Test: Steelseries Siberia Neckband Headset

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steelseries siberia_teaser_kleinErst kürzlich hatten wir mit dem Altec Lansing Octiv 650 eine Dockingstation für das iPhone getestet. Um das Zubehör-Angebot abzurunden, wollen wir uns in diesem Test einem mobilen Headset widmen, welches ebenfalls für Apples Smartphone entwickelt wurde. Der Gaming-Peripherie Hersteller Steelseries aus Dänemark bringt mit dem Siberia nicht nur ein Gaming-Headset, sondern mit der hier getesteten Neckband Variante auch ein Modell für den Einsatz unterwegs auf den Markt. Die für den Desktop-PC bestimmte Variante wurde schon in vielen Tests als gut beurteilt, doch wie schlägt sich die mobile Version?

 

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Bezogen auf die Ausstattung, bietet es eine Kabelfernbedienung, mithilfe derer man rudimentäre Aufgaben erledigen kann. Das ausziehbare Mikrofon wirkt zunächst optisch etwas eigenartig, lässt sich doch die Abstammung aus dem PC-Gaming Bereich nicht leugnen.

Preislich ordnet Steelseries sein Headset bei rund 60 Euro ein.

Ob die Dänen mit dem Steelseries Siberia Neckband Headset auch in der Praxis überzeugen, wird der folgende Test zeigen.

Ausgeliefert wird das Siberia Neckband in einem kompakten schwarzen Karton, in welchem sich neben dem Kopfhörer der eher magere Lieferumfang befindet. Eine kleine Bedienungsanleitung, ein Werbebooklet und ein Steelseries-Aufkleber sind in diesem Zusammenhang alles, was sich an Bord befindet. Eine Tasche, um das ohnehin schon ziemlich kompakte Headset noch besser verstauen zu können, wäre schön gewesen, ist aber zu verschmerzen, wenn das Hauptkriterium des guten Klanges erfüllt werden kann.

Bei unserem Testkandidaten handelt es sich um ein halb offenes, ohrumschließendes Headset - es dringen also einige Geräusche von außen nach innen sowie natürlich auch in die andere Richtung. Für die Sicherheit im Straßenverkehr sicherlich sinnvoll, dem Musikgenuss ist das dennoch oftmals abträglich. So gut wie etwa In Ears steht das Steelseries in dieser Disziplin also nicht da. Dies vermag aber auch kaum ein mobiler Kopfhörer zu leisten, der nicht auf aktive Geräuschunterdrückung zurückgreift. Trotzdem wäre ein geschlossenes Design sinnvoller.

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Im Gegensatz zur Mehrheit der sich auf dem Markt befindenden Kopfhörer handelt es sich nicht um ein herkömmliches Bügelheadset, sondern um eine Neckband-Version, das heißt, der eigentliche Bügel legt sich um den Nacken, anstatt um den Kopf. Als Vorteil davon kann man sicherlich die Schonung der Frisur sehen, komforttechnisch ist das Tragegefühl zunächst ungewohnt, aber dazu später mehr.

Rein optisch bietet Steelseries ein wirklich schickes Headset: Die überwiegend in weiß-grau gehaltenen Ohrmuscheln, geben zusammen mit dem schwarzen Bügel, auf dem das Steelseries Logo eingestickt ist, und der Mesh-Optik der Muscheln ein stimmiges Gesamtbild ab.

Durch die Konzeptionierung für den mobilen Sektor überrascht eine Impedanz von 32 Ohm nicht wirklich. So kann das Headset problemlos an jeder Quelle betrieben werden. Das Kabel, an dessen Ende sich ein 3,5-mm-Klinke-Anschluss befindet, ist mit einem Meter Länge ausreichend dimensioniert für den mobilen Einsatz.

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Das integrierte Mikrofon lässt sich recht weit ausziehen, sodass es direkt vor dem Mund platziert werden kann, um optimale Sprachverständlichkeit gewährleisten zu können. Zweischneidig mutet der Mikrofonarm dennoch an: Er lässt sich zwar sehr gut biegen, jedoch sitzt er etwas locker am Kopfhörer, was qualitativ nicht sehr hochwertig wirkt. Dafür ist die Sprachqualität durchweg als gut zu bewerten, wenn auch die Aufnahme des Mikrofons etwas zu leise ist.

Insgesamt ist die Verarbeitung für den Preis dennoch auf hohem Niveau. Der Kunststoff wirkt qualitativ gut, genau wie die Polsterung an Nackenbügel und Ohrmuscheln.

Die hervorragend ausgepolsterten Ohrmuscheln verlieren allerdings durch den verhältnismäßig hohen Anpressdruck, welcher sich auch nicht durch die Verstellbarkeit des Nackenbügels ausreichend verändern lässt, deutlich an Bequemlichkeit. Bei unserer Testperson beginnt das Headset deshalb nach etwa einer halben Stunde unangenehm zu drücken und heizt das Hörorgan des Trägers ebenfalls auf. Potenzielle Kunden sollten aufgrund dessen möglichst vor dem Kauf Probe tragen.


Nun wollen wir uns aber dem entscheidenden Teil des Tests widmen und prüfen, inwiefern Steelseries klanglich richtig liegt.

Die Antwort ist ziemlich eindeutig: Für die Preisklasse ist das Steelseries Neckband Headset erstaunlich gut.

Die Bassdrums zu Beginn von Nickelbacks "When we stand together" werden druckvoll präsentiert. Der Tiefton ist leicht betont und agiert zu unserer Freude recht schnell und dabei auch präzise, was besonders im Kickbassbereich sehr ordentlich klingt. Auch der Tiefgang ist lobenswert, zwar schaffen es teurere Kopfhörer noch tiefer in den Frequenzkeller, wenngleich natürlich kein Headset oder Kopfhörer den Tiefgang eines Subwoofers bietet. Gemessen am Preis von knapp 60 Euro sind wir hier aber durchaus positiv überrascht.

Die Mitten sind vom Charakter her eher als hell einzuordnen, sind also im Präsenzbereich etwas stärker ausgeprägt. Der Grundton ist hingegen etwas dünner, sodass es Stimmen manchmal etwas an Körper fehlt. Dennoch ist die Stimmwiedergabe nicht schlecht, sondern im Gegenteil ziemlich fein gezeichnet und harmonisch. Insgesamt gesehen klingt der Mittelton relativ frisch und klar. Zum Beispiel die angezupfte E-Gitarre zu Beginn von Creeds "With arms wide open" klingt etwas heller als gewohnt.

Der Hochton zeigt sich angehoben, was in einigen Situationen zu recht deutlich zischenden S-Lauten führt. Dafür profitieren speziell Violinen ungemein: Die in Ludovico Einaudios Stück Primavera enthaltenen Streicher legen eine, gemessen an der Preisklasse des Headsets, erstaunliche Dynamik und Spielfreude an den Tag.

Das Auflösungsvermögen erscheint durch die Betonung der höheren Tonlagen teils etwas besser, als es wirklich ist. Nüchtern betrachtet liefert Steelseries in dieser Beziehung Standardkost. Soll heißen die Detailauflösung ist für die Preisklasse in Ordnung, mehr aber auch nicht.

Die Instrumente werden auf der verhältnismäßig kleinen Bühne gut angeordnet. Leider ist die Abbildung nicht besonders breit, weshalb einigen Instrumenten etwas die Luft zum Atmen fehlt.


Steelseries liefert mit dem Siberia Neckband definitiv ein solides Headset für den Gebrauch unterwegs, als Partner für Smartphones und Tablets. Klanglich ist es durchwegs als gut einzuordnen für seine Preisklasse: Der Bass ist druckvoll, ohne sonderliche Schwächen in Präzision, Tiefgang oder Schnelligkeit. Ebenso erweisen sich Mittel- und Hochton-Bereich als angenehm frisch, sodass auch musikalisch anspruchsvollere Stücke, etwa in öffentlichen Verkehrsmitteln, gut abgebildet werden können. Als Manko stellt sich die eher schwache Bühnendarstellung heraus, welche definitiv hätte breiter ausfallen können, aber wahrscheinlich der kompakten Bauform geschuldet ist.

Fernab vom ordentlichen Klang finden sich letztendlich aber die entscheidenderen Schwächen. Durch die Nackenbandbauform wirkt das Headset in der Öffentlichkeit auf Passanten recht auffällig. Es ist jedoch nicht nur das Aussehen, was dieses Design mit sich bringt, denn der Tragekomfort steigt dadurch auch nicht. Im Gegenteil, der Anpressdruck ist aufgrund dessen recht stark. Demzufolge beginnt das Siberia Headset nach längerer Benutzung immer mehr auf die Ohren zu drücken, was nicht nur mit Schmerzen, sondern auch mit äußerst warmen Ohren endet. Dafür ist die Abschirmung von der Umgebung dementsprechend gut.

Letztendlich bieten die Dänen von Steelseries mit dem Siberia Neckband ein ordentliches Headset, was für 60 Euro zwar gemessen am Klang überzeugen kann, jedoch Defizite im Bereich des Komforts hat.

Positive Aspekte des Steelseries Siberia Neckband:

Negative Aspekte des Steelseries Siberia Neckband: