Test: Creatives Streaming Lösung ZiiSound D3x und DSx

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creative d3x teaser kleinKabellos vernetzt, unkompliziert und sehr komfortabel - so sollte die Einrichtung einer modernen Wohnung des 21. Jahrhunderts aussehen. Gerade im Soundbereich scheint sich in den letzten Jahren verstärkt genau dieser Trend heraus zu kristallisieren. Hersteller wie Teufel und Sonos zeigten, dass kabelloses Musikstreaming heutzutage definitiv praktikabel ist, auch wenn dies meist mit recht hohen Ausgaben verbunden ist. In den noch unbesetzten günstigen Marktabschnitt versucht nun Creative mit dem D3x Vollbereichslautsprechern und dem DSx wireless Subwoofer vorzustoßen.

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Für den heutigen Test hat uns Creative freundlicherweise ein Paket geschnürt, das es erlaubt, alle gegebenen Möglichkeiten auszureizen. Konkret haben wir zwei D3x Lautsprecher und einen dazugehörigen DSX-Subwoofer erhalten. Denn obwohl man theoretisch einen Einstieg in Creatives Streaming-Angebot bereits mit einem einzelnen D3x tätigen kann, bleiben einem der Stereo- beziehungsweise "Party"-Modus verwehrt. Diesem Modus und natürlich den Testgeräten selbst wollen wir auf den folgenden Seiten einmal genauer auf den Zahn fühlen.

Anders als entsprechende Raumfeld Streaming-Möglichkeiten von Teufel und Co. unterstützt Creative lediglich die Datenübertragung per Bluetooth. Als Zuspieler können hierfür nicht nur Apples iPhone und iPad dienen, sondern auch Android Smartphones und Notebooks. Die Steuerung erfolgt dabei über das jeweils verwendete Gerät.

Der Lieferumfang fällt natürlich je nach gewählter Produktkonstellation unterschiedlich aus, da sowohl D3x als auch DSx einzeln erhältlich sind, weshalb wir uns den Lieferumfang gesondert anschauen.

Im Karton des D3x befinden sich lediglich ein externes Netzteil zur Stromversorgung, eine ausführliche multilinguale Bedienungsanleitung sowie eine Auswahl an Adapterkabeln für unterschiedliche Stromnetze, die für den deutschen Hausgebrauch nicht weiter interessieren.

Dementsprechend limitiert fällt auch der Verpackungsinhalt des DSx Subwoofers aus: Dieselbe multilinguale Bedienungsanleitung, wie sie auch den D3x Lautsprechern beiliegt, und ein Kabel zum Anschluss ans Stromnetz liegen bei. Ein externes Netzteil ist für den Subwoofer nicht nötig, da die Verstärkungseinheit in diesen integriert wurde.

Technische Daten Creative ZiiSound D3x
EigenschaftWerte
Gewicht: 1,79 kg
Preis: 129 Euro
Übertragungsstandard: Bluetooth 2.1 + EDR (Enhanced Data Rate)
Anschlüsse: Aux-In
Unterstützte Codecs: SBC, aptX
Reichweite für Bluetooht-Geräte: bis zu 10 m
Technische Daten Creative ZiiSound DSx
EigenschaftWerte
Gewicht: 4,628 kg
Preis: 127 Euro
Übertragungsstandard: Bluetooth 2.1 + EDR (Enhanced Data Rate)
Reichweite für Bluetooht-Geräte: bis zu 10 m

 


Die ZiiSound D3x barrenförmigen D3x Vollbereichslautsprecher bilden gewissermaßen die Schaltzentrale der Streaming-Lösung. Somit ist es möglich auch einen D3x einzeln zu betreiben. Des Weiteren lassen sich mehrere D3x kombinieren, um ein sogenanntes Stereo- oder Partysetup zu realisieren.

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Im Stereomodus agieren so mehrere D3x-Lautsprecher wie zwei herkömmliche 2.0-Lautsprecher und es ist eine Links/Rechts-Ortung möglich. Zusätzlich kann natürlich ein DSx-Subwoofer integriert werden, sodass man relativ viel Spielraum in der individuellen Zusammenstellung seiner ZiiSound-Streaming-Lösung hat.

Des Weiteren bietet Creative an, die Lautsprecher in einem Partymodus zu verknüpfen. Hierbei gibt jeder D3x das gleiche Signal wieder. Dies eignet sich besonders dafür verschiedene Raumabschnitte absolut gleichmäßig zu beschallen. Praktisch, wenn der Hörer keine feste Hörposition im Raum einnimmt und stattdessen "mal hier und mal dort" verweilt und die Musik eher zur Hintergrundbeschallung dient.

Doch schauen wir uns einmal sowohl die D3x als auch den DSx Subwoofer etwas genauer an.

Optisch legt Creative sein Augenmerk auf Understatement. Die Ausmaße erscheinen äußerst kompakt, sodass unser Proband vermutlich auf jeder kleineren Anrichte, Fensterbank oder Kommode in der Wohnung seinen Platz finden dürfte. Die durchweg schwarze Farbgebung der Stoffbespannung sowie die recht hübschen Klavierlack-Akzente um die Bedienfläche und die Seitenkante herum tun ihr übriges zum insgesamt rein optisch hervorragendem Gesamtbild. Doch nicht nur die Optik stimmt, auch rein haptisch fühlt sich der Stoff sehr angenehm an. Leider führt der reichliche Einsatz von Klavierlack auch dazu, dass Fingerabdrücke oftmals nicht vermieden werden können.

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Die Bedieneinheit an der Vorderseite wartet mit wenigen Knöpfen auf, was zwar auf den ersten Blick übersichtlich erscheint, beim Einrichten des Gesamtsystems aber für einige "Fummelei" sorgt. Dem Konzept entsprechend bietet die Front nur vier Buttons an. Neben Connect und Link lässt sich hier lediglich die Lautstärke regulieren.

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Von der Rückseite betrachtet fällt unser Augenmerk zunächst auf das zierliche Bassreflexrohr, durch dessen Verwendung der Tiefgang des recht kompakten D3x erhöht werden dürfte. Nur wenige Zentimeter daneben befindet sich ein kleines Anschlusspanel, welches einen Aux-In und einen Eingang für das Netzteil bietet. Dazwischen ist der On/Off-Knopf beheimatet.

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Auf Angaben zur Chassis-Bestückung hat Creative leider verzichtet, sodass wir diesbezüglich nicht mit verifizierten Daten arbeiten können. Geschätzt dürften die jeweils zwei Treiber pro D3x-Lautsprecher circa 5-7 cm Durchmesser haben, aber dies beruht wie gesagt auf einer Schätzung. 

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Der kompakte Subwoofer, der die D3x- und D5x-Hauptlautsprecher im Bassbereich optional unterstützen kann, hört auf den Namen DSx. Bei ihm handelt es sich um einen relativ kompakten Subwoofer im sogenannten SLAM-Design, das heißt, er verfügt nicht wie ein Großteil der Tieftöner über nur ein Chassis, sondern über drei. Das in der Front befindliche Chassis wird hierbei aktiv verstärkt, während die seitlichen Treiber passiv daherkommen. Durch die Verwendung dieser Bauweise soll es möglich sein, aus Gehäusen mit möglichst geringen Ausmaßen ein Maximum an Tiefgang herauszuholen, was aber vermutlich zulasten der Präzision gehen wird.

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Das Gehäuse des DSx Subwoofers besteht aus sauber gefertigtem schwarzen MDF. Ähnlich wie bei den D3x-Lautsprechern wurden die Chassis fest mit schwarzem Stoff verkleidet, weshalb sich auch hier keine genaueren Angaben zur Bestückung machen lassen. Die Rückseite beherbergt lediglich einen Link-Button zur Verknüpfung mit anderen ZiiSound Bluetoothgeräten sowie einen Regler zur Bassregulierung.


Da wir nicht über professionelle Räumlichkeiten und Messgeräte verfügen, spiegeln unsere Ergebnisse lediglich den Klangeindruck des Redakteurs wider. Subjektivität lässt sich daher nicht vermeiden, auch wenn der testende Redakteur bereits Erfahrungen mit vielen Lautsprechern, Kopfhörern, Headsets und Soundkarten gemacht hat. Unser Testraum misst 4 m x 6 m, bei einer Deckenhöhe von 2,20 m. Die Wände der kürzeren Seiten bestehen aus Dachschrägen, welche bis knapp 30 cm an den Boden reichen. Die Teststücke liegen als Flac oder CD vor, einige aber auch als MP3, um auch das durchschnittliche Quellmaterial darzustellen. Ebenso befinden sich nicht nur hochqualitative Aufnahmen in unserem Test-Parcours, sondern auch Stücke schlechterer Qualität. Als "Referenz" dienen ein paar Adam A5X Studiomonitore sowie ein AKG K701 Kopfhörer.

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Tonal sind die Fullrange-D3x-Lautsprecher relativ ausgeglichen abgestimmt. Hoch und- Mittelton klingen über weite Strecken relativ ausgewogen verteilt. Im Superhochton wurde dem Frequenzgang jedoch ein Peak mit auf den Weg gegeben, welcher die Becken des Schlagzeugs aus Creeds "Higher" etwas vordergründiger erscheinen lässt, aber auch eine angenehme Frische ins Klangbild bringt.

Die mittlere Tonlage ist wie bereits angesprochen relativ gut austariert. Lediglich im Grundton agiert unser Testkandidat eine Spur zurückhaltender. Dies überrascht uns allerdings wenig, dazu sind die Lautsprecher einfach zu kompakt gehalten. Grundsätzlich ist dies aber Kritik auf gehobenem Niveau, denn angesichts des Preises darf man hier einfach nicht das erwarten, was ausgewachsene, teurere "richtige" Lautsprecher zu leisten vermögen.

Die Bewertung des Bassbereiches wird separat erfolgen, da das Klangbild hier stark unterschiedlich ist, ob ein Subwoofer zum Einsatz kommt oder der D3x auf sich allein gestellt ist.

Solo verfügt Creatives D3x über einen eher zahmen Bassbereich, der dafür aber relativ präzise ist. Dennoch mag gerade bei lauterem Hören nie so wirklich Freude aufkommen, dafür fehlt einfach das Volumen und der Punch.

Abhilfe schafft die optionale Anschaffung des zum Set passen DSx-Subwoofer, der einige zusätzliche Herz an Tiefgang beisteuert und in erster Linie den ansonsten angenehmen Klang mit der nötigen Portion Druck versieht. Perfekt ist er jedoch auch nicht: In 0-Uhr Stellung der Bassregulierung brummelt er völlig überbetont vor sich hin. In gewissem Rahmen zurückgenommen klingt er aber vernünftig für seinen Preis. Er reicht für seine geringen Ausmaße relativ weit runter, leider handelt es sich beim DSx um Subwoofer im Slam-Design, welcher damit definitiv zu den langsameren Subwoofern gehört und sich speziell mit anspruchsvolleren Basspassagen mühsam abquält.

Eine Art Bühnendarstellung leistet ein einzelner D3x Lautsprecher nicht, im Stereo-Modus hingegen wird dem Hörer eine zufriedenstellende Räumlichkeit geboten. Wirklich plastisch oder tiefengestaffelt wirkt das Klangbild auf uns trotzdem nicht. Das kann man einem solchen Streaming-System aber verzeihen.

Die Detailauflösung der D3x-Full-Range-Lautsprecher geht entsprechend dem Anwendungsgebiet ebenfalls in Ordnung. Kleinste Feinheiten zeigt unser Proband nicht, was einerseits natürlich wie immer am Preis liegt, andererseits in diesem Anwendungsgebiet auch nicht gefordert ist. Wir waren mit der gebotenen Detailwiedergabe dennoch zufrieden.

Allgemein ist uns in unserer Testperiode aufgefallen, dass beide Komponenten von Creatives Streaming-Lösung also sowohl die D3x-Lautsprecher als auch der DSx-Tieftöner ihre Stärken definitiv nicht bei Party-Pegeln besitzen: Dabei verlieren sie relativ schnell die Kontrolle über das Geschehen, sodass Hochtöner "nervig" werden sowie der Subwoofer ins "Gematsche" übergeht.


Alles in allem zeigen sich Creatives D3x und DSx Streaming-Lautsprecher von einer überraschend positiven Seite.

Optisch dürfte man sie aufgrund des dezent schwarzen Äußeren und der sehr kompakten Ausmaße auch in engen Wohnraumbedingungen gut aufstellen können. Die Verarbeitung ist bei beiden Komponenten anstandslos umgesetzt worden sowie für die anvisierte Preisklasse als gut einzuordnen.

Genauso bewährt sich die Kombination unserer Probanden klanglich. Ein durchweg recht ausgewogenes Klangbild in Hoch- und Mittelton versehen mit einem leichten Akzent im Superhochton und einer kleineren Schwäche in den unteren Mitten wissen zu überzeugen. Der Subwoofer klingt mit geregelter Basseinstellung ebenfalls in Ordnung. All dies gilt natürlich unter Berücksichtigung dessen, dass es sich hier um ein kabelloses, kompaktes System handelt. Klar lassen sich für ein ähnliches Budget bereits andere HiFi-Anlagen realisieren, die klanglich noch eine Stufe höher anzusiedeln sind, die aber nicht über eine solche Flexibilität und Bedienkomfort verfügen.

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Also kann eine Streaming-Lösung für wenige hundert Euro überhaupt taugen? Die Antwort lautet definitiv Ja. Creative schafft mit den D3x und DSx, dass ein solches Projekt auch mit kleinerem Budget definitiv realisierbar ist, sofern auf ein Maximum an Klangqualität fürs Geld verzichtet werden kann. Hier liegt die sinnvollere Investition natürlich immer bei einer kabelgebundenen Anlage.

Positive Aspekte Creatives ZiiSound Streaming-Lösung:

 

Negative Aspekte von Creatives ZiiSound Streaming-Lösung: