Test: 12-GB-Kits - Corsair Dominator DDR3-1600 C9

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aufmacherMit den Corsair Dominator DDR3-1600-Modulen (CMP12GX3M3A1600C9) eröffnen wir eine kleine Testreihe für Speichermodule: Mit mehreren Kits unterschiedlicher Hersteller wollen wir einen Blick auf die neuen Chips werfen, die Speichermodule mit einer Kapazität von 4 GB pro Modul erlauben. Die neuen verwendeten 2-GBit-ICs besitzen eine Kapazität von 256 MB pro Chip, entsprechend sind bei acht Chips pro Modulseite entweder 2 GB bei Single-Sided-Modulen oder 4 GB bei doppelseitig bestückten Speicherriegeln möglich. Das Corsair-Kit bündelt drei dieser 4-GB-Module zu einem 12-GB-Kit für Sockel-1336-Prozessoren.

Neben Corsair werden wir auch weitere Module von den anderen üblichen Verdächtigen (G.Skill, Supertalent, Kingston etc.) im Test präsentieren. Auch 8-GB-Kits mit zwei Modulen stehen auf der Liste. Verwendet man zwei dieser Kits, die die Hersteller teilweise auch im Paar verkaufen, ist erstmals ein Speicherausbau auf 24 GB beim Core i7-9xx und 16 GB bei den Core i7-8xx-Modellen möglich. Und wie immer sind durch die neuen ICs auch andere Verhaltensweisen bei den Timings und beim Übertakten vorhanden.

Von den meisten Herstellern wird es als kleines Geheimnis betrachtet, von welcher Marke die verwendeten ICs stammen. Viele Hersteller sind aber noch nicht beim 2-GBit-IC-Rennen dabei, von Micron, Elipda und Hynix gibt es schon entsprechende Chips. Wie es mit der Verfügbarkeit in hohen Mengen aussieht, ist uns nicht bekannt - zumindest Hynix scheint größere Mengen liefern zu können, die H5TQ2G83AFR-Chips sind in Massenproduktion, auch Micron dreht kräftig auf. Mit diesen Chips wird man also die meisten Module finden, wobei die meisten Hersteller die Hynix-H9C-Variante mit DDR3-1333 CL9-9-9-Rating verwenden und diese durch interne Tests auf höhere Taktraten und niedrige Timings bringen werden. Die Spannung der Chips ist mit 1,5 V bei dieser Frequenz angesetzt, somit hilft die typische Erhöhung auf 1,65 V bei höheren Taktraten.

Corsair setzt jedoch auf Micron-2GBit-Chips. Wir nehmen an, dass es sich um MT41J128M16HA-15E mit 1333 MHz Frequenz bei 1,5 V handelt. Interessant ist, dass Micron auch bereits Chips auch für den schnellen Betrieb mit 1866 MHz spezifiziert, allerdings mit recht langsamen CL13 (Chip-Endung -107). Die verwendeten -15E sind die schnellere Variante mit 1333 MHz und CL9, während die langsamere Version -E15 mit CL10 auskommen muss. 

corsair-12gb-1s

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Corsairs 12-GB-Kit besteht eben aus diesen drei Modulen mit je 4 GB Kapazität. Die CMP12GX3M3A1600C9 sind mit 1600 MHz spezifiziert und besitzen bei dieser Frequenz Timings von 9-9-9-24 mit 1t Command Rate bei 1,65 V Spannung. Wir testeten die Revision 3.1 der Module mit den üblichen schicken Dominator-Heatspreadern. In der Retail-Verpackung der Module befindet sich auch das typische Airflow-Modul, welches auf die Mainboardslots gesteckt werden kann, um die Module zu kühlen. 

Die Spezifikationen der Module haben wir in der folgenden Tabelle zusammengefasst:

Corsair DDR3-Kit 12 GB 1600 MHz
Typbezeichnung CMP12GX3M3A1600C9
Kitgröße 3x4 GB (12 GB)
Verwendete ICs Micron 2GBit
Frequenz 1600 MHz
Timings 9-9-9-24
Arbeitsspannung 1,65V
Revision 3.1
Preisvergleich ab 462 Euro

Auf der nächsten Seite schauen wir uns das SPD-EEPROM und die Besonderheiten des Moduls an. 


Äußerlich besitzt das Kit mit den typischen Dominator-Kühlrippen bereits bekannte Formen. Auch diese Module besitzen wieder die Anschlüsse für das von Corsair auf der Computex vorgestellte AirFlow Pro Memory Display, das im Stile der alten Pro-Serie die Speicherauslastung anzeigt. Zudem hat es die Funktion, dass die Modultemperatur überwacht wird und farblich angezeigt wird. Das AirFlow Pro Modul müsste allerdings separat erworben werden und befindet sich nicht im Lieferumfang:

Soviel allerdings zu den äußeren Besonderheiten - wir stecken also die Module ins Board und lassen das System in Auto-Settings booten. Dies klappt hervorragend, ein Blick auf die SPD-Programmierung zeigt auch, warum:

corsair-12-gb-spd

Das Modul ist sauber programmiert und besitzt zudem JEDEC-Timings für langsamere Taktraten. In unserem Fall bootete das System mit 1333 MHz und CL9. Mittels XMP-Profil ist es möglich, bereits im BIOS die übertakteten Werte in einem Schritt einstellen zu lassen. Dann fährt das System die Speichermodule auch mit 1600 MHz und 1,65 V bei den garantierten Timings von 9-9-9-24. 

Auch sämtliche andere Kennzeichen im SPD-EEPROM sind gut programmiert, unter anderem die Part-Nummer und Hersteller-ID. Es fehlt - wie so oft bei Testsamples - die Seriennummer, da es sich meistens um Module handelt, die kurz vor der Serienfertigung bereits an die Redaktionen verschickt werden.

Auffälligkeiten bezüglich der Kompatibilität und Stabilität gab es mit den getesteten Boards (ASUS Rampage III Extreme, ASUS Rampage III Gene, Gigabyte X58A-UD7, MSI X58 Pro-E) nicht. Andere Plattformen - sowohl P55 wie auch AMD - haben wir nicht angetestet, da es sich hier um ein Triple-Channel-Kit handelt, welches für derartige Dual-Channel-Plattformen aufgrund der Modulanzahl unpraktisch ist. 

Auf der nächsten Seite werfen wir einen Blick auf die Performance der Module.


Die Module testen wir auf einem typischen Testsystem mit X58-Chipsatz. Zum Einsatz kamen die folgenden Komponenten:

Als Betriebssystem setzen wir Windows 7 Ultimate in der 64bit-Variante ein. Es sind neueste Treiber installiert. 

Für die Tests setzen wir den Multiplikator auf 21x (2800 MHz) fest und schalten den Turbo-Betrieb und sämtliche Energiesparmodi des Prozessors aus, um Performanceunterschiede zu vermeiden. Für die Taktfrequenzen, die wir mit üblichen Speicherteilern erreichen, verändern wir dabei nicht den Referenztakt (1333, 1600 und 1866 MHz Speichertakt). Für einen Speichertakt oberhalb von 1866 MHz heben wir den Referenztakt an. Hierbei wurde vorher von uns das System auf den maximalen Speichertakt überprüft, der bei den verwendeten Modulen (Corsair Dominator GTX) bei ca. 2300 MHz lag (ca. 164 MHz Base Clock Rate mit 3,44 GHz). In diese Region werden wir mit den neuen 4-GB-Kits aber wohl nicht gelangen. 

Wir testen die unteren Settings einmal mit 1,5 V, mit 1,65 V und anschließend den maximal möglichen Takt mit 1,75 V. Hierbei ist anzumerken, dass die Herstellergarantie überschritten wird und somit die Gewährleistung verloren geht. Weiterhin ist eine DDR3-Spannung von 1,75 V eventuell auch für andere Komponenten schädlich (z.B. CPU) und sollte somit nicht dauerhaft verwendet werden. 

Die Stabilität der Module auf den jeweiligen Frequenzen testen wir mit memtest und unter Windows mit dem Tool 7-Zip, welches den Speicher bei großer Wörterbuchgröße extrem beansprucht und somit relativ schnell ein instabiles System offenbart. 

Hier die Ergebnisse für das Corsair DDR3-1600-Kit mit 12 GB:

Corsair Kit CMP12GX3M3A1600C9
1333 MHz 1,5 V 7-6-6-18
1600 MHz 1,5 V 9-8-8-18
1600 MHz 1,65 V 8-7-7-18
1866 MHz 1,65 V 9-8-8-21
2000 MHz 1,65 V - nicht möglich - 
Maximalwert 1,75 V 1925 MHz
mit 10-10-10-24

Maximal konnten wir 1925 MHz beim Overclocking erreichen - für ein DDR3-1600-Modul ist dieses Performanceplus sicherlich in Ordnung. Der Betrieb mit mehr als 2000 MHz gelang auch bei höherer Spannung oder höheren Timings nicht. Immerhin ergibt sich so die Möglichkeit, die Module mit der (schnelleren) Taktung von 1866 MHz zu betreiben und dafür die CAS Latency um einen Zyklus zu entschärfen.

Interessant ist, dass die Module nicht unbedingt 1,65 V benötigen, um bei ihren spezifizierten Timings zu laufen. Bei 1,5 V lief das System  mit 1600 MHz an, die Subtimings konnten sogar noch etwas minimiert werden. Mit 1333 MHz war das Modul wiederum stabil bei 1,5 V und schaffte hier auch relativ niedrige Timings.


Da wir eine kleine Serie geplant haben, haben wir uns für die Vergleichsseite etwas einfallen lassen: Die Testwerte in den Grafiken werden mit der Veröffentlichung der anderen Speicherriegel gelüftet -  bis letztendlich alle Module aus diesem Vergleich in den Grafiken stehen. Getestet haben wir 7Zip bei 1600 MHz (16 MB Wörterbuchgröße), die Speicherbandbreite mit Everest bei 1600 MHz und die Sisoft Sandra 2011 Speicherbandbreite bei 1866 MHz.

Ein paar generelle Worte: Zu beachten ist, dass die Real-World-Unterschiede (z.B. in Spielen) beim Test auf einer Frequenz eher innerhalb der Messgenauigkeit liegen. Wichtiger ist es bei der Nehalem-Architektur, eine möglichst hohe Speicherbandbreite zu erreichen. Aus diesem Grund sind auch die Testwerte nicht wirklich ausschlaggebend für die Güte eines Moduls - das Modul sollte in erster Linie bezüglich der Frequenz beim gewünschten Overclocking-Ergebnis passen.

7-Zip-Benchmark bei 1600 MHz, bestmögliche Timings:

7zip

Everest-Benchmark bei 1600 MHz, bestmögliche Timings:

everest

Sisoft Sandra-Benchmark bei 1866 MHz, bestmögliche Timings:

 sisoftsandra

In den nächsten Tagen werden sich diese Balkendiagramme noch füllen.


12-GB-Kits kommen in Mode: So sind die ICs mittlerweile nicht mehr ganz so teuer und die Hersteller können so ihre Modul-Kits zu einem etwas besseren Preis anbieten. Noch vor einem halben Jahr hatten wir das erste 12-GB-Kits mit drei Modulen von Kingston im Test, das in unserer Ausgabe 02/2010 noch für über 1200 Euro über die Ladentheke ging. Richtig günstig sind die 12-GB-Kits heute natürlich auch noch nicht, mit Preisen ab 462 Euro liegt das Corsair-Modul noch immer weit über dem Preis von zwei schnellen 6-GB-Kits (z.B. 3x2 GB DDR3-1600 CL8 kosten ca. 370 Euro).

Die neuen 12-GB-Kits bringen aber einige Vorteile mit: Straffere Timings im Vergleich zum Betrieb des Systems mit sechs Modulen, eine Möglichkeit zum Ausbau auf 24 GB und ein geringerer Stromverbrauch im Vergleich zu sechs Modulen sind hier zu nennen. Den Aufpreis von 100 Euro werden aber sicherlich nur Anwender zahlen, die auch entsprechend Nutzen aus einem hohen Speicherausbau ziehen können.

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Corsairs Kit ist mit 1600 MHz spezifiziert, läuft aber ohne Probleme auch als DDR3-1866-Kit mit CL9. Das macht es interessant für Übertakter, die einen relativ hohen Speichertakt verwenden wollen. Für eine gute Performance sollte man die Module aber mindestens mit 1,65 V betreiben, aber bei der JEDEC-Standardspannung laufen sie immerhin auch auf DDR3-1600 und den spezifizierten Timings. Bei 1600 MHz lässt sich die Cas-Latency bei 1,65 V auf CL8 stellen.

Positive Eigenschaften der Corsair Dominator DDR3-1600 CMP12GX3M3A1600C9:

Negative Eigenschaften der Corsair Dominator DDR3-1600 CMP12GX3M3A1600C9: 

Für Corsair ist dies erst der Einstieg in die Welt der 4-GB-Module - es sind eine Reihe weiterer Kits geplant, unter anderem auch schnellere Performance-Module. Wir sind gespannt, was die kommenden Kits für eine Leistung liefern werden.

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