Test: Dell XPS 10 - noch ein Windows RT-Tablet mit Tastaturdock

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Dell XPS 10 Logo newDer Windows RT-Launch liegt schon einige Monate zurück. Die Hersteller haben eher verhalten auf Microsofts Betriebssystem für ARM-Hardware reagiert. Das Angebot an Windows RT-Tablets wächst erst nach und nach. Mit dem Dell XPS 10 ist ein weiteres Windows RT-Gerät in den Handel geraten. Das Grundkonzept ähnelt bekannten Konkurrenzprodukten: Ein 10-Zoll-Tablet kann bei Bedarf um eine optionale Dockingtastatur erweitert werden. Doch kann das XPS 10 auch eigene Akzente setzen?

Der Windows RT-Zug nimmt nur langsam Fahrt auf. Die Hersteller stehen dem Betriebssystem scheinbar kritisch gegenüber und fürchten außerdem die Konkurrenz von Microsofts Surface RT. Microsoft ist schließlich anders als die Partner nicht darauf angewiesen, mit dem Verkauf der Hardware Geld zu verdienen. Für einige Zeit gab es nur zwei Windows RT-Geräte am Markt, die wir beide schon getestet haben. Das Microsoft Surface RT (zu unserem Test) ist Microsofts eigene Interpretation eines Windows RT-Tablets. Besonders die beiden verschiedenen Covers (Touch- und Type-Cover) heben das Gerät von Konkurrenzprodukten ab. ASUS setzt hingegen beim VivoTab RT (zu unserem Test) auf ein reguläres Tastatur-Dock, das neben den Eingabegeräten auch noch weitere Anschlüsse und einen zusätzlichen Akku bietet.

Mittlerweile sind noch zwei weitere Windows RT-Tablets verfügbar: Das Samsung ATIV Tab und das Dell XPS 10, letzteres wird bei diesem Test im Mittelpunkt stehen.

Dell greift dabei auf das Konzept zurück, das schon ASUS beim VivoTab RT genutzt hat. Optional wird zum Tablet eine Dockingtastatur mit zusätzlichen Anschlüssen und zweitem Akku angeboten. Damit betont auch Dell den Produktiveinsatz. Microsoft selbst sieht Windows RT nicht in der Rolle eines Tablet-Betriebssystems, das nur für Unterhaltung gedacht ist. Besonders deutlich wird das durch das auf allen Windows RT-Geräten vorinstallierte Office 2013 RT. Dell selbst wirbt zusätzlich noch mit "Sicherheitsfunktionen der Unternehmensklasse", um das XPS 10 als seriöses Gerät zu positionieren.

Das eigentliche Tablet nutzt anders als das Surface RT und das VivoTab RT nicht das Tegra 3-SoC (SoC - System on a Chip) von NVIDIA, sondern Qualcomms Snapdragon S4. Der leistungsstarke Dual-Core-Prozessor ist als veritabler Konkurrent von NVIDIAs Quad-Core-Modell bekannt. Bei der Displayauflösung schenken sich die drei Windows RT-Geräte nichts, auch der 10,1-Zoll-Screen des Dell-Modells kommt auf 1366 x 768 Bildpunkte. Aktuell ist das XPS 10 nur als W-LAN-Modell mit 32 GB Flash-Speicher erhältlich (laut Produktseite soll es aber auch eine 64 GB-Variante geben). Ohne Dock kostet das Tablet 479 Euro, die Ausführung mit Tastaturdock schlägt hingegen mit 649 Euro zu Buche. Verzichtet man auf das Dock, ist das XPS 10 derzeit das günstigste Windows RT-Tablet. 

Noch vor dem eigentlichen Test konnten wir bereits ein ausgepackt & angefasst-Video vom Dell XPS 10 online stellen. Für einen Ersteindruck von Tablet und Lieferumfang binden wir dieses Video auch in den Test ein:

Alternativ bieten wir auch eine YouTube-Version des Videos an.


