LG G3 im Test

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lg g3 01Wer in den vergangenen Wochen ein Oberklasse-Smartphone mit Android kaufen wollte, hatte trotz mehrere Aspiranten keine wirkliche Wahl. Sowohl Samsung als auch HTC und Sony haben ihre Flaggschiffe zwar aktualisiert, einen bedeutenden Mehrwert gegenüber den Vorjahresmodellen bieten die neuen Modell jedoch nicht. Anders hingegen LG: Die Südkoreaner haben sich vom Erfolg des G2 nicht blenden lassen, sondern konsequent an neuen Highlights gearbeitet. Das Ergebnis hört auf die schlichte Bezeichnung G3 und ist im wahrsten Sinne des Wortes ein Hingucker.

Denn das zentrale Element ist das neue Display, um das herum LG sein aktuelles Topmodell konstruiert hat. Zwar ist man nicht der erste Anbieter eines QHD-Smartphones, wohl aber der schnellste unter den etablierten Herstellern; weder Samsung noch HTC oder Sony haben entsprechende Geräte im Handel oder angekündigt. An anderen Stellen hat man behutsam Hand angelegt, hier und da wartet auch die ein oder andere Besonderheit, die dafür sorgen soll, dass das G3 den Erfolg des Vorgängers übertrumpft.

Optik, Haptik, Hardware

Einem - teils bedauerlichem - Credo der Branche folgt LG. Denn der Generationswechsel geht mit einem Wachsen des Geräts einher. Verließ man sich beim G2 noch auf ein 5,2 Zoll messendes Display, sind es beim G3 nun 5,5 Zoll. Daraus resultiert ein größeres Gehäuse. Statt 138,5 x 70,9 x 8,9 mm sind es nun 146,3 x 74,6 x 8,9 mm; mit 143 zu 149 g legt man beim Gewicht nur minimal zu. Dank der erneut schmalen Ränder - das Display nimmt 76 Prozent der Front ein - bewegt sich das neue LG-Smartphones aber unter anderem auf einem Niveau mit Sonys Xperia Z2 (146,8 x 73,3 x 8,2 mm), das jedoch eine kleinere Anzeige bietet.

5,0 und 5,5 Zoll im Vergleich: Kompaktes Gehäuse dank schmaler Ränder
5,0 und 5,5 Zoll im Vergleich: Kompaktes Gehäuse dank schmaler Ränder

Einen großen Schritt nach vorne gemacht hat man beim Material des Gehäuses. Zwar setzt man erneut auf Kunststoff, genauer auf Polycarbonat, die Oberfläche hat man jedoch mit Metallpartikeln versetzt. Dadurch entsteht optisch der Eindruck, es handele sich um Aluminium. Dass man sich gegen den Einsatz des Leichtmetalls entschieden hat, begründet das Unternehmen mit den höheren Kosten und dem zusätzlichen Gewicht. Aber das Gehäuse sieht zunächst nicht nur wie aus Metall gefertigt aus. Auch beim ersten direkten Kontakt mit dem G3 entsteht der Eindruck, dass man es nicht mit Kunststoff zu tun hat. Erst die fehlende Kühle, die Aluminium ausstrahlt, entlarvt die „Täuschung“. Spätestens jedoch beim Abnehmen der Rückseite, hinter der sich der problemlos wechselbare Akku sowie die Schächte für SIM- und microSD-Karte verstecken, ist das wahre Material nicht zu übersehen. Im Test erwies sich das Entfernen des hinteren Gehäuseteils als mitunter schwierig, mehr als nur einmal kam die Befürchtung auf, der dünne Deckel werde bersten.

Im Detail verfeinertes Design des LG G2
Im Detail verfeinertes Design des LG G2

Als Verarbeitungsschwäche darf dies jedoch nicht verstanden werden. Solche leistet sich LG beim G3 an keiner Stelle. Weder neigt die Rückseite unter Druck zum Knarzen, noch gibt es uneinheitliche Spaltmaße oder scharfe Kanten. Auch die erneut auf der Rückseite untergebrachten Tasten für Standby und Lautstärkeregelung sind gut eingefasst und bieten kein überflüssiges Spiel.

Optisch orientiert sich das G3 am Vorgänger, lediglich in Nuancen gibt es Abweichungen. Damit bleibt es bei einer in Richtung aller vier Außenkanten abgerundeten Hülle, dank derer das Smartphone gut in der Hand liegt - auch in der Frontalen ist es bei Rundungen geblieben. Zu den Änderungen im Detail gehören die rückwärtigen Tasten, denen man eine neue und vor allem bessere Form spendiert hat, aber auch Lautsprecher, Blitz sowie das umplatzierte Herstellerlogo. Insgesamt wirkt das G3 somit reifer als noch das G2, Design und Haptik zusammengefasst liegt es jedoch näher am Galaxy S5 als am HTC One (M8) - mit letzterem verbindet das LG-Smartphone die nicht vorhandene IP-Zertifizierung.

Was wie Metall aussieht, ist tatsächlich lediglich Kunststoff
Was wie Metall aussieht, ist tatsächlich lediglich Kunststoff

Technisch bewegt man sich bei den wesentlichen Ausstattungsmerkmalen jedoch auf einem Niveau mit allen wichtigen Android-Flaggschiffen. Dazu gehört Qualcomms Snapdragon 801, hier in der 2,5 GHz schnellen Version MSM 8974-AC, die auch in Samsungs Vertreter steckt. In der 16-GB-Variante stehen dem SoC 2 GB Arbeitsspeicher zur Seite, im 32-GB-Modell sind es 3 GB. Käufer letzteren Modells erhalten also nicht nur mehr internen Speicher, der in allen Fällen per microSD-Karte erweitert werden kann, sondern auch eine leicht höhere Performance - vor allem bei großen Applikationen. Fester Bestandteil des Snapdragon 801 in dieser Version ist ein LTE-taugliches Modem, das Cat 4 und somit Downstreams von bis zu 150 Megabit pro Sekunde unterstützt.

Tasten wie gehabt auf der Rückseite, links der Laser Fokus, rechts der Dual-LED-Blitz
Tasten wie gehabt auf der Rückseite, links der Laser Fokus, rechts der Dual-LED-Blitz

Hinsichtlich der Verbindungsqualität fiel das Smartphone im Test nicht negativ auf, auch unter schlechten Bedingungen kam es lediglich zur Herunterstufung auf HSPA oder UMTS, nicht jedoch zu einem kompletten Verbindungsverlust. Gleiches gilt auch für die Telefonie. Hier leistet LG sich jedoch die Schwäche eines eher blechern klingenden Lautsprechers, ansonsten blieben Schnitzer bei der Kernfähigkeit eines Mobiltelefons aus.

Weitere Punkte auf dem Datenblatt: Bluetooth 4.0, NFC und ein 1 Watt starker Mono-Lautsprecher. Dieser soll laut LG im Zusammenspiel mit dem Bassverstärker mit „klaren Höhen und satten Tiefen“ überzeugen, in der Praxis ist er nicht besser oder schlechter als die Tonproduzenten der Konkurrenten.


Display

Der klare Mittelpunkt des G3 ist das neue Display. Noch vor Samsung und Sony setzt LG auf ein QHD-Panel und bringt im aktuellen Topmodell somit 2.560 x 1.440 Pixel auf 5,5 Zoll. Daraus resultieren 534 ppi, was auch bei feinsten Strukturen eine scharfe Darstellung sicherstellen soll. Der Hersteller selbst sieht den Einsatz der hochauflösenden Anzeige nicht als puren Werbeprospekt-Fakt, sondern verweist auf den tatsächlichen Nutzen. Die von Apple vor Jahren getätigte Aussage, jenseits der „Retina-Grenze“ würde das menschliche Auge höhere Pixeldichten nicht wahrnehmen, seien inzwischen widerlegt, so LG.

534 ppi: Unübersehbar scharf, aber kaum Nutzen in der Praxis
534 ppi: Unübersehbar scharf, aber kaum Nutzen in der Praxis

Eine abschließende Bewertung ist im Rahmen des Tests nicht möglich gewesen - jedes Auge nimmt anders wahr. Zwar wirkt die Darstellung des G3-Bildschirms qualitativ hochwertiger als auf einem iPhone 5s oder Galaxy S5, dies ist unter Umständen jedoch schlicht auf den Panel-Typ (IPS) oder die Anpassungen zurückzuführen. Bei normalen Abstand zwischen Auge und Smartphone ließ sich kein großer Unterschied bei dargestellten Schriften und Linien feststellen.

Nicht ganz den Erwartungen entsprechen kann das Display aber auch in zwei anderen Punkten. Mit einem Verhältnis von 800:1 liegt der Kontrast deutlich unter dem, was von der Konkurrenz geboten wird, Sony erreicht mit dem Xperia Z2 beispielsweise 1.572:1. Ebenfalls weniger gut gefällt der leichte Blaustich, der vor allem bei weißen Flächen erkennbar ist. Der Grund hierfür: Mit im Schnitt etwa 7.800 Kelvin ist die Farbtemperatur ein gutes Stück vom Ideal (6.500 Kelvin) entfernt.

Erst bei direkter Sonneneinstrahlung zeigt die Hintergrundbeleuchtung Schwächen
Erst bei direkter Sonneneinstrahlung zeigt die Hintergrundbeleuchtung Schwächen

Dafür erreicht die Hintergrundbeleuchtung ausreichend hohe Werte. In der Spitze konnten 392 cd/m2 gemessen werden, am dunkelsten Punkt bei maximaler Einstellung sind es noch 362 cd/m2 - daraus resultiert eine Homogenität von sehr guten 92 Prozent.

Akkulaufzeit

Akku und Display stehen auf zweierlei Arten in einem direkten Verhältnis zueinander. Mit einem großen Bildschirm geht in der Regel auch ein großes Gehäuse mit viel Platz für den Energiespeicher einher. Gleichzeitig bedeutet eine große Anzeige - und auch eine hohe Auflösung - einen höheren Energiebedarf im Vergleich zu kleineren - und weniger hoch auflösenden - Modellen. Kommt kein sparsames Panel zum Einsatz und sind Soft- und Hardware nicht ausreichend aufeinander abgestimmt, wird aus dem schärfsten und größten Display schlicht ein „Stromfresser“.

Problemlos wechselbarer Akku mit 3.000 mAh, der auch drahtlos geladen werden kann
Problemlos wechselbarer Akku mit 3.000 mAh, der auch drahtlos geladen werden kann

Ein Titel, den das G3 verdient hat. Denn im Video-Test hielt das LG-Smartphone mit einer Akkuladung lediglich 379 Minuten - also 6 Stunden und 19 Minuten - durch. Damit wird nur die Hälfte dessen erreicht, was der Vorgänger zu leisten im Stande war - der ebenfalls über einen 3.000-mAh-Akku verfügt. Welchen Anteil das Display im Einzelnen an diesem schlechten Wert hat, kann nur schwer ermittelt werden. Klar ist jedoch, dass hohe Pixeldichten eine besonders leistungsfähige Hintergrundbeleuchtung erfordern, entsprechend steigt der Energiebedarf.

Akku-Laufzeit

Minuten
Mehr ist besser

Im Alltag macht sich dies jedoch weniger stark als im eher praxisfernen Versuch bemerkbar. Mit mehreren kurzen Telefonaten pro Tag, dem Abgleich zweier E-Mail-Konten sowie dem Surfen via WLAN und LTE hielt das G3 rund eineinhalb Tage durch; morgens vom Ladegerät getrennt oder aus der Halterung für drahtloses Laden genommen musste es spätestens am Mittag des nächsten Tages wieder daran angeschlossen werden. Damit reicht es nicht für die Podestplätze, wohl aber für einen sicheren Platz im Mittelfeld. Im Zweifelsfall können über den integrierten Energiesparmodus einige Verbraucher deaktiviert werden. So kann der Nutzer sich zumindest bis zum Abend retten.

Kamera

Nur im Detail verändert hat LG die Kamera des G3 gegenüber dem G2. Wie auch schon beim Vorgänger löst der rückwärtige Sensor mit 13 Megapixeln auf, auch der optische Bildstabilisator ist wieder vorhanden und soll möglichst unverwackelte Aufnahmen ermöglichen. Hand angelegt hat man jedoch bei Blitz - hier kommt nun eine Dual-LED-Lösung im Stile des iPhone 5s zum Einsatz - und Fokus. Bei letzterem setzt man nun auf eine Laser-Fokus genannte Lösung. Das vereinfachte Prinzip dahinter: Während ein gewöhnlicher Smartphone-Autofokus lediglich passiv arbeitet und anhand des einfallenden Lichts das Motiv scharf stellen kann, arbeitet LGs Modell aktiv. Über eine neben der Kamera platzierten Diode wird Licht abgegeben, dass nach seiner Spiegelung und Rückkehr die benötigten Informationen liefert.

Der große Vorteil liegt in der weitestgehenden Unabhängigkeit vom Umgebungslicht, auch in sehr dunklen Situationen kann so fokussiert werden. Am Umgang mit der Kamera ändert sich für den Nutzer jedoch nichts, abgesehen von der schnellen Reaktionszeit der Kamera; zwischen Auslösen und fertiger Aufnahme sollen im Idealfall weniger als 0,3 Sekunden vergehen.

Gute Ergebnisse bei ausreichender Helligkeit
Gute Ergebnisse bei ausreichender Helligkeit

Zumindest bei Tageslicht fallen die Ergebnisse ansprechend aus. Farben werden entsprechend des Originals festgehalten und auch feine Farbverläufe können unterschieden werden. Bildrauschen und Artefakte fehlen hingegen erfreulicherweise. Allerdings zeigt der Fokus Schwächen bei Makroaufnahmen, hier werden nicht immer die gewünschten Punkte scharfgestellt. Ebenfalls nicht überzeugen können bei schlechten Lichtverhältnissen aufgenommene Fotos. Hier kommt es schnell zu Bildrauschen und leichter Artefaktbildung, an der guten Farbaufzeichnung ändert sich jedoch nichts. Zumindest auf kurze Distanz kann der Dual-LED-Blitz mit seinen zwei unterschiedlichen Färbungen helfen.

Keine Probleme bei leichten Farbunterschieden
Keine Probleme bei leichten Farbunterschieden

Wie üblich trifft man auch bei der Video-Aufzeichnung auf die gleichen Stärken und Schwächen. Soll jedoch 4K-Material auf den Speicher gebannt werden, kommt es selbst bei optimalem Licht schnell zu Bildfehlern. Hier ist der Fehler aber nicht in der Kamera, sondern in der restlichen Hardware zu suchen. Denn SoC und Speicher werden mitunter von den umfangreichen Datenmengen überfordert - zu spüren am sich deutlich aufheizenden G3.

Unübersehbares Rauschen bei Dämmerung und Dunkelheit
Unübersehbares Rauschen bei Dämmerung und Dunkelheit

Ein Stück weit enttäuschend fällt die Kamera-Applikation aus. Zwar hat LG diese übersichtlich gestaltet, gegenüber dem G2 wurden aber zahlreiche Funktionen gestrichen. So besteht nur noch die Wahl zwischen vier Modi, weiteren Einfluss kann man über gerade einmal vier weitere Optionen - HDR, Blitz etc. - ausüben. Vor allem Samsung und HTC bieten an dieser Stelle deutlich mehr Freiheiten, mitunter jedoch auf Kosten der Übersichtlichkeit.


Software

Ausgeliefert wird das G3 mit Android 4.4.2 und LGs weiterentwickelter eigenen Oberfläche. Diese verändert die Optik Androids deutlich und bietet einen vorsichtigen Vorgeschmack auf das, was Android 5.0 respektive Android L verändern wird. Denn das LG-UI sorgt für ein sehr „flaches“ Design, das eher an Windows Phone 8 oder iOS 7 als an Android KitKat erinnert. Ein Grund hierfür sind auch die voreingerichteten Widgets mit ihrer Kacheloptik. Gegenüber der Oberfläche des G2 wirkt die neue Version deutlich weniger verspielt, auch wenn es an einigen Stellen immer noch übertrieben bunt wirkt, respektive einige Farbkombinationen unpassend erscheinen. Einfluss auf die generelle Funktionalität hat die Eigenentwicklung aber nicht, Nutzer anderer Android-Smartphones müssen sich somit nicht umgewöhnen.

Ebenfalls von LG stammen einige vorinstallierte Dienste und Applikationen. Den Anfang macht dabei Smart Notice, eine Art Google-Now-Konkurrent. Auf diesem Wege wird der Nutzer beispielsweise bei schlechtem Wetter nicht nur daran erinnert, zur Vorsicht einen Regenschirm mitzunehmen, sondern auch auf längere Zeit nicht mehr genutzte Programme hingewiesen.

Android 4.4.2 mit LG UI: Flaches Design und eigene Dienste
Android 4.4.2 mit LG UI: Flaches Design und eigene Dienste

Schon bekannt ist Knock Code. Wie bisher wird auf diesem Wege das Entsperren des Smartphones per Klopfkombination ermöglicht, der Griff zum Standby-Schalter und das Eingeben eines mehr oder weniger umfangreichen Codes entfällt somit. Während Knock Code in Summe eine Vereinfachung darstellt, störte im Test jedoch das häufige unbeabsichtigte Einschalten des Geräts - eine falsche Berührung des Displays reicht dafür bereits aus.

Im Zusammenspiel mit den neuen Hüllen des G3s kann Quick Circle genutzt werden. Im Bereich der kreisrunden Aussperrung der Quick-Circle-Hülle werden auf Wunsch Uhrzeit und Datum, aber auch eingegangene Nachrichten, die Mediaplayer-Steuerung und anderes angezeigt.

Schnell anfreunden kann man sich mit dem Smart Keyboard. Denn die Tastatur lässt sich nicht nur in der Höhe anpassen, sondern bietet auch verschiedene Abkürzungen, um Wörter schneller zu schreiben und Tippfehler zu korrigieren.

Nicht fehlen darf natürlich die Fernbedienungs-Software Quick Remote, die auf den verbauten Infrarot-Sender zum Steuern von Fernsehern und Co. zurückgreift, sowie die Gesundheits-App LG Health. Diese erinnert in puncto Aufbau stark an Samsungs S Health, erreicht aber nicht deren Funktionsumfang.

Performance

Mit dem Snapdragon 801 kommt im G3 einer der derzeit schnellsten SoCs zum Einsatz. Seine vier CPU-Kerne erreichen bis zu 2,5 GHz, die GPU vom Typ Adreno 330 schafft maximal 578 MHz. Vor allem letztere wird vom Gerät immer wieder aufgrund der hohen Display-Auflösung gefordert, gegenüber einer Full-HD-Anzeige müssen etwa 80 Prozent mehr Pixel angesteuert werden. Im Vergleich zum Samsung Galaxy S5, in dem der gleiche SoC verbaut wird, ist das G3 somit im Nachteil.

Im Test zeigte sich jedoch, dass ganz andere Probleme vorhanden sind. Denn in einigen Benchmarks blieb das Ergebnis deutlich hinter dem zurück, was man erwartet hätte. So reicht es in Linpack beispielsweise für nur 730 MFLOPs, das Galaxy S5 schafft 44 Prozent mehr, das G2 47 Prozent. Nicht überzeugend fielen auch die Ergebnisse der Browser-lastigen Tests SunSpider und Browsermark 2.0 aus. In ersterem reichte es gerade noch für einen Platz im oberen Drittel, in letzterem findet sich das G3 auf dem sechstletzten Platz wieder. Aber es gibt auch andere Ergebnisse: Im 3DMark und unter AnTuTu werden gute bis sehr gute Resultate erzielt.

AnTuTu

Punkte
Mehr ist besser

Ein möglicher Grund für das überraschend schlechte Gesamtergebnis könnte eine mangelnde Kühlung des SoCs sein. Denn unter hoher Last erhitzt sich die Rückseite des Gehäuses schon nach kurzer Zeit deutlich. Hinzu kommt, dass sich unmittelbar im Anschluss auch an der Systemoberfläche sonst nicht anzutreffende Performance-Probleme zeigen: Beim Wechsel zwischen den Homescreens oder dem Aufrufen der App-Übersicht kommt es zu Rucklern und Aussetzern, Ladezeiten fallen länger als üblich aus.

Schon nach ein, zwei Minuten ist von all dem nichts mehr spüren und das G3 arbeitet so schnell, wie man es von einem Oberklassegerät erwartet.


Beschränkt man sich auf die etablierten Anbieter, war das diesjährige Aufeinandertreffen der Aushängeschilder eher langweilig. Denn in den meisten Punkten sind sich Xperia Z2, Galaxy S5 und One (M8) zu ähnlich - gleicher SoC, ähnliche Displays und nur wenige Besonderheiten. Stand man bislang vor der Wahl, waren lediglich Details ausschlaggebend. Aluminium oder Kunststoff? Wasserdichtes Gehäuse oder Kamera mit nachträglicher Fokussierung? Mit dem G3 wird der Wettbewerb nun aber interessanter.

Zwar setzt LG bei einigen Komponenten ebenfalls auf Bewährtes, man hat es aber geschafft, einige echte Highlights zu verbauen. Zuerst muss dabei natürlich das Display genannt werden. Ob nun mit wirklichem praktischen Nutzen oder nicht: So scharf war bislang keine Smartphone-Anzeige. Direkt dahinter rangiert das Gehäuse, dass trotz der großen Bildschirmdiagonale vergleichsweise kompakt ausfällt. Auch, weil LG es geschafft hat, den Rahmen rund um das Display so klein wie möglich zu halten. Nicht vergessen werden darf die Materialwahl, bei der man einen Kompromiss eingegangen ist. So leicht wie Kunststoff, aber optisch wie Metall - anmutiger als ein Galaxy S5 ist das G3 allemal, gleichzeitig aber leichter als ein Xperia Z2 oder One (M8).

LG G3: Tolle Verarbeitung, scharfes Display und eine überdurchschnittliche Kamera, ...
LG G3: Tolle Verarbeitung, scharfes Display und eine überdurchschnittliche Kamera, ...

Und auch in Sachen Kamera hat man eine Besonderheit geschaffen, ohne dabei die Bildqualität zu vernachlässigen. Der Laser-Fokus bietet schnell nachvollziehbare Vorteile, Bildstabilisator und Linse sorgen ebenfalls für überdurchschnittliche Ergebnisse. Die komplette weitere Ausstattung ist hingegen in dieser Preisklasse selbstverständlich, NFC und schnelles Dual-Band-WLAN gehören mittlerweile ebenso zu einem Flaggschiff wie LTE.

Bei aller Euphorie dürfen die Schwächen des G3 aber nicht ignoriert werden. Besonders negativ aufgefallen ist dabei das Performance-Problem des Smartphones. Zwar wird die volle Leistung des Systems im Alltag nur selten abgerufen, im Fall der Fälle darf man jedoch erwarten, dass sie zur Verfügung steht. Aber auch an anderen Stellen erlaubt LG sich Schwächen. So bietet das Gerät trotz großen Akkus in der Praxis nur durchschnittliche Laufzeiten und das Display enttäuscht mit seinem Kontrast. Dass die Kamera bei schlechten Lichtverhältnissen allenfalls Schnappschussqualität bietet, ist bei einem Smartphone hingegen keine Überraschung.

..., aber Performance-Probleme und schwacher Display-Kontrast
..., aber Performance-Probleme und schwacher Display-Kontrast

Während die Messwerte klar gegen eine Empfehlung sprechen, zeigen die nicht messbaren Dinge etwas anderes - ähnlich, wie es schon beim Motorola Moto X der Fall war. Denn das Gesamtpaket ist im Alltag so stimmig wie bei keinem anderen derzeitigem Topmodell - wenn man nicht unbedingt auf Pulsmesser oder IP-zertifizierung angewiesen ist.

Auch, weil das G3 mittlerweile schon für weniger als 500 Euro zu haben ist. Für Samsungs Galaxy S5 müssen etwa 20 Euro mehr eingeplant werden, gleiches gilt für HTCs One (M8). Einzig das Xperia Z2 liegt auf Höhe des G3. Das technische Gegenstück des LG-Flaggschiffs, das Oppo Find 7, wird lediglich über den Hersteller selbst in Europa angeboten. Mit 399 Euro wird das G3 aber deutlich unterboten.

Positive Aspekte des LG G3:

Negative Aspekte des LG G3:

Preise und Verfügbarkeit
Nicht verfügbar Nicht verfügbar Nicht verfügbar



LG G3
Allgemeines 
Preis: ab ca. 550 Euro
Produktseite: www.lg.de
Lieferumfang: Smartphone
Ladegerät, USB-Kabel, Kurzanleitung
Display 
Diagonale: 5,5 Zoll
Technik: IPS
Auflösung: 2.560 x 1.440 Pixel
Pixeldichte: 534 ppi
Hardware 
Prozessor: Qualcomm Snapdragon 801 (MSM8974-AC)
Prozessor - Kerne: 4
Prozessor - Takt: 2,5 GHz
Arbeitsspeicher: 2 GB
Speicher - Größe: 16 GB
Speicher - Erweiterung: microSD
Akku - Kapazität: 3.000 mAh
Akku - Entnehmbar: ja
Kameratechnik 
Primärkamera - Auflösung Foto: 13 MP
Primärkamera - Auflösung Video: 2160p (UHD)
Primärkamera - Blitz: Dual-LED
Primärkamera - Bildstabilisator: optisch
Primärkamera - Besonderheiten: Laser Fokus 
Sekundärkamera - Auflösung Foto: 2,1 MP
Sekundärkamera - Auflösung Video: 1080p
Sekundärkamera - Besonderheiten: -
Datendienste 
LTE / LTE Cat 4: ja / ja
HSPA+ / HSPA / EDGE: ja / ja / ja
aGPS / GLONASS: ja / ja
Bluetooth: 4.0
WLAN: a/b/g/n/ac
NFC: ja
Sonstiges: Infrarot-Sender
Anschlüsse 
microUSB: ja (2.0)
microHDMI: -
3,5-mm-Klinke: ja
SIM-Größe: microSIM
Sonstiges: -
Software 
Betriebssystem: Android 4.4.2
angepasste Oberfläche: LG UI
Besonderheiten: Knock Code
Gehäuse 
Material: Kunststoff
Abmessungen: 146,3 x 74,6 x 8,9 mm
Gewicht: 149 g

3DMark Ice Storm Unlimited

Punkte
Mehr ist besser

SunSpider JavaScript Benchmark 1.0

416.5 XX


758.3 XX


842.2 XX


892.7 XX


898.3 XX


914.2 XX


916.5 XX


975.5 XX


1130.8 XX


1133.6 XX


1147.8 XX


1159.3 XX


1209.1 XX


1263.7 XX


1281.6 XX


1371.9 XX


1385.2 XX


1392.3 XX


1410.8 XX


1418.7 XX


1434.8 XX


1673.0 XX


1887.6 XX


1961.1 XX


2088.5 XX


2137.3 XX


Punkte
Weniger ist besser

Browsermark 2.0

Punkte
Mehr ist besser

Vellamo Metal

Punkte
Mehr ist besser

AnTuTu

Punkte
Mehr ist besser

AnTuTu CPU

Floating Point/Integer

6837 XX


5405 XX
6416 XX


4480 XX
3643 XX


3829 XX
3533 XX


3646 XX
3483 XX


3279 XX
3384 XX


2961 XX
3354 XX


3320 XX
3283 XX


3230 XX
3242 XX


2846 XX
3124 XX


2581 XX
2989 XX


2573 XX
2900 XX


2124 XX
2700 XX


2938 XX
2271 XX


1483 XX
2266 XX


2570 XX
1986 XX


1571 XX
1865 XX


1694 XX
1458 XX


1822 XX
1399 XX


1822 XX
1269 XX


1807 XX
1126 XX


1338 XX
1110 XX


1008 XX
985 XX


1665 XX
974 XX


1024 XX
910 XX


728 XX
828 XX


852 XX
Punkte
Mehr ist besser

AnTuTu GPU

2D/3D

9952 XX


1639 XX
9916 XX


1636 XX
9899 XX


1642 XX
9711 XX


1618 XX
9386 XX


1638 XX
9371 XX


1629 XX
8930 XX


1625 XX
8516 XX


1620 XX
7830 XX


1625 XX
6910 XX


1632 XX
6713 XX


1558 XX
6347 XX


1646 XX
6251 XX


1636 XX
5484 XX


1032 XX
5394 XX


1064 XX
5136 XX


1614 XX
5098 XX


1125 XX
4959 XX


829 XX
4871 XX


704 XX
4648 XX


936 XX
4470 XX


735 XX
4307 XX


868 XX
4217 XX


898 XX
3396 XX


648 XX
3062 XX


650 XX
625 XX


704 XX
Punkte
Mehr ist besser

Relative Engine

Punkte
Mehr ist besser

Linpack

MFLOPS
Mehr ist besser

Benchmark Pi

Millisekunden
Weniger ist besser