Das letzte DDR-SDRAM-Roundup

Veröffentlicht am: von

DDR-SDRAM-Tests haben Tradition bei uns - 25 Speicherriegel mit einem Rating von DDR400 oder höher haben wir uns in den letzten Monaten angesehen. Dabei waren günstige Schnäppchen, die sich als hervorragende Modelle entpuppt haben und auch teure High-End-Speicher, die nicht wirklich in die Gänge kamen. Mit dem heutigen Test werfen wir ein letztes Mal einen Blick auf den DDR-SDRAM-Speicherstandard und testen fünf weitere Speicherriegel, die wir bislang noch nicht im Test hatten. Diesmal sind es allesamt Luxus-Speicherriegel unterschiedlicher Marken - mit dabei sind diesmal Corsair, TwinMOS, ADATA und GeIL.

Fünf Speicherriegel stehen also auf dem Prüfstand :

Die Ausrichtung der Speicherriegel ist dabei unterschiedlich. Der Corsair TwinX-1024 3200XLPro ist beispielsweise ein Speicher, der vor allen Dingen mit niedrigen Latenzzeiten glänzen soll. Er kann bei DDR400-Settings mit schnellen Latenzen (2-2-2-5-1) betrieben werden und eignet sich damit vor allen Dingen für den AMD-Bereich. Die Module von ADATA, TwinMOS und GeIL hingegen sind für hohe Frequenzen ausgelegt - sie schaffen einen Bustakt von 250 Mhz oder mehr schon ohne Overclocking und werden vom Hersteller für derartig hohe Frequenzen optimiert. Dafür laufen sie auf schlechteren Latenzzeiten, meistens mit 3-4-4-8.

Wir haben es schon angesprochen : Wahrscheinlich wird dies das letzte DDR-SDRAM-Roundup bei Hardwareluxx, wenn nicht noch der eine oder andere Hersteller einen Lichtgeschwindigkeits-Speicherriegel auf den Markt bringt. DDR2 ist nämlich im Kommen, die ersten Mainboards mit dem neuen Speicherstandard befinden sich schon im Handel und Intel wird in Zukunft fast ausschließlich bei den neuen Prozessoren im Sockel 775 auf diesen Speichertyp setzen. Da wir praktisch eine komplette Marktübersicht bereits getestet haben, greifen wir auch auf dieselbe Testplattform zurück - unser ASUS P4C800-E Deluxe hat sich bereits bei hohen Frequenzen sehr gut geschlagen, der Pentium 4 ES ermöglicht hohe Taktfrequenzen bezüglich des FSBs, ohne den Prozessor zu übertakten. Maximal bekamen die Module dabei bei den OC-Tests 2.85V Spannung. Zusätzlich testen wir wie immer die Kompatibilität - diesmal auch mit einem ASUS A8V Deluxe und einem Athlon 64 3800+, führen darauf aber wieder keine Leistungstests durch, da das Board schon bei knapp 220 Mhz instabil wurde. Das Testsystem wollen wir auch nicht noch einmal erläutern - deshalb verweisen wir hierfür auch auf ein früheres Review.

Auf den nächsten Seiten werden wir den Speicherriegeln jeweils eine Seite widmen und am Ende die Leistung visualisieren. In einem Fazit geben wir schlußendlich unsere Meinung zu den neuen Luxus-Speicherriegeln.


Corsair schickte uns für diesen Test zwei der neuen Extreme Latency-Speicherriegeln - die XL-Serie ist durch extrem niedrige Speichertimings in der Lage, schon bei Standard-Taktung und ohne Übertaktung des FSBs bei DDR400 beste Performance zu erreichen. Die uns vorliegenden 2x 512 MB besitzen aber neben den hervorragenden Timings von 2-2-2-5-1 auch noch einen weiteren Clou - sie sind mit LEDs ausgestattet, die wir schon bei den ersten "Pro"-Series Speichermodulen von Corsair wirklich interessant fanden. Die TwinX-1024 PC4000Pro hatten wir schon vor einiger Zeit im Test, die TwinX-1024 3200XLPro setzen dieselbe Technik ein und zeigen während des Betriebs an den LEDs die Nutzung der Speicherriegel an. Je mehr Bandbreite aktuell übertragen wird, desto mehr zeigen die LEDs einen Ausschlag bis in den roten Bereich.

Durch Klick auf das Bild gelangt man zu einer vergrößerten Ansicht

Während das jedoch eher ein kleiner Gimmick ist, haben die Latenzzeiten praktischen Nutzen. Sie beschleunigen den Speicherriegel durch schnellere Zugriffszyklen. Viele Leser waren bei uns schon immer auf der Suche nach Speicherriegeln, die wieder niedrigste Latenzzeiten ermöglichen, denn die legendäre BH-5-Serie, die bei einigen Modulen von Corsair und TwinMOS zum Einsatz kam, ließ ebenfalls eine Taktung auf extrem niedrigen Latenzzeiten zu. Winbond stellte die BH-5-Serie allerdings im letzten Jahr ein - und so waren die schnellsten Riegel am Markt die Corsair XMS3200LL Rev. 1.2, die wir auch schon im Test hatten. Mit neuen Speicherchips von Samsung, die wieder mit extremen Latenzzeiten zurecht kommen, läßt Corsair die Herzen wieder höher schlagen.

Den massiven Heatsink haben wir den Corsair-Riegeln diesmal nicht abgenommen - das ist bei der Pro-Serie auch nicht ohne weiteres möglich, das Risiko, den teuren Speicherriegel zu zerstören, ist zu hoch. Corsair gibt zwar eine lebenslange Garantie, aber natürlich nicht für mechanische Einwirkungen.

Durch Klick auf das Bild gelangt man zu einer vergrößerten Ansicht

Corsair verkauft die Riegel wie immer abgestimmt als TwinX-Kit. Die Pro-Serie mit LEDs gibt es nur als TwinX1024 mit 2 512 MB-Modulen. Benötigt man die LEDs nicht, kann man die Varianten ohne "Pro" wählen, die ebenfalls die schnellen Latenzzeiten besitzen - dann mit 512 MB und 1024 MB Gesamtkapazität, also zwei 256 MB oder zwei 512 MB-Riegeln. Auch gibt es die Module einzeln zu kaufen, dann nennen sie sich CMX256-3200XL und CMX512-3200XL. Corsair testet die Module auf Funktionalität und Kompatibilität in mehreren AMD- und Intel-Setups, um ein Höchstmaß an Kompatibilität zu erreichen.

Werfen wir einen Blick auf Aida32 zur Analyse des SPD-EEPROMs :

Alles genau so, wie wir uns das vorstellen - die Corsair-Module sind sauber programmiert. Allerdings kann es bei einigen Boards vorkommen, dass die Riegel ein paar Probleme bereiten, wenn das Mainboard nicht mit straffen Timings zurecht kommt. Durchaus problematisch kann dies sein, wenn das Board nicht mit Sicherheitssettings und langsameren Timings ins Bios kommt. Aus diesem Grund legten wir besonders auf diesen Bereich unser Augenmerk in der Betrachtung der Kompatibilität und Stabilität.

Kompatibilität und Stabilität :

Kleinere Probleme ereilten uns mit dem Intel D875GBZ - es startete zwar mit den Modulen per SPD-Setting, allerdings kann das Board nicht mit schnellsten Timings stabil arbeiten. Das ist ein Effekt, den man bei vielen Canterwood-Boards sehen kann, denn der Chipsatz ist eigentlich für CL2.5-3-3-6 ausgelegt. Die meisten Boards laufen jedoch auch auf 2-2-3-6 stabil, einige wenige sogar auf 2-2-2-5. Das Intel-Mainboard gehört nicht dazu, beim ASUS P4C800-E Deluxe und beim IC7 hatten wir hingegen keinerlei Probleme.

Auf der AMD-Seite steht nur das ASUS A8V Deluxe als Referenz zur Verfügung, das generell viele Probleme mit Speichermodulen besitzt, wenn sie nicht ideal konfiguriert sind. Das liegt an den noch frühen Bios-Versionen, die jedoch gerade in den letzten Tagen sehr viel besser geworden sind. Wir hatten ebenfalls leichte Startschwierigkeiten, wenn wir nur mit SPD/Auto-Settings operierten - manuell justiert auf 2-2-2-6 war das System dann hervorragend stabil.

Taktfrequenzen und Performance:

Dieser Punkt wird sicherlich die meisten User interessieren, denn einen derartigen High-End-Riegel kauft man natürlich nur zum Übertakten und für extrem niedrige Latenzzeiten. Hier präsentieren wir deshalb unsere Ergebnisse :

Natürlich profitiert gerade Quake3Arena auch von der übertakteten CPU - schließlich übertakten wir von 200 auf 250 Mhz unseren Prozessor von 2.4 Ghz auf 3.0 Ghz - und auch die restlichen Programme bleiben davon nicht unbeeinflusst. Deutlich ist hingegen der Zuwachs bei den Bandbreiten und der Punktzahl von PCMark 2004.

Corsair schafft mit den XL-Pro-Modulen eine CL-Latency von "2" bei 250 Mhz - das ist wirklich beeindruckend, da wir schon viele Module im Test hatten, die schon bei 200 Mhz keine schnelle CL-Latency zuließen. Bis 248 Mhz konnten wir das System sogar mit 2-3-3-6 Turbo-Settings betreiben - ein Rekord für unser Testsystem. Mehr als 250 Mhz waren dann allerdings wirklich nicht möglich - schon bei 260 Mhz konnten wir nicht mehr in Windows booten, auch nicht mit langsameren Settings. Verwendet wurde eine Spannung von 2.85V.

Der Speicher ist somit ideal für AMD-Systeme - in der Regel bewegt man sich hier in einer Bandbreite zwischen 220 und 240 Mhz beim Übertakten, ein synchroner Speichertakt ist hier erwünscht und auch niedrige Timings helfen eine Menge. All dies vereint die XL-Serie von Corsair.

Weitere Infos zu den Modulen gibt es bei Corsair in diesem PDF.


Das erste mal bei uns auf dem Prüfstand sind die ADATA-Speicherriegel. Die DDR500-Module schickte uns Overclockers.de, da wir auch einmal die Module des neuen Herstellers testen wollten - in unserem Forum gibt es nämlich einige positive Berichte. Die Module, die wir erhielten, sind 2x 256 MB-Module mit einem Heatspreader, der deutlich die Taktfrequenz und den Namen zeigt. Die Module werden einzeln verkauft, also nicht wie bei Corsair als "TwinX-Kit". Mit DDR500-Settings sollten wir 250 Mhz garantiert erreichen können, das allerdings nur bei langsameren Timings. 3-4-4-8 werden von ADATA spezifiziert. Damit ist der Speicher eigentlich nur etwas für Intel-Systeme - denn niedrige Timings bekommt man nicht garantiert, dafür aber hohe Taktraten, was gerade bei der Pentium 4-Übertaktung Performance bringt.

Durch Klick auf das Bild gelangt man zu einer vergrößerten Ansicht

ADATA ist die einzige Firma, die den DDR500-Modulen eine Einbauanleitung in englischer Sprache beilegt. Dort finden wir auch Angaben zur Garantie, die jedoch nur die normalen zwei Jahre umfasst. ADATA gibt für die Spannung 2.8V an - man sollte also darauf achten, dass das verwendete Mainboard beim Übertakten auch die geforderte Spannung erzeugen kann. Unter die Hauben haben wir hier leichter sehen können als bei den Corsair-Riegeln - also haben wir die Heatspreader entfernt :

Durch Klick auf das Bild gelangt man zu einer vergrößerten Ansicht

Die Hynix 5ns-Module sind für 200 Mhz spezifiziert (5n) und wir fanden sie auch schon auf vielen anderen Speichermodulen - teilweise sogar auf DDR550, also 275 Mhz-Speicher. ADATA übertaktet hier also für einen hohen FSB bekannte Chips und validiert diese dann für 250 Mhz Speichertakt.

Werfen wir einen Blick auf Aida32 zur Analyse des SPD-EEPROMs :

Der Speicher ist ordnungsgemäß als normaler Jedec-konformer PC3200 programmiert und sollte somit in jedem Motherboard ohne Probleme laufen. Auffälligkeiten : Keine.

Kompatibilität und Stabilität :

Keine Probleme waren hier zu erwarten, da der Speicher mit niedrigen Latenzzeiten ausgerüstet ist - damit kommt jedes Board zurecht. So liefen die Module auch in jedem Mainboard auf Anhieb und auch bezüglich der Kompatibilität gab es keine Probleme.

Taktfrequenzen und Performance:

Auch hier wieder unsere Ergebnisse bezüglich der Taktfrequenzen der Module.

Heftig - 290 Mhz erreichten wir mit diesem Speicherriegel bei 2.85V, damit ist er der Speicherriegel mit der höchsten Taktfrequenz, die wir je mit dem P4C800-E Deluxe erreicht haben. Leider können wir nicht sagen, ob hier der Speicherriegel schlußendlich limitierend war oder das Mainboard einfach keinen höheren Takt mehr ausgehalten hat, aber in der Regel wird dies nicht erheblich sein, denn eine Übertaktung von 90% wird man mit einer Pentium 4-CPU nie erreichen können, da der Multiplikator nicht verändert werden kann. Wir erreichen eindrucksvolle 6700 MB/s Transferrate und 500 fps bei Quake3Arena - neuer Rekord.

Aber auch bei 200 Mhz gefallen die Module. Wir können zwar keine schnellsten Timings einstellen, aber zumindest 2-3-3-6, das ist auch schon nicht schlecht. Allerdings ist wohl der Einsatzbereich des Speichers klar - wer sein P4-System übertakten möchte ohne Gnade, der ist bei den ADATA-Riegeln an der richtigen Adresse.

Weitere Infos zu den Modulen gibt es bei ADATA.


Die ADATA-Riegel Nr. 2 kamen von Cheeep.de - der Versandhändler, der sich auf Speicher aller Art spezialisiert hat, konnte uns mit den neuen Riegeln ausstatten, die erst seit sehr kurzer Zeit auf dem Markt verfügbar sind. Unsere Erwartungen waren natürlich sehr hoch, denn wenn schon die DDR500-Riegel 290 Mhz erreichen, was erreichen dann wohl die DDR566 Riegel ? Diesem "Standard", der ja eigentlich keiner ist, entsprechen die ADATA DDR566-Riegel nämlich, beim PC melden sie sich als PC4600-Speichermodule. Während die DDR500-Module jedoch in einer schicken Verpackung kamen, erreichten uns die ADATA DDR566 "bulk", sprich ohne Heatspreader, Verpackung oder Anleitung.

Durch Klick auf das Bild gelangt man zu einer vergrößerten Ansicht

Unsere Arbeit erleichtert dies natürlich ungemein, denn wir brauchen den Heatspreader nicht abzunehmen, um unter die Haube zu schauen. Mehr Leistung bringt ein Modul durch den Heatspreader auch nicht unbedingt - TSOP-Speicher wird zwar etwas warm, aber eigentlich erreicht man mit einem Heatspreader oder ähnlichen Methoden keine bessere Übertaktbarkeit. Schick aussehen tut´s aber allemal, dafür ist auf den ADATA DDR566-Riegeln ein netter Aufkleber :

Durch Klick auf das Bild gelangt man zu einer vergrößerten Ansicht

Samsung TCCD-Chips werden für die ADATA DDR566 verwendet - das sind genau die Speicherchips, die auch Corsair für die 3200XL-Serie verwendet. Die Chips scheinen sich also zum einen für extrem niedrige Latenzen zu eignen, andersherum aber auch für extrem hohe Taktfrequenzen von 283 Mhz wie beim ADATA DDR566.

Werfen wir einen Blick auf Aida32 zur Analyse des SPD-EEPROMs :

Hier meldet sich der Speicher als Jedec-konformer DDR-SDRAM, zu erkennen ist der High-End-Speicher nur an der Zeile der Cas Latency, die mit "3" bei 285 Mhz angegeben wird. Die restlichen Timings sind auch bei diesem Riegel mit 3-4-4-8 einprogrammiert und somit unspektakulär - aber dafür wahrscheinlich wieder ohne Kompatibilitätsprobleme.

Kompatibilität und Stabilität :

Keine Probleme waren hier zu erwarten, da der Speicher mit niedrigen Latenzzeiten ausgerüstet ist - damit kommt jedes Board zurecht. So liefen die Module auch in jedem Mainboard auf Anhieb und auch bezüglich der Kompatibilität gab es keine Probleme.

Taktfrequenzen und Performance:

Auch hier wieder unsere Ergebnisse bezüglich der Taktfrequenzen der Module.

Mit Samsung TCCD-Chips scheint das Overclocking richtig Spaß zu machen - die Chips von Samung könnten die nächsten BH-5er werden, was die Nachfrage bei den Overclockern angeht. Sie erreichen wie die Corsair XLPro-Serie 2-2-2-5, auch wenn wir hier leider nicht auf Turbo schalten konnten und somit auch die Benchmark-Ergebnisse leicht unter denen der 3200XL-Pro-Serie von Corsair liegen. Bei höherer Taktfrequenz drehen die Module dann aber wieder richtig auf. Zunächst hat auch Corsair noch die Nase vorne, denn bis 250 Mhz konnten wir die Konkurrenz-Chips auf CL2 betreiben, bei den ADATA-Modulen war hier schon CL2,5 notwendig. Bei höheren Frequenzen hängt der ADATA-RAM dann allerdings fast alle Module ab und kommt auf 283 Mhz, die er sogar mit CL2,5 erreicht. Auf 290 Mhz kommt er nicht, wie sein DDR500-Konkurrent aus eigenem Hause - aber um die 7 Mhz dreht sich nicht die Welt.

Der ADATA-Riegel erscheint uns jedoch auch eher als Nr. 1 für Pentium 4-Systeme, da er die CL2-Latency nicht sehr weit durchhält - bei AMD-Systemen ist der Corsair TwinX1024-3200XL Pro also weiterhin die Nr. 1, allerdings zu einem sehr viel höheren Preis. Damit hat der ADATA durchaus seine Rechtfertigung auf den schnellsten Pentium 4-Speicher und den Speicher mit dem besten Preis/Leistungsverhältnis im AMD-Bereich.

Weitere Infos zu den Modulen gibt es bei ADATA, allerdings findet man dort nur die Vitesta-Serie mit DDR566, die einen Heatspreader besitzt.


TwinMOS-Module haben praktisch schon Tradition auf Hardwareluxx - wir hatten zu Beginn unserer DDR400-Tests Module mit BH-5-Chips im Test, später kam die Twister-Serie mit WLCSP-Technik und mehreren Awards - also sind wir gespannt auf die neuen DDR533-Module des taiwanesischen Herstellers. Die neuen Twister sehen den alten zum Verwechseln ähnlich, denn auch sie besitzen den üblichen gelben Heatspreader. Ein Aufkleber verrät einem schließlich, um welches Modul es sich handelt.

Durch Klick auf das Bild gelangt man zu einer vergrößerten Ansicht

Auch TwinMOS setzt auf niedrigere Timings, um die höhere Frequenz zu erreichen. Auch dieser Speicher ist somit erst einmal für Pentium 4-Systeme geeignet, da er mit 3-4-4-8-Latenzzeiten ausgestattet ist. Er soll den Spezifikationen nach eine Taktfrequenz von 266 Mhz erreichen (DDR533). Wie immer schauen wir auch hier unter die Haube, um zu sehen, welche Chips TwinMOS für die High-End-Speicherserie einsetzt :

Durch Klick auf das Bild gelangt man zu einer vergrößerten Ansicht

Heraus kommen hier wieder die bekannten Hynix-Speichermodule - man kann also davon ausgehen, dass in aktuellen High-End-Modulen entweder die neu entdeckten Samsung TCCD-Chips oder Hynix 5ns-Module enthalten sind. Wie die ADATA DDR500-Riegel setzt also auch TwinMOS auf diesen Speichertyp und ist damit in guter Gesellschaft (z.B. Kingston in den HyperX PC4000 oder Corsair in der XMS4000-Serie). Aufgrund der für den Takt normalen SPD-Programmierung von 3-4-4-8 erwarten wir auch keine Kompatibilitätsprobleme.

Werfen wir einen Blick auf Aida32 zur Analyse des SPD-EEPROMs :

Hier erstaunt uns TwinMOS etwas - man setzt zwar auf einen FSB von 266 Mhz mit CL3, bietet aber in der Programmierung CL2,5 bei 250 Mhz an. Somit ist das Modul etwas schneller als die anderen getesteten Module, zumindest in der Spezifikation im SPD-EEPROM. Andere Besonderheiten finden wir bei diesem Modul nicht.

Kompatibilität und Stabilität :

Das sehen wir gerne : Kompatibilitätsprobleme sind nicht vorhanden, da die SPD-Programmierung hier unsere Boards nicht fordert. Die Mainboards, die eine gute SPD-Umsetzung haben, konnten das Modul auch auf Anhieb mit CL2,5 betreiben.

Taktfrequenzen und Performance:

Auch hier wieder unsere Ergebnisse bezüglich der Taktfrequenzen der Module.

Kommen wir gleich zum erstaunlichen : Trotz beispielsweise etwas geringerer Taktfrequenz als die ADATA-Riegel liegt der TwinMOS-Riegel mit 280 Mhz auf gleichem oder sogar höheren Niveau. Die Score, die er bei PCMark 2004 erreicht, ist die höchste im Test. Auch bei Quake3Arena ist das Ergebnis hervorragend. Da die Streaming-Werte eher normalem Niveau entsprechen, profitiert TwinMOS hier von der Tatsache, das wir 512 MB-Module einsetzen, die doppelseitig organisiert sind. Der i875P-Chipsatz kann in dieser Konfiguration die beste Performance erreichen.

Schick ist auch die Möglichkeit, den Riegel bei 2-3-3-6 mit 200 Mhz zu betreiben. Im Vergleich zu den ADATA-Riegeln und dem Corsair TwinX-1024 3200XL hat man es natürlich schwer - allerdings ist der TwinMOS-Speicherriegel auch sehr viel günstiger als die restlichen hier im Test befindlichen Riegel.

Insgesamt also auch hier ein sehr gutes Ergebnis, allerdings bleibt der TwinMOS-Riegel auch eher eine Empfehlung für den Intel-Bereich. Er besitzt eine sehr gute Kompatibilität, eine sehr gute Performance (auch aufgrund seiner doppelseitigen Ausrichtung) und vor allen Dingen eine sehr gute Übertaktbarkeit zu einem attraktiven Preis.

Weitere Infos zu den Modulen gibt es bei TwinMOS, allerdings sind die Module noch etwas zu neu - denn im Handel finden wir die DDR533-Module bislang noch nicht.


Die letzten Module in unserem Test stammen wieder von Cheeep.de, die uns mit GeIL PC4200 DDR-SDRAM versorgten. Die DDR533-Module können einen Takt von 566 Mhz laut Spezifikation erreichen, sind also vom Rating her nach den ADATA DDR566 zusammen mit den TwinMOS DDR533 die schnellsten in unserem Test. Auch GeIL setzt auf einen auffälligen Heatspreader und eine robuste Verpackung zum Schutz der teuren Module. Auch hier testen wir 2x 256 MB, auch wenn es natürlich größere Module des Herstellers gibt. Die Verpackung ist unserer Ansicht nach eine der besten am Markt - denn sie schützt die Module gleichzeitig beim Postversand gegen die typischen Briefkasten-Knickversuche. Auf den Modulen schließlich sieht man auch die Taktfrequenzen und Timings - die 533 Mhz werden bei 3-4-4-8 erreicht.

Durch Klick auf das Bild gelangt man zu einer vergrößerten Ansicht

Natürlich interessiert uns auch hier, was unter den Modulen ist - GeIL ist zwar kein Hersteller von Speicherchips, labelt die Chips aber regelmäßig um und so findet man "GeIL-Chips" auf dem PCB des Moduls mit einer Zugriffszeit von 3,5ns - sprich 285 Mhz. Damit sollten die Module sich eigentlich noch höher takten lassen, als die angegebenen 533 Mhz.

Durch Klick auf das Bild gelangt man zu einer vergrößerten Ansicht

Werfen wir einen Blick auf Aida32 zur Analyse des SPD-EEPROMs :

Das hatten wir schon öfter bei GeIL - wir waren nicht in der Lage, das SPD-Modul auszulesen und somit kann AIDA hier auch keine Daten angeben. Probleme dürfte das in den meisten Fällen bei den Boards nicht geben, denn erkennt ein Mainboard ein SPD-Modul nicht, so schaltet es normalerweise in eine sichere Betriebsweise, sprich langsamere Timings. Wenn das Board dann startet, läßt sich im Bios das Modul per Hand bestens justieren. Alle "SPD-Einsteller" werden sich sicherlich auch kein GeIL-Speichermodul kaufen, für die Zielgruppe des Herstellers wird es normal sein, ins Bios zu gehen und ein Modul per Hand einzustellen. Trotzdem ein kleiner Kritikpunkt.

Kompatibilität und Stabilität :

Wie wir erwartet haben, gibt es keine Probleme - aber der GeIL-Speicher ist in diesem Fall der langsamste im Test, weil alle Mainboards auf recht niedrige Timings zurückgeschaltet haben. Sowohl Intel wie auch Abit schalteten bereits bei 200 Mhz auf 3-4-4-8, ASUS hat eine Schwäche für CL2,5 und betrieb die Module deshalb mit 2,5-4-4-8. Das ASUS A8V Deluxe bootete immer erst bei manueller Einstellung der Module, was jedoch auch am Mainboard liegen kann.

Taktfrequenzen und Performance:

Auch hier wieder unsere Ergebnisse bezüglich der Taktfrequenzen der Module.

Mehr als 266 Mhz war leider nicht möglich - zwar bootete der Speicherriegel auch noch bis 275 Mhz in Windows, aber dort konnten wir ausser Sisoft Sandra keine Benchmarks mehr fahren. Der GeIL DDR533 macht also genau das, was er soll - er erreicht 266 Mhz mit 3-4-4-8, aber auch nicht mehr. Bei 200 Mhz erreicht er gute 2-3-3-6, aber das bekommt man auch mit einem sehr viel günstigeren TwinMOS DDR533-Riegel oder normalen DDR400-Riegeln eines Markenherstellers wie TwinMOS, takeMS MDT, oder Infineon.

Leistung bei 275 Mhz (instabil) :

Der GeIL DDR533 ist zwar ein guter Speicherriegel, aber er leistet in diesem Vergleich etwas zu wenig, um von uns eine Empfehlung zu erhalten. Des weiteren hätten wir - auch wenn nicht unbedingt notwendig - gerne ein sauber programmiertes SPD-Modul, welches von allen Motherboards ohne Probleme erkannt werden kann.

Weitere Infos zu den Modulen gibt es bei GeIL.


Die Auswahl am Markt für High-End-Speichermodule ist groß, aber wir hatten bei uns im Test eigentlich keinen Riegel, der wirklich untergegangen ist. Alle zeigen, was in der DDR-Technologie steckt und man sieht deutlich, das auch DDR500 mit ein wenig gutem Willen möglich wäre. Der Trend wird hingegen bei höheren Frequenzen in die Richtung von DDR2 gehen, denn hier sind höhere Frequenzen leichter erreichbar und es bestehen dann weniger Probleme bezüglich einer sauberen Terminierung und guter Signalqualität. Aktuell hat DDR2 allerdings noch das Nachsehen - denn mit DDR2-533 Mhz-Modulen erreicht man zur Zeit nur die Performance eines guten DDR-400-Moduls mit niedrigen Latenzzeiten. Erst DDR2-667 oder DDR2-800 wird in der Performance davon ziehen können.

Bis dahin bleiben die folgenden Speicherriegel sicherlich die mit schnellsten am Markt :

Corsair TwinX-1024 3200XL Pro :

Ganz klar der Luxus-Speicherriegel aus diesem Test, aber dafür nicht nur mit optischen Highlights und guter Verarbeitung und Programmierung, sondern auch mit brillianter Leistung. Die Corsair-Module schafften schnellste Timings bei DDR400-Settings und sind somit hervorragend für AMD-basierende Systeme geeignet. Übertaktet man die Module, so lassen sich diese schnellen Latenzzeiten auch noch mit höheren Frequenzen weiter betreiben - ob es nun CL2 mit DDR500-Frequenz ist wie in unserem Test bleibt offen, die Performance hat uns aber in jedem Fall beeindruckt. Bessere Latenzzeiten findet man wohl bei heutigen Modulen nur selten am Markt. Allerdings ist nicht nur die Performance hervorragend hoch, sondern auch der Preis. Wer diesen Luxus-Speicher kauft, bekommt aber auch eine lebenslange Garantie.

ADATA Vitesta DDR500 :

Die ADATA-Riegel sind sicherlich die Überraschung in unserem Roundup. Sie sind preislich attraktiv und gehören zu den günstigeren DDR500-Riegeln und befinden sich in einem ähnlichen Preissegment wie die TwinMOS-Module. Zwar war unser Speicher nur mit DDR500 spezifiziert, dass er knapp 290 Mhz (DDR580) erreicht hat, zeugt aber davon, dass unter der Haube Potential für mehr ist. Natürlich können wir auch Glück gehabt haben, da die Hynix-Module in der Regel aber auch für DDR550 eingesetzt werden, scheint eine Taktfrequenzsteigerung über die garantierten 250 Mhz wahrscheinlich. Bei den Timings hält sich ADATA bei der Programmierung an JEDEC-Standards, allerdings konnten wir auch recht gute Timings bei DDR400 einstellen. Da der Riegel allerdings hauptsächlich für hohe Frequenzen gemacht ist, scheint sein Einsatzgebiet ganz klar der Pentium 4-Bereich, wo es auf hohe Bustakte ankommt.

ADATA Vitesta DDR566 :

Die DDR566-Riegel konnten annähernd die Leisung der DDR500-Module von ADATA erreichen, mit 283 Mhz kamen sie ebenfalls auf eine beeindruckende Taktfrequenz und das sogar mit CL2,5. Allerdings besitzen sie dieselben Chips wie die Corsair-XL Pro-Serie und können damit auch bei DDR400 mit niedrigsten Latenzzeiten auftrumpfen. Die Turbo-Settings des ASUS-Boards konnten wir zwar nicht aktivieren, aber für den AMD-Bereich sind diese Module somit genauso gut geeignet wie für den Pentium 4 Bereich, da sie sowohl niedrige Latenzzeiten wie auch hohe Taktraten liefern können. Die Programmierung ist gut, die Qualität ebenso - auch der Preis ist in Ordnung, auch wenn unsere Modelle ohne Heatspreader auskommen mussten - aber der ist auch nicht notwendig und hat wenn einen optischen Effekt.

TwinMOS Twister DDR533 :

Schick schnell, wie wir es von TwinMOS gewohnt sind und mit einer guten JEDEC-Programmierung kommen die DDR533-Module von TwinMOS auf sogar 280 Mhz, sie hätten also ein DDR560-Rating verdient. Auch TwinMOS kann immer mit einem perfekten Preis/Leistungsverhältnis auftrumpfen, deshalb sind auch diese Module preislich sehr attraktiv. Auch auf DDR400 erreichen die Riegel gute Performance, denn man kann hier recht niedrige Latenzzeiten auswählen. Auch hier liegt unsere Empfehlung eher im Intel-Bereich, ein FSB von 280 Mhz wird man dabei mit den wenigsten P4-Modellen erreichen, deshalb ist TwinMOS hier für alle Overclocking-Versuche bestens gerüstet. Die Kompatibilität und Stabilität war dabei weiterhin hervorragend.

GeIL PC4200 DDR533 :

Die GeIL-Module liefen auf ihrer Spezifikation mit 533 Mhz, wurden aber ein paar Mhz darüber schon instabil, die 275 Mhz schafften sie leider nicht mehr. Da die Riegel mit zu den teuersten im Test gehören, ist das Ergebnis etwas hinter den Erwartungen geblieben. Trotzdem - auch die Performace bei 200 Mhz war in Ordnung, denn dort konnten wir 2-3-3-6 als Timings fahren. Auch hier würden wir aber eher eine Empfehlung für den P4-Bereich aussprechen, da es für AMD günstigere Modelle gibt, die auch schnellere Timings fahren können. Etwas schade ist, dass GeIL die SPD-Programmierung bei den Modulen nicht richtig im Griff hat - wir konnten sie nicht auslesen und einige Boards hatten auch Probleme damit und schalteten erstmal einen Gang runter. Vom Profi läßt sich dies aber natürlich im Bios einfach beheben.

Suchen wir mal nach Preisen :

Rechnet man dies einmal auf einen Preis pro MB um, so sind die TwinX1024 3200XL Pro Module von Corsair klar am teuersten, gefolgt von den GeIL PC4200, im mittleren Preissegment befinden sich die ADATA Vitesta DDR566, dann folgen die TwinMOS DDR533, am günstigsten sind im Vergleich die ADATA Vitesta DDR500. Je nach Geldbeutel und System kann man sich also das beste aussuchen. P4-Besitzer werden wahrscheinlich auf die günstigeren drei Riegel setzen, Besitzer von AMD-Systemen investieren ein wenig mehr und kaufen den DDR566-Riegel von ADATA oder machen kleinere Abstriche bei den Latenzzeiten. Wer es luxuriös mag und die edlen Corsair TwinX1024 3200XL Pro kauft, schaut wohl nicht auf den Preis - diese Riegel sind einfach ein Statussymbol und bei einem Ferrari fragt man auch nicht nach, ob er in rot erhältlich ist.

Erwerben kann man die Riegel aus diesem Review bei Cheeep.de und Overclockers.de :

Weitere Links :

Noch Fragen zum Review ? Interessante Informationen oder Probleme mit der getesteten Hardware ? Support nötig und Probleme mit der Hardware ? Ab in unser Forum!