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In den vergangenen Jahren hat Shelly sich mit seinen Smart-Home-Produkten und hier mit denen zur Energieüberwachung einen Namen in Deutschland gemacht. Inzwischen arbeiten auch viele Balkonkraftwerke und AC-Speicher mit dem Shelly-Ökosystem zusammen. Nun hat sich Shelly mit dem chinesischen Hersteller TopAC zusammengetan und eine mobile Wallbox vorgestellt. Wir haben uns den Portable EV Charger 11 kW einmal in der Praxis angeschaut.
Die Neuzulassungen bei den Fahrzeugen mit E-Antrieb haben im ersten Halbjahr 2026 deutlich zugenommen. Hohe Preise für Benzin und Diesel sowie die Förderung sind Argumente, die offenbar auch bei den Verbrauchern der Autonation Deutschland zu einem Umdenken gesorgt haben.
Mit dem Kauf eines E-Autos ist es aber nicht getan. Wer die Möglichkeit hat, will sein E-Auto zu Hause auch laden können. Hier gibt es nun unzählige Möglichkeiten und verschiedene Anbieter für Wallboxen. Die meisten werden sich auf Basis der präferierten Wahl des gewählten Elektrikers für ein bestimmtes Modell entscheiden. Ein Einfluss kann auch spielen, wenn die Wallbox schon zur vorhandenen PV-Installation passt und mit dieser zusammenarbeitet.
Der TopAC Portable EV Charger 11 kW kann an eine handelsübliche CEE‑16A-Drehstromsteckdose eingesteckt werden. Damit ist er im Einsatz nicht nur flexibel zu verwenden, sondern kann bei Vorhandensein einer solchen Steckdose auch ohne großen Installationsaufwand in Betrieb genommen werden. Dabei soll sich das Ladegerät auch einfach in die vorhandene Shelly-Infrastruktur einbinden lassen.
Der TopAC Portable EV Charger 11 kW besteht aus einem insgesamt 5,6 m langen Kabel mit der dazwischenliegenden Box. Eingangsseitig vorhanden ist der CEE-Stecker, der über drei Phasen 16 A bei 230 V, also insgesamt 11 kW, aufnehmen kann. Über ein Kabel mit 5 × 2,5 mm² wird die elektrische Leistung an die Box geführt. Dort findet die eigentliche Steuerung statt, auf die wir noch genauer eingehen werden. Ausgangsseitig geht es dann mit ebenfalls 5 × 2,5 mm² an den Typ-2-Stecker, der wiederum in das E-Auto gesteckt wird.
Vom CEE-Stecker bis zu Box ist das Kabel nur 65 cm lang. Hier hätte es gerne etwas mehr Länge sein dürfen, denn von der üblichen Höhe der CEE-Dose ausgehend hängt die 1,2 kg schwere Box dann in der Luft bzw. am Stecker. Die Steuerbox selbst misst 225 x 73 x 130 mm. Darauf folgt der zweite Teil des Kabels bis zum Typ-2-Stecker mit einer Länge von etwa 4,7 m.
Wird der TopAC Portable EV Charger 11 kW in die CEE-Dose eingesteckt, kann per Bluetooth und nach der ersten Einrichtung auch per WLAN eine Verbindung zur Shelly-App hergestellt werden. Verwendet werden kann das Ladegerät aber auch ohne App und Smartphone. Ein Display auf der Front des Ladegeräts gibt Auskunft über den Status - ob das Typ-2-Kabel eingesteckt ist, ein Ladevorgang stattfindet und welcher Ladestrom gerade anliegt. Über einen Taster rechts neben dem Display kann vor dem Start des Ladevorgangs manuell zwischen verschiedenen Ladeströmen gewechselt werden. Der TopAC Portable EV Charger 11 kW kann zwischen 6 und 16 A liefern. Manuell eingestellt werden können Werte von 6 A, 9,6 A und 16 A. Über die App sind auch ganzzahlige Zwischenwerte einstellbar.
Weitaus mehr Optionen hat man natürlich über die App. Gekoppelt wird der TopAC Portable EV Charger 11 kW per Bluetooth. Während dieses Vorgangs kann das Ladegerät auch in das heimische WLAN eingebunden werden. Ansonsten stehen das Bluetooth und WLAN immer als Hotspot bereit, um mit einem Smartphone Verbindung zum Ladegerät aufzunehmen.
Über die App kann dann einerseits das Ladegerät freigeschaltet werden, was im Zweifel auch am Fahrzeug geschehen muss. Nachdem die Kommunikation zwischen Ladegerät und E-Auto abgeschlossen ist, beginnt der Ladevorgang. Je nach Ladestrom geschieht dies dreiphasig mit 4,1 bis 11 kW. Ein einphasiges Laden ermöglicht der TopAC Portable EV Charger 11 kW nicht.
Intelligentes Lademanangement
In der Echtzeitüberwachung kann der Ladevorgang dann überwacht werden. Angezeigt werden die aktuelle Leistung auf den einzelnen Phasen und insgesamt, dazu die Spannungen und Ströme. Festgelegt werden können verschiedene Limits. So kann der Nutzer bestimmen, wie lange der Ladevorgang laufen soll. Zudem ist es möglich, ein Limit für die geladene Energie in kWh festzulegen.
Überschussladen lautet das Zauberwort, welches Besitzer von PV-Anlagen im Kontext des Laden eines E-Auts gerne hören. Dabei geht es darum, den Akku des E-Autos nur mit dem Strom zu laden, der andernfalls ins Netz eingespeist würde. Allerdings soll aber auch kein Netzbezug anfallen oder der Hausakku leergesaugt werden – nur der Überschuss soll genutzt werden. Vollintegrierte Systeme können entsprechend kommunizieren. Wechselrichter nebst Akku und Wallbox stimmen sich entsprechend ab.
Der TopAC Portable EV Charger 11 kW soll vom Shelly-Ökosystem profitieren, in dem er auf Informationen eines installierten Energiemessgerätes zurückgreift. Je nach Hausanschluss wird durch einen Elektriker ein Shelly Pro 3EM verbaut, der die Last auf den drei Phasen des Hauses in den eventuellen Abfluss oder Bezug über den Netzanschluss überwacht.
Über die Einstellungen in der Shelly App kann ein solcher Pro 3EM an das Ladegerät gekoppelt werden bzw. das Ladegerät nimmt sich die Informationen des Pro 3EM und erkennt darüber einen Überschuss. Der Ladestrom wird dann entsprechend dynamisch zwischen 6 und 16 A angepasst.
Der minimale Ladestrom liegt dreiphasig bei 6 A und demnach bei 4,1 kW. Es ist aber auch möglich, das Ladegerät bzw. die CEE-Dose mit nur einer oder zwei Phasen anzuschließen. Dann sind entsprechend auch 1,4 bzw. 2,8 kW möglich. Allerdings haben gewisse Fahrzeuge auch minimale Ladelimits, sodass 4,1 kW die unterste Grenze darstellen können. Ist die CEE-Dose über drei Phasen angeschlossen, stellen 4,1 kW das Minimum dar. Anders als so manche Wallbox erlaubt der TopAC Portable EV Charger 11 kW keinerlei Umschaltung zwischen ein und drei Phasen.
Finale Einschätzung
Ausprobiert haben wir den TopAC Portable EV Charger 11 kW an einem ID.3 von VW und i3 von BMW. In der Kommunikation zwischen E-Auto und Ladegerät konnten wir dabei keinerlei Probleme feststellen. Im Forum von Shelly wird aber auch von Problemen berichtet. So soll der Handshake zwischen dem Ladegerät und einem Polestar 2 nicht immer funktionieren. Auch mit Renault (E-Tech Megane) wird von Problemen berichtet. Shelly verteilt aktuell aber auch fleißig Firmware-Updates, welche sich solcher Probleme annehmen.
Bei Wallboxen ist die Spanne groß – sowohl im Hinblick auf den Funktionsumfang, als auch beim Preis. Der TopAC Portable EV Charger 11 kW stellt mit der Möglichkeit, per CEE-Dose angeschlossen zu werden, eine einfache Option dar, sein Auto mit bis zu 11 kW laden zu können. Für den Ladevorgang zu Hause ist dies in 99 % der Fälle mehr als ausreichend. Nur die wenigsten benötigen eine Wallbox mit 22 kW, zumal diese dann nicht nur anmeldepflichtig, sondern sogar (abhängig von den Vorgaben des Netzbetreibers und der Ausgestaltung nach § 14a EnWG) seitens des Netzbetreibers genehmigungs- und zustimmungspflichtig ist. Es handelt sich, egal ob direkt oder per CEE-Dose angeschlossen, um eine Ladeeinrichtung für Elektrofahrzeuge.
In der Funktion konnten wir mit dem TopAC Portable EV Charger 11 kW keinerlei Probleme feststellen. Der Ladestrom lässt sich in größeren Schritten manuell an der Box selbst und etwas feiner abgestimmt über die App problemlos einstellen. Mit der Energieüberwachung kennt sich Shelly aus und entsprechend umfangreich ist die Überwachung in der App. Wer diese nicht nutzen möchte, kann das Ladegerät auch per MQTT zum Beispiel in Home Assistant einbinden. Auch einen eigenen Webserver stellt das Ladegerät bereit, was einen lokalen Zugriff ebenfalls möglich macht.
Was der TopAC Portable EV Charger 11 kW nicht bietet, ist die Möglichkeit, per RFID freigeschaltet zu werden. Auch unterschiedliche Benutzerprofile, um den Verbrauch zweier Autos bzw. Benutzer abrechnen zu können, bietet das Ladegerät von TopAC und Shelly nicht.
Ist eine CEE-Dose in der Garage vorhanden, ist eine mobile Wallbox die einfachste Option, das E-Auto zu laden. Die Alternativen wie der go-e Charger Gemini flex 2.0 sind mit etwa 600 Euro deutlich teurer, bieten aber auch etwas mehr Funktionsumfang. So ist hier dann ein Umschalten auf ein oder zwei Phasen möglich, was das Überschussladen noch einmal deutlich flexibler macht.
Flexibel ist der TopAC Portable EV Charger 11 kW auch durch den Anschluss an der CEE-Dose und damit der Möglichkeit, das Ladegerät an anderen Orten, wie zum Beispiel dem Ferienhaus zu laden. Schutzmechanismen wie ein Übertemperatur-, Überspannungs- und Unterspannungsschutz sowie eine Kurzschluss- und Fehlerstromüberwachung sind vorhanden. Die Steuereinheit selbst ist nach IP65 geschützt.
Wohl keinerlei Zweifel bestehen an der Tatsache, dass der TopAC Portable EV Charger 11 kW mit einem Preis ab 230 Euro in dieser Kombination in Sachen Preis/Leistung kaum zu schlagen ist. Es gibt einige Konkurrenzprodukte in diesem Preisbereich, diesen bieten dann aber bei weitem nicht den Funktionsumfang und die Möglichkeiten der Integration, wie dies hier der Fall ist.
- Attraktiver Preis
- Ladeströme von 6 bis 16 A möglich
- Dynamisches Lastmanagement möglich
- Unterstützung für MQTT, lokale API und Home Assistant
- Nutzung an jeder geeigneten CEE-16A-Steckdose
- Keine Umschaltung auf 1- oder 2-phasigen Betrieb
- Die Box hängt während des Ladevorgangs meist frei am Kabel.
- Kratzempfindliche Oberfläche der Steuerbox