Die Spezifikationen des XPS 10 entsprechen dem aktuellen Standard bei den Windows RT-Geräten. Ein potenter Dual-Core-Prozessor, ein Display mit 1366 x 768 Bildpunkten und 32 oder 64 GB Flash-Speicher sind aufzuzählen. Die Auflösung der beiden Kameras ist mäßig, dafür ist die Anschlussausstattung (vor allem bei Nutzung des Docks) beachtlich. Bisher gibt es aber keine 3G/4G-Variante.

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Das XPS 10 ist anhand der Windows-Taste sofort als Tablet mit Microsoft-Betriebssystem zu erkennen. Das Display wird von einem etwas breit geratenen Rand umrahmt. Dell macht keine Angaben zum Panel - angesichts der hohen Blickwinkelstabilität kommt aber vermutlich ein IPS-Panel zum Einsatz. Die maximale Helligkeit ist nicht so hoch wie z.B. beim VivoTab RT, reicht für den Einsatz in geschlossenen Räumen aber aus. Die Helligkeit wird automatisch in Abhängigkeit vom Umgebungslicht geregelt. Diese Regelung lässt sich über die Systemsteuerung deaktivieren, die entsprechende Einstellung ist aber etwas versteckt (unter Energieoptionen - Energiesparplaneinstellungen bearbeiten - Erweiterte Einstellungen - Bildschirm - Adaptive Helligkeit aktivieren). Positiv fällt noch auf, dass das Display nicht ganz so stark spiegelt wie bei manchem Konkurrenzgerät.

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Das Design der Rückseite mit dem silbernen Rand erinnert etwas an aktuelle Dell-Notebooks. Die zentrale Partie besteht aus dunklem Kunststoff und ist dank gummierter Oberfläche angenehm griffig. Das 274,7 x 177,3 x 9,2 mm große Tablet ist minimal schlanker als das Surface RT, aber immerhin 0,9 mm dicker als das VivoTab RT. Auch beim Gewicht ordnet es sich mit seinen 635 Gramm zwischen dem 525 Gramm leichten ASUS-Gerät und dem 680 Gramm schweren Microsoft-Tablet ein.

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Für Tablet-Verhältnisse fällt der Lieferumfang schon fast opulent aus. Neben Schnellstartanleitungen für Tablet und Dock sowie Microsofts Lizenzvereinbarungen gibt es das Netzteil und je einen USB- bzw. HMDI-Adapter. Es fehlt allerdings ein reguläres USB-Datenkabel für die Anbindung an den PC.


Im folgenden Abschnitt gehen wir detailliert auf die Konnektivität und Akkulaufzeit des Dell XPS 10 ein. Auch die Bedienelemente finden Beachtung.

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Zum Ein- und Ausschalten des Tablets dient ein silberfarbener Kunststoffschalter an der Oberkante, der einen angenehmen Druckpunkt besitzt. Direkt daneben ist hinter einer Kunststoffabdeckung der microSD-Kartenleser zur Speichererweiterung zugänglich. Der SDXC-Standard wird unterstützt - aktuell gibt es microSDXC-Speicherkarten mit bis zu 64 GB.

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Auf der linken Seite findet man nebeneinander den Kopfhöreranschluss und die Lautstärkewippe.

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Die Unterkante des Tablets wird besonders gut ausgenutzt. Außen sind die beiden Stereo-Lautsprecher zu sehen. Daneben gibt es je eine Aussparung für die Haltehaken des Docks. Im Zentrum hat Dell schließlich den Anschluss für das Ladekabel und den Micro-USB-Anschluss positioniert.

Internet & Nachrichtendienste:

Das XPS 10 wird aktuell nur in einer W-LAN-Variante angeboten, auf mobiles Internet muss man also verzichten. Die W-LAN-Verbindung konnte problemlos hergestellt werden und funktionierte während des Testzeitraums ohne Einschränkungen.

Akkulaufzeit:

Dell selbst macht keine Angaben zu Akkukapazität und -laufzeit. Das verbaute Qualcomm-SoC ist allerdings als recht genügsam bekannt und dank des Zweit-Akkus im Dock sollte das XPS 10 lange abseits einer Steckdose durchhalten. Unser Praxiseindruck fiel dann auch entsprechend positiv aus. Wir haben wie gewohnt ein 720p-Video über W-LAN gestreamt. Wenn die automatische Helligkeitsregelung aktiv ist, liegt die Akkulaufzeit mit Dock bei etwa zwölf Stunden. Selbst bei maximaler Helligkeit (die wie erwähnt allerdings nicht so hoch ausfällt wie beim VivoTab RT) hält das XPS 10 elf Stunden durch.

Etwas fragwürdig erscheint uns das Akku-Management. Anders als bei vergleichbaren Geräten wird bei angekoppeltem Dock nicht zuerst der Dock-Akku, sondern der Tablet-Akku geleert. Will man das Tablet dann nach einigen Stunden wieder separat nutzen, ist unter Umständen der Tablet-Akku leer, der des Docks aber noch voll.


Mit dem Tastatur-Dock wird das XPS 10 vom Tablet zum Notebookersatz. Da sich das eigentliche Tablet mit seinen Spezifikationen kaum von Konkurrenzprodukten absetzen kann, wird die Gestaltung des Docks umso wichtiger.

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Auch das Design des Docks erinnert an bekannte Dell-Notebooks und verleiht dem Gerät ein seriöses Erscheinungsbild. Bei der Gestaltung der Eingabegeräte spielt Dell vorhandenes Know-how aus: Das Multi-Touch-Trackpad ist für ein Gerät mit diesem Format sehr groß, seine Tasten arbeiten präzise. Auch die Tastatur mit ihren Soft-Tasten überzeugt. Laut Dell haben die Tasten 92 Prozent der Größe einer regulären Tastatur. Natürlich ist das Tastenhub wegen der flachen Bauweise klein, aber nach einiger Umgewöhnungszeit kann die Tastatur durchaus auch für die Eingabe längerer Texte genutzt werden.

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Aus dieser Perspektive ist gut zu erkennen, wie flach Dell das Dock gestaltet hat. Die Handballenauflage besteht aus Magnesium und wurde mit einer Soft-Touch-Lackierung versehen.

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Nicht nur die Eingabegeräte und der integrierte Akku sorgen dafür, dass das Dock einen echten Mehrwert bietet. Auch zusätzliche Anschlüsse erhöhen die Nutzbarkeit des XPS 10. Auf der rechten Seite des Docks gibt es einen Mini-HMDI- und einen USB 2.0-Port.

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Einen zweiten USB 2.0-Port findet man auf der gegenüberliegenden Seite. Dort gibt es außerdem noch die Möglichkeit, das Netzteil anzuschließen.

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Das Dock ruht auf zwei langen Gummistreifen.


Wird das Tablet in die die entsprechende Halterung der Docks geschoben, mutiert es zu einem kleinen Notebook.

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Das Verschmelzen von Dock und Tablet funktioniert sehr gut. Das Tablet lässt sich in der Halterung zwar etwas hin- und herbewegen, sitzt ansonsten aber sicher. Mithilfe eines leichtgängigen Schiebeschalters kann das Tablet leicht wieder gelöst werden.

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Das Display lässt sich relativ weit nach hinten neigen, sodass der Blickwinkel flexibel angepasst werden kann.

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Auch optisch verschmelzen Dock und Tastatur zu einer Einheit.


Video:

Die flüssige Wiedergabe von 720p- und 1080p-Material stellt keine Hürde für das verbaute Snapdragon-SoC dar.

Audio:

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Die Stereo-Lautsprecher des Tablets senden ihren Klang nach unten. Sowohl Klangqualität als auch maximale Lautstärke sind für Tablet-Verhältnisse auf einem guten Niveau. Das gilt auch dann, wenn das Tablet im Dock steckt.

Performance

Der Qualcomm Snapdragon S4-Prozessor wird zunehmend auch in Tablets genutzt. Wir sind ihm bisher im ASUS TF700KL (Transformer Pad Infinity) und im Lenovo IdeaTab S2110A begegnet. Beides sind aber Android-Geräte. In den bisher von uns getesteten Windows RT-Tablets steckte immer NVIDIAs Tegra 3. Dementsprechend spannend wird der Vergleich zwischen ASUS VivoTab RT und Microsoft Surface RT auf der einen und Dells XPS 10 auf der anderen Seite. Etwas erschwert wird er allerdings durch die fehlenden Benchmark-Apps für Windows RT. So sind wir auf Benchmarks angewiesen, die im Browser laufen. Die Werte des Surface RT fehlen in den Grafiken, sind aber praktisch mit denen des ASUS-Geräts identisch.

SunSpider JavaScript Benchmark

 

Im JavaScript Benchmark "SunSpider", der über das WLAN durchgeführt wurde, kann man - wie der Testname schon aussagt - die JavaScript-Performance eines Gerätes messen. Das XPS 10 stellt hier einen neuen Rekord auf und löst das VivoTab RT als Rekordhalter ab.

Rightware Browsermark

Der Browsermark-Test wurde ebenfalls per WLAN durchgeführt. Seit kurzer Zeit nutzen wir Version 2.0 dieses Benchmarks, deshalb fehlen Vergleichswerte von älteren Geräten. In diesem Benchmark fällt das XPS 10 minimal hinter den Windows RT-Tablets mit Tegra 3 zurück.

Die Benchmarkergebnisse bestätigen einmal mehr, dass das Qualcomm-SoC eine gute Wahl und eine ernstzunehmende Konkurrenz für NVIDIAs Tegra 3 ist.


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Wie es aktueller Standard ist, bietet das Dell-Tablet an der Vorderseite eine Kamera für Videochats. Ihre Auflösung liegt immerhin bei 2 MP.

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Die rückseitige Kamera bietet hingegen mit 5 MP eine verhältnismäßig niedrige Auflösung, vergleichbare Konkurrenzprodukte haben oft schon eine 8-MP-Kamera. Einen LED-Blitz gibt es nicht.

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Bei Tageslicht liefert die rückseitige Kamera eine für Tablet-Maßstäbe zumindest passable Qualität. Obwohl die Kamera keinen LED-Blitz hat, macht sie selbst bei schwachem Kunstlicht vergleichsweise natürliche Bilder - natürlich mit auffälligem Bildrauschen und langer Belichtungszeit.


Von den Android-Tablets ist man unterschiedlichste Benutzeroberflächen gewohnt. Bei den Windows RT-Geräten gibt es diese Vielfalt nicht. Wir haben deshalb für diesen Abschnitt zu Windows RT und dem vorinstallierten Office RT auf unseren Test vom ASUS VivoTab RT zurückgegriffen. 

Microsoft löst sich mit Windows RT aus der Abhängigkeit von x86-Prozessoren. Gerade für den Tablet-Einsatz sind die x86-Alternativen überschaubar. Intel deckt das Segment derzeit mit dem Atom Z2760 ab, eine AMD-Alternative lässt noch auf sich warten. Windows RT ähnelt sehr dem regulären Windows 8. Wer Microsofts neustes Betriebssystem vom Desktop-PC oder Notebook kennt, wird sich auf einem Windows RT-Gerät gleich heimisch fühlen.

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Typisch ist der Kachel-Look des neuen Startbildschirms. Auf dem Tablet zahlen sich die großflächigen Kacheln aus, denn für die Touch-Bedienung eignen sie sich gut. Zur Bedienung dienen diverse Gesten: Ein Wischen von rechts öffnet die Charm Bar, die Basis-Funktionen und -Informationen einblendet (unter anderem Suche, Einstellungen, Uhrzeit, W-LAN-Status, Akkukapazität). Ein Wischen von links ermöglicht den Zugriff auf die zuletzt genutzten Apps. Ein Wischen von unten blendet einen Balken mit zusätzlichen Optionen für die jeweilige App ein. Mit einem großzügigen Wischen von oben nach unten kann man schließlich die geöffnete App schließen.

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Auch Windows RT hat wie Windows 8 zwei Gesichter. Neben dem neuen GUI gibt es tatsächlich auch noch den guten alten Desktop. Und nicht nur den Desktop findet man wieder, sondern auch den klassischen Arbeitsplatz oder auch die altbekannte Systemsteuerung. Auch wer von Windows 7 oder älter auf Windows RT umsteigt, darf sich also darüber freuen, dass ihm dieses Betriebssystem nicht ganz fremd vorkommt. Für die Touch-Bedienung ist das klassische GUI natürlich weniger geeignet - aber es gibt ja noch das Tastaturdock.

Wer beim Anblick des Desktops frohlockt und denkt, dass er vorhandene Windows-Programme einfach auf dem Windows RT-Gerät nutzen kann, wird allerdings bitter enttäuscht. Das ARM-Windows setzt ganz auf Apps, die über den Windows Store bezogen werden müssen. Das ist ganz klar das größte Handicap von Windows RT. Der bisher alles andere als prall gefüllte Windows Store macht die Situation nicht besser.

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Eine kleine Entschädigung bietet Microsoft immerhin mit Office 2013 RT, das auf Windows RT-Geräten vorinstalliert ist. Es sieht aus wie ein normales Office 2013 und umfasst Word, Excel, PowerPoint und OneNote. Einige erweiterte Funktionen wurden gestrichen, aber in der Praxis dürfte das nur selten stören. Für den produktiven Einsatz ist Office 2013 RT jedenfalls ein enormer Pluspunkt, der Windows RT (derzeit) deutlich von den konkurrierenden Tablet-Betriebssystemen absetzt.

Wie sich Windows RT in der Praxis schlägt, haben wir in einem Video festgehalten (das Video war bereits in den Test des Surface RT eingebunden):


Das Dell XPS 10 ist das dritte von uns getestete Windows RT-Tablet. Wie bei den Konkurrenzmodellen von ASUS und Microsoft gilt auch für das Dell-Modell: An der Hardware selbst gibt es wenig auszusetzen, aber Windows RT ist Fluch und Segen zugleich. Bevor wir konkret auf das XPS 10 eingehen, wollen wir deshalb noch einmal kurz unseren Eindruck von Microsofts ARM-Betriebssystem zusammenfassen.

Windows RT lässt sich praktisch wie Windows 8 bedienen. So gibt es neben der Modern UI auch eine Desktop-Ansicht. Hinter der Fassade unterscheiden sich beide Betriebssysteme aber deutlich. Für Anwender wird das vor allem bei der Beschränkung auf Apps aus dem Windows Store deutlich. Normale x86-Anwendungen lassen sich unter Windows RT nicht ausführen. Das App-Angebot nimmt zwar zu, liegt aber noch lange nicht auf einem Level mit dem der Konkurrenz. Gegenüber Windows 8 ist das eine massive Einschränkung. Dass es ein Windows für ARM-Hardware gibt, hat aber auch einen großen Vorteil: Diese sparsame Hardware ermöglicht beeindruckende Akkulaufzeiten.

Und damit kommen wir auch zurück zum XPS 10. Die Akkulaufzeit ist auch bei diesem Windows RT-Tablet einer der großen Pluspunkte. Über 12 Stunden Videowiedergabe mit einer Akkuladung (bei Nutzung von Tablet- und Dock-Akku) sind beachtlich und lassen x86-Geräte schlecht aussehen. Hier macht sich wie beim VivoTab RT der zusätzliche Akku im Dock bezahlt. Dieses Dock ist auch sonst bemerkenswert. Die Eingabegeräte überzeugen rundum, die zusätzlichen Anschlüsse fallen ebenfalls positiv auf.

Das Tablet selbst bietet gute Standardkost. Dell setzt anders als ASUS und Microsoft auf den Snapdragon S4 von Qualcomm. In der Praxis konnten wir aber keinen spürbaren Unterschied zu den Tegra 3-Tablets feststellen. Bei der Displayauflösung gibt es ebenfalls keine Unterschiede. Das Gehäuse des XPS 10 besteht zwar aus Kunststoff, macht aber einen robusten und durchaus hochwertigen Eindruck.

Wie schon beim VivoTab RT müssen wie auch beim Dell XPS 10 die Preisgestaltung bedauern. Das Tablet allein ist noch vergleichsweise günstig. Der Aufpreis für das empfehlenswerte Dock katapultiert das Gerät aber in Dimensionen, die den Verkaufserfolg des Geräts gefährden. Für rund 650 Euro gibt es schließlich ordentliche, vollwertige Windows 8-Notebooks. Damit dürfte das XPS 10 nur dann interessant sein, wenn ein kompaktes und leichtgewichtiges Hybrid-Gerät mit langer Laufzeit gesucht wird und die Einschränkungen von Windows RT hingenommen werden können.

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Mit dem XPS 10 kann Dell ein stimmiges Windows RT-Tablet anbieten. Es gibt zwar viele Parallelen zum schon länger erhältlichen VivoTab RT von ASUS, aber gerade beim Design beschreitet Dell ganz eigene Wege. Wer an einem Windows RT-Tablet interessiert ist, erhält mit dem XPS 10 ein Gerät, das sich vor der (überschaubaren) Konkurrenz nicht zu verstecken braucht - wirklich absetzen kann es sich aber auch nicht.

Positive Aspekte des Dell XPS 10:

  • Tastatur-Dock ermöglicht produktive Nutzung, überzeugende Eingabegeräte
  • Anschlussbestückung, Speichererweiterung per microSD-Kartenleser
  • leistungsstarke ARM-Hardware
  • beachtliche Akkulaufzeit mit zusätzlichem Dock-Akku

Negative Aspekte des Dell XPS 10:


Hersteller und Bezeichnung Dell XPS 10

Verkaufspreis W-LAN-Variante mit 32 GB für 479 Euro, Ausführung mit Tastaturdock für 649 Euro
Homepage Produktseite Dell XPS 10
Technische Daten
Prozessor

Qualcomm Dual-Core-Prozessor mit 1,5 GHz (Snapdragon S4, APQ8060A)

Arbeitsspeicher (RAM) 2 GB
Interner Speicher

32 oder 64 GB eMMC-Speicher

Speichererweiterung über microSD-Kartenleser mit SDXC-Unterstützung
Anschlüsse/Schnittstellen Tablet Micro-USB,  3,5-mm-Headset, 40-poliger Dockanschluss (HDMI über Adapter)
Anschlüsse/Schnittstellen Dock zweimal USB 2.0, Mini-HDMI, Anschluss Ladekabel
Maße (LxBxH) Tablet: 274,7 x 177,3 x 9,2 mm, Tablet und Dock: 274,7 x 177,3 x 23,91 (Scharnier-Ende) mm
Gewicht (Herstellerangabe) Tablet: 635 g (W-LAN-Variante), Tablet und Dock: 1310 g
Display
Typ HD-Display mit Multitouch
Diagonale 10,1 Zoll
Auflösung 1366 x 768
Akku
Typ 2-Zellen-Lithium-Ionen-Akku, fest verbaut
Kapazität 28 Wh
Laufzeit keine Angaben
Ausstattung
Betriebssystem Windows RT
Mobile Datendienste nein
Bluetooth Bluetooth 4.0
WLAN Dualband-Wi-Fi-(802,11a/b/g/n)
GPS
A-GPS (in den nicht verfügbaren LTE- bzw. HSPA+-Konfiguration)
Kamera
vorne: 2 Megapixel-Kamera 
hinten: 5 Megapixel-Kamera
Besonderheiten Tastaturdock
Lieferumfang

Tablet
Tastaturdock
Ladekabel
USB- und HDMI-Adapter
Kurzanleitungen Tablet und Dock, License Agreement für Windows RT