Kurztest: HSTi Moboplay - kleiner Medienplayer

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moboplayMit dem Moboplay haben wir ein weiteres Gerät aus dem Hause HSTi im Test. Dabei handelt es sich nach Angaben des Herstellers um nicht weniger als den kleinsten Mediaplayer der Welt. Mit 60 x 64 x 13 mm und einem Gewicht von 50 Gramm ist er wahrlich kein Riese - doch kann das Gerät, das in Deutschland für rund 60 Euro vertrieben wird, trotzdem Riesen-Aufgaben vollbringen?

Der Moboplay kommt in einer einfachen Pappverpackung mit Zubehör. Es werden neben einem HDMI- und einem AV-Kabel noch eine Fernbedienung, ein Netzteil sowie eine Kurzanleitung mitgeliefert. Leider liegen der Fernbedienung keine Batterien (2x AAA) bei - daran sollte man also denken, wenn man das Gerät direkt nach der Lieferung nutzen möchte.

Denn ohne die Fernbedienung geht nichts - das Gerät besitzt keinerlei Tasten, mit denen man eventuell durch die Menüs navigieren kann. Da diese aufgrund der gerinen Baugröße wohl wegrationalisiert worden sind, wäre es schön gewesen, das Gerät voll funktionsfähig geliefert zu bekommen (zumal zwei AAA-Batterien sicherlich nicht sehr teuer gewesen wären).

 

Das Video des Herstellers zeigt alle Features kurz im Überblick - hinterlegt mit wundervoller Musik.

Die Baugröße schränkt natürlich noch weiter ein: neben dem HDMI-Anschluss gibt es zwar noch einen AV-Anschluss für ältere Geräte, dieser kann jedoch nur mit dem beiliegenden Adapterkabel genutzt werden (Klinke-auf-Cinch). Ein SPDIF-Out dürfte all diejenigen freuen, die das Gerät eben nicht per HDMI verbinden wollen bzw. den Ton separat abgreifen, wenn kein AV-Receiver vorhanden ist.

Mitgeliefert wurde diese Fernbedienung mit Gummitasten - laut Homepage ist aber eine Folien-Fernbedienung mitgeliefert. Auf Nachfrage wurde uns gesagt, dass die hier abgebildete Fernbedienung im Retail-Lieferumfang enthalten ist.

So schön die geringe Größe des Gerätes auch ist - all das hilft nicht, wenn das Netzteil gleich dreimal so groß ist. Hier hätte man nach einer eleganteren Lösung suchen können, denn dadurch wird der Mediaplayer deutlich weniger portabel. Zudem fehlt dem Gerät ein WLAN-Modul - das ist aber laut HSTi durch den Anschluss des hauseigenen Wireless Media Stick nachrüstbar. Dieser schlägt jedoch nochmals mit 85 Euro zu Buche, wodurch der Mediaplayer mit 145 Euro in einer Preisregion landet, in der die Konkurrenz schon ziemlich groß ist.

Die Anleitung verspricht zusätzlichen Support auf HSTi.com - inklusive Firmware Updates. Da das Gerät noch recht neu ist, gibt es jedoch in der Knowledge Base keine Kategorie für den Moboplay - das sollte sich im Laufe der Zeit jedoch hoffentlich noch ändern, sodass man Anleitungen und Firmware-Updates entsprechend herunterladen kann.

In der Galerie befinden sich neben den in diesem Test verwendeten Bildern noch weitere interessante Details - reinschauen lohnt sich.

Einrichtung

Der Moboplay ist relativ einfach an den Start zu bringen. Das Netzteil wird einfach angeschlossen (aufgepasst, der Stecker passt auch in den optischen Ausgang sowie in den AV-Ausgang), um dann das Konstrukt über das HDMI-Kabel mit dem Fernseher zu verbinden.

Als wir das Gerät per DVI-to-HDMI-Umstecker an einem normalen PC-Bildschirm anschließen wollten, wurde das Gerät erst gar nicht erkannt. Ob das am Umstecker oder an einer anderen Inkompatibilität lag, konnten wir nicht herausfinden. Der Betrieb am Fernseher mit einem reinen HDMI-Kabel war hingegen kein Problem.


Der Start des Mediaplayers ist in rund 10 Sekunden abgeschlossen. Wie schon erwähnt, braucht man für die Bedienung zwingend die Fernbedienung - und hier entpuppt sich auch schon ein erstes, störendes Problem. Man muss genau auf den Moboplay-IR-Empfänger zielen, um entsprechende Aktionen auszuführen - und auf die gedrückten Tasten reagiert das Gerät zudem noch mit einigen Sekunden Verzögerung, weshalb man gerne die eine oder andere Taste zu oft drückt und damit ungewünschte Aktionen auslöst.

Nach dem Hochfahren erwartet einen ein sehr reduziertes Menü. Über einen Dateibrowser lässt sich auf die Ordnerstruktur des USB-Sticks oder der SD-Karte zugreifen, um die entsprechenden Dateien abzuspielen. Dabei können sich gleichzeitig USB-Stick und SD-Karte im Gerät befinden - insofern der USB-Stick nicht in den recht nahe gelegenen SD-Slot hereinragt. Unterstützt werden Speicherkarten bis 32GB und NTFS/FAT-Formatierungen sowie die unten aufgelisteten Formate.

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In der Galerie befinden sich neben den in diesem Test verwendeten Bildern noch weitere interessante Details - reinschauen lohnt sich.

Natürlich haben wir das auf die Probe gestellt und auch einige getestet: MP4(H264, AAC), AVI (H264, MP3), FLV (H264, AAC) und MKV (WVC1, 24p, AC3) in verschiedensten Auflösungen bis Full HD - alles kein Problem für den Moboplay. Einzig eingebettete Untertitel in der MKV-Datei konnte das Gerät nicht erkennen und demnach auch nicht anzeigen. Zusätzlich haben wir noch getestet, ob eine Ordnerstruktur einer DVD erkannt wird: und auch hier stellt sich der Moboplay gut. Die Menüs werden erkannt und können mit der Fernbedienung bedient werden, als würde die DVD direkt im (nicht vorhandenen) Laufwerk liegen.

Spulen und Pause während der Wiedergabe sind ebenfalls ohne Probleme bewerkstelligt. Bei Dateien ohne Kapitel setzt der Moboplay aber leider nicht alle paar Minuten ein eigenes Kapitel, sodass man entweder hinspulen oder über die Zeiteingabe zur gewünschten Stelle springen muss. Apropos Zeitanzeige: die gibt es nur, wenn man das zusätzliche Info-Fenster einblendet, ansonsten sieht man beim Spulen nicht, bei welcher Zeitmarke man sich gerade befindet.

Formate:


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In der Galerie befinden sich neben den in diesem Test verwendeten Bildern noch weitere interessante Details - reinschauen lohnt sich.

Klein ist er, der Moboplay. Und abspielen kann er auch fast alles. Wieso man aber einem so kleinen Gerät ein Riesen-Netzteil beilegt und bei diesem Preis kein WLAN-Modul verpasst, ist fraglich. Andere Hersteller bieten zu ähnlichen Preisen zwar größere, aber auch deutlich besser ausgestattete Modelle an.

Vorteile bietet der Moboplay zwar auch - aber keine, die die Konkurrenz nicht auch bieten würde. Interessant ist der Moboplay aber vor allem dann, wenn er möglichst unsichtbar einen normalen Fernseher um USB-Funktionen erweitern soll. Der größte Nachteil ist dann aber, dass die Fernbedienung nicht sonderlich gut funktioniert, sobald der Moboplay außer Reichweite ist.

Insgesamt ist der Moboplay nicht schlecht, kann aber auch nicht restlos überzeugen. Gerade wenn man WLAN benötigt, gibt es im Bereich bis 150 Euro so viele Alternativen, dass der Mediaplayer von HSTi, weil er bis auf die geringen Maße kein Alleinstellungsmerkmal hat, dort untergeht.

Alternativen: Wer zwingend WLAN braucht, sollte zum WDTV Live, den wir ebenfalls getestet haben, greifen. Mit rund 85 Euro nur unwesentlich teurer, bietet er noch mehr Funktionen, ist dafür aber auch etwas größer. Der Vorteil: eine breite Nutzerbasis. Der Nachteil: kein SD-Kartenslot. Im Bereich bis 150 Euro, die der Moboplay mit WLAN-Addon kosten würde, gibt es sogar schon Geräte mit integrierter Festplatte. Die komplette Auswahl bis 150 Euro findet sich in unserem Preisvergleich.

Positive Aspekte des HSTi Moboplay:

Negative Aspekte des HSTi Moboplay: