Test: 12-GB-Kits - Corsair Dominator GT DDR3-1866 C9

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corsair12aufmacherMal etwas anderes: Die letzten Tage haben wir vier DDR3-1600-Kits präsentiert, die aus drei Modulen zu je vier GB bestehen. Die 12-GB-Kits haben sich gut geschlagen - aber es gibt am Markt auch diverse 12-GB-Kits, die aus sechs Modulen bestehen. Diese bestehen aus 2-GB-Speichermodulen - und in der Theorie müsste dies beim Übertakten und mit niedrigen Timings deutlich größere Probleme bereiten. Wir stellen den 12-GB-Kits mit den neuen 2GBit-ICs also ein Kit mit den älteren 1GBit-ICs gegenüber: Wer gewinnt das Rennen?

Die Corsair Dominator GT haben den bislang getesteten Modellen, den Corsair Dominator DDR3-1600-Modulen, den G.Skill Ripjaws DDR3-1600, den Kingston HyperX DDR3-1600 und den Supertalent WB160T12G9 zumindest nominell etwas voraus: Es handelt sich um ein DDR3-1866-Kit, es besitzt also eine höhere spezifizierte Geschwindigkeit. Die Corsair-Module mit der Kennung CMT12GX3M6A1866C9 haben den vorangegangenen Kits aber sogar noch etwas voraus, was den Test wieder fair werden lässt: Sie sind sehr günstig. Mit ca. 380 Euro schlagen sie das bislang schnellste Kit aus dem 12-GB-Vergleich, die G.Skill Ripjaws DDR3-1600, die bislang unsere Favoriten waren. Auch das günstigste Kit (Supertalent WB160T12G9) liegt mit 347 Euro im selben Preisbereich. Ein direkter Vergleich bietet sich also an. 

Also gleich alle neuen DDR3-1600-Kits mit 12 GB aus drei Modulen wieder vergessen? Sicherlich nicht, denn ein 12-GB-Kit aus sechs Modulen besitzt zunächst ein paar Nachteile, die schon aufgrund der Modulanzahl offensichtlich sind: Setzt man auf das Kit, ist ein weiterer Speicherausbau nicht möglich, denn mehr als sechs Slots besitzt kein X58-Board. Zudem verbrauchen sechs Module mehr Strom als drei - wenn die Unterschiede auch marginal sind. Und weiterhin hält sich auch noch das Gerücht, dass schnelle Timings und die Command Rate mit sechs Modulen problematisch sein könnten - letzteres werden wir in diesem Test überprüfen.

corsair6x2-1s

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Optisch sind die Dominator-GT-Module auf jeden Fall ein Hingucker: Mit dem rot-schwarzen Kühlkörper sind sie die idealen Speichermodule für Mainboards wie das ASUS Rampage III Extreme oder das Rampage III Gene. Bei anderen könnte die zusätzliche rote Farbe eventuell etwas störend sein, ein voll bestücktes Board sieht aber in jedem Fall schick aus. Man kann sich also zwischen den technisch interessanten und neuen 4-GB-Modulen entscheiden, oder etwas Geld sparen und sich für eine Vollbestückung entscheiden. 

Die Spezifikationen der Module haben wir in der folgenden Tabelle zusammengefasst:

Corsair Dominator GT DDR3-1866 12 GB
Typbezeichnung CMT12GX3M6A1866C9
Kitgröße 6x2 GB (12 GB)
Verwendete ICs Powerchip Semiconductor (lt. Quelle)
Frequenz 1866 MHz
Timings 9-9-9-24
Arbeitsspannung 1,65V
Revision 7.1
Preisvergleich ab 380 Euro

Auf der nächsten Seite schauen wir uns das SPD-EEPROM und die Besonderheiten des Moduls an. 


Die Dominator-GT-Module sehen ähnlich aus wie die des anderen Dominator-Kits - die Unterschiede bestehen im Wesentlichen in den roten Kühlfinnen auf der Oberseite. Diese können auch abgeschraubt werden, um ein Wasserkühlungsmodul aufzusetzen, weiterhin liefert Corsair natürlich auch gleich einen Airflow-Fan mit. Dieser wird an die Modularretierung des Mainboards geklippt.

Auch die Dominator-GT-Module besitzen den Anschluß für das AirFlow-Pro-Memory-Display, das Corsair auf der Computex vorgestellt hat. Das Display stellt im Stile der alten Pro-Serie die Speicherauslastung dar. Zudem hat es die Funktion, dass die Modultemperatur überwacht wird und farblich angezeigt wird. Das AirFlow Pro Modul müsste allerdings separat erworben werden und befindet sich nicht im Lieferumfang:

Das SPD der Corsair-Module haben wir uns natürlich wieder genauer angesehen:

corsair-6x2-spd

Im Endeffekt kann das Kit hier schon die 3x4-GB-Kits überflügeln: Das XMP-Profil mit 1866 MHz beinhaltet die garantierten Timings (9-9-9-24) bei 2t Command Rate und 1,65 V. Hier stellt sich natürlich die Frage, ob Corsair, ähnlich wie die anderen Hersteller in unserem 12-GB-Roundup, die Command Rate nur mit 2t hinterlegt, um ein gänzlich stabiles Systemverhaltenim XMP-Betrieb garantieren zu können, oder ob eine Command Rate von 1t tatsächlich problematisch sein könnte, wenn sechs Module eingesetzt werden. Auf jeden Fall ist man mit dieser Einstellung auf der sicheren Seite - und 1866 MHz mit 2t Command Rate sollte in jedem Fall schneller sein als 1600 MHz mit 1t Command Rate bei den anderen Modulen.

Aufgrund der Kompatibilität sind auch noch die üblichen JEDEC-Settings für niedrigere Frequenzen einprogrammiert, hier nutzt Corsair jeweils 1,5 V. In den von uns getesteten Mainboards gab es - natürlich in Vollbestückung - bei keinem Board Probleme. Letztendlich ist die CPU aber auch aufgrund der Integration des Speichercontrollers der ausschlaggebende Punkt, ob ein Kit stabil läuft oder nicht.

Etwas besser hätte man den Eintrag für die maximale Frequenz setzen können, denn hier gibt Corsair nur 1333 MHz an. Der Eintrag wird jedoch von den Mainboards für die Geschwindigkeitseinstellung nicht herangezogen, sondern dient nur der Identifizierung. Die Hersteller- und Modulkennung wurde korrekt angegeben, aber die Seriennummer fehlt einmal mehr. In allen Tests konnte also nur Kingston eine modulspezifische Seriennummer aufweisen.

Auf der nächsten Seite werfen wir einen Blick auf die Performance der Module.

Die Module testen wir auf einem typischen Testsystem mit X58-Chipsatz. Zum Einsatz kamen die folgenden Komponenten:

Als Betriebssystem setzen wir Windows 7 Ultimate in der 64-Bit-Variante ein. Es sind neueste Treiber installiert. 

Für die Tests setzen wir den Multiplikator auf 21x (2800 MHz) fest und schalten den Turbo-Betrieb und sämtliche Energiesparmodi des Prozessors aus, um Performanceunterschiede zu vermeiden. Für die Taktfrequenzen, die wir mit üblichen Speicherteilern erreichen, verändern wir dabei nicht den Referenztakt (1333, 1600 und 1866 MHz Speichertakt). Für einen Speichertakt oberhalb von 1866 MHz heben wir den Referenztakt an. Hierbei wurde vorher von uns das System auf den maximalen Speichertakt überprüft, der bei den verwendeten Modulen (Corsair Dominator GTX) bei ca. 2300 MHz lag (ca. 164 MHz Base Clock Rate mit 3,44 GHz). In diese Region werden wir mit den neuen 4-GB-Kits aber wohl nicht gelangen. 

Wir testen die unteren Settings einmal mit 1,5 V, mit 1,65 V und anschließend den maximal möglichen Takt mit 1,75 V. Hierbei ist anzumerken, dass die Herstellergarantie überschritten wird und somit die Gewährleistung verloren geht. Weiterhin ist eine DDR3-Spannung von 1,75 V eventuell auch für andere Komponenten schädlich (z.B. CPU) und sollte somit nicht dauerhaft verwendet werden. 

Die Stabilität der Module auf den jeweiligen Frequenzen testen wir mit memtest und unter Windows mit dem Tool 7-Zip, welches den Speicher bei großer Wörterbuchgröße extrem beansprucht und somit relativ schnell ein instabiles System offenbart. 

 

Hier die Ergebnisse für das Corsair Dominator-GT-Kits mit 12 GB:

Corsair Dominator GT CMT12GX3M6A1866C9 DDR3-1600
1333 MHz 1,5 V 6-6-4-18
1600 MHz 1,5 V 6-8-6-21
1600 MHz 1,65 V 6-8-6-18
1866 MHz 1,65 V 8-9-7-21
2000 MHz 1,65 V nicht möglich
Maximalwert 1,75 V 2020 MHz mit
9-10-10-28 1t

Klarer Sieg in allen Belangen: Die Module überzeugen bei 1333 MHz und 1600 MHz mit sehr niedrigen Timings, die sogar besser ausfallen, als die der G.Skill Ripjaws DDR3-1600. Interessant ist hierbei, dass die Module auch schon bei 1,5 V mit CL6 laufen - eine Erhöhung der Spannung wäre für diese Taktrate also gar nicht notwendig. Dabei ist das 12-GB-Kit das Einzige, mit welchem sogar ein Betrieb bei CL6 möglich ist.

corsair-12-gb-1600

Bei höheren Frequenzen schafft Corsair noch ein sehr gutes Ergebnis bei 1866 MHz, auch wenn man sich hier knapp den G.Skill Ripjaws geschlagen geben muss. Auch ist bei 2000 MHz kein Betrieb mehr mit 1,65 V Spannung möglich, die G.Skills erreichten hier noch 9-9-8-24. Letztendlich erreicht das Kit mit sechs Modulen diese Performance noch mit 1,75 V, wenn auch etwas knapp. Die Ripjaws konnten hier mit über 2175 MHz und CL9 noch ein wenig mehr überzeugen.

corsair-12-gb-2000

Klar zu sehen ist allerdings auch, dass sechs Module kein Problem für den Intel-Speichercontroller darstellen: Alle Tests führten wir mit 1t Command Rate durch, ohne jegliche Stabilitätsprobleme. Es ist also mehr oder weniger unerheblich, ob man drei oder sechs Module einsetzt - mit den richtigen Modulen sind auch niedrige Timings bei Vollbestückung kein Problem. Erst bei hohen Frequenzen könnten sich drei Module als vorteilhaft erweisen.


Die Vergleichswerte auf dieser Seite für die Serie sind nun komplett: Es sind alle getesteten Speichermodule enthalten. Getestet haben wir 7Zip bei 1600 MHz (16 MB Wörterbuchgröße), die Speicherbandbreite mit Everest bei 1600 MHz und die Sisoft Sandra 2011 Speicherbandbreite bei 1866 MHz.

Ein paar generelle Worte: Zu beachten ist, dass die Real-World-Unterschiede (z.B. in Spielen) beim Test auf einer Frequenz eher innerhalb der Messgenauigkeit liegen. Wichtiger ist es bei der Nehalem-Architektur, eine möglichst hohe Speicherbandbreite zu erreichen. Aus diesem Grund sind auch die Testwerte nicht wirklich ausschlaggebend für die Güte eines Moduls - das Modul sollte in erster Linie bezüglich der Frequenz beim gewünschten Overclocking-Ergebnis passen.

7-Zip-Benchmark bei 1600 MHz, bestmögliche Timings:

7zip

Everest-Benchmark bei 1600 MHz, bestmögliche Timings:

everest

Sisoft Sandra-Benchmark bei 1866 MHz, bestmögliche Timings:

 sisoftsandra

Als Schlussfazit zeigt sich hier klar, dass auf einer Frequenz unterschiedliche Timings nur einen geringen Einfluss auf die Performance haben - zumindest in den drei Testbenchmarks. Wichtiger ist die Frequenz, sodass beispielsweise CL8 mit DDR3-1600 langsamer ist als CL9 mit DDR3-1866. Zuerst sollte man also versuchen, eine möglichst hohe Frequenz zu erreichen, anschließend kann man die Timings auf der höchstmöglichen Frequenz optimieren.

Interessant ist auch, dass das 12-GB-Kit aus sechs Modulen von Corsair einen kleinen Performancevorsprung hat: Hier nutzt der Intel-Speichercontroller die sechs Module effizienter aus und hat Vorteile durch gleichzeitige Zugriffe. Im Endeffekt ist es also sogar besser, ein Kit mit sechs Modulen zu wählen, wenn man nicht plant, das System auf 24 GB irgendwann aufzurüsten.


Da macht sich Corsair selber Konkurrenz: Die CMT12GX3M6A1866C9 mit sechs Modulen können nicht nur das eigene neuere DDR3-1600-Kit mit drei Modulen hinter sich lassen, sondern auch drei der anderen teuren 3x4-GB-Kits. Theoretisch wäre dies kein Beinbruch, aber aufgrund des Preises von 380 Euro ist die Frage erlaubt, weshalb man auf manches deutlich teureres neue Kit setzen sollte. Das einzige Argument ist hier die Aufrüstbarkeit, die mit drei Modulen noch gegeben ist und einen Speicherausbau auf 24 GB ermöglicht. Wer aber mit 12 GB zurechtkommt und nicht upgraden will, braucht auf dieses Argument nicht zu achten.

Das einzige Kit aus unserem Fünfer-Roundup, welches aus Leistungssicht mit den Corsair Dominator GT DDR3-1866 mithalten kann, ist das G.Skill Ripjaws DDR3-1600-Kit. Es liefert zwar im Bereich zwischen 1333 und 1600 MHz keine bessere Performance, kann sich aber bei 1866 und 2000 MHz bei den Timings absetzen und ließ sich auch mit bis zu 2175 MHz betreiben - deutlich mehr, als das Corsair-Kit liefern konnte. Bei gleicher Frequenz sind die Dominator GT trotzdem schneller, da durch die doppelte Modulmenge der Intel-Speichercontroller deutlich schneller arbeiten kann. Somit lohnt sich das G.Skill-Kit nur für Overclocker, die auch mehr als 2000 MHz einstellen möchten und im gleichen Zug bereit sind, knapp 50 Euro mehr zu zahlen. 

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Insgesamt macht das Corsair Dominator GT DDR3-1866-Kit also einen sehr guten Eindruck, denn auch die Einstellungen im SPD-EEPROM sind im Großen und Ganzen nicht zu kritisieren und unproblematisch. Hinzu kommt ein guter Lieferumfang, denn man liefert den Airflow-Fan gleich mit. Optisch machen die GTs natürlich auch etwas her - auch wenn dies wohl jeder je nach bevorzugtem Mainboard anders sehen wird.

Aufgrund des guten Preis-Leistungsverhältnisses und der guten Performance ist das Kit für die meisten Anwender wohl die beste Wahl: Wenn es denn schon 12 GB sein sollen, dann kann man heutzutage sicherlich auch noch auf ein Kit aus sechs Modulen setzen - denn der Ausbau auf 24 GB erscheint in unseren Augen noch weit überdimensioniert.

Positive Eigenschaften der Corsair Dominator GT DDR3-1866 12 GB (CMT12GX3M6A1866C9):

Negative Eigenschaften der Corsair Dominator GT DDR3-1866 12 GB (CMT12GX3M6A1866C9): 

Insgesamt haben sich die Dominator-GT-Module unseren Preis-Leistungsaward verdient - für die beste Performance im Bereich bis 1600 MHz und ein hervorragendes Preis-Leistungsverhältnis im Bereich der 12-GB-Kits:

Unsere 12-GB-Reihe hat damit vorläufig eine kleine Pause verdient (weitere Kits sind bereits im Anflug), in Kürze werden wir noch zwei Dual-Channel-Kits mit 8 GB aus zwei Modulen unter die Lupe nehmen, die sich auf einer P55-Plattform beweisen müssen.

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