8GX3M2A2133C11R 2133 MHz @ 1,50 V CL 11-11-11-27 ab 62 € erhältlich
Crucial BLE4G3D20001CE1TX0 2000 MHz @ 1,65 V CL 9-11-9-27 aktuell nicht lieferbar
GeIL GOC38GB2133C10ADC 2133 MHz @ 1,50 V CL 10-11-11-30 ab 56 € erhältlich
G.Skill F3-2400C10D-8GTX 2400 MHz @ 1,65 V CL 10-12-12-31 ab 89 € erhältlich
Kingston KHX2133C11D3T1K2/8GX 2133 MHz @ 1,60 V CL 11-12-11-31 ab 59 € erhältlich
Patriot  PXD38G2400C11K 2400 MHz @ 1,65V CL 11-11-11-30 ab 87 € erhältlich

Alle Kits werden sich in unserem Test unter anderem einem Speicherbandbreitentest und einen Overclockingtest unterziehen müssen. Doch bevor wir dazu kommen, geht es erst einmal in die Einzelvorstellung der Speichermodule.


Den Anfang macht das Kit von ADATA. Der Speicher mit der genauen Bezeichnung AX3U2133XC4G10-2x hat einen maximalen Takt von 2133 MHz, welcher bei 1,65 V und CL 10-11-11-30 erreicht werden soll. Das Kit entspringt der Xtreme-Series und wird mit einer lebenslangen Garantie beworben.

Die Module besitzen einen relativ kleinen Heatspreader, welcher in der Farbe Silber gehalten wurde und verstecken darunter ein grünes PCB. Auf dem Heatspreader prangt neben dem üblichen Datensticker nur das ADATA-Logo sowie der "Xtreme Series"-Schriftzug. Ansonsten verzichtet der Hersteller auf Eye Candy oder ausgefallenes Design, was aber nicht unbedingt etwas Schlechtes ist. Weniger ist manchmal mehr. Ein weiterer Vorteil des Designs ist der geringe Platzanspruch, so dass das Kit auch bei wenig Raum rund um die Steckplätze und CPU-Kühlkörper keine Probleme verursachen sollte.

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Werfen wir einen Blick auf die Programmierung des SPD:

SPD ADATA
SPD-Werte des ADATA-Speichers ausgelesen mit CPU-Z

Das SPD ist sauber programmiert, ein XMP-Profil für das schnelle Einstellen des Höchsttaktes vorhanden, auch mit den spezifizierten 1,65 V. Auf ein direktes Profil für 1600 MHz hat man leider verzichtet. ADATA gibt für die unteren Taktregionen nur 1,5 V vor, der Speicher eignet sich also auch für User, die lieber geringe Latenzen bei kleineren Taktraten haben möchten, ohne mit der Spannung außerhalb des von Intel vorgesehenen Bereiches zu landen.

Auch interessant: Eine Seriennummer ist bei ADATA vorhanden, was auf einen automatisierten Produktionsprozess mit entsprechend guter Dokumentation schließen lässt. ADATA kann so bei einem Fehler die Module der Produktion zuordnen und schauen, in welchem Produktionszyklus der Fehler aufgetreten ist, um den Prozess zu verbessern.  


Das zweite Testkit stammt aus dem Hause Corsair. Die Module entspringen aus der Vengeance-Reihe des Herstellers, welche für stylischen Overclocking-Speicher stehen soll. Das Kit mit der genauen Bezeichnung CMZ8GX3M2A2133C11R besitzt einen Höchsttakt von 2133 MHz bei 1,5 V Spannung und den Latenzen 11-11-11-27. Es ist somit eines der beiden Exemplare in unserem Test, das seinen Höchsttakt unter Einhaltung der Intelvorgabe bezüglich der Spannung schafft, ohne dabei großartig Einbußen bei den Latenzen hinnehmen zu müssen. 

Getreu dem Motto der Vengeance-Reihe ziert den Ram ein großer, roter Heatspreader, welcher am oberen Ende mit Kühlfinnen versehen ist. Die Seiten sind teilweise schwarz abgeklebt und beherbergen den Corsair- und Vengeance-Schriftzug sowie die üblichen aufgedruckten Daten. Der Heatspreader an sich ist sehr massiv gehalten und damit passt das Kit mit einer Gesamthöhe von 5 cm sicherlich nicht in jedes System.

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Doch schauen wir einmal auf die inneren Werte des Arbeitsspeichers:

SPD Corsair
SPD-Werte des Corsair Vengeance-Kits

Auch hier wurden die Grundfrequenzen bis 1333 MHz abgedeckt, wobei die Latenzen auf den ersten Blick sehr defensiv ausgewählt erscheinen. Ebenso hinterlegt wurde ein XMP Profil für 2133 MHz mit den vorgegebenen Timings. Probleme im Betrieb tauchten keine auf, die Kompatibilität ist in Ordnung. Eine Seriennummer hinterlegt Corsair leider nicht.  


Der nächste Hersteller im Test ist Crucial, welcher ein Kit aus der Ballistix-Elite-Reihe gestellt hat, die laut Crucial auf "Advanced Speed and Timings" ausgelegt ist. Das Kit mit der Bezeichnung BLE4G3D20001CE1TX0 ist für einen Takt von 2000 MHz bei 1,65V und einer Latenz von 9-11-9-27 gedacht. Damit besitzt das Kit den niedrigsten Höchsttakt im Test, dafür auch die niedrigsten Timings bezogen auf diesen. Hier darf man also auf den Benchmark gespannt sein, inwieweit die Latenzen den Takt wettmachen.

Äußerlich zeigen sich die Ballistix in Schwarz wassowohl PCB als auch Heatspreader angeht. Letzterer ist recht massiv angelegt und einseitig mit einem Aufkleber versehen, welcher Hersteller, Bezeichnung der Serie und die Daten trägt. Die andere Seite wurde komplett in Schwarz gehalten, was dem RAM eine gewissen "Schlichtheit" verleiht. Ein Riegel ist knapp 5,2 cm hoch und damit auch einer der Fälle, die man bei engen Kühler/Mainboardkombinationen meiden sollte.

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Werfen wir einen Blick auf das SPD:

SPD Crucial
SPD-Werte des Crucial-Kits

Auch hier zeigt sich das übliche Bild: Die niedrigeren Frequenzen werden per 1,5 V angefahren, sodass ein Starten auch auf Intel-Systemen ohne weitere Probleme ermöglicht wird. Für den maximalen Takt wurde ein XMP-Profil hinterlegt, auch die Spannungsangabe von 1,65 V ist hier korrekt. Der Takt von 2000 MHz ist eher untypisch, aber funktioniert problemlos in unseren Konfigurationen. Auch eine Seriennummer ist vorhanden - die entsprechend den qualitativen Anspruch des Kits wie bei ADATA untermauert.  


Als nächstes an der Reihe ist GeIL. Der asiatische Hersteller schickte uns ein Kit aus der EVO-CORSA-Reihe, mit dem Kürzel GOC38GB2133C10ADC. Dieses Kit läuft bei 2133 MHz und den Latenzen 10-11-11-30. Die benötigte Spannung beträgt nur 1,5 V, womit GeIL neben Corsair eine Art Sonderstellung im Test einnimmt. 

Die Speicher kommen wie auch ihr kleiner Bruder aus unserem vorherigen Test (EVO CORSA 1866 im Test) mit einem großen goldfarbenen Heatspreader auf grünem PCB. Neben den üblichen Kühlfinnen wurde hier am oberen Ende auch der EVO-Schriftzug in das Material gebracht. Ansonsten weißt er noch das "Übliche" auf: Aufkleber mit Herstellerlogo und einen Aufkleber für die technischen Daten. Das Kit ist mit einer Höhe von 4,7 cm zwar nicht das höchste im Test, dürfte bei einigen Systemen aber trotzdem für Platzprobleme sorgen. Aber lassen wir erst einmal die Bilder sprechen:

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Ein Blick auf die Programmierung per CPU-Z verrät uns folgendes:

SPD GeIL
SPD-Werte des EVO CORSA-Kits von GeIL

GeIL liefert auch einen direkten SPD-Eintrag für 1600 MHz, was dem eigentlichen Standardtakt von Ivy-Bridge-Prozessoren entspricht. Die vorgegebenen Timings hierfür sind keine Weltspitze, aber durchaus im guten Bereich. Für die 2133 MHz wurde natürlich ein entsprechendes XMP-Profil hinterlegt. Eine Seriennummer findet man leider nicht, aber sämtliche anderen Daten sind korrekt eingetragen. Kompatibilitätsprobleme konnten wir keine feststellen.  


Das erste 2400-MHz-Kit im Test stammt aus dem Hause G.Skill. Die Riegel aus der Trident X-Serie hören auf das Kürzel F3-2400C10D-8GTX. Der Speicher erreicht seinen spezifizierten Takt bei CL 10-12-12-31 und 1,65 V. Das Kit wird vom Hersteller ausdrücklich für die Z77-Plattform beworben, man darf also gespannt sein.

Der Heatspreader ist wohl der aufwendigste im Test: Auf einem schwarzen PCB aufsitzend, ist der zweiteilige Heatspreader in der unteren Hälfte in Schwarz gehalten und mit dem Herstellerlogo und einem Datenaufkleber versehen. Der obere Teil besteht aus roten Metallzacken. Ein klasse Look, der leider einen unschönen Nachteil hat: Der Steg auf der RAM-Oberfläche ist äußerst schmal und scharfkantig. Auch die Zacken sind sehr spitz gehalten. Zusammen mit der Tatsache, dass flache Druckflächen fehlen, kann es hier beim Einbau schnell passieren, dass man sich an dem Heatspreader schneidet. Doch insgesamt wirkt der Spreader sehr wertig. Mit 5,4 cm ist er allerdings nicht für enge Einbausituationen geeignet.

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Auch hier wollen wir natürlich einen Blick auf die inneren Werte werfen:

SPD G.Skill
SPD-Werte des G.Skill Trident-Kits

Hier fällt sofort auf, dass G.Skill die XMP-Profile auch für andere Taktraten hinterlegt hat. Die Timings der XMP-Profile scheinen defensiv gewählt und unterhalb der beworbenen Einstellungen. Hierbei handelt es sich aber um einen Auslesefehler seitens  CPUz, im Bios lassen sich die zwei XMP Profile korrekt aufrufen und starten, wobei beide Profile hier bis auf 2 MHz identisch sind ( 2399 MHz und 2401 MHz @CL 10-12-12-31  bei der Auslesung ). Eine Seriennummer ist nicht vorhanden, allerdings finden sich alle anderen notwendigen Werte im SPD.  


Das Kit mit der Bezeichnung KHX2133C11D3T1K2/8GX aus dem Hause Kingston ist unser nächstes Testmuster. Der 2133 MHz schnelle Speicher läuft mit den Latenzen CL 11-12-11-31 bei 1,6 V. Das sind auf den Takt bezogen die schlechtesten Latenzen im Test, man darf also gespannt sein, wie sich der Speicher in den Benchmarks gegen die Konkurrenz behauptet.

Der RAM mit grünem PCB wird von einem sehr mächtigen Heatspreader geschützt. Das blaue Monster ist am oberen Ende mit Kühlfinnen versehen und trägt die üblichen Schriftzüge. Auch der Datenaufkleber ist vorhanden, verrät aber absolut nichts über die Latenzen des Speichers. Da diese Angaben auch auf der Verpackung fehlen, muss der geneigte Anwender entweder googlen oder ins SPD schauen. Sicherlich eine Kleinigkeit, aber wir achten auf alles. Mit einer Höhe von 6,1 cm sichert sich der Kingston in dieser Disziplin den (negativen) Rekord. Damit befand sich der Heatspreader selbst bei unserem Testsystem in der direkten Luftansaugzone des CPU Kühlers. Hier sollte man also unbedingt vorher nachmessen!

