Test: Low-Voltage-DDR3 Roundup

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lvlogoNeben typischen Overclocking-Modulen haben sich in den letzten Monaten vor allen Dingen Low-Voltage-Speichermodule als Neuheit im Handel eingefunden. Statt immer schneller und schneller versuchten viele Firmen, mit einem guten Mix aus Spannung und Performance den Käufer zu überzeugen. Das macht Sinn, denn ein extrem hoher Speichertakt ist oftmals nur mit einem extremen Aufwand erreichbar - und führt zudem nur zu einer geringen Performancesteigerung. Aus diesem Grund kann es mehr Sinn machen, lieber qualitativ guten Markenspeicher mit niedriger Spannung zu erwerben. Aus mehreren Gründen!

In diesem Test stellen wir vier DDR3-Module gegenüber: Zunächst haben wir von ADATA ein DDR3-1600-Kit aus der XPG-Serie mit Low-Voltage-XMP-Settings, zudem von Corsair aus der Vengeance-LP-Serie ein 1,35-V-Kit, weiterhin ein G.Skill-Sniper-Kit mit sogar nur 1,25 V Spannung und aus der Crucial Ballistix-Sport-Serie ein Kit mit 1,5 V und 1600 MHz. Alle Kits im Test sind Dual-Channel-Kits mit 2x 4 GB Modulen, also 8 GB Kapazität. Und alle laufen auch mit 1600 MHz und CL9, bis auf die Crucial Ballistix Sport, die mit CL10 betrieben werden sollen.

alles
Alle Kits im Überblick: Die 8-GB-Kits stammen von G.Skill, ADATA, Crucial und Corsair

Warum Low-Voltage-DDR3?

a) Energie sparen

Zunächst einmal ist Low-Voltage immer energiesparend - auch wenn dies bei Speichermodulen nicht wirklich einen großen Einfluss auf die Gesamtenergiebilanz eines Systems hat. Es kommen zwar heutzutage zwei bis vier Speichermodule in einem Desktop-System zum Einsatz, im Endeffekt konnten wir allerdings nur geringfügige Unterschiede messen:

 leistungidle

leistunglast 

Im Endeffekt sieht man also anhand des Beispiels mit zwei Speichermodulen, dass zwischen der geringsten einstellbaren Spannung (1,2 V) und der erhöhten Spannung (1,7 V) nur knapp 7 Watt mehr Verbrauch im Idle-Betrieb und nur knapp 6 Watt mehr Verbrauch im Last-Betrieb entstand. Pro Modul sind also 3 bis 3,5 Watt Mehrverbrauch auf dem Tacho.

Das hört sich wenig an, kann man bei Grafikkarten und CPUs doch weitaus mehr mit "Undervolting" oder der richtigen Auswahl des Produktes sparen - oftmals sind bei Grafikkarten und CPUs Unterschiede von 20 bis 50 Watt möglich, je nach Modell. Wenn man sich mit seinem System aber bereits in einem sehr guten Effizienzniveau bewegt, kann es durchaus einen Unterschied machen, ob man diese 7 Watt eben noch zusätzlich einspart. Bei unserem Sandy-Bridge-System wären von 1,65 V mit einem Standard-Speicher bei 1600 MHz auf 1,25 V mit den G.Skill Sniper immerhin 5 Watt weniger Verbrauch möglich - bei einem Gesamtsystemverbrauch von knapp 70 Watt sind dies immerhin fast 8 Prozent.

b) Overclocking-Potential

Denkt man etwas weiter, kommt man auch auf den zweiten Punkt: Bislang haben schnelle Speichermodule oftmals ICs verwendet, die eigentlich für den normalen Einsatz bei 1,5 V nach JEDEC-Spezifikation hergestellt worden sind. Mit einer erhöhten Spannung von 1,65 V laufen diese Chips dann aber auch auf höheren Frequenzen. Das validieren die Overclocking-Speicherhersteller mit unterschiedlichem Aufwand und verkaufen die Module dann mit 1866, 2133 oder 2400 MHz.

Umgekehrt funktioniert dies natürlich auch: Einige ICs laufen statt mit 1,5 V auch mit 1,35 V oder 1,25 V - und einige sind sogar für die niedrigeren Spannungen hergestellt worden. Entsprechend kann man diese Low-Voltage-Chips natürlich auch mit einer Spannung von 1,5 oder 1,65 V betreiben, um sie dann entsprechend zu übertakten.

Die Wette lautet hier also: Mit einem Kit, was schon bei 1,25 oder 1,35 V einen hohen Takt erreicht, kann man mit 1,5 oder 1,65 V so hoch kommen wie ein noch schnelleres Kit.

 

In unserem Test schauen wir uns die vier Kits unter folgenden Gesichtspunkten an:

Die Tests führen wir auf einem Intel DP67BG aus (P67-Chipsatz für Sockel 1155) mit einem Intel Core i5-2500K. Das Board ist zuverlässig in der Lage, auch niedrigere Spannungen solide einzustellen und liest XMP-Profile korrekt aus. Insofern gibt uns das Board eine valide Aussage über die tatsächlichen Timings und Frequenzen der Module. Die Stabilität bei den einzelnen Frequenzen testen wir mit MemTest.

Den Test beginnen wir alphabetisch mit ADATAs XPG DDR3-1600-Kit.


ADATA schickte uns das DDR3-1600 Low-Voltage-Kit aus der XPG-Serie. ADATA hat auch zudem eine XPG-2.0-Serie im Angebot, diese ist allerdings eher für den Overclocker ausgelegt und hat massivere Heatspreader. Die 16 Chips auf dem grünen PCB des Low-Voltage-Kits verstecken sich unter einem klassischen schwarzen Heatspreader. Das Kit besitzt Timings von 9-9-9-24, die bei 1,35 V erreicht werden. Ein XMP-Profil bringt es auch mit.

ADATA XMP-Series DDR3-1600
Modulbezeichnung AXDU1600GC4G9-2G
Kapazität 2x 4 GB
Frequenz 1600 MHz
Timings 9-9-9-24
Spannung 1,35 V
XMP ja

Bei uns im Preisvergleich ist das Kit zu einem Preis von 45 Euro zu haben, es gehört also zu den günstigeren Kits am Markt.

Keine Probleme zeigten sich beim Betrieb der Module in unterschiedlichen Plattformen. Wir testeten die Kits mit Auto-Settings auf einem ASUS Crosshair IV Extreme mit AMD FX-8150, ebenso mit einem Core i7-3960X auf einem Sabertooth X79 im Dual-Channel-Betrieb. Auch auf Z68 und dem P67-Testmainboard zeigten sich keine Probleme.

Das SPD-EEPROM des ADATA-Kits ist gut programmiert, worin auch die Ursache für den problemlosen Betrieb zu finden ist:

adataspd
Gute Programmierung: Ein XMP-Profil mit 1600 MHz und 1,35 V ist enthalten.

Das Kit weist sowohl ein XMP-Profil auf wie auch diverse Fallback-Frequenzen mit sinnvoller Programmierung. Zudem hat ADATA auch die Hersteller- und Modulkennung ordentlich hinterlegt. Wie meistens fehlt nur eine Seriennummer, was bei Testsamples in der frühen Produktion allerdings oftmals vorkommt. Insofern ist das SPD-EEPROM aus vollständig zu werten.

In unseren Performance-Tests schnitt das Kit ordentlich ab:

Performance-Check: ADATA XPG DDR3-1600 Low Voltage
Frequenz und Spannungenerreichte Timings
DDR-1333 1,25 V  7-7-6-15 1t
DDR3-1600 1,25 V  8-8-7-18 1t
DDR3-1600 1,35 V  8-8-7-17 1t
DDR3-1600 1,5 V  8-8-6-15 1t
DDR3-1866 1,65 V  10-10-9-21 1t
maximaler Takt 1,65 V  -

Die niedrigste Spannung, auf der das Kit bei 1600 MHz anlief, war 1,2 V - also der niedrigste Wert, den wir beim Intel DP67BG einstellen konnten. Auch die restlichen Timings sind in Ordnung. Das Kit ist etwas schneller als in der Spezifikation vorgesehen, deshalb sind die Ergebnisse durchaus zufriedenstellend. Als große Übertakterhoffnung sind die ADATA-Kits aber nicht gedacht.


Von Corsair kam ein weißes Kit - so etwas hatten wir auch noch nie. Die Vengeance LP sind mit einem hellen Heatspreader ausgestattet, weshalb es durchaus eine Herausforderung war, auf weißem Untergrund gute Fotos zu machen. Im System sehen die Module aber in der Tat nicht schlecht aus und strahlen auffällig, wobei man sie durch Anleuchten mit LEDs auch noch entsprechend einfärben könnte. Optisch sind sie also etwas Besonderes, aber natürlich interessiert uns auch das Innenleben.

Unter den weißen Heatspreadern stecken Dimms, die den ADATA recht ähnlich sind: Auch hier stehen 1600 MHz Frequenz auf dem Spezifikations-Zettel, analog können bei dieser Geschwindigkeit 9-9-9-24 als Timings eingestellt werden. Letztendlich ist auch die Spannung mit 1,35 V identisch. Die Kapazität der Module beträgt 2x 4 GB, die 16 ICs befinden sich jedoch auf einem schwarzen PCB, das natürlich besser zum weißen Heatspreader passt.

Corsair Vengeance LP DDR3-1600
Modulbezeichnung CML8GX3M2A1600C9W
Kapazität 2x 4 GB
Frequenz 1600 MHz
Timings 9-9-9-24
Spannung 1,35 V
XMP ja

Bei uns im Preisvergleich ist das Kit zu einem Preis von 45 Euro zu haben, auch hier sind wir also vom Preisbereich durchaus in einem sehr attraktiven Bereich.

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Wie das ADATA-Kit jagten wir auch die Corsair Vengeance LP durch unseren Stabilitätstest. Auch die Vengeance zeigten keine Schwächen und liefen sowohl im AM3+-Mainboard, wie auch im X79-, Z78- und P67-Mainboard ohne Probleme.

Bei einem Blick auf das SPD-EEPROM wird klar, warum dies so ist:

corsair
Alles enthalten: Corsair integriert sogar eine Seriennummer, geht zur Sicherheit aber auf 2t Command Rate.

Mit diesen Frequenzen kann jedes Mainboard auch etwas anfangen, wenn es sich an einigen Timings verschluckt: Kennt das Board kein XMP, läuft es mit relaxten Einstellungen und spezifizierten 1,5 V und 1333 MHz ohne Probleme. Das XMP-Profil enthält die spezifizierten Timings mit 2t Command Rate, sodass hier auch keine Probleme zu erwarten sind. Wer möchte kann natürlich die Timings mit dem schnelleren 1T Setting auch manuell einstellen. Interessant ist, dass Corsair hier neben der Herstellerkennung und der Modulkennung auch eine Seriennummer vorweisen kann.

Auch hier kommen wir zu unserem Performance-Check der Module:

Performance-Check: Corsair Vengeance LP DDR-1600
Frequenz und Spannungenerreichte Timings
DDR-1333 1,25 V 8-8-8-18 1t
DDR3-1600 1,25 V 9-9-8-24 1t
DDR3-1600 1,35 V 8-9-9-28 1t
DDR3-1600 1,5 V 8-9-8-24 1t
DDR3-1866 1,65 V 9-10-10-24 1t
maximaler Takt 1,65 V 11-11-11-28 1t bei 2133 MHz

Mit einem Takt von 2133 MHz liegen die Low-Voltage-Module natürlich hervorragend. Hier ist also wirklich der auf der ersten Seite erwähnte Geheimtipp zu finden, denn die 1,35-V-Module laufen mit 1,65 V auf Taktraten, die ansonsten nur von High-End-OC-Modulen erreicht werden. Die Latenzzeiten muss man zwar stark absenken, aber dies ist bei Intel-Systemen nicht wirklich schlimm. Aber selbst wenn die 2133 MHz aufgrund von Serienschwankungen nicht laufen sollten, liefern die weißen Vengeance eine sehr gute Leistung bei niedrigem Preis. Bei 1600 MHz war auch noch ein Betrieb mit 1,2 V und 9-9-9-28 1t möglich.


Die Crucial Ballistix Sport, so könnte man eigentlich kritisieren, sind gar keine Low-Voltage-Dimms: Letztendlich laufen sie mit einer Spannung von 1,5 V und entsprechen deshalb eher der JEDEC-Norm. Mit 1,5 V gehört das Kit unter den DDR3-1600-Modulen aber bereits zur Low-Voltage-Riege, da viele DDR3-1600-Kits mit 1,65 V betrieben werden müssen. Aus diesem Grund haben wir es in den Test mit aufgenommen, auch wenn es letztendlich etwas unterlegen ist.

Die sonstigen Eckdaten sind mit denen der restlichen Kits aber fast identisch: Das DDR3-1600-Kit besteht aus zwei 4-GB-Modulen, die allerdings nur mit 10-10-10-28 als Timings betrieben werden sollen. Das Kit ist bei 1,5 V also etwas langsamer als die Konkurrenz. 16 ICs sitzen hier auf einem grünen PCB, der Heatspreader ist allerdings sehr knapp gehalten und eher eine dünne Schutzschicht wie bei einem 100-m-Läufer.

Crucial Ballistix Sport DDR3-1600
Modulbezeichnung BL2KIT51264BA160A
Kapazität 2x 4 GB
Frequenz 1600 MHz
Timings 10-10-10-28
Spannung 1,5 V
XMP ja

Bei uns im Preisvergleich ist das Kit schon zu einem Preis von 40 Euro zu haben, es ist also das günstigste Kit im Test - entsprechend der etwas langsameren Spezifikation.

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Das SPD-EEPROM des Crucial-Kits ist vollständig programmiert, allerdings hatten wir im Test Probleme mit dem Auslesen der Fallback-Frequenzen. Crucial hinterlegt Timings und Frequenzen in 80-MHz-Schritten, beginnend bei 880 MHz / CL11 abwärts bis 400 MHz / CL5. Optimal ist dies leider nicht.

crucialspd
Crucial Ballistix Sport: Mit 800 MHz und nur 10-10-10-28 programmiert

Die Programmierung stellte sich allerdings nicht als Problem dar, denn in unseren Praxistests in den vier Mainboards mit unterschiedlichen Chipsätzen und CPUs kamen wir ohne Startschwierigkeiten zurecht.

Die restliche Programmierung ist gut gelöst, neben der Modulkennung und der Hersteller-ID ist die Seriennummer mit angegeben. Erfreulicherweise ist das XMP-Profil korrekt angelegt und funktionierte in unserem Test auch ohne Probleme.

Somit starten wir auch hier durch mit dem Leistungsvergleich:

Performance-Check: Crucial Ballistix Sport DDR-1600
Frequenz und Spannungenerreichte Timings
DDR-1333 1,25 V 8-8-6-15 1t
DDR3-1600 1,25 V 9-10-10-24 1t
DDR3-1600 1,35 V 9-9-8-21 1t
DDR3-1600 1,5 V 9-9-7-18 1t
DDR3-1866 1,65 V -
maximaler Takt 1,65 V -

Die Crucial Ballistix Sport schafften leider nur einen maximalen Betrieb mit den spezifizierten Frequenzen. Ein Übertakten auf 1866 MHz gelang uns auch mit 1,65 V nicht. Bei 1600 MHz lieferten die Module gute Werte bei 1,5 V und darunter, die auch unterhalb der Spezifikation lagen. Auch war ein Betrieb mit 1,25 V möglich - bei 1,2 V booteten die Module aber leider nicht mehr.


Das letzte Kit im Test ist das mit der niedrigsten Spannung: Nur 1,25 V gibt G.Skill für den Betrieb der Sniper-Module an, die mit 1600 MHz trotzdem noch genauso schnell arbeiten wie die Konkurrenz. Trotz der niedrigen Spannung ist es auch noch möglich, die Module mit guten Timings von 9-9-9-24 zu betreiben. Insofern sind die Sniper-Module also nominell schon einmal die Nr. 1 im Test.

