2x 8GB im Test - GeIL EVO CORSA und G.Skill ARES

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logoDer DDR3-Markt ist hart umkämpft, unzählige Kits warten auf ihre Käufer, das riesige Angebot hält die Preise deutlich unten. Gerade im Bereich unter 16 GB gibt es für den Käufer eine Fülle von Möglichkeiten, sein Board mit entsprechendem RAM auszurüsten. Um sich hier von der Konkurrenz abzuheben, ist es für die Hersteller notwendig, mit den eigenen Kits durch Herausstellungsmerkmale zu trumpfen und so die Käufergunst zu erlangen. Für den Test erreichten uns zwei Speicherkits der Firmen G.Skill und  GeIL, welche mit einer Kapazität von 8 GB aufwarten und für den Dual-Channel Betrieb ausgelegt sind.

G.Skill liefert hierfür ein 8 GB Kit ab, das mit einer Frequenz von 1600 MHz läuft und mit den Timings von Cl 9-9-9-24 bei 1,5 V betrieben werden kann. Der volle Name des Kits ist [ARES] F3-1600C9D-8GAO und ist ab 45 Euro im Handel zu haben. Das Kit verfügt wie üblich in dieser Klasse über ein XMP-Profil.

Das zweite Sample stammt aus dem Hause GeIL und hört auf die Bezeichnung „GOC38GB1866C9DC“. Hinter dieser kryptischen Bezeichnung verbirgt sich ein GeIL EVO CORSA Kit der Gaming-Series von GeIL, welches mit einem maximalen Takt von 1866 MHz bei CL 9-10-9-28 aufwarten kann. Hierbei benötigt es ebenso wie das Kit aus dem Hause G.Skill nur 1,5 V und verfügt über ein entsprechendes XMP Profil. Verfügbar ist es in unserem Preisvergleich ab rund 45 Euro.

Beiden Kits haben neben dem Preis weitere Gemeinsamkeiten, beispielsweise die „lebenslange Herstellergarantie“. Welches Modul besser abschneidet, zeigt unser Test.

Die technischen Daten haben wir in der folgenden Übersicht zusammengefasst:

Übersicht technische Daten
 GeIL EVO CORSAG.Skill [ARES]
Typbezeichnung GOC38GB1866C9DC F3-1600C9D-8GAO
Kitgröße 2x 4 GB 2x 4 GB
Frequenz 1866 MHz 1600 MHz
Latenzen CL 9-10-9-28 CL 9-9-9-24
Betriebsspannung 1,5 V 1,5 V
Preisvergleich ab 45 Euro ab 45 Euro
Herstellerlink GeIL EVO CORSA G.Skill ARES

Auf den ersten Blick hat GeIL also einen leichten Vorteil aufgrund der höheren Taktfrequenz des Moduls. Die Timings sind bei beiden Kits für die gebotene Leistung in Ordnung.


Den Anfang bei der genaueren Betrachtung macht wieder das Kit aus dem Hause G.Skill.

Auf der optischen Seite gibt es  ein schwarzes PCB umrahmt von einem orangenen Heatspreader. Der Heatspreader weist wie üblich den Namenszug der Firma und des Kits auf und verfügt über kleinere Aussparungen, welche den Look aufwerten sollen. Ansonsten gibt es keine herausstechenden Merkmale. Das Kit weicht somit auch nicht von der Standardhöhe ab und dürfte bei den meisten Mainboard-Kühler-Kombinationen ohne Probleme passen.

Schauen wir auf das SPD, so sehen wir folgende Programmierung:

SPD G.Skill ARES
SPD Programmierung des G.Skill ARES DDR3-1600

Alle Stufen arbeiten mit 1,5 V und ermöglichen ein sauberes Booten auch mit einem niedrigeren Takt, falls das Board nicht mehr hergibt. Auffällig ist hierbei, dass auch eine Taktstufe oberhalb des beworbenen Maximums zu finden ist, jedoch mit deutlich entschärften Timings. Das XMP Profil wurde wie zu erwarten für 1600 MHz und die Timings 9-9-9-25 bei 1,5 V angelegt. Die Command Rate wird hier von G.Skill auf 2T gesetzt, ein übliches Vorgehen, um perfekte Stabilität bei vorgesehenem Maximaltakt zu erreichen.

Sämtliche anderen Einträge sind in Ordnung, eine Seriennummer hat G.Skill nicht mit ins Modul einprogrammiert.


Das Kit aus dem Hause GeIL hingegen liefert schon bei der Optik einen ganz anderen Eindruck, kommt hier doch der für die CORSA Reihen typische hohe Heatspreader zum Einsatz. Eingearbeitet ist hier der EVO Schriftzug, auf dem Heatspreader finden sich neben Datensticker wie auch beim ersten Kit zudem noch Hersteller und Name der Produktreihe. Unter dem auffälligen gelben Heatspreader verbirgt sich ein PCB, welches im schlichten Standardgrün auftritt. Dies ist ein wenig schade angesichts der sonstigen Aufmachung. Der Heatspreader hat zur Folge, dass das Kit eine Höhe von 47 mm erreicht, was für das ein oder andere System ein Hindernis darstellen könnte.

Der Blick auf die SPD Programmierung zeigt uns folgendes:

SPD GeIL Corsa
SPD Programmierung des GeIL EVO CORSA

Auch GeIL pflegt hier verschiedene Timings bis 800 MHz ein, um ein reibungsloses Starten auf allen Boards/Taktraten zu ermöglichen. Das XMP-Profil liefert die beworbene Frequenz von 1866 MHz bei 9-10-9-28 und einer Command Rate von 2T. Auch hier setzt man durchweg auf den Betrieb mit 1,5 V. Ein problematisches Bootverhalten sollte somit bei allen Mainboards ausgeschlossen sein.

Auch bei GeIL sind alle anderen Werte korrekt hinterlegt, während eine Seriennummer bei dem Modul ebenso nicht hinterlegt wurde.


Die Kits wurden auf einem relativ typischen Intelsystem getestet:

Als Betriebssystem kam Windows 7 Professional in der 64-Bit Variante zum Einsatz. Bios und Treiber waren jeweils auf der aktuellsten finalen Version.

Bevor wir die Kits durch den Speicherbandbreitentest schicken, wollten wir natürlich wissen, wie viel OC-Potential sie aufweisen. Als "Schwierigkeit" belassen wir hierbei die Spannung auf 1,5V. Hierzu wurden die Kits einmal bei Standardtakt auf eine Verbesserungsfähigkeit der Timings getestet. Beim zweiten Overclocking-Test wurden dann die Timings angepasst, um den Takt der Kits so hoch wie möglich zu treiben. Die Intelplattform lässt hier nur relativ große Sprünge zu, weshalb hier nur in den Abstufung 1600 - 1866 - 2133 MHz gestestet werden konnte. Diese Steigerungen sind schon eine ordentliche Hürde und verlangen einiges an Tuning bei den Latenzen, um einen stabilen Betrieb zu ermöglichen. 

Die Testergebnisse findet man in der folgenden Tabelle:

OC-Test bei 1,5 V
TestGeIL EVO CORSAG.Skill ARES
Latenzen 1600 MHz  CL 8-9-8-25-1T CL 8-9-8-22-1T
Latenzen 1866 MHz CL 9-10-8-22-1T CL 10-10-10-28-1T
Latenzen 2133 MHz - -

Beide Kits booteten auch ohne Probleme bei einer Command Rate von 1T. Das GeIL-Kit schafft zudem bei den Latenzen kleinere Steigerungen bei der tRP und tRAS. Das G.Skill-Kit offenbart hier schon einen Teil seiner Reserven, so lässt sich hier auch die Cas Latency um -1 verändern. Jegliche weitere Veränderungen führten bei beiden Kits zu Abstürzen spätestens beim Lasttest.

Das Ergebnis des Latenztestes schlägt sich dann auch im Overclocking-Test nieder, so ist es auch mit deutlichen entschärften Timings nicht möglich den GeIL RAM auf 1066 MHz zu betreiben. Die G.Skill hingegen lassen sich mit einigen Änderungen in den Latenzen auch auf dem höheren Takt von 933 MHz betreiben - eine gute Leistung. 

 


Natürlich haben wir auch versucht, ob die Module mit einem mehr an Spannung auch etwas mehr Overclocking schaffen. Leider ergab sich hierbei ein relativ enttäuschendes Bild. Beide Kits schafften in den unteren Takt-Bereichen keine Steigerung mehr. Auf 1833 MHz Takt schaffte das G.Skill immerhin geringfügig bessere Timings, das GeIL hingegen weigerte sich auch hier standhaft gegen Verbesserungen. Eine Steigerung für das G.Skill sollte dies in den Bandbreitenbenchmark allerdings nicht bedeuten, der Einfluss hält sich hier im Bereich der Messschwankungen.

Einen Gewinn beim Takt war mit beiden Kits nicht zu erreichen. Das GeIL bootete zwar noch auf 2133 MHz, jedoch war der Betrieb auch mit stark entschärften Timings von 12-15-15-38 nicht stabil zu bekommen. Für den Alltagsbetrieb und damit für die Tests entfällt dieser Takt also.

OC-Test bei 1,65 V
TestGeIL EVO CORSAG.Skill ARES
Latenzen 1600 MHz  CL 8-9-8-25-1T CL 8-9-8-22-1T
Latenzen 1866 MHz CL 9-10-8-22-1T CL 9-10-10-27-1T
Latenzen 2133 MHz - -

Natürlich wollten wir jetzt auch wissen, welche Leistung die Kits abliefern. Als Testsoftware diente uns hier der Speicherbandbreitenbenchmark aus dem verbreiteten Programm "Sandra" von SiSoftware.  Getestet wurden die Kits jeweils auf ihrem XMP-Profil und ihren maximalen OC-Werten. Für einen kleinen Vergleich wurde das GeIL-Kit zudem auf 1600 MHz mit OC Settings eingefügt sowie ein Vergleichswert eines DDR 1333er Kits.

 

Test Speicherbandbreite
Benchmark der Speicherbandbreite mittels "Sandra" (höhere Werte sind besser)

Hier hat ganz klar der GeIL-RAM die Nase vorn. Der höhere Grundtakt bringt ihm hier ein sattes Polster. Selbst wenn wir das G.Skill-Kit auf das DDR3-1866 Niveau übertakten, bleibt er hinter dem GeIL-Kit. Ursache hierfür sind klar die Latenzen, welche wir bei G.Skill-Kit für diesen Taktsprung entschärfen mussten. Im Gegenzug muss sich der GeIL-RAM mit seinen leicht schlechteren SPD Timings im DDR3-1600-Betrieb geschlagen geben. 

Hierbei bleibt festzuhalten, dass Sisoft Sandra allerdings auch relativ gut auf Timings- und Taktsteigerungen reagiert - in der Real-World-Performance bei Anwendungen, Spielen und anderen System-Benchmarks sind die Unterschiede zwischen beiden Modulen nur marginal.


Abschließend betrachtet kann man für beide Kits sagen, dass sie innerhalb ihrer Spezifikationen tadellose Arbeit abliefern. Beide Kits ließen sich ohne Probleme im Betrieb nehmen, die SPD sind sauber programmiert und die XMP Profile arbeiten ohne jede Kritik. 

Unterschiede gibt es bei den Kits, wenn man sich abseits der Herstellerangaben umsieht. So hat das G.Skill-Kit deutlich mehr Luft nach oben gehabt, wohingegen das GeIL-Kit nur wenig Latenztuning vertragen hat. Trotzdem kann es in den Leistungstests die Nase teilweise vorn halten, da es von Haus aus den besseren Takt hat.

 

Test Speicherbandbreite
Beide Kits auf einen Blick

Welches der beiden Kits ist nun also das Bessere? Das lässt sich so konkret nicht sagen, es kommt hier sehr auf die Ansprüche des Anwenders an. Braucht man das maximal Mögliche beim Takt, so ist der GeIL-Speicher empfehlenswerter. Der höhere Grundtakt mit besseren garantierten Timings sichert ihm hier die Führung. Kann man auf den höheren Takt hingegen verzichten und sucht ein 1600er Kit mit guten Timings, dann ist man bei dem G.Skill Kit auch gut aufgehoben. Da beide preislich identisch sind, erscheint das GeIL EVO Corsa interessanter.

Vorteile des GeIL EVO Corsa:

Nachteile des GeIL EVO Corsa::

 

Vorteile des G.Skill ARES:

Nachteile des G.Skill ARES: