Seite 3: Gigabyte WS100 im Praxistest

Nachdem wir nun die Details geklärt haben, interessiert natürlich die Frage, wie sich das Kit im Alltag schlägt. Der Aufbau ist hierbei relativ schnell erledigt, selbst ohne den Quick-Guide zu konsultieren. Die Basis wird einfach aufgestellt, der USB-Strom-Adapter und das HDMI-Kabel angeschlossen, schon ist man auf der Seite fertig. Der Stick wird in den HDMI-Anschluss des Wiedergabegeräts eingesteckt, USB-Verbindung herstellen, fertig. Sofern man weiß, wo die entsprechenden Anschlüsse an den heimischen Geräten zu finden sind, dauert der Vorgang nur eine Minute. Bedenkt man hier die Zeit, die für das saubere Verlegen eines langen HDMI-Kabels sonst nötig wären, sammelt das Gigabyte-Kit hier einen deutlichen Pluspunkt. 

Sobald beide Seiten angeschlossen sind, nimmt das Kit automatisch Verbindung auf. Basis und Stick sind von Haus aus schon aufeinander eingestellt, eine aufwendige Konfiguration ist nicht notwendig. Setzt man als Wiedergabegerät einen PC/Laptop ein, so kann man nun wie vom normalen (Dual-View-) Betrieb gewohnt alle Einstellungen vornehmen: Anpassen der Auflösung, Bildwiederholungsrate usw. werden wie üblich über den Grafikkartentreiber/die Windowseinstellungen vorgenommen. Der Stick an sich kommt komplett ohne Treiber aus, der PC reagiert auf ihn wie auf ein angeschlossenes Kabel. Es macht auch keinerlei Unterschied, ob das WS100 als alleinige Signalquelle eingesetzt wird oder ob man seinen Desktop erweitern/duplizieren möchte. Das WS100 meisterte alle Testsituationen, die wir vorgaben.

Der Verbrauch der Basis liegt bei 4,8 W im Betrieb und 2,8 W im Standby. Der Stick genehmigt sich über den USB-Anschluss 2,5 W, ein Standby-Wert entfällt hier. Beide Teile sind lüfterlos und weisen auch keine Störgeräusche wie Spulenfiepen oder ähnliches auf, sind also im Betrieb lautlos. Gemein ist sowohl Basis als auch Stick, dass sie eine relativ hohe Abwärme erzeugen und diese vor allem beim Stick auch deutlich an der Oberfläche spürbar ist.

Sollte es doch einmal durch Defekt oder Erweiterung mit zusätzlichen Sticks notwendig sein, die Geräte neu aufeinander abzustimmen, so bietet das WS100 ein kleines Setup-Menü. Zugang zu diesem erhält man über die Basis durch drücken des "Home"-Buttons. Daraufhin öffnet sich folgendes Menü auf dem angeschlossenen Bildschirm:

Das Menü des SkyVision WS100

Hier lassen sich neue Verbindungen einstellen, dies wird ausführlich in dem Handbuch erläutert - leider nur auf Englisch oder Chinesisch. Der Vorgang an sich ist nicht schwierig und sollte auch für weniger erfahrene Nutzer keinerlei Hindernis darstellen, solange sie Grundkenntnisse in Englisch besitzen.

Der nächste interessante Aspekt ist natürlich die Leistung des SkyVision hinsichtlich Übertragungsstabilität, Bildqualität und Bildverzögerung. Aber auch hier gab sich das Kit souverän: Dünne Wände, Distanzen von >5 m oder gar ein WLAN-Router direkt neben der Basis, nichts davon war in der Lage, die Verbindung zu stören oder gar zu unterbrechen. Das Ausweichen auf Frequenzen von 5,1 GHz bis 5,8GHz sorgt hier für eine sehr gute Verbindung, liegt man doch hier oberhalb der meisten sonstigen Geräte, welche in der Regel auf 2,4 GHz oder 5 GHz senden.

Auch über die Bildqualität lässt sich nichts Schlechtes berichten: Sowohl SD- als auch HD-Material, egal ob Filmmaterial, Windowsoberfläche oder Gameinhalte - alles wurde ohne Bildfehler übertragen, es gab zu keinem Zeitpunkt sichtbare Artefakte oder sonstige Störungen. Das Bild entspricht durch die unkomprimierte Übertragung dem, welches man auch mit einem Kabel erhalten würde. Kleiner Schönheitsfehler ist hier natürlich, dass das WS100 kein 3D-Signal nach HDMI-Standard 1.4a übertragen kann - hier sei aber angemerkt, dass dies aktuell noch keins der erhältlichen Produkte in dem Bereich beherrscht. Der WHDI-Standard 1.0, welchen die Geräte aktuell verwenden, gibt dies nicht her.

Da Gigabyte explizit mit der Verwendung des SkyVision in Verbindung mit Konsolen und PCs wirbt und darüber hinaus noch die extrem niedrigen Latenzen des Kits hervorhebt, musste sich dies natürlich überprüft werden. Zum Test verwendeten wir einen PC als Wiedergabegerät sowie den Shooter "Battlefield 3" aus dem Hause EA. Getestet wurde sowohl im Einzelaufbau als auch im Dual-View-Betrieb. Hier stellten wir zwei Bildschirme direkt nebeneinander, einen per DVI-Kabel angebunden und einen per SkyVision. Aber auch während der hitzigsten Gefechte im Multiplayer konnte wir keine auffälligen Abweichungen/Verzögerungen bemerken und können dem WS100 damit seine volle Spieletauglichkeit bestätigen.

Als letztes Glied in der Betrachtung fehlt hier natürlich noch der Sound. Die Standards, welche übertragen werden können, sind natürlich etwas eingeschränkt, es fehlt vor allem an den HD-Standards, wieder bedingt durch das verwendete WHDI 1.0. Die beworbenen Soundfeatures meisterte das SkyVision dafür ohne Fehler, der Klang weist keine Verzerrung, Aussetzer oder gar Asynchronitäten auf.