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Schauen wir also mal in die Programmierung:

SPD Kingston
SPD des Kingston-Speichers

Kingston liefert hier neben den Standardwerten natürlich auch ein XMP-Profil für den Maximaltakt, soweit sauber einprogrammiert. Auffällig ist der zweite Eintrag mit 3200 MHz Effektivtakt und relativ harten Latenzen auf 1,5 V. Dieser Wert wird vom Hersteller nicht zugesichert, und es stellt sich die Frage nach dem Grund des Vorhandenseins. Wahrscheinlich liest CPU-Z aufgrund einer unüblichen Programmierung diesen Wert verkehrt aus. Eine Seriennummer ist auch hier vorhanden - wie bei ADATA und Crucial wird das Modul also entsprechend auf automatisierten SMT-Maschinen mit entsprechender Qualitätskontrolle gefertigt.  


Das letzte Testmuster stammt schon Patriot und kommt aus der Viper Extreme-Serie. Das mit 2400 MHz getaktete Kit läuft mit den Latenzen CL 11-11-11-30 bei 1,65 V. Damit bildet es zusammen mit dem G.Skill-Kit auf dem Papier die Leistungsspitze unseres Tests.

Das Kit kommt mit einem schwarzen Heatspreader auf grünem PCB daher. Zwischen den Aussparungen der Kühlfinnen sieht man Kupferblech durchblitzen, welches die Kühlung verbessern soll. Ansonsten zeigen sich die Module relativ unauffällig und weisen die üblichen Merkmale wie Schriftzug etc. auf. Die Höhe beläuft sich auf 4,1 cm und liegt damit am unteren Rand unseres Testfeldes. Das Kit sollte in den meisten Systemen ohne Probleme nutzbar sein.

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Auch hier interessiert uns natürlich das SPD:

SPD Patriot
SPD-Werte des Patriot-Kits

Auch hier zeigt sich eine augenscheinlich saubere SPD Programmierung, allerdings produzierte das Kit im Realtest zumindest auf unserer Kombination Probleme. Zwar lieferte das BIOS als Auslesewert für das XMP-Profil die korrekten Timings, der Startversuch scheiterte jedoch im XMP-Modus an automatisch gesetzten 10-11-10-27 Timings. Ob der Fehler hier am Board oder am RAM liegt, lässt sich leider nicht genau sagen, mit den beworbenen Timings von 11-11-11-30 lief das Kit jedoch ohne Probleme an. Etwas merkwürdig ist hier auch die Command Rate von 3T - eventuell hat sich deshalb das Mainboard etwas verschluckt. 

Eine Seriennummer ist nicht vorhanden, alle anderen notwendigen Werte sind aber vorhanden.  


Zuerst einmal zu unserem Testsystem:

Als Betriebssystem dient Windows Professional 64-Bit mit allen Updates und neuesten, finalen Treibern. 

Bevor es an den Benchmark ging, überprüften wir natürlich, wie viel "Luft" die Kits noch haben. Hierzu testeten wir in 3 Stufen: 

  1. Potential der Timings bei Höchsttakt laut Hersteller
  2. Maximaler Takt 
  3. Maximales Potential bei 1600 MHz

Damit sind die interessantesten Fälle abgedeckt. Bei den Kits mit 1,5 V Standardspannung haben wir für den Overclocking-Test zudem einen zweiten Lauf für den besten Takt unter 1,65 V angefügt. Für die Tests werden durch uns nur die Standardlatenzen und der Speichertakt verändert. Mit mehr Feintuning wäre sicher noch mehr Luft, würde allerdings den Rahmen des Tests vollends sprengen.

Übersicht der Testsamples
HerstellerBezeichnung1600 MHzBeste LatenzenBester Takt
ADATA AX3U2133XC4G10-2x CL 7-8-8-21 2133 MHz @ CL 9-11-11-30 2400 MHz @ CL 10-12-12-30
Corsair CMZ8GX3M2A2133C11R CL 7-9-8-21 2133 MHz @ CL 11-10-10-25

2200 MHz @ CL 10-11-11-27

2200 MHz @ CL 10-11-11-27 mit 1,65 v

Crucial BLE4G3D20001CE1TX0 CL 7-9-8-22 2000 MHz @ CL 9-11-9-27 2400 MHz @ CL 11-13-13-30
GeIL GOC38GB2133C10ADC CL 7-8-8-20 2133 MHz @ CL 10-10-10-25

2200 MHz @ CL 11-11-11-30

2400 MHz @ CL 10-11-11-30 mit 1,65 V

G.Skill F3-2400C10D-8GTX CL 7-8-8-20 2400 MHz @ CL 10-12-12-32

2400 MHz @ CL 10-12-12-32

( 2500 MHz @ CL 12-14-14-37 )

Kingston KHX2133C11D3T1K2/8GX CL 7-9-8-24 2133 MHz @ CL 9-11-11-27 2600 MHz @ CL 12-14-14-35
Patriot  PXD38G2400C11K CL 7-9-8-21  2400 MHz @ CL 11-11-11-30 2600 MHz @ CL 12-15-15-35

Die Werte unter 1600 MHz sind meistens recht ähnlich. Einige Kits hätten sicher auch tiefere Latenzen geschafft, auf Grund einer Anomalie beim Benchmark haben wir unter den Werten aber nicht mehr getestet, mehr dazu später.

Die Latenzverbesserungen bei Höchsttakt laut Hersteller schwanken teils recht stark. Einige Kits schaffen gar keine Verbesserung, hier wären Crucial, Patriot und G.Skill anzuführen. Bei Patriot und Trident liegt dies sicher am hohen Takt, bei Crucial an den schon angepassten Timings von Haus aus.

Beim Maximaltakt der 2400er rührt sich das Kit von G.Skill leider um kein MHz im Rahmen unserer normalen Testparameter - 2600 MHz waren nicht stabil zu bekommen. Bei einem Versuch der Übertaktung per Base Clock waren gerade noch 2500 MHz möglich bei relativ schlechten Timings, diese Werte liegen aber außerhalb des eigentlichen Testvorgehens, deshalb werden sie für die Benchmarks nicht berücksichtigt. Besser schlug sich hier das Kit von Patriot - 2600 MHz waren möglich, zwar nur unter relativ starken Timingänderungen, aber immerhin. Mehr Feintuning würde hier sicher noch etwas mehr rausholen.

Unter den 2133er Kits schlägt sich eindeutig das Kingston Kit am besten. Die Steigerung auf 2600MHz ist auch unter dem Latenzverlust erstaunlich, zumal man noch vor dem Kit von Patriot liegt. Das Kit hätte sicherlich auch mit den Timings sogar noch mehr Takt geschafft, allerdings hatten wir auch hier mit Anomalien beim Benchmark zu kämpfen, so dass wir hier den Test unterbrochen haben. 

Die restlichen 2133er hielten sich alle etwa im selben Bereich von 2200 MHz, das GeIL-Kit konnte bei 1,65V noch auf 2400 MHz verkürzen, eine ebenfalls beachtliche Leistung.

Das nominell schwächste Kit von Crucial schlug sich sehr gut: Eine Steigerung von 2000 MHz auf 2400 MHz bei den Timings ist definitiv eine Nummer. 2600 MHz waren sogar startbar, aber mit unserem Tuning nicht stabil zu bekommen. Das Potential bei mehr Tuning wäre aber sicher drin!


Kommen wir zu den eigentlichen Benchmarks, beginnend bei 1600 MHz:

 

Speicherdurchsatz 1600 MHz
Sandra-Speicherdurchsatz bei 1600 MHz

Der Benchmark zeigt eine Auffälligkeit, auf die wir hier näher eingehen möchten:

Schaut man sich die Werte genauer an, so stellt man fest, dass einige der Kits mit niedrigen Latenzen sehr stark abfallen gegenüber ihren Konkurrenten mit leicht höheren Werten, obwohl die Erwartung eigentlich sagt, dass niedrige Latenzen hier besser sein müssten. Im begrenzten Maß trifft das auch auf den Test zu, ab einer gewissen Latenz jedoch schlägt das Ergebnis um (die für unsere Kombination ermittelte Problemzone war bei <= CL 7-8-8-20 ). Bei allen Werten dieser Größe und drunter fiel die Leistung der Kits plötzlich um ~2 GB/s ab, was gut 10 Prozent der Leistung entspricht. Die Ursache hierfür konnte nicht näher bestimmt werden, nur dass diese "Schallmauer" vorhanden ist. Deshalb haben wir mit Werten unterhalb dieser Grenze nicht weiter getestet, es würde keine Verbesserung auf dem System bringen und wäre damit ohne Sinn.

Die Vermutungen nach der Ursache sind vielfältig und können beim Board (automatische Einstellungen, welche sich unter dieser Grenze negativ auswirken), bei der CPU (Memory Controller eventuell nicht ausgelegt für solche Kombinationen? Probleme im Zusammenspiel mit den Board ?) oder auch beim RAM liegen. Letzteres ist aber eher unwahrscheinlich, da das Problem mit mehreren Kits auftrat. Wir gehen diesen Umständen demnächst auf den Grund. 

Benchmark mit Standardsettings: 

Speicherdurchsatz bei Herstellerwerten
Sandra Speicherdurchsatz bei Herstellerwerten

Hier hingegen zeigt sich nahezu das erwartete Bild: Der Crucial-Speicher liegt am hinteren Ende, bedingt durch seinen geringen Takt. Auch die besseren Latenzen können den fehlenden Takt nicht ausbügeln. Die Überraschung findet sich aber kurz über den Vetrtretern aus dem Hause Crucial: Entgegen den Erwartungen schafft es der G.Skill-Speicher nicht wie der Patriot an die Spitze des Feldes, sondern liegt trotz 2400 MHz Takt am Ende des Feldes mit deutlichem Abstand zum gleichgetakteten Patriot. Die Ursache hierfür war durch uns nicht auszumachen, alle Latenzen waren so eingestellt, wie vom Hersteller vorgegeben, bei allen Kits, egal ob die 2400 durch Übertaktung oder als Stockwert erreicht wurde, stimmten die Werte. Die Ursache muss hier also beim Kit gesucht werden, da auch über 20 Durchläufe mit Restarts, BIOS-Anpassungen usw. keine Besserung brachten und sich die Lücke in gleicher Dimension auch bei anderen Taktraten auftat. Die Stabilitätstests bestand der Speicher jedoch ohne Probleme.

Benchmark mit OC-Settings:

Speicherdurchsatz bei maximalem OC
Sandra Speicherdurchsatz bei maximalem Overclocking

Die Ergebnisse sehen wie gewohnt aus: 2400 MHz obsiegt gegen die 2200-MHz-Riegel, niedrigen Latenzen entscheiden über die Platzierungen der Taktgruppen untereinander. Ganz oben steht der GeIL-Speicher bei 1,65 V lässt dieser dank guten Latenzen nichts anbrennen. Ansonsten liegen die Riegel bei jeweiligem Takt recht nah beieinander. Ausgenommen den G.Skill-Speicher gibt es hier keine Abweichler.

Einige Leser werden sich nun wundern, warum die 2600-MHz-Ergebnisse dort nicht zu finden sind. Eine Steigerung des Taktes über 2400 MHz hinaus führte dazu, dass der Speicherdurchsatz schlagartig zurückging und das um über 10-15 Prozent. Dadurch sinken sie weit hinter die Riegel mit einem Takt von 2400 MHz zurück, obwohl die Erwartung eigentlich etwas anderes sagt. Hier führten Recherchen im Web zu der Erkenntnis, dass wir nicht die einzigen mit dem Problem sind.

Auch andere große Internetseiten, welche in diesen Taktregionen getestet haben (leider sind das nicht sehr viele), haben dasselbe Problem festgestellt. Die Ursache ist wie auch bei uns unbekannt, die einzige Methode das Problem zu verkleinern: Auch die CPU muss übertaktet werden und zwar relativ stark. Das beseitigt das Problem nicht restlos, lindert aber den Effekt. Ein Benchen und Weitertesten in diesem Bereich wäre also nicht möglich, ohne die Testbedingungen komplett zu verschieben, was im Rahmen des Tests aber nicht möglich/angedacht war, sodass wir uns entschieden haben, auf diese Werte zu verzichten.


Nun ein Fazit nach solch einem Test zu ziehen ist schwierig. Die Kits verfolgen unterschiedliche Ansätze und liefern dementsprechend auch unterschiedliche Leistung. Bis auf die Extreme-Overclocking-Werte und den Leistungsabfall einiger Kits mit niedrigeren Frequenzen gibt es hier auch keine nennenswerten Ausrutscher, sodass letzen Endes der Nutzer an Hand seiner Bedürfnisse und des Preises entscheiden muss. Die Taktunterschiede offenbaren im Speicherdurchsatz einen gewissen Einfluss, wohingegen die Latenzen nur relativ kleine Vorteile bringen. Im Alltag, welcher nicht aus synthetischen Benchmarks besteht, sind die spürbaren/messbaren Unterschiede noch geringer. Somit sind die Kits in dieser Region vor allem für Anwender mit übertakteten CPUs und Enthusiasten gedacht.

Bild aller Samples
Alle Kits im Überblick

Sucht der User hier z.B. viel Leistung ohne Risiko, so muss er sich das Corsair- oder GeIL-Kit anschauen. Beide laufen auch auf hohem Takt mit 1,5 V, was den Vorgaben von Intel entspricht. Die 2133 MHz reichen hierbei durchaus für alle Belange aus, um die CPU zu unterstützen. Ist ihm die Garantie und die umstrittenen Folgen einer zu hohen Spannung für den Speichercontroller egal, so wird der Blick sicher auf das Patriot-Kit wandern. Durch die höhere Spannung und den hohen Takt ist das Kit, rein von der Leistung her, der ungeschlagene Favorit in unserem Test.

Risikofreudige Naturen und passionierte Overclocker können sicher beim Kingston einen Blick riskieren. Die im Test offenbarten Reserven sind enorm und sicherlich noch nicht am Ende.

 

Positive Aspekte des ADATA AX3U2133XC4G10-2x:

Negative Aspekte des ADATAAX3U2133XC4G10-2x:

 

Positive Aspekte des Corsair CMZ8GX3M2A2133C11R:

Negative Aspekte des Corsair CMZ8GX3M2A2133C11R:

 

Positive Aspekte des Crucial BLE4G3D20001CE1TX0:

Negative Aspekte des Crucial BLE4G3D20001CE1TX0:

 

 

Positive Aspekte des GeIL GOC38GB2133C10ADC:

Negative Aspekte des GeIL GOC38GB2133C10ADC:

 

Positive Aspekte des G.Skill F3-2400C10D-8GTX:

Negative Aspekte des G.Skill F3-2400C10D-8GTX:

 

 

 

Positive Aspekte des Kingston KHX2133C11D3T1K2/8GX:

Negative Aspekte des Kingston KHX2133C11D3T1K2/8GX:

 


Das Kingston Speicherkit KHX2133C11D3T1K2/8GX darf sich übe unseren Preis-Leistungs-Award freuen

 

 

Positive Aspekte des Patriot PXD38G2400C11K:

Negative Aspekte des Patriot PXD38G2400C11K:

 

Aufgrund seiner sehr guten Leistungen erhält das Patriot-Speicherkit PXD38G2400C11K unseren Excellent Hardware Award