Realme GT Master Edition im Test: Mehr Design, weniger Power

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Das Realme GT Master Edition sticht aus der Masse der Smartphone-Neuvorstellungen heraus. Realme hat für das Design Unterstützung vom japanischen Designer Naoto Fukasawa geholt - und der kleidet das Android-Smartphone so, dass es an einen lederbezogenen Reisekoffer erinnern soll. Im Test zeigen wir aber natürlich nicht nur das Äußere, sondern wollen auch klären, wie es um die inneren Werte steht. 

Der Blick gerade auf die Performance wird umso spannender, weil das reguläre Realme GT im Test mit sehr hoher Leistung zum moderaten Preis überzeugen konnte. Es ist nach wie die günstigste Option mit Snapdragon 888, also dem Qualcomms High-End-SoC. Wer nun aber gedacht hat, dass ein Realme GT Master Edition mindestens wieder den Snapdragon 888 erhält, der wird enttäuscht. Denn gerade beim SoC schaltet Realme einen Ganz zurück und verbaut mit dem Snapdragon 778G 5G ein Modell für die obere Mittelklasse. Wir werden noch sehen, wie relevant diese Entscheidung für die Performance ist. 

Ansonsten kann aber auch das Realme GT Master Edition mt vielversprechenden Daten für sich werben. So erhält es ein AMOLED-Display mit 120 Hz Bildwiederholrate, eine 64-MP-Hauptkamera, eine Ultra-Weitwinkel- und eine Makro-Kamera. Die Auflösung der Selfie-Kamera ist mit 32 MP sogar doppelt so hoch wie noch beim Realme GT. Realme wirbt zudem damit, dass das Smartphone strikte Belastungstests überstanden hat. Darunter waren beispielsweise 300 Stunden Temperaturtests zwischen -40 und 75 Grad Celsius.

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Alternativ zur grau gehaltenen Kunstledervariante ("Voyager Grey") soll es das GT Master Edition auch im konventionelleren Design mit zwei anderen Farbvarianten geben - und zwar in "Luna White" und "Daybreak Blue". Dazu gibt es Unterschiede bei der Speicherbestückung. 6 GB RAM und 128 GB Speicher kommen zu einer UVP von 349 Euro auf den Markt. 8 GB RAM und 256 GB Speicher soll es hingegen für 399 Euro geben. Unser Testsample zeigt sich in "Voyager Grey" und wurde mit 8 GB RAM und 256 GB internem Speicher ausgerüstet.  

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Realme liefert das GT Master Edition mit 65-W-Schnellladegerät, USB-Ladekabel (Typ-A auf Typ-C), SIM-Kartentool und einer Schutzhülle aus (der Verkaufsversion dürfte zusätzlich noch Dokumentation beiliegen). Die graue TPU-Schutzhülle soll bei unserer Farbvariante sowohl Farbe als auch Gestaltung der Rückeite aufgreifen. Haptisch lässt sie sich allerdings nicht mit der Kunstlederrückseite vergleichen. Eine Schutzfolie klebt ab Werk auf dem Display, wurde von uns aber für die Produktfotos entfernt. 


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Frontal erinnert das Realme GT Master Edition stark an das bekannte Realme GT. Auch beim neuen Modell dominiert das 6,43-Zoll-AMOLED-Display. Es stammt von Samsung und löst mit 2.400 x 1.080 Pixeln auf. Eine Bildwiederholrate von 120 Hz verspricht eine sehr flüssige Darstellung. Die Selfie-Kamera wurde wieder in die obere linke Ecke des Displays intergriert. Die Displayränder fallen oben und an beiden Seiten recht schmal aus, unten zeigt sich allerdings ein etwas dickerer Rand. Der Lockscreen lässt gleich erkennen, dass Realme einen Fingerabdruckleser in das Display integriert hat. Der funktioniert nach unseren Eindrücken relativ zuverlässig und zügig. 

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Android läuft auf dem Realme GT Master Edition in Version 11 und ergänzt um die hauseigene Benutzeroberfläche realme UI 2.0. Einige zusätzliche Apps sind bereits ungefragt vorinstalliert. 

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Die auffälligste Seite des Realme GT Master Edition ist ohne Zweifel die Rückseite. Nur auf den ersten Blick zeigt sich sich einfach in Grau. Denn der international bekannte Industriedesigner Naoto Fukasawa hat hier ein subtiles aber durchaus durchdachtes Design umgesetzt. Inspiriert hat ihn das Thema Reisen und ein wichtiges Reiseutensil - der Reisekoffer. Konkav geformtes Kunstleder mit vertieften Querstreifen soll an einen Reisekoffer erinnern. Es sorgt auf jeden Fall für eine ungewöhnliche, organischere Haptik, die das Smartphone deutlich von Modellen mit Glas-, Metall- oder Kunstsoffrückseite unterscheidet. Das Material fühlt sich gerade im Vergleich zu Glas und Metall wärmer und griffiger an. Wie belastbar es ist, werden Nutzer allerdings erst noch im Dauereinsatz herausfinden müssen. 

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Die Triple-Kamera ragt nur relativ leicht heraus und fügt sich optisch stimmig in das Design ein. Die Powertaster sitzt für sich auf der rechten Seite des Smartphones.

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Die beiden Anschlüsse des Realme GT Master Edition sitzen an der Unterkante. Neben dem zentralen USB-Typ-Anschluss wurde auch noch eine 3,5-mm-Klinkenbuchse integriert. Auf der gegenüberliegenden Seite zeigt sich der Lautsprecher. Auch oberhalb vom Display wurde ein Lautsprecher integriert - allerdings nur für das Telefonieren. Ansonsten wird nur der untere Lautsprecher genutzt und damit entsprechend auch nur Mono-Sound geboten. Sowohl beim maximalem Pegel als auch der Klangqualität kann sich dieser Lautsprecher nicht besonders in Szene setzen. Wird er versehentlich mit einem Finger verdeckt (was bei dieser Platzierung gerade bei Querformatnutzung häufiger vorkommt), verstummt der Klang fast völlig. 

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Auch beim Realme GT Master Edition können wieder zwei Nano-SIM-Karten genutzt werden. Für die Lautstärkeregulierung dienen auf der linken Seite zwei getrennt ausgeführte Tasten. 


Anders als noch das Realme GT erhält das Realme GT Master Edition nicht Qualcomms High-End-SoC Snapdragon 888, sondern mit dem Snapdragon 778G 5G. Dieses SoC ist zwar noch etwas jünger, wurde aber für die obere Mittelklasse entwickelt. Es paart acht bis zu 2,4 GHz schnelle Kryo-670-CPU-Kerne mit einer Adreno 642L-GPU und einem Snapdragon X53-Modem. Dem SoC stehen 6 bzw. 8 GB RAM zur Seite. Realme nutzt zudem die sogenannte Dynamic RAM Expansion Technology, bei der zusätzlich interner Speicher als virtueller (und typischerweise deutlich langsamerer) Arbeitsspeicher genutzt werden kann. 

Geekbench 5 - Single

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Geekbench 5.0.2 - Multi

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GFX Bench 1080p Offscreen - Manhatten

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GFX Bench 1080p Offscreen - T-Rex

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3DMark Wild Life

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PCMark Work 3.0

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Die Benchmarks sprechen eine klare Sprache: Das Realme GT Master Edition ist durch die Bank weg weniger performant als das Realme GT. Es ordnet sich aber auch klar über Smartphones mit Einsteiger- bzw. einfachen Mittelklasse-SoCs ein. Besonders spannend ist der Vergleich mit dem OnePlus Nord 2 5G und dessem ebenfalls ganz aktuellen MediaTek Dimensity 1200-AI. In den meisten Benchmarks liegt das OnePlus-Modell vorn. 

Akkulauf- und Ladezeit

Die Kapazität des fest verbauten Akkus ist mit 4.300 mAh nicht besonders hoch. Auch beim Realme GT fiel die Akkukapazität mit 4.500 mAh etwas großzügiger aus. Full-HD-Videostreaming hält das Realme GT Master Edition bei maximaler Displayhelligkeit und 120 Hz trotzdem für fast zehneinhalb Stunden und damit etwas länger als ein OnePlus Nord 2 5G durch. Auch Realme legt Wert auf eine hohe Ladeleistung: Das SuperDart-Netzteil lädt mit 65 Watt. Schon nach etwa einer halben Stunde ist der Akku wieder voll aufgeladen. Drahtloses Laden wird allerdings nicht unterstützt. 


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Die recht unauffällig integrierte Frontkamera nutzt beim Realme GT Master Edition einen Sony IMX 615-Sensor mit 32 MP Auflösung und fängt damit relativ viele Details ein. Sie deckt einen Blickwinkel von 85 Grad ab.

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Auf der Rückseite zeigt sich eine Triple-Kamera mit LED-Blitz. Die Hauptkamera kann mit bis zu 64 MP auflösen. Der 64-MP-Modus muss in der Kameraapp aber erst ausgewählt werden. Regulär werden von der Hauptkamera Bilder mit 16 MP aufgenommen. Der 64-MP-Modus kann zwar mehr Details einfangen, benötigt aber gute Lichtverhältnisse. 

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Im Standardmodus kann die Hauptkamera mit einer soliden Bildqualität überzeugen. Realme nutzt diese Kamera in Kombination mit einem digitalen Zoom auch für Tele-Aufnahmen, auf den höheren Zoomstufen (möglich sind bis zu 20x) lässt die Bildqualität aber sehr stark nach. Das Fehlen einer richtigen Telekamera kann so nur sehr eingeschränkt kompensiert werden.

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Zusätzlich steht eine Ultra-Weitwinkelkamera mit 119 Grad Blickwinkel und 8-MP-Auflösung genutzt werden. Ihre Bilder werden aber sichtbar detailärmer als die der Hauptkamera. 

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Die dritte Kamera im Bunde ist eine Makrokamera. Mit ihr sind zwar Aufnahmen aus kurzer Distanz (4 cm) möglich, bei nur 2 MP Auflösung fehlt es diesen Makro-Aufnahmen aber massiv an Details.


Das Realme GT Master Edition hat speziell in der Naoto Fukasawa-Variante ein Alleinstellungsmerkmal: Sein Design, das von einem Reisekoffer inspiriert wurde und sich auch auf die Materialität auswirkt. Die Rückseite aus Kunstleder fasst sich gleichzeitig warm, komfortabel und griffig an. Wie haltbar und schmutzresistent sie ist, wird sich allerdings erst bei längerer Nutzung zeigen. Wer das Handy schonen will, der kann einfach die mitgelieferte Schutzhülle nutzen. Damit verliert aber gerade die spezielle Rückseite ihren Charme. 

Was hingegen nicht an Charme verloren hat, das ist das AMOLED-Display mit 120 Hz Bildwiederholrate, satten Kontrasten und guten Helligkeitsreserven. Hier spielt das Realme-Modell klar in der Oberklasse mit. An anderer Stelle büßt es gegenüber dem Realme GT aber gerade diesen Oberklasseanspruch ein. Der Wechsel vom Snapdragon 888 zum Snapdragon 778G 5G sorgt tatsächlich für einen klaren Performancerückschritt. Als Mittelklassemodell bietet das Realme GT Master Edition aber allemal eine ansprechende Leistung, die z.B. klar über der des Google Pixel 5 liegt.

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Anders als viele Oberklassemodelle stellt das Realme GT Master Edition noch einen klassischen Kopfhöreranschluss bereit und ermöglicht somit die Nutzung von Kopfhörern mit 3,5-mm-Klinkenanschluss. Auch die Dual-SIM-Unterstützung ist ein Pluspunkt. Auf eine Speichererweiterung per microSD-Speicherkarte muss man hingegen genauso verzichten wie auf einen zertifizierten Staub-/Wasserschutz. Wenn der Akku nach durchaus solider Laufzeit wieder aufgeladen werden muss, gelingt das mit dem 65-W-Netzadapter in sehr kurzer Zeit. Schon in etwa einer halben Stunde wird der Akku von 0 auf 100 Prozent geladen. Wireless Charging wird vom Realme GT Master Edition allerdings nicht unterstützt. 

Eine attraktive Alternative zum Realme GT Master Edition wäre beispielsweise das OnePlus Nord 2 5G. Es ist etwas teurer, dafür aber auch etwas performanter. Das Display wird allerdings maximal mit 90 Hz und nicht mit 120 Hz aktualisiert. Auch auf einen Kopfhöreranschluss muss man anders als beim Realme-Modell verzichten. Den zertifizierten Staub-/Wasserschutz, einen microSD-Kartenleser und drahtloses Laden lassen beide Smartphones vermissen. Als leistungsstärkere Alternative für über 400 Euro kommt natürlich auch das Realme GT mit Snapdragon 888 in Frage.

Insgesamt ist das Realme GT Master Edition ein ansprechendes Modell der gehobenen Mittelklasse, das gerade bei Display und Ladegeschwindigkeit positiv heraussticht. In der Naoto Fukasawa-Variante kann es zudem ein ganz eigenes Design und die Kunstlederhaptik bieten. Allerdings verliert es in jeder Variante den High-Performance-Charme, der noch das Realme GT ausgezeichnet hat. 

Positive Aspekte des Realme GT Master Edition:

Negative Aspekte des Realme GT Master Edition:



Technische Daten Realme GT Master Edition
AllgemeinesRealme GT Master Edition
Preis (UVP): 6 GB RAM/128 GB Speicher: 349 Euro; 8 GB RAM und 256 GB Speicher: 399 Euro
Herstellerseite: www.realme.com
Lieferumfang: Netzteil (65 W), Ladekabel, Dokumentation, Schutzhülle, Displayschutz, SIM-Kartentool
Display 
Diagonale: 6,43 Zoll
Technik: AMOLED
Auflösung: FHD+ (1.080 x 2.400 Pixel)
Pixel-Dichte: 409 ppi
maximale Bildwiederholfrequenz: 120 Hz
SoC/Speicher 
Prozessor: Qualcomm Snapdragon 778G 5G
CPU - Kerne: Qualcomm Kryo 670 CPU
CPU - Takt: bis 2,4 GHz
GPU: Qualcomm Adreno 642L
Arbeitsspeicher: 6/8 GB
Speicher - Größe:128/256 GB
Speicher - Erweiterung: nein
Akku 
Kapazität: 4.300 mAh (üblicherweise)
Entnehmbar: nein
Fast Charge: ja
Max. Ausgangsleistung Ladegerät: 65 W
Drahtloses Laden: nein
Kameratechnik 
Primärkamera - Auflösung Foto: 64 MP Hauptkamera 
8 MP Ultra-Weitwinkelkamera
2 MP Makro-Kamera
Primärkamera - Blende: Hautpkamera: f/1,8
Ultra-Weitwinkelkamera: f/2,3
Makro-Kamera: f/2,4
Frontkamera - Auflösung Foto: 32 MP (Sony IMX 615)
Datendienste 
Standard: 5G
Bluetooth: ja
WLAN: 2,4/5 GHz, WiFi 6
NFC: ja
Anschlüsse/th> 
USB: USB Typ-C 
3,5-mm-Klinke: ja
SIM-Größe: Nano-SIM
Dual-SIM: ja
Fingerabdruck-Sensor ja (Display)
Pulsmesser: nein
Infrarot: nein
Software 
Betriebssystem: Android 11
angepasste Oberfläche: realme UI 2.0
Gehäuse 
Material: beschichtet mit Kunstleder
Gewicht: Naoto Fukasawa - 180 g, reguläre Varianten - 174 g 
IP-Zertifizierung: nein