Test: 2x 8 GB - ADATA XPG und G.Skill RipJaws

Veröffentlicht am: von
adata-gskill-logo_neuEs ist Speicher-Testzeit - dieses Mal handelt es sich bei den von uns getesteten Kits allerdings nicht um Modelle für Intels Core-Serie, sondern um Dual-Channel-Kits die auch im AMD-Bereich eingesetzt werden sollen. Die Testkandidaten sind jeweils 2x 4 GB schwer und kommen aus dem Hause ADATA und G.Skill. Da es sich um Dual-Channel-Speicherkits für AMD handelt, haben wir uns dazu entschieden diese auch ausschließlich auf der AMD-Plattform zu testen. Was ADATAs Speicher aus der XPG-Serie und G.Skills RipJaws zu leisten im Stande sind, versuchen wir auf den folgenden Seiten zu klären.

Die genaue Bezeichnung des ADATA Kits lautet AX3U1600XC4G79-2X. Hier versteckt zu finden ist die Tatsache, dass es sich um 4-GB-Module handelt, die mit 1600 MHz spezifiziert sind. Auch ein Hinweis auf die Timings wird bereits gegeben - CL7-9-7-21. Mit einer Spannung von 1,65 Volt lässt ADATA den Speicher etwas über den DDR3-Spezifikationen laufen, was hier aber nur eine untergeordnete Rolle spielt. Angeboten wird das 8-GB-Kit in unserem Preisvergleich zu einem Preis ab 100 Euro. ADATAs Kit ist zwar nicht explizit für AMD gemacht, da es auch XMP-Profile besitzt, aber es soll hier ebenso gut performen.

Weiter geht es mit den RipJaws von G.Skill. Deren Bezeichnung lautet F3-14900CL9D-8GBXL und auch daraus lassen sich gleich einige Informationen gewinnen. Das 8-GB-Kit ist mit 1866 MHz spezifiziert. Die Timings liegen dann bei CL9-10-9-28 bei einer Betriebsspannung von 1,5 Volt. Das ist insoweit beachtlich, dass G.Skill eine höhere Frequenz bei niedriger Spannung erreicht. Allerdings könnte dies auch bedeuten, dass ADATA mehr Spielraum für das Overclocking lässt. Für das Kit von G.Skill spricht schon einmal der Preis, denn es ist in unserem Preisvergleich ab 60 Euro zu finden. Auch das G.Skill-Kit hat ein XMP-Setting - somit wäre es auch möglich, das Kit in einem Intel-System einzusetzen.

adata-gskill-1

Die Spezifikationen der Module haben wir in der folgenden Tabelle zusammengefasst:

ADATA XPG
G-Skill RipJaws X
Typbezeichnung AX3U1600XC4G79-2X F3-14900CL9D-8GBXL
Kitgröße 2x 4 GB
2x 4 GB
Verwendete ICs Hynix H5TQ2GB3BFR
Hynix H5TQ2GB3BFR
Frequenz 1600 MHz 1866 MHz
Timings 7-9-7-21 9-10-9-28
Arbeitsspannung 1,65 Volt 1,50 Volt
Preisvergleich ab 100 Euro ab 60 Euro

Auf der nächsten Seite schauen wir uns das SPD-EEPROM und die Besonderheiten der Module an. 


Beginnen wollen wir dem ADATA-Kit. Optisch kommt es eher schlicht daher: Das grüne PCB ist normaler Standard, darüber kommt ein grauer Heatspreader zum Einsatz. Die normale Bauhöhe der Module sollte dazu führen, dass es mit keinem Kühlkörper im System zu Konflikten kommt. Die Optik ist aber natürlich wie immer nur Beiwerk.

adata-xpg-1adata-xps-2

Schauen wir auf die SPD-Programmierung, so sieht man aber wieder, dass bei einem Speichermodul eigentlich nur die inneren Werte zählen:

adata-spd

ADATA hat das SPD wie oben abgebildet programmiert. Mit jeweils 1,5 Volt sieht man zwei Frequenzen mit den dazugehörigen Timings vor - 1218 MHz bei 8-8-8-22 und 1370 MHz bei 9-9-9-25. Eines der XMP-Profile lässt die Module auf 1600 MHz und Timings von 9-9-9-24 bei einer Spannung von 1,35 Volt arbeiten. Aus den Vollen schöpfen will ADATA bei 1,65 Volt mit ebenfalls 1600 MHz, allerdings schärferen Timings von 7-9-7-21.

Die Programmierung des Moduls ist ordentlich, eine Seriennummer ist hingegen nicht eingetragen. Dafür sind wir mit den hinterlegten Frequenzen und den üblichen Daten aber sehr zufrieden.


Nun wollen wir uns die G.Skill RipJaws X einmal etwas genauer anschauen. Im Vergleich zu den ADATA-Modulen sind diese deutlich optisch auffälliger, mit dem großen roten Heatspreader und etwas größerer Bauhöhe. Hinzu kommt ein schwarzes PCB, sodass sich dieses Kit auch an Anwender richtet, die optisch etwas Besonderes haben möchten. Einen Performance-Effekt hat der andere Heatspreader aber nicht.

gskill-ripjaws-1gskill-ripjaws-2

Auch hier werfen wir einen Blick auf die SPD-Programmierung:

gskill-spd

Drei SPD-Settings sieht G.Skill vor. Allesamt arbeiten mit einer Spannung von 1,5 Volt. Die Frequenzen und Timings reichen von 1244 MHz bei 7-7-7-22 über 1422 MHz bei 8-8-8-25 bishin zu 1600 MHz bei 9-9-9-28. Das einzig vorhandene XMP-Setting spricht die Module mit 1866 MHz bei Timings von 9-11-9-29 an. Hier sieht G.Skill auch eine Command Rate von 1T vor.

Auch hier gibt es bei der Programmierung keine Kritikpunkte. Die Seriennummer fehlt hier zwar ebenfalls, aber die wichtigen Werte wurden ordentlich hinterlegt.

Auf der nächsten Seite werfen wir einen Blick auf die Performance der Module.


Die Module testen wir auf einem mehr oder weniger typischen AMD-System. Zum Einsatz kamen die folgenden Komponenten:

Als Betriebssystem setzen wir Windows 7 Ultimate in der 64-Bit-Variante ein. Es sind neueste Treiber installiert. 

Zuerst versuchten wir bei beiden Speicherkits für fixe Latenzen und einer Spannung von 1,5 Volt die entsprechend maximalen Frequenzen zu erreichen.

ADATA XPG G.Skill RipJaws X
CL6-6-6-18 1T 605 MHz 686 MHz
CL7-7-7-21 1T 756 MHz 816 MHz
CL8-8-8-24 1T 852 MHz 915 MHz
CL9-9-9-27 1T 906 MHz 997 MHz
CL10-10-10-30 1T - 1012 MHz

Die Stabilität der Module auf den jeweiligen Frequenzen testen wir mit Memtest und unter Windows mit dem Tool 7-Zip, welches den Speicher bei großer Wörterbuchgröße extrem beansprucht und somit relativ schnell ein instabiles System offenbart.

Neben den Frequenzen spielen aber auch die Latenzen eine entscheidende Rolle und auch hier versuchten wir aus den Speicherkits das Maximum heraus zu holen.

ADATA XPG G.Skill RipJaws X
DDR3-1333 CL7-8-6-12 1T (1,50 Volt) CL6-6-6-18 1T (1,50 Volt)
DDR3-1600 CL7-9-7-18 1T (1,65 Volt) CL7-7-7-21 1T (1,50 Volt)
DDR3-1866 CL9-10-9-28 1T (1,65 Volt) CL8-8-8-24 1T (1,50 Volt)
DDR3-2000 CL10-10-10-28 1T (1,65 Volt) CL9-10-9-28 1T (1,65 Volt)
DDR3-2133 - -

Auch hier erfolgte ein Test der Stabilität mittels Memtest und 7-Zip.


In einigen Benchmarks wollen wir versuchen, die Performance der Module zu visualisieren.

Ein paar generelle Worte: Zu beachten ist, dass die Real-World-Unterschiede (z.B. in Spielen) beim Test auf einer Frequenz eher innerhalb der Messgenauigkeit liegen.

Die gemessene Performance bei den drei genannten Benchmarks:

bench1

bench1

bench1

Auf der nächsten Seite kommen wir zum Fazit.


Wir konnten mit beiden Speicherkits ähnliche Ergebnisse erreichen. Grundsätzlich zeigen sich die G.Skill RipJaws X etwas freudiger für höhere Frequenzen. Gleiches gilt auch für die Timings. Allerdings war dies von Anfang an auch zu erwarten, denn ADATA gibt mit 1,65 Volt auch eine höhere Betriebsspannung als G.Skill mit 1,5 Volt an - verwenden allerdings die gleichen ICs, was für gleiche Ausgangsbedingungen spricht.

Sowohl die G.Skill RipJaws X wie auch die ADATA RGP schafften DDR3-2000 bzw. 1000 MHz. Die Module von ADATA erreichten dabei Timings von CL10-10-10-28 1T - im Vergleich dazu schafften die G.Skill RipJaws X CL9-10-9-28 1T. Beide mussten mit 1,65 Volt betrieben werden.

adata-gskill-1

Will man fixe Timings als Maßstab nehmen, so schaffen die ADATA RPG bei CL6-6-6-18 1T immerhin 605 MHz. Bei gleichem Setting schafften die G.Skill RipJaws X schon 686 MHz. Interessant ist aber, welche Ergebnisse für 1,5 Volt erreicht werden. Hier erzielten wir mit den ADATA RPG bei DDR3-1333 Timings von CL7-8-6-12 1T. Bei den G.Skill RipJaws X schafften wir DDR3-1866 bei Timings von CL8-8-8-24 1T.

Wer auf der Suche nach Speicher ist, der vom Hersteller mit 1,65 zertifiziert wird, der sollte sich die ADATA RPGs einmal etwas genauer anschauen. Aufgrund des geringeren Preises bei höheren Taktraten sowie den guten Timings vergeben wir den G.Skill RipJaws X den Preis/Leistungs-Award.

Weiterführende Links: