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Die Akkutechnologie entwickelt sich nicht nur im Automobilbereich immer weiter, auch bei den Heimspeichern fallen die Preise und die Kapazitäten steigen. Eine Unterkategorie sind die mobilen Speicher, die entweder als Notstromversorgung oder unterwegs für eine zumindest zeitweise gesicherte Stromversorgung sorgen können. Wir haben uns den neuen Elite 300 von Bluetti einmal angeschaut.
Im Heimbereich reicht das Spektrum an Lösungen zur Energieautarkie von einfachen Powerbanks bis hin zu umfangreichen Batteriespeichern mit mehreren Kilowattstunden, die direkt an eine PV-Anlage gekoppelt sind. Für diesen Anwendungsfall bietet Bluetti etwa den EP-Serie mit Erweiterungsmöglichkeiten an, der sich optional erweitern lässt und Kapazitäten von 5 bis 40 kWh abdeckt.
Für den Einsatz beim Camping oder im Outdoor-Bereich positioniert Bluetti hingegen die AC- und Elite-Serie. Diese deckt ein breites Spektrum von wenigen hundert Wattstunden bis zu mehreren Kilowattstunden ab. Käufer müssen hier nicht nur die passende Kapazität wählen, sondern auch Größe und Gewicht berücksichtigen. Gerade unterwegs sind Platzangebot und Zuladung oft begrenzt, und wer den Speicher zum Einsatzort transportieren muss, wird jedes eingesparte Kilogramm zu schätzen wissen. Wird der Energiespeicher dagegen ausschließlich als Notfalllösung im Keller genutzt, spielen diese Faktoren eine deutlich geringere Rolle.
Gerade beim Platzbedarf soll nun der Elite 300 punkten. Vor gut drei Jahren haben wir uns den AC180 angeschaut, der bei einer Kapazität von 1.152 Wh auf 340 × 250 × 320 mm und und ein Gewicht von 16 kg gekommen ist. Der Elite 300 misst nun 366 × 305 × 297,5 mm, ist somit etwas größer als der AC180, bietet im Vergleich mit 3.014 Wh aber auch fast die dreifache Kapazität. Das Gewicht ist mit 26,3 kg aber auch deutlich höher. Hier zeigt sich die enorme Energiedichte, die inzwischen erreicht wird. In beiden werden Akkus auf Basis von LiFePO₄ (Lithium-Eisenphosphat) verwendet. Die Packdichte ist in den vergangenen drei Jahre aber deutlich gestiegen.
Der kleine, kompakte Elite 300 erreicht demnach inzwischen Leistungswerte, die bisher nur mit den größeren Modellen wie dem AC200MAX und AC240 (beide im Test) möglich waren.
Die kompakten Abmessungen sind umso beeindruckender, wenn man sich vor Augen führt, dass wir hier nicht nur über einen Akku mit einer Kapazität von 3 kWh sprechen, sondern auch über ein integriertes Ladegerät, einen Wechselrichter mitsamt MPPT sowie der integrierten Sicherungen und Schutzschalter.
Der Bluetti Elite 300 liefert mit seiner Kapazität von 3 kWh eine dauerhafte Ausgangsleistung von 2.400 W. Kurzzeitig maximal möglich sind 4.800 W – allerdings nur für wenige Sekunden.
DC-seitig bietet der Elite 300 jeweils zweimal USB-C und USB-A. Die USB-A-Anschlüsse können eine Ausgangsleistung von jeweils 15 W liefern, bei den USB-C-Anschlüssen sind es einmal 100 W und einmal 140 W. Damit dürften gerade USB-C-seitig alles an Hardware abgedeckt sein.
AC-seitig finden wir zwei Schuko-Steckdosen. Diese bieten eine maximale Ausgangsleistung von 2.400 bzw. 2.300 W, je nachdem ob der Elite 300 den Akku gerade entlädt oder ob er im Bypass-Modus betrieben wird. Weitere Ausgänge sind in Form eines Zigarettenanzünderanschlusses mit bis zu 120 W und eines 12-V-Ausgangs mit bis zu 360 W vorhanden.
Hängt der Elite 300 an der Steckdose und versorgt im Bypass-Modus weitere Verbraucher, übernimmt der Akku im UPS-Modus innerhalb von 10 ms (Herstellerangaben) die Versorgung. Über die schnelle Reaktionszeit sollen die meisten Verbraucher damit ohne Unterbrechung weiterarbeiten können, auch wenn diese etwas empfindlicher bei einem Ausfall sind.
An dieser Stelle ein Punkt, der etwas unverständlich für uns ist: Der Elite 300 ist nicht nach der Schutzklasse IP65 zertifiziert. Demnach ist er nicht staubdicht und gegen Strahlwasser geschützt, was wir im Außenbereich eigentlich erwarten würden.
Um den Elite 300 laden zu können, ist auf der rechten Seite ein AC-Eingang vorhanden, der mit einem Standard-Kaltgerätestecker betrieben werden kann. Die maximale Eingangsleistung beträgt 2.400 W. Eine weitere Lademöglichkeit ist der Solareingang. Dieser kann mit einer Eingangsspannung von 12 bis 60 B bei maximal 22 A betrieben werden. Bluetti gibt eine maximale Ladeleistung von 1.200 W an.
Über das Display lassen sich die wichtigsten Informationen zum Elite 300 abrufen. Im Vergleich zu den bisherigen mobilen Speichern lässt sich das Display wegen der höheren Helligkeit deutlich besser ablesen. Bei voller Sonneneinstrahlung können die Spiegelungen aber dennoch stören.
Auf dem Display wird der aktuelle Ladezustand des Akkus angezeigt. Darunter wird im Entlade- oder Ladevorgang die jeweilige Restdauer genannt. Rechts und links davon wird die genaue Lade- und Entladeleistung aufgeführt. Neben dem Display können diese und weitere Informationen auch über die App abgerufen werden. Dazu wird entweder eine Bluetooth-Verbindung verwendet oder aber der Elite 300 kann in das heimische WLAN-Netzwerk eingebunden werden.
In Form eines Flussdiagramms wird in der Bluetti-App der aktuelle Energiefluss über den Elite 300 angezeigt. Zudem gibt es hier zahlreiche Einstellmöglichkeiten. So können die DC- und AC-Ausgänge ein- und ausgeschaltet werden. Über die weiteren Einstellungen können das Netzwerk, ein möglicher Cloud-Zugriff und vieles mehr festgelegt werden.
Im Alltag eventuell wichtig sind die verschiedenen Lade- und Betriebsmode des Elite 300. So kann hier festgelegt werden, wie schnell der Akku geladen werden soll. So gibt es einen Standard-, Ruhe- und Schnelllademodus. Der Lademodus kann wichtig sein, wenn die AC-Seite oder der Akku geschont werden sollen. Zudem sorgt eine höhere Ladeleistung dafür, dass der Lüfter im Elite 300 ordentlich zu tun bekommt. Bei 2.400 W an Lade- oder Entladeleistung ist dieser deutlich hörbar und könnte im Zweifel sogar störend sein. Thema schonende Akkuladung: Per App kann ein Ladelimit zwischen 80 und 100 % festgelegt werden.
| Bluetti Elite 300 | |
| Kapazität | 3.014 Wh |
| maximale Ladeleistung (AC) | 2.400 W |
| maximale Ladeleistung (Solar) | 1.200 W |
| 0 auf 100 % (AC) Standardmodus | 172 Minuten |
| 0 auf 100 % (AC) Ruhemodus | 252 Minuten |
| 0 auf 100 % (AC) Schnelllademodus | 105 Minuten |
| 0 auf 80 % (Solar) | 250 Minuten |
Wir haben den Elite 300 mehrfach entladen und wieder aufgeladen, um nachzumessen, wie lange der Akku reicht oder die Aufladung wieder dauert. Beginnen wollen wir mit der Ladung des Akkus. Im Standardmodus dauerte dies 172 Minuten und damit fast drei Stunden. Die maximale Ladeleistung liegt hier bei 1,2 kW, die letzten Prozentpunkte werden mit 700 W erledigt. Der Lüfter des Elite 300 dreht dabei konstant und hörbar.
Im Ruhemodus beträgt die Ladeleistung 800 W – von Anfang bis Ende. Mit 252 Minuten dauert dies natürlich deutlich länger, dabei bleibt der Lüfter aber auch leise. Wenn es schnell gehen muss, steht der Schnelllademodus zur Verfügung, bei dem die maximale Ladeleistung bis zu 2,3 kW beträgt. Je nach Außentemperatur kann der Elite 300 diese 2,3 kW aber nicht dauerhaft halten, obwohl der Lüfter deutlich hörbar arbeitet. Die Ladeleistung fällt dann kurzzeitig auf 1,7 kW zurück, insgesamt dauert es mit 105 Minuten aber deutlich kürzer, bis der Akku vollständig geladen ist.
Per Solareingang dauert das Laden etwas länger. Bis zu 1,2 kW sind möglich, je nach angeschlossenen Solarmodulen sind es meist aber deutlich weniger und entsprechend lange dauert es, bis der Elite 300 wieder geladen ist.
Um die Lade- und Enladeverluste zu bestimmen, haben wir den Elite 300 vollständig auf 100 % aufgeladen, dann komplett entladen, um ihn anschließend im Standardmodus von 0 auf 100 % wieder aufzuladen. In der Entladung konnten wir dem Speicher 2.851 Wh entnehmen. Geladen wurde er schlussendlich wieder mit 3.211 Wh. Die Effizienz liegt damit bei etwa 89 %.
| Bluetti Elite 300 | |
| Kapazität | 3.014 Wh |
| Wirkungsgrad (η) | 85 % |
| Entladungstiefe | 95 % |
| Eigenverbrauch | 10 W |
| Betriebsdauer bei 100 W Last | 1.330 Minuten |
| Betriebsdauer bei 500 W Last | 288 Minuten |
| Betriebsdauer bei 1.000 W Last | 144 Minuten |
| Betriebsdauer bei 1.700 W Last | 84 Minuten |
Am Ende geht es bei einem Batteriespeicher darum, wie lange eine gewisse Last daran betrieben werden kann. Die Batterielaufzeit lässt sich einfach berechnen und ergibt sich aus Batteriekapazität × DoD × η ÷ (Lastleistung + Eigenverbrauch).
DoD bezeichnet die Depth of Discharge (Entladungstiefe) und diese beträgt für aktuelle Systeme wie den Elite 300 95 %. η ist der Wirkungsgrad des Wechselrichters und dieser liegt üblicherweise bei 85 %. Für Niedrigleistungsgeräte muss aber auch der Eigenverbrauch der Power-Station mitbedacht werden und diesen haben wir im Bypass-Modus mit 10 W bemessen.
Schließt man also ein Gerät mit einer Leistungsaufnahme von 100 W an, ergibt dies 3.014 Wh × 95 % × 85 % ÷ (100 W + 10 W) ≈ 22,1 Stunden Akkubetrieb. Konkret nachgemessen haben wir dies bei 1,7 kW an Last und sind hier auf 86 Minuten gekommen, was sich mit den errechneten 84 Minuten sehr gut deckt. Bei niedrigen Lasten von 100 W kommen wir also auf fast einen Tag. Wer nur sein Smartphone laden möchte, kommt somit mehrere Tage aus. Hier sind die Verluste im Verhältnis zur tatsächlichen Ladung dann aber auch relativ hoch.
Fazit
Bei den mobilen Heimspeichern stürzen sich viele immer gleich auf den Katastrophenfall eines kompletten Stromausfalls. Der Hauptanwendungsbereich ist aber sicherlich die mobile Stromversorgung im Camping- oder Heimwerkerbereich – dort, wo kein Verlängerungskabel verfügbar ist.
Der Elite 300 ist mit den gegebenen Abmessungen bei einer Kapazität von 3 kWh einer der kompaktesten Speicher. Trotz zweier großer Griffe ist der Transport wegen des Gewichts von 26,3 kg eine gewisse Herausforderung. Das Gewicht spielt auch dann eine Rolle, wenn die Zuladung im Camper oder Wohnwagen eine Rolle spielt.
Die Lade- und Entladeleistung würden wir als ausgewogen beschreiben. Bis 3 kWh mit 2,4 kW an Ladeleistung befüllt sind, kann es etwas dauern, aber diese Eingangsleistung findet man auch nur bei einer direkten AC-Versorgung. Mittels Solareingang oder per 12/24 V im Auto der Camper kann es dann noch etwas länger dauern.
Es kommt aber sicherlich auch darauf an, was herauskommt. 15 bis 140 W werden über die USB-Anschlüsse geboten. Dies dürfte mehr als ausreichend sein. Per Schuko-Steckdose sind AC-seitig bis zu 2,4 kW möglich und auch hier gilt, dass mobil meist keine Verbraucher vorhanden sind, die mehr verbrauchen. Ein Wasserkocher, ein Induktionsfeld, die Kaffeemaschine, der Camper-Kühlschrank kommen allenfalls auf 1,2 bis 1,5 kW. Im Handwerkerumfeld sind eine Heißluftpistole, die anlaufende Handkreissäge oder dergleichen die stärksten Verbraucher. Aber auch damit kommt der Elite 300 zurecht.
Einfach so muss man sich einen mobilen Speicher wie den Elite 300 sicherlich nicht in den Keller stellen. Es sollte schon einen konkreten Anwendungsfall geben. Einige dieser haben wir beschrieben. Ob ein Speicher mit 3 kWh und für bis zu 2,4 kW dabei ausreichend sind, hängt vom konkreten Fall ab. Im Camping-Einsatz sind es sicherlich nur einige Dutzend bis wenige Hundert Watt, die hier gelegentlich abgefragt werden. Entsprechend lange kann der Elite 300 durchhalten.
Die Frage nach dem konkreten Anwendungsfall sollte dann aufkommen, wenn es um den Anschaffungspreis für einen solchen Speicher geht. Der Elite 300 ist aktuell im freien Handel ab 1.336 Euro zu bekommen. Zudem noch verfügbar sind einige Pakete mit beiliegenden Solarpanelen. Mit dem entsprechenden PV-Ladekabel (MC4 auf XT60) müssen es aber nicht die teuren, portablen Panele sein. Im Zweifel können entsprechende Standardmodule auf das Camperdach gepackt und an den Elite 300 angeschlossen werden. Ganz günstig ist die angesprochene Autarkie demnach nicht. Bei einer Kapazität von 3 kWh ist der Elite 300 in Sachen Abmessungen und auch preislich derzeit aber alternativlos.
Aufgrund der geringen Abmessungen bei der gebotenen Kapazität vergeben wir für den Bluetti Elite 300 unseren Technik-Award.
- geringe Abmessungen
- Kapazität von 3 kWh
- 2x Schuko, 2x USB-C + 2x USB-A
- App-Schnittstelle (Bluetooth und WLAN)
- hohes Gewicht
- Display bei Sonneneinstrahlung schlecht ablesbar
- keine IP-Zertifizierung
| Bluetti Elite 300 Solargenerator grau, 3014Wh | ||
| Nicht verfügbar | Nicht verfügbar | Ab 1.260,00 EUR |
