Amazon Echo und Echo Dot mit Uhr im Doppeltest: Die Alexa-Lautsprecher der 4. Generation

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amazon echo 2020 100Amazon bietet seine smarten Echo-Lautsprecher bereits in vierter Generation an - und hat diese Generation deutlich aufgefrischt. Im Doppeltest probieren wir sowohl den neuen großen Echo als auch den neuen Echo Dot mit Uhr aus. 

Seit rund vier Jahren bietet Amazon mit der Echo-Familie in Deutschland eigene intelligente Lautsprecher an. In diesem Jahr gehen sie bereits in die vierte Generation - und wurden deutlich überarbeitet. Der neue Echo soll die die Vorzüge von Echo und Echo Plus in einem Gerät vereinen. Er präsentiert sich in einem neuen, kugelförmigen Design und mit Stoffbezug. Amazon verspricht sowohl einen besseren Klang als auch eine bessere Sichtbarkeit, die durch einen LED-Ring an der Unterseite erreicht werden soll. 

Ebenfalls kugelförmig und mit LED-Ring, aber deutlich kleiner zeigt sich der Echo Dot der 4. Generation. Ihn gibt es alternativ auch als Echo Dot mit Uhr. Bei dieser Variante zeigt ein LED-Display unter anderem die Uhrzeit an. 

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Echo und Echo Dot gibt es wahlweise in Anthrazit, Weiß und Blaugrau. Der neue Echo kostet 97,47 Euro. Für den neuen Echo Dot ohne Display werden 58,48 Euro aufgerufen. Den Echo Dot mit Uhr gibt es in Weiß und Blaugrau, hierfür liegt der Preis bei 68,22 Euro an.

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Amazon hat uns einen Echo in Anthrazit und einen Echo Dot mit Uhr in Weiß zur Verfügung gestellt. Der Lieferumfang der beiden Lautsprecher fällt sehr ähnlich aus. Amazon legt jeweils eine mehrsprachige Kurzanleitung, Wichtige Informationen (unter anderem zur Sicherheit und Entsorgung) und ein Netzteil bei. Die weißen Netzteile sehen zwar identisch aus, unterscheiden sich aber bei der Leistung. Das Echo-Netzteil wird mit 30 W, das Echo Dot-Netzteil mit 15 W spezifiziert. 


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Amazon hat das Design von Echo und Echo Dot mit Uhr stark angenähert. Beide zeigen sich als (annähernd) kugelförmige Smart-Lautsprecher. Die neue Form soll mehr Flexibilität bei der Lautsprecherpositionierung und Klangabstrahlung ermöglichen. Dazu sorgt sie für das geringstmögliche Oberfläche-zu-Volumen-Verhältnis. Der untere Teil der Echos besteht aus Kunststoff, der obere Teil der Kugeln zeigt eine textile Lautsprecherabdeckung. Bei der Herstellung wird Wert auf nachhaltige Rohstoffnutzung gelegt. So sollen die Hälfte der verwendeten Kunststoffe und 100 % der verwendeten Textilien aus wiederverwerteten Verbraucherabfällen gewonnen werden. 100 % des Aluminiums stammen aus recyceltem Aluminium-Druckgussmaterial. Amazon weist auf weitere Maßnahmen wie umweltfreundliche Verpackungen, einen Energiesparmodus und eigene Aktivitäten beim Bau von Wind- und Solarparks hin.

Optisch unterscheiden sich die beiden Modelle vor allem in der Größe. Der neue Echo misst 144 x 144 x 133 mm (L x B x H), der Echo Dot mit Uhr 100 x 100 x 89 mm (L x B x H). Auch der Gewichtsunterschied zwischen 970 g und 338 g ist sehr deutlich.Beim Echo kommt das größere Volumen vor allem der Lautsprecherbestückung zu Gute. Während Echo Dot und Echo Dot mit Uhr mit einem nach vorne abstrahlenden 41-mm-Lautsprecher auskommen müssen, kann der Echo 20-mm-Doppelhochtöner mit einem 76-mm-Woofer kombinieren. Nur der große Echo kann außerdem einen Integrierten Zigbee-Smart Home-Hub (mit Unterstützung für Bluetooth Low Energy, BLE) und einen Temperatursensor bieten. 

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Die identischen Bedienelemente sitzen bei beiden Modellen auf der Oberseite. Neben den beiden Lautstärketasten gibt es eine Taste für das An- und Ausschalten des Mikrofons und eine Aktionstaste. Verborgen ist außerdem eine Berührungserfassung. Sie kann genutzt werden, um einen Wecker in den Schlummermodus zu versetzen. 

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An der Rückseite beider Lautsprecher zeigen sich jeweils Anschlüsse für das Netzteil und eine 3,5-mm-Klinkenbuchse. Bei Echo Dot/Echo Dot mit Uhr dient sie nur als Audioausgang. Beim Echo kann sie alternativ auch als Audioeingang genutzt werden. Damit wird es möglich, auch andere Wiedergabegeräte wie z.B. einen klassischen CD-Player mit dem Lautsprecher zu verbinden. Unterhalb der Anschlüsse zeigt sich bei beiden Modellen der LED-Ring. Die Bodenplatte unterscheidet sich hingegen wiederum etwas: Nur der Echo bietet dort eine Universalhalterung mit Gewinde.  


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Die Einrichtung der smarten Amazon-Lautsprecher ist unkompliziert. Sie werden mit dem Stromnetz verbunden. Anschließend leuchtet der LED-Ring auf (orange zeigt den Setup-Modus an, danach leuchtet der Ring blau) und nach kurzer Zeit meldet sich Alexa und informiert, dass die Einrichtung über die Alexa App abgeschlossen werden kann. Der Echo Dot mit Uhr begrüßt zudem mit einem Lauftext an dem Display, das durch die Stoffabdeckung strahlt. Der Echo führt nach der Einrichtung eine Kalibrierung der Lautsprecher durch. Dass soll die Klangqualität in Abhängigkeit von Raumakustik und der Position im Raum optimieren. 

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Die Echo-Lautsprecher sind darauf ausgelegt, direkt per Sprachbefehl gesteuert zu werden. Die Alexa App dient zur Einrichtung und zusätzlich zur Verwaltung. Darüber können z.B. Einkaufslisten eingesehen werden, die per Sprachbefehl am Echo erstellt wurden.

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Es ist auch möglich, über die App Multiroom-Setups einzurichten. Dadurch kann laufende Musik an mehrere Echos in unterschiedlichen Räumen wiedergegeben werden. Echo und Echo Dot unterstützen alle Musikdienste, die über Alexa verwendet werden können. Darunter sind Amazon Music, Apple Music, Spotify und Deezer. 

Die von den Echo-Lautsprechern erfassten Sprachbefehle sind umfangreich. So kann Alexa z.B. aufgefordert werden, bestimmte Titel, Musikrichtungen oder Musik zu bestimmten Stimmungen wiederzugeben. Neben der Lautstärke können auch Equalizer-Einstellungen direkt per Sprache gesteuert werden und so beispielsweise Tiefen oder Höhen betont oder zurückgenommen werden. Timer und Wecker können gestellt werden, für den Wecker lässt sich auch ein bestimmter Aufwach-Musiktitel wählen. Am Echo Dot mit Uhr informiert übrigens ein kleiner Leuchtpunkt darüber, ob ein Wecker gestellt wurde. Auch Einkaufs- und To-Do-Listen werden per Sprachbefehl gefüllt. Amazon-Kunden füllen ihren Amazon-Warenkorb einfach per Sprachbefehl oder erkundigen sich bei Alexa, wo denn die letzte Bestellung bleibt. Das Wetter und Nachrichten hat Alexa selbst im Überblick. Mit zusätzlichen Skills (sozusagen Alexa-Apps) lässt sich der Funktionsumfang noch enorm ausbauen - z.B. um Rezepte-, Fitness-Skills und vielem mehr. Für das LED-Display des Echo Dot mit Uhr gibt es eigene Kommandos zum An- und Ausschalten des Displays, zur Anpassung der Displayhelligkeit (in Stufen von 0 bis 10) und zur Temperaturanzeige. Wer mehrere Echos besitzt, kann per Drop In über die Echos in anderen Räumen sprechen und so z.B. Mitbewohnern mitteilen, dass das Abendessen fertig ist.

Die Sprachsteuerung funktioniert generell sehr zuverlässig und erfasst auch unterschiedliche Stimmen mühelos. Selbst bei höherer Wiedergabelautstärke erfassen die Mikrofone meist noch erstaunlich zuverlässig, ob Sprachbefehle abgegeben werden. Ansonsten kann die Aktionstaste genutzt werden, um die Lautstärke zu reduzieren und Alexa auf einen Sprachbefehl hinzuweisen. 


Klangeindrücke

Auch bei smarten Lautsprechern spielt die Klangqualität eine entscheidende Rolle. Volumen und Lautsprecherbestückung geben schon einen ersten Hinweis darauf, was man von Echo und Echo Dot mit Uhr erwarten kann. Der kleine Echo Dot bzw. Dot mit Uhr kann mit seinem 41-mm-Lautsprecher zwar erwartungsgemäß nicht viel Baß bieten. Der maximale Schallpegel ist für seine Größe aber durchaus beachtlich und für die Beschallung kleiner und mittlerer Räume mehr als ausreichend. Höhen und Mitten wirken klar, Sprechstimmen sind klar verständlich - auch mit Abstand. Wir konnten z.B. problemlos den Nachrichten folgen, die der Echo Dot mit Uhr bei offenen Türen im Nachbarzimmer vorgetragen hat. 

Der größere Echo kann mehr Volumen und seine aufwendigere Lautsprecherbestückung in die Waagschale werfen, ist aber immer noch ein relativ kompakter Lautsprecher. Für seine Größe kann er eine beachtliche Klangfülle bieten und auch den Bass liefern, den der Echo Dot etwas vermissen lässt. Der Bass ist dabei sogar durchaus spürbar. Entsprechend sollte man etwas darauf achten, wo der Echo abgestellt wird bzw. was in seiner Nähe steht. Der Doppelhochtöner kann zudem für einen gewissen Stereoeffekt sorgen. Für optimalen Klang empfiehlt Amazon beim Echo einen Abstand von 3 m, der empfohlene Mindestabstand wird mit 1,8 m angegeben. Er empfiehlt sich also nicht für die allerkleinsten Räume. 

Fazit

Amazon hat die neue Echo-Generation gründlich erneuert. Das kugelförmige Design wirkt frisch und mit dem Leuchtring am Boden auch etwas futuristisch. Völlig auf der Höhe der Zeit ist Amazon auch beim Thema Nachhaltigkeit - nicht nur, aber vor allem durch den Einsatz von wiederverwerteten Materialien. Der Stromverbrauch fällt übrigens überschaubar aus: Der Echo benötigt bei maximaler Lautstärke maximal etwa 10 W, bei moderater Lautstärke (Stufe 5 von 10) um die 5 W. Einen richtigen Aus-Schalter gibt es allerdings nicht. Der Stromverbrauch sinkt im Bereitschaftsmodus jedoch immerhin auf unter 1 W. 

Das Thema Datenschutz steht bei einem Echo- bzw. Alexa-Produkt immer mit im Raum. Amazon bemüht sich um Transparenz und bietet mit der Mikrofon-Stummschaltung auch eine einfache und direkte Möglichkeit, ein Mithören durch den Lautsprecher zu unterbinden. Die Sprachaufnahmen lassen sich kontrollieren und löschen - sowohl über die App, als auch per Sprachbefehl (per Sprachbefehl aktuell für die letzte Anfrage und den heutigen Tag, in Zukunft auch für alles).

Die Aufgabenteilung zwischen Echo, Echo Dot und Echo Dot mit Uhr ist klar: Wenn der smarte Lautsprecher für längeres Musikhören genutzt werden soll, ist der Echo mit sattem Klang und ordentlichem Bassfundament klar vorzuziehen. Er bietet zudem die etwas umfangreichere Ausstattung, vor allem dank des integrierten Smart-Home-Hubs. Der Echo Dot hat zwar größenbedingt klare Schwächen im Tieftonbereich, bietet sich aber an, wenn ein möglichst kompakter Smart-Lautsprecher zum kleinen Preis oder eine Ergänzung zum Echo für weniger relevante Räume im Multi-Room-Betrieb gesucht wird. Einrichtung und Handhabung sind genauso unkompliziert wie beim großen Echo. Der Echo Dot mit Uhr erweitert den Echo Dot um eine praktische und gut umgesetzte Anzeige, die vor allem als Uhr nützlich ist. Damit eignet er sich gerade als smarter Wecker gut. Vom großen Echo wird hingegen leider keine Uhr-Variante angeboten. 

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Gerade der neue Echo kann als stimmiges Gesamtpaket überzeugen: Der smarte Kugel-Lautsprecher wird für einen moderaten Preis angeboten, überzeugt aber mit seinem vollen Klang. Dazu zeigt er sich nutzerfreundlich und profitiert vom stetig wachsenden Alexa-Ökosystem. Wir zücken deshalb unseren Preis-Leistungs-Award.


Positive Aspekte des Echo (4. Generation):

Negative Aspekte des Echo (4. Generation):

Positive Aspekte des Echo Dot mit Uhr (4. Generation):

Positive Aspekte des Echo Dot mit Uhr (4. Generation):