Optisch machen sie auch einiges her: Anstatt eines langweiligen Heatspreaders hat G.Skill ein schwarzes Gewehr auf die angerauten Heatspreader gestanzt. Die Sniper-Module machen ihrem Namen also alle Ehre. Hinzu kommt, dass das Kit ein schwarzes PCB hat - es sollte sich also in einen Gaming-PC hervorragend einfügen. Auch dieses Kit setzt pro Modul auf 16 ICs, um die 4 GB pro Modul zu erreichen.

G.Skill Sniper DDR3-1600
Modulbezeichnung F3-12800CL9D-8GBSR2
Kapazität 2x 4 GB
Frequenz 1600 MHz
Timings 9-9-9-24
Spannung 1,25 V
XMP ja

Bei uns im Preisvergleich ist das Kit schon zu einem Preis von 45 Euro zu haben, es liegt also trotz der etwas besseren Werte für die Spannung auf einem Niveau mit der Kits von ADATA und Corsair.

{jphoto image=20200}

Auch hier testeten wir natürlich die Funktionalität auf unterschiedlichen Plattformen. Mit Auto-Settings hatte das Kit keine Probleme auf AMD- und den getesteten Intel-Plattformen, da hier 1,5 V Spannung eingestellt werden. Wenn man die 1,25 V nutzen will, muss man natürlich ein Mainboard finden, welches auch derart niedrige Spannungen einsetzen kann - das kann durchaus ein Problem werden, während bei 1,35 V noch die meisten Mainboards entsprechende Einstellungen mitbringen.

Das SPD-EEPROM haben wir uns natürlich auch beim G.Skill-Kit genauer angesehen - auch hier gab es kleinere Probleme beim Auslesen mit CPU-Z:

gskillspd
Sniper: Mit 2t Command Rate aber nur 1,25V ist das Kit im Vergleich das extremste. 

Die Einstellungen für die Fallback-Frequenzen scheinen hier falsch zu sein - allerdings kann CPU-Z das SPD-EEPROM wohl nicht korrekt auslesen. Die Probanden stellten allerdings bei Auto-Settings das Modul korrekt auf 9-9-9-28 und 1,5 V bei 1333 MHz ein.

Eine Seriennummer hat G.Skill für die Module nicht hinterlegt, aber eine ausführliche Hersteller- und Modulkennzeichnung. Hinzu kommt das XMP-Profil, welches allerdings nicht mit den spezifizierten Timings, sondern mit 9-9-9-25 programmiert ist. Hinzu kommt eine Command Rate von 2T und 1,25 V Spannung - man ist hier also etwas vorsichtiger, damit das Kit auch im XMP-Betrieb sauber läuft. Wer 1T Command Rate und 9-9-9-24 einstellen will, muss dies manuell vornehmen.

Und auch beim letzten Kit kommen wir nun zu unserem Leistungs-Check:

Performance-Check: G.Skill Sniper DDR-1600
Frequenz und Spannungenerreichte Timings
DDR-1333 1,25 V 7-7-5-15 1t
DDR3-1600 1,25 V 8-8-7-21 1t
DDR3-1600 1,35 V 8-8-7-21 1t
DDR3-1600 1,5 V 8-8-6-18 1t
DDR3-1866 1,65 V 9-9-8-20 1t
maximaler Takt 1,65 V 10-10-9-28 1t bei 2133 MHz

Wie die Corsair Vengeance LP schaffen auch die G.Skill Sniper den Schritt auf 2133 MHz - und das sogar mit noch besseren Timings. Mit 10-10-9-28 liegen die Module auf dem Niveau guter Overclocking-Speichermodule. Insofern darf man sich hier am niedrigen Preis erfreuen, der natürlich weit niedriger ist als der von Kits, die 1866 oder 2133 MHz garantiert schaffen. Eine Garantie hat man bei den G.Skill Sniper natürlich auch nicht.

Auch die Performance im normalen, spezifizierten Bereich kann sich sehen lassen - und natürlich schaffen die Module, die in der Spezifikation schon mit 1,25 V laufen, auch die niedrigste Spannung von 1,2 V ohne Probleme.


Alleine aufgrund eines grünen, ökologischen Gewissens muss man sich keine Low-Voltage-Dimms kaufen. Die Einsparungen sind nur sehr gering, mehr Sinn macht es dann, auf eine stromsparende CPU oder eine stromsparende Grafikkarte zu setzen. Wer allerdings ein möglichst Strom sparendes System aufbauen will, kann auch ein paar Watt mit den Low-Voltage-Dimms sparen - und da sie nicht wirklich teurer als Standard-Speicher sind, gibt es auch keinen Grund gegen den Einsatz der Spannungskünstler.

Mit 1,25V hat G.Skill das Kit mit dem niedrigsten Stromverbrauch: Die 1,25V der Sniper-Module muss man aber erst einmal auf einem Mainboard einstellen können. Mit den XMP-Settings gelingt dies bei allen Speicherkits ohne Probleme, manuell bieten die meisten höherwertigen Mainboards ebenso Einstellungen im BIOS an. Erfreulich ist, dass alle Kits in diesem Test auf den vier getesteten Plattformen ohne Probleme stabil liefen.

schlusss
Keines fällt aus der Reihe: Eine gute Qualität konnten alle vier Kits aufweisen.

Die Einzelkritik:

Das ADATA XPG Series DDR3-1600-Kit ist ein gutes Allround-Speicherkit: Es ist zu einem niedrigen Preis verfügbar, hat gute Vorgaben mit 1,35 V und 1600 MHz und erreichte in unserem Test auch gute Performancewerte. Hinzu kommt eine solide SPD-Programmierung, eine gute Kompatibilität und ein klassisches Aussehen - insofern macht ADATA hier nichts falsch. Im Vergleich hat das Kit es aber schwer, da Corsair und G.Skill mit höheren Taktraten punkten konnten.

Die Corsair Vengeance LP DDR3-1600 durch ihre gute Übertaktbarkeit überzeugen, die es zusätzlich zu den bereits guten Standardwerten auszeichnet. Die weißen Heatspreader sind sicherlich nur etwas für Liebhaber, aber das Outfit ist etwas Besonderes. Die Performance-Ergebnisse sind zwar nicht ganz so hoch wie die von G.Skill, dafür kann sich das Kit mit einer etwas besseren SPD-Programmierung abheben. Insofern zücken wir hier den Preis-Leistungsaward:

Corsair Vengeance LP DDR3-1600: Preis-Leistungs-Award

Die Crucial Ballistix Sport DDR3-1600 hatten es im Test etwas schwer: Sie erreichten nur eine mäßige Performance und waren auch schon bei der Spezifikation aufgrund der höheren Spannung im Nachteil. Insofern war hier höchstens der Preis als besonders anzusehen, aber ob man nun weitere 5 bis 10 Euro für ein 8-GB-Kit sparen muss, wagen wir zu bezweifeln. Die anderen Kits im Test zeigten auf jeden Fall eine größere Performance-Bandbreite, die einem im Endeffekt beim Tunen helfen kann. Qualitativ ist das Kit jedoch in Ordnung.

Bleiben die G.Skill Sniper DDR3-1600 - das Kit überzeugte uns durch eine Performance, wie man sie sonst nur von Overclocking-Modulen erhält. Die 1,25 V Spannung im Betrieb bei 1600 MHz zeichnen das Kit natürlich auch aus. Die Heatspreader sind sicherlich genauso polarisierend wie die weißen Heatspreader der Corsair-Module. Wem sie gefallen, der kann aber ohne Bedenken zugreifen, denn der Preis und die Qualität des Moduls stimmt. Die kleinen Problemchen beim SPD-EEPROM macht das Modul durch eine bewiesene gute Kompatibilität weg. Insofern ziehen wir hier den zweiten Award, nicht nur aufgrund der hervorragenden Performance:

G.Skill Sniper DDR3-1600: Preis-Leistungs-Award

Zuletzt ein kleines Schlusswort: Alle vier Kits sind zu einem Preis von knapp 45 Euro im Handel erhältlich (Preisvergleichlinks unter "Weitere Links"). Das ist für ein 8-GB-Kit ein wirklich günstiger Preis, zu dem man ohne Bedenken zuschlagen kann. Insofern haben alle günstigen vier Kits im Test eine durchaus gute Leistung gezeigt, Corsair und G.Skill setzen der Performance mit guten Overclocking-Werten noch die Krone auf.